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Friedliche Revolution 1989

Eine vergleichende Betrachtung der Ereignisse in Plauen und Leipzig

Title: Friedliche Revolution 1989

Term Paper , 2010 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Frank Bodenschatz (Author)

Politics - History of Political Systems
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Kein Ereignis in der jüngeren deutschen Geschichte war von solch epochaler Tragweite wie die Friedliche Revolution in der DDR und die anschließende Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik Deutschland vor nunmehr gut 20 Jahren.

Unbestritten ist, dass es die Menschen auf der Straße waren, Menschen „wie du und ich“, die durch ihren Mut und den Willen zur Veränderung ein System ins Wanken – und schließlich zum Sturz – brachten, welches 40 Jahre lang von einer Partei und ihren Kadern in diktatorischer Weise dominiert wurde.

Überall im Land regte sich nach den offensichtlich und dreist gefälschten Kommunalwahlergebnissen vom Mai 1989 Unmut, der zum Widerstand erwuchs. Es wurden reihenweise Eingaben verfasst in deren Folge sich kleinere Gruppen herausbildeten, die unter größtmöglichem persönlichem Risiko erste Demonstrationen organisierten. Ihnen ist es zu verdanken, dass mehr und mehr Menschen aufgestanden sind um zu protestieren.

Diese Arbeit wirft einen Blick auf die Ereignisse des Jahres 1989 am Beispiel von Plauen und Leipzig – und das nicht ohne Grund: Leipzig gilt gemeinhin als Keimzelle der Revolution in der DDR. Plauen hingegen reklamiert für sich „die erste ostdeutsche Stadt [gewesen zu sein], die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte; sie war die einzige, in der der ostdeutsche Umbruch von Anfang an eine Sache der Massen war“(1).

Mein Anliegen ist es, eine vergleichende Analyse vorzunehmen, bei der insbesondere die folgenden Fragen geklärt werden sollen: Wer waren jeweils die Protagonisten? Welche Ziele hatten sie und welche Mittel setzten sie ein? Gibt es Gemeinsamkeiten oder gar Verknüpfungspunkte? Wo liegen Unterschiede, allgemein und hinsichtlich der Wirkkraft nach außen?

(1) Connelly, John: Moment of Revolution: Plauen (Vogtland), October 7, 1989. In: German Politics & Society, Issue 20, Summer 1990, S. 71 (Übersetzung des Verfassers).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Aufbau

2. Plauen

2.1 Standortbestimmung

2.2 Plauen im Jahr der Wende

3. Leipzig

3.1 Standortbestimmung

3.2 Bürgerrechts- und Oppositionsbestrebungen vor 1989

3.3 Leipzig im Jahr der Wende

4. Vergleich

4.1 Die Protagonisten

4.2 Ziele und Mittel

4.3 Reichweite und Bedeutung

4.4 Die Rolle der Kirche

5. Fazit und Ausblick

5.1 Fazit

5.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Ereignisse der Friedlichen Revolution im Jahr 1989 in den Städten Plauen und Leipzig, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf Akteure, Zielsetzungen, methodisches Vorgehen und die gesellschaftliche Wirkung herauszuarbeiten.

  • Analyse der Rolle der Bürgerbewegungen und zivilgesellschaftlicher Akteure.
  • Untersuchung der Bedeutung der Friedensgebete und kirchlicher Räume als Katalysatoren des Protests.
  • Vergleichende Betrachtung der Protestdynamik und der Reaktion der staatlichen Sicherheitsorgane.
  • Bewertung der medialen Wahrnehmung und der überregionalen Strahlkraft beider Städte.

Auszug aus dem Buch

3.2 Bürgerrechts- und Oppositionsbestrebungen vor 1989

In den 80er Jahren gab es in Leipzig eine Vielzahl von informellen Gruppierungen und Milieus, die sich auf allen möglichen Themenfeldern „u.a. auch mit politischen Fragen beschäftigten“25. Dies umfasste sämtliche Bereiche von humanitärer Hilfe und Friedensarbeit über Menschenrechte und Umweltschutz bis hin zu neuartigen Pädagogikmodellen. Schließlich „[bereiteten die] über hundert Gemeindegruppen, Intellektuellenzirkel oder Jugendgruppen (...) das gesellschaftliche Klima, das die Revolution 1989 ermöglichte“26.

Eine besondere Bedeutung für den sich abzeichnenden gesellschaftlichen Umbruch sollten die seit September 1982 allwöchentlich stattfindenden Friedensgebete in der Nikolaikirche erlangen. Ursprünglich aus der Friedensdekade hervorgegangen, welche eine Reaktion der evangelischen Kirchen auf die als bedrohlich empfundene weltweite atomare Aufrüstung war, nutzte sie die vorwiegend konfessionsfreie, reformorientierte Oppositionsbewegung ab 1988 verstärkt als Basis für Kommunikation und Koordinierung. Der Kirchhof entwickelte sich bald zu einem vor willkürlichen Zugriffen des Staatsapparates geschützten „politischen Forum (Speakers Corner, Transparente, Flugblätter, Kerzen, Demonstrationen)“27 für Aktionen, die innerhalb der Kirche nicht genehmigt wurden. Im Zusammenhang mit den Frühjahrs- und Herbstmessen 1988 kam es zu ersten kleinen und räumlich begrenzten Menschenansammlungen als Vorläufer der späteren Montagsdemonstrationen.

Die Friedensgebete schafften zwar einen Rahmen, in dem ein verhältnismäßig freier Austausch möglich war, doch einigen Akteuren „reichte (...) Ende 1988 das Spektrum der Friedensgebetsbesucher nicht mehr, weshalb sie an Demonstrationen unabhängig von den Friedensgebeten auf zentralen Leipziger Plätzen dachten“28.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird die Relevanz der Friedlichen Revolution für die deutsche Geschichte dargelegt und die Forschungsfrage zur vergleichenden Analyse von Plauen und Leipzig formuliert.

2. Plauen: Dieses Kapitel analysiert die spezifische Ausgangslage in Plauen, die Rolle der lokalen Bürgerinitiative sowie den massiven Charakter des Protests am 7. Oktober 1989.

3. Leipzig: Hier werden die langjährige Entwicklung der Bürgerrechtskultur, die zentrale Bedeutung der Friedensgebete und die Eskalation im Herbst 1989 untersucht.

4. Vergleich: In diesem Teil erfolgt die systematische Gegenüberstellung der Akteure, Ziele, Mittel sowie der unterschiedlichen Wirkungskraft beider Städte auf das DDR-System.

5. Fazit und Ausblick: Diese Sektion fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und weist auf Forschungsbedarfe hin, etwa zur Befragung von Zeitzeugen.

Schlüsselwörter

Friedliche Revolution, DDR, 1989, Plauen, Leipzig, Bürgerbewegung, Friedensgebete, Montagsdemonstrationen, Neues Forum, politische Wende, Mauerfall, Zivilcourage, SED, DDR-Opposition, Wiedervereinigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Friedliche Revolution des Jahres 1989 und setzt dabei den Fokus auf den Vergleich zwischen den Städten Plauen und Leipzig.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Entstehung von zivilem Protest, die Rolle oppositioneller Gruppierungen sowie der Einfluss der Kirche auf die Protestbewegungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Revolutionsverläufe in den beiden untersuchten Städten im Hinblick auf deren Wirkungskraft zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der die Ereignisse in Plauen und Leipzig anhand definierter Kriterien wie Akteure, Ziele und Mittel gegenübergestellt werden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Einzelbetrachtung der beiden Städte und mündet in einen strukturierten Vergleich, der auch die Bedeutung internationaler Medien und der Kirche einbezieht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Friedliche Revolution, Bürgerbewegung, politische Wende und DDR-Geschichte definiert.

Warum wird Plauen als ein besonderer Ausgangspunkt der Revolution hervorgehoben?

Plauen reklamiert für sich, die erste ostdeutsche Stadt gewesen zu sein, in der der Umbruch von Anfang an eine Massenbewegung darstellte.

Welche Rolle spielte die Kirche in den beiden Städten jeweils?

Die Kirche fungierte in beiden Städten als notwendiger Schutzraum, wobei die Bedeutung der Friedensgebete in Leipzig aufgrund der längeren Tradition und der Einbettung in die Montagsdemonstrationen stärker ausgeprägt war.

Gab es bei den Zielen der Demonstranten signifikante Unterschiede?

Während die grundlegenden Ziele wie Demokratisierung ähnlich waren, wurden in Plauen Forderungen teils früher und spezifischer formuliert, während der Druck in Leipzig stärker durch die Masse der Akteure wuchs.

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Details

Title
Friedliche Revolution 1989
Subtitle
Eine vergleichende Betrachtung der Ereignisse in Plauen und Leipzig
College
Technical University of Chemnitz
Grade
1,0
Author
Frank Bodenschatz (Author)
Publication Year
2010
Pages
17
Catalog Number
V203475
ISBN (eBook)
9783656295600
ISBN (Book)
9783656297949
Language
German
Tags
DDR 1989 1989/90 Wiedervereinigung Wendejahr 1989 Sachsen Politische Systemlehre Leipzig Plauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Bodenschatz (Author), 2010, Friedliche Revolution 1989, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203475
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