Richard Neville - Königsmacher zum Wohle Englands oder ein machthungriger Thronräuber?


Hausarbeit, 2010
13 Seiten, Note: 2,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 . Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Historischer Kontext zur Zeit R. Nevilles
2.2. Biographische Zusammenfassung R. Neville
2.3. Zeitgenössische Meinungen zu R. Neville
2.3.1. Polydor Vergil
2.3.2. Quellenkritik Vergil

3. Fazit

4. Quellen und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Person des Richard Neville, dem 16. Earl of Warwick, dem 6. Earl of Salisbury. Er ging in die Geschichte ein als der „Königsmacher“. Ein Name, den er sich erarbeitete, indem er die verschiedensten Könige, während der Zeit der Rosenkriege auf den Thron Englands hob. Beispielsweise mit dem Sturz Henry VI und der Einsetzung durch Edward IV, welcher sich aber auch nur als legitimer Thronfolger seines Vater Richard Plantagenet, des Duke of York, sah. Dieser war zwar nie direkt König von England, beanspruchte aber für sich den Thron, da er seiner Meinung nach dem Thron näher stand als jeder Lancaster.

Das spätmittelalterliche England ist eins der Themen, die im deutschsprachigen Raum vernachlässigt werden. Zu begründen, woran dies liegen mag, ist nicht die Aufgabe dieser Arbeit. Vielmehr gilt es, einen Einblick in die Person des Richard Neville zu schaffen. Eine Person, die für den innenpolitischen Wandel Englands steht. Eine Person, die seine persönlichen Machtansprüche über die Ehre des Hauses stellte, dem er diente.

Doch war Richard Neville einfach nur ein politisches Genie, der das Wohle Englands im Sinn hatte? Oder war er ein machthungriger Opportunist, der seine Fahne so in den Wind hing, dass er die meiste Macht auf England ausüben konnte?

Dies gilt es auf den folgenden Seiten zu untersuchen.

2.Hauptteil

2.1. Historischer Kontext Englands zur Zeit von Richard Neville

Die Zeit des Richard Neville ist geprägt von Konfliktsituationen durch die Häuser Lancaster und York, die gemeinhin als Rosenkriege bekannt sind. Entstanden ist dieser Konflikt durch den Anspruch von Richard Plantagenet, des Duke of York. Dieser war ein Nachfahre König Edwards III. Genau genommen ist Richard Plantagenet nur dann ein legitimer Nachfolger Edward III, wenn man die weiblichen Nachfahren in der Erbfolge berücksichtigt. Dagegen steht Henry VI, König von England. Ein schwacher König, der, durch die Verbindung mit dem französischen Königshaus Valois, deren schwaches Blut geerbt hat. Dadurch entstand die erblich bedingte Schwachsinnigkeit. Sein Großvater mütterlicherseits, der französische König Charles VI, war bereits dieser Krankheit verfallen, welche mit Depressionen und Wahnvorstellungen einherging. Diese setzten sich in der Linie fort, in dem Charles Tochter Katherine de Valois, die Henry V heiratete, ebenfalls unter Wahnvorstellungen litt. Wie zur damaligen Zeit teilweise befürchtet wurde, erlag auch Henry VI in späteren Jahren diesem Leiden und wurde ebenfalls manisch depressiv und erlitt Wahnvorstellungen. Dieser schwache König, der aus der Reihe der Lancaster stammte, wurde nun von vielerlei Seiten bedrängt und beeinflusst. Dies machte sich Richard of York mit der Unterstützung von Richard Neville zu nutze, um den Thron des Königs für sich zu beanspruchen. Sein Erbanspruch rührte, wie oben beschrieben, aus seiner Abstammung von Edward III her. Allerdings ist Henry VI ebenfalls ein Nachfahre Edwards und wenn man das englische Recht betrachtet, ein legitimerer als Edward.

Wie genau das zu verstehen ist, wird in diesem kleinen Vergleich deutlich:

Edward III war der Vater von vier Söhnen. Edward - dem Schwarzen Prinzen, Lionel, John of Gaunt sowie Edmund. Da Edward III seinen Sohn, den Schwarzen Prinzen, überlebte, war dennoch dessen Sohn Richard II der legitime Nachfolger für die englische Krone. Dieser wurde jedoch von Henry IV, dem Sohn des John of Gaunt, der Herzog von Lancaster, ursupiert und so entstand das Königshaus Lancaster. Die Könige zeugten Söhne, welche die Krone in der Erbfolge übernahmen. Demzufolge kamen die Könige Henry V und Henry VI an die Macht.

Der zweitälteste Sohn von Edward III, Lionel of Clarence, hatte nur eine Tochter, Philippa. Diese heiratete Edmund Mortimer, den Earl of March. Aus dieser Ehe entstand Roger Mortimer, der Eleonore von Holland heiratete. Diese Ehe brachte Anne Mortimer hervor, die Richard, den Earl of Cambridge, heiratete. Dies waren die Eltern von Richard Plantagenet, dem Duke of York. Wie nun zu erkennen ist, beruhte der Thronanspruch des Duke of York auf der Tatsache, dass er ein Nachfahre des zweitältesten Sohnes Edward III war[1]. Allerdings bestand hier die Problematik, dass dieser „nur“ eine Tochter hatte und der englische Erbanspruch sich damals nur auf Söhne übertrug. Dahingegen hat das Haus Lancaster mit ihrem Gründervater John of Gaunt nur Söhne in der Erblinie vorzuweisen und hat damit den gerechteren Thronanspruch.

[...]


[1] Vgl. Vollrath/Fryde; 2004; S. 237

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Richard Neville - Königsmacher zum Wohle Englands oder ein machthungriger Thronräuber?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Krieg und Frieden
Note
2,1
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V203543
ISBN (eBook)
9783656302339
ISBN (Buch)
9783656447597
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Richard Neville, England, Mittelalter, Rosenkriege, York, Lancaster
Arbeit zitieren
Sven Liefke (Autor), 2010, Richard Neville - Königsmacher zum Wohle Englands oder ein machthungriger Thronräuber?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203543

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