Die Examensarbeit bezieht sich auf durchgeführte Diagnostik, Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht im Rahmen des therapie- und unterrichtsdidaktischen Konzepts „Kontextoptimierung“ in einer zweiten Klasse eines Berliner Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt „Sprache“.
Sie beinhaltet:
- Theoretische Grundlagen der Kontextoptimierung,
- Grundsätze der Kontextoptimierung im Unterricht,
- Diagnostik der Zielgruppe grammatischer Förderung,
- praktische Unterrichtsbeispiele kontextoptimierter Förderung aus dem Deutsch- und Sportunterricht sowie der Sprachtherapie (Schwerpunkt Verbzweitstellung und Subjekt-Verb-Kontroll-Regel),
- Reflexion der Anwendung des Konzeptes Kontextoptimierung im Unterricht,
- Bilder der verwendeten Medien und Materialien für die kontextoptimierte Förderung.
Die zentralen Fragen der Arbeit lauten: (Wie) kann Kontextoptimierung im Unterricht einer zweiten Klasse eines sonderpädagogischen Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt „Sprache“ umgesetzt werden? Welche Möglichkeiten aber auch welche Schwierigkeiten entstehen bei der Anwendung des didaktischen Konzeptes?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen der Kontextoptimierung
1.1 Entstehung und Begründung des Konzepts
1.2 Ziele kontextoptimierter Förderung
1.2.1 Zielgruppe
1.2.2 Sprachtherapeutische Ziele
1.3 Prinzipien kontextoptimierter Förderung
1.3.1 Kick-off
1.3.2 Ursachenorientierung
1.3.3 Ressourcenorientierung
1.3.4 Modalitätenwechsel
2. Darstellung der Lerngruppe
2.1 Allgemeine Lernvoraussetzungen
2.2 Grammatische Lernvoraussetzungen
3. Konsequenzen für den Unterricht
3.1 Sprachtherapeutische Ziele im Unterricht
3.2 Grundsätze der Kontextoptimierung im Unterricht
4. Planung, Durchführung und Reflexion der Unterrichtsarbeit
4.1 Tabellarische Übersicht
4.2 Exemplarische Fördersequenzen
4.2.1 Mein Wagen hat vier Räder
4.2.2 Das verliebte „–st“ (Kick-off)
4.3 Reflexion
5. Gesamtreflexion
5.1 Zusammenfassung und Fazit
5.2 Ausblick
6. Quellenangaben
6.1 Literaturangaben
6.2 Zeitschriftenartikel
7. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Anwendung des therapiedidaktischen Konzepts der "Kontextoptimierung" zur Förderung grammatischer Kompetenzen in einer zweiten Klasse eines sonderpädagogischen Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt "Sprache". Ziel ist es, Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Umsetzung dieses Ansatzes im schulischen Alltag zu identifizieren und zu reflektieren.
- Grundlagen des Konzepts der Kontextoptimierung
- Diagnostik und Ermittlung von Lernvoraussetzungen (ESGRAF-R)
- Methodische Planung und Durchführung kontextoptimierter Fördersequenzen
- Metasprachliche Reflexion im Unterricht
- Reflexion der Alltagstauglichkeit und Effektivität des Konzepts
Auszug aus dem Buch
1.1 Entstehung und Begründung des Konzepts
Das therapie- und unterrichtsdidaktische Konzept „Kontextoptimierung“ wurde Ende der 90er Jahre/Anfang 2000 von Hans-Joachim Motsch entwickelt. Seither ist es mehrmals in Form von Interventionsstudien empirisch überprüft, evaluiert und weiterentwickelt worden. Ziel der Kontextoptimierung ist die Förderung des Erwerbs grammatischer Fähigkeiten bei Kindern mit Spracherwerbsstörungen auf der morphologisch-syntaktischen Sprachebene. Motsch sieht die Notwendigkeit eines neuen Konzepts zur Förderung grammatischer Kompetenzen in zwei problematischen Entwicklungen begründet. Sprachtherapeuten und –therapeutinnen sowie Sprachheillehrer und –lehrerinnen zeigen oftmals Unsicherheiten im therapeutischen Umgang mit grammatischen Störungen. Um diesen Schwierigkeiten zu entgehen, beobachtet Motsch, wird entweder auf „allgemeine Sprachförderung“ oder auf Förderung der phonetisch-phonologischen Sprachebene, die ebenfalls bei vielen Kindern mit Spracherwerbsstörungen beeinträchtigt ist, ausgewichen. Die Sprachheillehrkräfte hingegen, die grammatische Förderung im Unterricht anbieten, greifen meist auf ungünstige produktionsorientierte Satzmusterübungen („pattern practice“) zurück.
Hierbei werden künstliche Situationen geschaffen, in denen das Kind Sätze nachsprechen soll, die keine Kontraste aufzeigen, beispielsweise nur aus Subjekt-Verb-Objekt-Sätzen bestehen, ohne diesen beispielsweise Objekttopikalisierungen gegenüber zu stellen. Darüber hinaus lernen Schüler und Schülerinnen nicht in kommunikativ sinnvollen Kontexten, das heißt, die Lebenswelt und Emotionalität des Kindes wird nicht angemessen berücksichtigt. Hieraus resultiert zum einen eine geringe Motivation auf Seiten der Kinder, zum anderen wenige bis ausbleibende Erfolge beim Transfer der Zielstruktur in den Alltag. Da auf die Überprüfung des individuellen Lernstandes eines jeden Kindes verzichtet wird, bleibt die Förderung oberflächlich und ist somit nicht effektiv genug, um grammatische Blockierungen zu lösen (vgl. Motsch 2010, S.10f., S.86f. und S.100). Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass bisherige therapiedidaktische Konzepte zur grammatischen Förderung nicht ausreichen, um den Spracherwerb grammatisch beeinträchtigter Kinder adäquat anzustoßen bzw. zu fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretische Grundlagen der Kontextoptimierung: Einführung in das Konzept der Kontextoptimierung sowie Darstellung der zentralen Ziele und Prinzipien.
2. Darstellung der Lerngruppe: Analyse der schriftsprachlichen und grammatischen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.
3. Konsequenzen für den Unterricht: Ableitung sprachtherapeutischer Ziele und Formulierung didaktischer Grundsätze für den Unterricht.
4. Planung, Durchführung und Reflexion der Unterrichtsarbeit: Praxisbeispiele und methodische Reflexion der Umsetzung in der Klasse.
5. Gesamtreflexion: Zusammenfassung der Ergebnisse, Fazit zur Anwendbarkeit des Konzepts und Ausblick auf zukünftige Vorhaben.
Schlüsselwörter
Kontextoptimierung, Sprachheilpädagogik, Grammatikförderung, Spracherwerbsstörung, ESGRAF-R, Verbzweitstellung, Subjekt-Verb-Kongruenz, therapieintegrierender Unterricht, Förderzentrum Sprache, Metasprachliche Reflexion, Morphologisch-syntaktische Ebene, Sprachinput, Didaktik, Förderschwerpunkt Sprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung und Evaluierung des didaktischen Konzepts der "Kontextoptimierung" zur Förderung grammatischer Fähigkeiten bei Kindern mit dem Förderschwerpunkt Sprache in einer zweiten Grundschulklasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Fundierung der Kontextoptimierung, die diagnostische Erfassung von Lernvoraussetzungen, die praktische Planung von Fördersequenzen im Unterricht sowie die Reflexion über die Wirksamkeit und Alltagstauglichkeit des Konzepts.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, wie das Konzept der Kontextoptimierung im Unterricht einer zweiten Klasse eines sonderpädagogischen Förderzentrums umgesetzt werden kann und welche Möglichkeiten sowie Schwierigkeiten sich dabei ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Anwendung von Motschs Konzept der Kontextoptimierung, der diagnostischen Überprüfung mittels ESGRAF-R und der exemplarischen Analyse und Reflexion von Unterrichtssequenzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Prinzipien (wie Kick-off, Ursachenorientierung etc.), die Darstellung der Lerngruppe, die Planung von Fördersequenzen sowie deren Durchführung und Reflexion detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kontextoptimierung, grammatische Förderung, Sprachheilpädagogik, ESGRAF-R und therapieintegrierender Unterricht charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Kontextoptimierung von klassischen Methoden wie "Pattern Practice"?
Im Gegensatz zu isolierten Satzmusterübungen setzt die Kontextoptimierung auf den Erwerb grammatischer Regeln in kommunikativ sinnvollen und emotional ansprechenden Handlungszusammenhängen, wobei das Sprachmaterial gezielt auf kritische Merkmale reduziert wird.
Welche Rolle spielt die Metasprache bei der Arbeit mit den Kindern?
Die Metasprache dient als Werkzeug, mit dem die Kinder über ihre eigene Sprache nachdenken können. Die Autorin konnte zeigen, dass die Schüler trotz anfänglicher Bedenken metasprachliche Kompetenzen gut nutzen können, um eigene Sätze zu korrigieren.
- Arbeit zitieren
- Anja Huballah (Autor:in), 2012, Kontextoptimierte Förderung im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203416