"Feedback" - Historische Entwicklungen

Operante Konditionierung, Programmierte Unterweisung, TOTE-Modell


Unterrichtsentwurf, 2010
29 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Gliederung

1. Begriff „Feedback“
1.1 Brainstorming
1.2 Feedback im Alltag
1.3 Feedback in der programmierte Unterweisung
1.4 Feedback in der Kybernetik
1.5 Kybernetik vs. Behaviorismus

2. Operante Konditionierung
2.1 Merkmale
2.2 historische Vorläufer
2.3 Skinner-Box
2.4 Verstärkermechanismen
2.5 Kritik
2.6 klassische Konditionierung
2.7 Lernen am Modell

3. Programmierte Unterweisung
3.1 Definition
3.2 historischer Rahmen
3.3 Gestaltung einer PU
3.4 Verbindung zur operanten Konditionierung
3.5 Gruppenarbeit und Reflexion über die Durchführung
3.6 Diskussion der Vor – und Nachteile des Ansatzes

4. TOTE-Modell
4.1 historische Entwicklung
4.2 Aufbau des Modells

5. Fazit

6. Literatur

Es wurden folgende Lernziele formuliert:

1. Grundprinzipien der operanten Konditionierung kennen
2. Kenntnis von der Struktur einer programmierten Unterweisung haben
3. Vor- und Nachteile der programmierten Unterweisung unter Beachtung der historischen Rahmenbedingungen einschätzen können
4. Das Grundprinzip des TOTE-Modells verstehen.

1. Begriff „Feedback“

1.1 Brainstorming

Zuerst haben wir uns der Bedeutung des Wortes „Feedback“ zugewandt und durch ein Brainstorming das Vorwissen der Seminarteilnehmer abgeklärt. Dazu wurden drei Fragen gestellt: 1.) Was bedeutet Feedback für euch? 2.) Was wisst ihr schon über das Thema „Feedback“? 3.) In welchem Zusammenhang ist euch das Wort begegnet?

Nach kurzer Bedenkzeit wurden die Gedanken zusammengetragen und notiert.

Lediglich zwei oder drei Teilnehmer hatten sich in anderen Lehrveranstaltungen schon mit dem Thema befasst.

Sie nannten die folgenden Punkte:

Feedback: bedeutet Rückmeldung; ist die eigene Wirkung auf Mitmenschen; hat technischen Ursprung in der Rückkopplung; es gibt zwei Perspektiven: Schüler bekommen Feedback als Ergebniskontrolle und Lehrer erhält Feedback zur Kursgestaltung.

Die Mehrzahl der Teilnehmer beteiligte sich jedoch nicht am Brainstorming, sodass wir von einem durchschnittlich geringen Vorwissen ausgehen mussten. Deshalb stellten wir im Folgenden drei Bereiche vor, in denen Feedback eine je unterschiedliche Bedeutung hat (Vgl. Schaub/Zenke (2007): 229).

1.2 Feedback im Alltag

In Kommunikations- und Interaktionszusammenhängen erfahren wir durch das Feedback unserer Gesprächspartner, wie wir auf andere wirken. In der Lehrer-Schüler-Interaktion motiviert positives, lobendes Feedback zum Handeln, negatives Feedback baut hingegen häufig Beziehungsstörungen auf und schwächt das Selbstwertgefühl der Schüler. Desweiteren wird Feedback gemeinhin als Informationsquelle über die eigene, erbrachte Leistung angesehen und bietet damit Vergleichsmöglichkeiten mit anderen.

1.3 Feedback in der programmierten Unterweisung

Die programmierte Unterweisung ist die Anwendung von Skinners Prinzipien der operanten Konditionierung von Tieren, übertragen auf menschliches Lernen unter Nutzung spezieller Medien (Lehrmaschinen, programmierte Lehrbücher). Auf die geschichtliche Entwicklung, die Merkmale, sowie Vor- und Nachteile dieser Methode wird später noch ausführlich eingegangen. Positives oder negatives Feedback gibt hier lediglich an, ob die Antwort des Lernenden richtig oder falsch ist. Bei negativem Feedback wird die Aufgabe wiederholt oder es kommt zur Fehlerkorrektur. Positives Feedback bestätigt die Richtigkeit der Lösung und eine neue Aufgabe wird gestellt. Feedback hat eine verhaltensverstärkende Wirkung bzw. eine verhaltenshemmende Wirkung.

1.4 Feedback in der Kybernetik

Kybernetik ist der Vorläufer der Informatik und entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Technik und Informationsübertragung. Das Regelkreis-Modell und die Informationstheorie wurden als zentrale Theorien dieser Disziplin von ihrer maschinellen Nutzung auf den Menschen übertragen.

Auch zur Kybernetik und ihren Modellen wird später noch detaillierter berichtet. Zwischen dem Lehrstoff (Input) und der Antwort des Lernenden (Output) gibt das Feedback in der Kybernetik Auskunft darüber, ob und inwieweit sich der aktuelle Arbeitsstand (Ist-Wert) dem Arbeitsziel (Soll-Wert) angeglichen hat.

Feedback dient gleichzeitig als Informationsquelle für Lehrer und Lernenden, deckt Missverständnisse auf und hilft diese zu beseitigen.

1.5 Kybernetik vs. Behaviorismus

Während in der programmierten Unterweisung der Fokus des Feedbacks auf der konsequenten Rückmeldung und der Wirkung als Verhaltensverstärker liegt, dient es in der Kybernetik als Informationsquelle für den Lernfortschritt. Der Fokus liegt hier auf einem Informationsaustausch zwischen Lehrsystem und Lerner (Vgl. Kerres (2001): 61, 201). Insofern wurden im Brainstorming schon wesentliche Punkte der Bedeutung von Feedback durch die Teilnehmer geäußert.

Ergänzen kann man noch, dass falsche Antworten im Behaviorismus ignoriert werden und davon ausgegangen wird, dass die verstärkende Rückmeldung wesentlich für den Lernerfolg sei.

In der Kybernetik wirkt sich eine schlechte Informationsquelle, d.h. eine unangemessene Informationsdarbietung des Lehrstoffs, negativ auf den Lernerfolg des Lernenden aus. Folglich ist die individuelle Aufbereitung des Lehrstoffs maßgebend für den Lehr- und Lernerfolg. Falsche Antworten sind für die Lernenden eine Chance, Wissenslücken zu schließen und für den Lehrer bzw. das Lehrsystem ein Maßstab, um die Informationsdarbietung entsprechend zu adaptieren. Es handelt sich also um ein unterschiedliches Verständnis des Lernprozesses in diesen beiden Disziplinen (Vgl. ebd.).

2. Operante Konditionierung

2.1 Grundlegende Merkmale

Das operante Konditionieren ist eine Form des Lernens, bei der ein Verhalten dadurch zunimmt, dass ihm ein Verstärker folgt oder abnimmt, weil eine Bestrafung folgt. Verhaltensweisen werden demnach mit deren Konsequenzen gekoppelt, wodurch der Organismus Assoziationen zwischen seinem Verhalten und den daraus resultierenden Ereignissen lernt. Es wird operantes Konditionieren genannt, da vom Lernenden eine gewisse Aktivität verlangt wird, d.h. sie müssen in ihrer Umgebung operieren, also handeln. Immer, wenn ein Organismus sich so verhält, dass auf seine Handlungen eine angenehme Konsequenz (Belohnung) folgt, bzw. eine unangenehme Konsequenz (Bestrafung) vermieden wird, ist das Verhalten ein Beispiel für instrumentelles Handeln. Die Betonung liegt hierbei auf der Absicht und dem Erreichen, sprich, der Lernende handelt mit Absicht auf eine bestimmte Weise, um etwas bestimmtes zu erreichen.

Zwei wichtige Merkmale des operanten Konditionierens sind die Konsequenz (Folge) und die Kontingenz.

Instrumentelles Lernen ist ein Lernen anhand der Konsequenzen von bestimmten Verhaltensweisen, sowie Lernen, das einem bestimmten Ereignis folgt, wenn man eine bestimmte Reaktion ausführt. Lernen besteht demnach aus der Entdeckung, dass auf eine bestimmte Reaktion ein bestimmtes Ereignis folgt.

Wesentlich für die Verstärkung ist außerdem die Kontingenz, d.h. es muss eine Korrelation zwischen Verhalten und Verstärker bestehen. Es darf keine Verstärkung erfolgen, wenn das gewünschte Verhalten nicht auftritt. Der Lernende entdeckt, dass er eine bestimmte Reaktion zeigen muss, damit sich eine bestimmte Konsequenz einstellt:

Das Kind findet heraus, dass es Weinen muss, um eine Süßigkeit zu erhalten. Das Erhalten der Süßigkeit wird dabei durch das Weinen bedingt, d.h. die Stimuluskonsequenz wird durch eine bestimmte Reaktion des Lernenden bedingt (Vgl. Lyle (1992): 136).

Ein Junge muss den Mülleimer raus bringen und den Rasen mähen, um sein Taschengeld zu bekommen. Sein Verhalten, den Mülleimer raus zu bringen und den Rasen zu mähen ist hierbei ein Beispiel für instrumentelles Verhalten. Als Konsequenz, dass er seine Pflichten erfüllt, erhält er Taschengeld, Lob oder Dank von den Eltern. Dass er sein Taschengeld bekommt, wird dadurch bedingt, dass er seine Pflichten erfüllt (Vgl. Lyle (1992): 137).

Im Bereich der Tiere wurde z.B. bei einer Taube ermittelt, wie hoch sie ihren Kopf heben kann. Die höchste Stelle, die nur selten erreicht wurde, wurde markiert. Sobald die Taube nun den Kopf über die Markierung hob, wurde ein Futtermagazin geöffnet. Daraufhin erhöhte sich das Kopfheben über die Linie. Die Verknüpfung zwischen „Kopfheben über eine bestimmten Höhe“ und „Futtergabe“ wurde gefestigt. Auch dies ist ein Beispiel für operantes Konditionieren, da die Taube sich ohne vorausgehende spezifische Reize verhalten hat. Die Konsequenzen des Verhaltens (Futtergabe) führten jedoch zu einer Verhaltensänderung (vermehrtes Kopfheben) (Vgl. Straka, Macke (2006): 60).

2.2 Historische Vorläufer

Das instrumentelle Konditionieren ist vor Allem mit den Namen Edward Lee Thorndike und Burrhus Frederic Skinner verknüpft. Thorndike war der erste, der Laborexperimente durchführte, bei denen instrumentelle Konditionierung eingesetzt wurde. Er entdeckte den law of effect, das Gesetz der Wirkung, bei dem ein Verhalten, welches belohnt wird, wahrscheinlich wiederholt wird. Es ist der Vorläufer des heutigen Verstärkungsprinzips.

Skinner machte jedoch das operante Konditionieren durch seine zahlreichen Verhaltensuntersuchungen an Tauben, Ratten, Menschen, sogar an seinen eigenen Kindern erst berühmt, da durch seine Arbeit grundlegende Elemente und Gesetze des operanten Konditionierens erkannt wurden. Zudem war er fast allein dafür verantwortlich, die Bedeutung, Analyse und Vorhersage des operanten Konditionierens zu erkennen. Seine Anstrengungen führten zu einer Verhaltensphilosophie, die als funktionale Analyse bekannt ist, da das Auffinden der Ereignisse, die das Verhalten bedingen, betont wird und zum Fundament einer neuen Technik, der Verhaltensmodifikation, wird.

E.L. Thorndike wurde 1874 in Williamsburg, Massachusetts, geboren und ist 1949 in Montrose, New York, verstorben. Er war Psychologe und Begründer der operanten Konditionierung. Seine Verhaltensstudien führten zur Theorie des Behaviorismus.

B.F. Skinner wurde 1904 in Pennsylvania geboren und ist 1990 in Massachusetts gestorben. Er war Psychologe, Vertreter des Behaviorismus und prägte den Begriff des operanten Konditionierens und der programmierten Unterweisung.

2.3 Die Skinner-Box

Die Skinner-Box ist der am meisten benutzte experimentelle Apparat zur Untersuchung des operanten Konditionierens. Sie ist eine Kammer, in der sich ein Hebel oder eine Taste befinden, die das Tier betätigen kann, um Futter oder Wasser als Belohnung zu erhalten; Messgeräte zeichnen hierbei die Häufigkeit des Drückens der Taste auf. Das Versuchstier kann sich durch Drücken eines Hebels (Wirkreaktion) Futter beschaffen; die Belohnungsgabe (Futter, Wasser) erfolgt nur unter bestimmten Bedingungen, die das Versuchstier zu erlernen hat. Ein äußerer Kasten schirmt den eigentlichen Versuchskasten gegen Störgeräusche von außen ab. Oft nimmt eine Fernsehkamera das Innere über einen Spiegel auf, um das Verhalten des Versuchstieres beobachten oder aufzeichnen zu können.

2.4 Die Verstärkermechanismen

Ein Verstärkermechanismus ist ein Ereignis, bzw. Stimulus, das die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens erhöht. Es ist wirksamer Reiz, der das Lernen instrumenteller Reaktionen ermöglicht und zugleich ein Schlüsselelement beim Lernen, da eine Verhaltensäußerung, an die sich Verstärker anschließen, an Kraft gewinnen. In der Skinner-Box beispielsweise erhöhte sich die Häufigkeit, mit der die Ratte den Hebel drückte, gewaltig, wenn der Hebeldruck immer mit Futter belohnt wurde.

Es gibt zwei Arten von Verstärkern: positive und negative. Beide können Reaktionen verstärken.

[...]

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
"Feedback" - Historische Entwicklungen
Untertitel
Operante Konditionierung, Programmierte Unterweisung, TOTE-Modell
Hochschule
Universität Erfurt  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät, Lernen und Neue Medien)
Veranstaltung
Interaktion : Fragen stellen und Rückmeldung geben
Note
1,5
Autoren
Jahr
2010
Seiten
29
Katalognummer
V203333
ISBN (eBook)
9783656366096
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Verschriftlichung eines Referats mit Ideen zur Seminargestaltung
Schlagworte
Operante Konditionierung, Skinner, Programmierte Unterweisung, Geschichte des Feedback, Historische Entwicklung des Feedback, PU, TOTE-Modell, Test-Operate-Test-Exit
Arbeit zitieren
B.A. Johannes Ilse (Autor)Jenny Halfpap (Autor), 2010, "Feedback" - Historische Entwicklungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203333

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