Lois Lowry wurde 1937 als Tochter eines Zahnarztes der
US - Armee in Hawaii geboren. Bedingt durch seinen Job
war die Familie sehr viel auf Reisen. Lois Lowry lebte
unter anderem in New York und Pennsylvania und
besuchte die Junior High School in Tokio. Bereits mit 19
Jahren, heiratete sie und war im Alter von 26 Jahren Mutter
von 4 Kindern. Erst mit über 30 begann sie Literatur und
Fotographie zu studieren und als Autorin tätig zu werden. Heute lebt sie abwechselnd
in Boston und einem kleinen Ort in New Hampshire.
Lois Lowry sagt über sich selbst, sie habe schon sehr früh lesen gelernt und ihre
Freizeit lieber mit Büchern als auf dem Sportplatz mit anderen Kindern verbracht.
Aus diesen Umständen heraus habe sich, ihrer eigenen Aussage zu Folge, ihr frühes
und ausgeprägtes Gefühl für Sprache entwickelt.
Häufig wurde sie zum Thema oder der Aussage ihrer eigenen Bücher befragt, mit der
Antwort, dass all ihre Romane zweifelsohne einen tieferen Hintergrund – eine
Botschaft haben - doch sei es keineswegs der Fall, dass sie sich als Autorin vor dem
Schreiben überlege, was das folgende Buch dem Leser mit auf den Weg geben solle.
Die Bedeutung entstünde, so Lowry, aus der Geschichte selbst – und das eigentliche
und wichtigste Ziel ihrer Arbeit sei, Geschichten zu erzählen1.
In Amerika erschien Lois Lowrys Jugendbuch „The Giver“ bereits 1993. Hochgelobt
wurde es mit dem wichtigsten Jugendbuchpreis, der Newbery Medal ausgezeichnet.
In Deutschland kam es 1994 unter dem Titel „Der Hüter der Erinnerung“ auf den
Markt.2 3
1 Vgl.: http://www.randomhouse.com/teachers/authors/lowr.html
2 Vgl.: http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/KJL/
3 Vgl.: Lowry, Lois: „Hüter der Erinnerungen“; aus dem Amerikanischen von Anne Braun; Loewe;
Bindlach 1994; Klappentext
Inhaltsverzeichnis
I. Die Autorin
II. Zum Inhalt
III. Zum Thema des Romans
IV. Der Begriff Utopie
V. Sciencefiction in der Schule
VI. „Der Hüter der Erinnerungen“ im Unterricht
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman „Der Hüter der Erinnerungen“ von Lois Lowry im Kontext des schulischen Unterrichts in der Sekundarstufe. Ziel ist es, das Werk als dystopische Zukunftsvision zu analysieren und methodische Ansätze aufzuzeigen, wie Jugendliche durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte zu einer kritischen Reflexion über Individualität, Gesellschaftsstrukturen und die Bedeutung von persönlichen Erinnerungen angeregt werden können.
- Analyse des dystopischen Gesellschaftsentwurfs im Roman
- Bedeutung von phantastischer Literatur im Schulunterricht
- Förderung der Urteilsbildung bei Jugendlichen
- Diskussion über individuelle Freiheit versus kollektive Kontrolle
- Integration von sozialpsychologischen Übungen zur Persönlichkeitsstärkung
Auszug aus dem Buch
II. Zum Inhalt
Ein Traum, den vermutlich viele Menschen haben: Eine Welt ohne Krieg und Angst, ohne Verbrechen und Pflichtverletzungen, ohne Hass und Verachtung. Für den 11jährigen Jonas ist eine solche Welt Alltag, er lebt in einer derartigen „perfekten“ Gesellschaft. Sein eigenes, und das Leben aller anderen Mitglieder seiner „Gemeinschaft“, ist ohne Lücken bis in das kleinste Detail geplant und wird von einem Komitee organisiert und bewacht. Individuelle Entscheidungen gibt es nicht, die Welt ist farblos, Haut und Haare der Menschen weisen keine Unterschiede auf, Schmerz, Hass, Wut, Zuneigung, Unwohlsein und sexuelle Empfindungen, nahezu alle Regungen, die eine Gemeinschaft gefährden könnten, werden durch Medikamente neutralisiert.
Der Alltag wird durch Kameras bewacht und Gefühle und Träume im Familiengespräch bis in jede Einzelheit durchgesprochen, damit zerstörerische Empfindungen wie Wut, Hass oder Eifersucht schon bei den jüngsten Gesellschaftsmitgliedern neutralisiert werden. Bei der Erziehung der Kinder wird auf eine besonders prägnante Sprachverwendung geachtet, kleinste Übertreibungen was die Äußerung von Bedürfnissen angeht, oder grammatikalische Ungenauigkeiten werden von Anfang an hart bestraft. Was zählt sind sachliche und klare Inhalte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Die Autorin: Vorstellung der Biografie von Lois Lowry und ihres literarischen Werdegangs bis zur Publikation von „The Giver“.
II. Zum Inhalt: Zusammenfassung der dystopischen Handlung und der Lebensumstände in Jonas‘ Gesellschaft.
III. Zum Thema des Romans: Einordnung des Werks in das Genre der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur und Diskussion des „Was wäre wenn“-Prinzips.
IV. Der Begriff Utopie: Definition und Abgrenzung von Utopien und Dystopien im literarischen und gesellschaftlichen Kontext.
V. Sciencefiction in der Schule: Darstellung des pädagogischen Nutzens von phantastischen Erzählungen zur Förderung der Reflexionsfähigkeit bei Schülern.
VI. „Der Hüter der Erinnerungen“ im Unterricht: Konkrete methodische Vorschläge für die unterrichtliche Arbeit am Text sowie eine Charakteranalyse der Romanfiguren.
Schlüsselwörter
Der Hüter der Erinnerungen, Lois Lowry, Dystopie, Utopie, Science-Fiction, Jugendliteratur, Unterrichtsmethodik, Individualität, Gemeinschaft, Gesellschaftskritik, Identitätsentwicklung, Sozialutopie, Sekundarstufe, literarisches Lernen, Persönlichkeitsbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich mit dem Jugendbuch „Der Hüter der Erinnerungen“ von Lois Lowry auseinander und untersucht dessen Potential für den Einsatz im Unterricht der Sekundarstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Analyse dystopischer Gesellschaftsformen, die Bedeutung von Sprache und Individualität sowie der Einfluss von Erinnerungen auf das menschliche Empfinden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Roman als Medium zu nutzen, um Jugendliche dazu zu animieren, kritisch über gesellschaftliche Normen nachzudenken und die eigene Identität zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans, verknüpft mit erziehungswissenschaftlichen Ansätzen für den Literaturunterricht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Vorstellung des Romans, eine theoretische Einordnung des Begriffs Utopie und eine praktische Ausarbeitung von Unterrichtssequenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dystopie, Individualität, Sozialutopie, Unterrichtsmethodik und literarisches Lernen charakterisieren.
Warum ist der Roman für Jugendliche besonders attraktiv?
Der Roman ist laut Autorin deshalb attraktiv, weil die jugendliche Hauptfigur den Weg aus der Bevormundung hin zu einer eigenständigen Identität und persönlichen Stärke vorlebt.
Welchen Stellenwert nimmt die Übung zum „Nettesten“ im Anhang ein?
Die Übung dient dazu, das Selbstwertgefühl der Schüler zu stärken und ihnen ihre Bedeutung innerhalb der Gemeinschaft jenseits von oberflächlichen Trends bewusst zu machen.
- Quote paper
- Julia Kurz (Author), 2003, Hüter der Erinnerung (Lowis Lowry), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20342