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Neuromarketing: Was passiert im Kopf des Konsumenten?

Ein Einblick in die Neuroökonomie und deren Nutzen für die Marktforschung.

Title: Neuromarketing: Was passiert im Kopf des Konsumenten?

Bachelor Thesis , 2012 , 66 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Felix Ilse (Author)

Business economics - Offline Marketing and Online Marketing
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Summary Excerpt Details

Die Neuroökonomie bezeichnet eine Forschungsrichtung, deren Gegenstand es
ist, Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Neurologie und Ökonomie
zu erheben. Dabei stellen beide Wissenschaften Aktionen des Menschen in den
Mittelpunkt des Interesses. Die Neurologie betrachtet diesen aus der
naturwissenschaftlichen Perspektive, während die Ökonomie dies aus einer
geisteswissenschaftlichen Perspektive tut. Im Gehirn, wo sämtliches
menschliches Verhalten gesteuert wird, treffen diese beiden Wissenschaften
zusammen und schlagen die Brücke zur Neuroökonomie.
Ihr Ziel ist es, ein besseres Verständnis über das menschliche – im Speziellen
ökonomische – Verhalten zu bekommen. Die aus der Neuroökonomie
stammende jüngere Disziplin ist das Neuromarketing. Eine interdisziplinäre
Forschungsrichtung, welche Erkenntnisse und Verfahren aus den
Neurowissenschaften, der Kognitionswissenschaft und der Marktforschung
integriert und verknüpft. Durch Hilfe des Neuromarketing hoffen
Wissenschaftler und Marketingexperten, Erkenntnisse über das Verhalten des
Konsumenten zu erlangen, die bisher durch konventionelle
Marktforschungsinstrumente nicht möglich waren.
Die vorliegende Bachelorthesis gewährt einen Einblick in diese junge Disziplin
und stellt den Nutzen sowie die Praktikabilität daraus resultierender
Erkenntnisse für die Marktforschung dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Bedeutung und Relevanz des Neuromarketing

1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Thesis

2. Ökonomische und Psychologische Grundlagen

2.1 Neuromarketing als Teilbereich der Neuroökonomie

2.2 Vom „homo oeconomicus“ zum „homo neurobiologicus“

3. Biologische Grundlagen – das Hirn des Konsumenten

3.1 Neuroökonomisch relevante Bereiche und Prozesse des Körpers

3.2 Neuroökonomische Messmethoden – bildgebende Verfahren

3.2.1 Funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT)

3.2.2 Positronenemissionstomographie (PET)

3.2.3 Elektroenzephalographie (EEG)

4. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse für die Marktforschung

4.1 Konsumentenverhalten im Hinblick auf Emotionen und Motive

4.1.1 Vom Behaviorismus zum Neobehaviorismus

4.1.2 Das Stimulus-Organism-Response-Modell

4.2 Das Motiv- und Emotionssystem

4.2.1 Das Balance-System

4.2.2 Das Stimulanz-System

4.2.3 Das Dominanz-System

4.2.4 Die Limbic Map

4.3 Der Einfluss des Unbewussten auf unser Handeln

4.4 Bewusst-rational oder Unbewusst-emotional?

5. Anwendungsmöglichkeiten für das Marketing

5.1 Der Priming Effekt

5.2 Der Framing Effekt

5.3 Die Relevanz starker Marken

5.4 Die vier Codes ins Kundenhirn

5.4.1 Sprache

5.4.2 Geschichten

5.4.3 Symbole

5.4.4 Sensorik

6. Praktikabilität und Nutzen des Neuromarketing

6.1 Ausgewählte Beispiele aus der Praxis

6.2 Expertenbefragungen

6.3 Grenzen des Neuromarketing und kritische Auseinandersetzung

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Anwendungsmöglichkeiten der Neuroökonomie im Bereich des Neuromarketing, um tiefere Einblicke in unbewusste Konsumentenentscheidungen zu gewinnen, die klassischen Marktforschungsmethoden verborgen bleiben.

  • Wissenschaftliche Grundlagen der Neuroökonomie und Hirnforschung.
  • Analyse von Motiv- und Emotionssystemen sowie deren Einfluss auf Kaufentscheidungen.
  • Einsatzmöglichkeiten von Priming, Framing und multisensorischem Branding.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Praktikabilität und ethischen Grenzen des Neuromarketing.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Das Balance-System

Konsumentenverhalten lässt sich folglich im limbischen System und seinen drei Systemen Balance, Stimulanz und Dominanz ergründen. Die Ausprägung dieser Systeme oder auch Instruktionen genannt, variiert von Mensch zu Mensch und bestimmt dessen Persönlichkeit.

Das Balance-System nimmt die einflussreichste Rolle auf unser Verhalten ein und hat zum Ziel Stabilität, Geborgenheit und Harmonie zu sichern. Durch das Balance-System versuchen wir Gefahrensituationen zu vermeiden und Unsicherheiten auszuschließen. So hat die Nichterfüllung der Balance zur Folge, dass wir Angst bekommen, uns fürchten oder in Panik ausbrechen. Auf unser Kaufverhalten bezogen hat das Balance-System einen interessanten Einfluss. Es versucht möglichst energiearm auf bereits getroffene Entscheidungen zurückzugreifen, die mit positiven Erinnerungen abgespeichert sind. Folglich werden wie bereits angemerkt Versicherungen abgeschlossen, Qualitäts- oder Traditionsprodukte gekauft und auf Garantie oder langfristigen Geschäftsbeziehungen wert gelegt. Relevante Gehirnareale sind hier die Amygdala und der Hypothalamus. Wie in Kapitel 3 beschrieben, sind diese Gehirnareale für die Erinnerung zuständig und das Speichern von Emotionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aufgaben des Marketings ein und verdeutlicht die Notwendigkeit des Neuromarketing, um Kundenentscheidungen jenseits traditioneller Marktforschung zu verstehen.

2. Ökonomische und Psychologische Grundlagen: Hier wird der theoretische Wandel vom rationalen „homo oeconomicus“ zum „homo neurobiologicus“ innerhalb der ökonomischen Lehre erläutert.

3. Biologische Grundlagen – das Hirn des Konsumenten: Dieses Kapitel liefert essenzielle Einblicke in den Aufbau des menschlichen Gehirns und stellt bildgebende Verfahren zur Untersuchung neuronaler Prozesse vor.

4. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse für die Marktforschung: Der Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung von Emotionen und Motiven sowie dem Einfluss unbewusster Denkprozesse auf das Kaufverhalten unter Verwendung der Limbic Map.

5. Anwendungsmöglichkeiten für das Marketing: Es werden konkrete Instrumente wie Priming, Framing und multisensorisches Branding vorgestellt, um Marken wirkungsvoll im Bewusstsein der Konsumenten zu verankern.

6. Praktikabilität und Nutzen des Neuromarketing: Dieses Kapitel prüft anhand von Praxisbeispielen und Experteninterviews, inwieweit sich neurowissenschaftliche Erkenntnisse tatsächlich effektiv und ethisch vertretbar in die Marketingpraxis umsetzen lassen.

7. Fazit und Ausblick: Eine abschließende Bewertung reflektiert den aktuellen Stand der Disziplin zwischen den Erwartungen an wissenschaftlichen Fortschritt und der begrenzten Praktikabilität der bisherigen Methoden.

Schlüsselwörter

Neuromarketing, Neuroökonomie, Konsumentenverhalten, Hirnforschung, Limbic Map, Emotionssystem, Kaufentscheidung, fMRT, unbewusste Wahrnehmung, Markenführung, Priming, Framing, multisensorisches Branding, neuronale Prozesse, Belohnungszentrum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der jungen Forschungsrichtung des Neuromarketing und untersucht, wie Erkenntnisse aus der Neuroökonomie und der Hirnforschung dazu beitragen können, das Kaufverhalten von Konsumenten besser zu verstehen und für die Marktforschung nutzbar zu machen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die biologischen Grundlagen der Gehirnaktivität, die Rolle von Emotionen und Motiven bei Entscheidungen, die Bedeutung unbewusster Prozesse sowie die Anwendung spezifischer Marketing-Instrumente zur Markenführung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, einen fundierten Einblick in die Methoden des Neuromarketing zu geben und kritisch zu hinterfragen, welchen tatsächlichen Nutzen diese für die Marketingpraxis bieten und wo ihre Grenzen liegen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse neuroökonomischer Theorien, die Auswertung von Fallbeispielen aus der Wirtschaft und Politik sowie die qualitative Auswertung von Experteninterviews mit Branchenvertretern.

Was wird im Hauptteil der Thesis behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung biologischer Gehirnstrukturen, die Erklärung von Motiv- und Emotionssystemen (Limbic Map), die Analyse unbewusster Handlungstreiber und die praktische Anwendung sensorischer Codes zur Markenstärkung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Neuromarketing, Neuroökonomie, Konsumentenverhalten, Limbic Map, Belohnungszentrum, unbewusste Wahrnehmung, Markenführung und multisensorisches Branding.

Was besagt die Theorie des „homo neurobiologicus“?

Das Konzept beschreibt den Menschen nicht mehr als rein rational handelndes Subjekt (homo oeconomicus), sondern als ein Wesen, dessen Entscheidungen stark von biologischen, unbewussten und emotionalen Prozessen im Gehirn gesteuert werden.

Warum ist das Thema der „kortikalen Entlastung“ wichtig für Marken?

Die kortikale Entlastung bedeutet, dass das Gehirn bei bevorzugten Marken weniger kognitive Energie für Analysen aufwenden muss, da es auf bereits abgespeicherte, emotionale Muster zurückgreifen kann. Dies führt dazu, dass starke Marken bei Kaufentscheidungen bevorzugt werden.

Wie stehen Experten der Praxis zum Thema „Kaufknopf“?

Die befragten Experten sind sich einig, dass es keinen „Kaufknopf“ gibt, da menschliches Verhalten zu komplex ist. Neuromarketing wird eher als hilfreiches Werkzeug zur Verfeinerung von Kommunikation betrachtet, jedoch nicht als Mittel zur totalen Manipulation.

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Details

Title
Neuromarketing: Was passiert im Kopf des Konsumenten?
Subtitle
Ein Einblick in die Neuroökonomie und deren Nutzen für die Marktforschung.
College
University of Applied Sciences Constanze
Grade
1,7
Author
Felix Ilse (Author)
Publication Year
2012
Pages
66
Catalog Number
V203354
ISBN (eBook)
9783656311973
ISBN (Book)
9783656312376
Language
German
Tags
neuromarketing kopf konsumenten einblick neuroökonomie nutzen marktforschung markenkommunikation branding kaufknopf neuroimaging homo neurobiologicus emotionen kaufentscheidung irrational
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Ilse (Author), 2012, Neuromarketing: Was passiert im Kopf des Konsumenten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203354
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