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Erfolgsfaktoren einer Unternehmensübernahme: Eine kritische Betrachtung im wirtschaftsrechtlichen Rahmen

Title: Erfolgsfaktoren einer Unternehmensübernahme: Eine kritische Betrachtung im wirtschaftsrechtlichen Rahmen

Diploma Thesis , 2007 , 62 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Maeding (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Die langfristig zunehmende Zahl an Unternehmenszusammenschlüssen deutet auf den Trend der dynamischen und stetig globaler werdenden Wirtschaft. Die Globalisierung ist ursächlich für einen verschärften Wettbewerb zwischen den Unternehmen auf den internationalen Märkten, aber auch auf nationalen Märkten erhöht sich somit der Wettbewerbsdruck.
Für Unternehmen ist externes Wachstum das zentrale strategische Mittel für die Erreichung ihrer - möglichst langfristigen - Ziele. Grundsätzlich wird mit Unternehmenswachstum als primäres Ziel die Steigerung des Unternehmenswertes bzw. die Maximierung des Shareholder Value angestrebt. Die entstehenden Effekte sind vielfältig, u.a. eine Verbesserung der Kosten- und Wettbewerbsposition und ein schnellerer Marktzugang, z.B. zu Technologien. Mit dem Zugang zu neuen technologischen Ressourcen beispielsweise können Unternehmen ihre Innovationsfähigkeit ausbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es stecken deshalb nicht nur finanzielle Gründe hinter Mergers & Acquisitions. Die Motivation hierfür sind gleichwohl wachstumsbedingte Synergien und deren Erhaltung, die ihren Teil zu einem erfolgreichen Abschluss einer Transaktion beitragen können. Der M&A-Markt hat auch dadurch Bedeutung erlangt, dass er sich für viele verschiedene Berufsstände, wie z.B. in Banken, Unternehmensberatungen und für viele Bereiche der Politik und Wissenschaft, zu einem Arbeitsmarkt entwickelt hat.

Zu den zwei erfolgreichsten deutschen Übernahmen zu Beginn des Jahrtausends zählten erstens die Übernahme der börsennotierten FAG Kugelfischer durch das Familienunternehmen INA-Holding Schaeffler KG im Jahr 2002, die damit namhafte Großkonzerne wie z.B. Nestlé aus dem Vordergrund drängte. An zweiter Stelle steht der Kauf des Autozulieferers Mannesmann Sachs durch ZF Friedrichshafen 2001. Auch die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone ein Jahr zuvor ist ein berühmtes Beispiel.

Nachdem die fortlaufende Entwicklung des globalen Wettbewerbs im Jahr 2000 ein Ansteigen von Auslandsinvestitionen bis zu einer Rekordmarke von fast 3500 Mrd. US-$ mit sich zog, befand sich der weltweite M&A-Markt in den Jahren danach in einem rasanten Abschwung von etwa 50%. Als Gründe dafür werden in der Literatur eine international schwache Konjunktur, niedrige Börsenkurse und die Attentate vom 11. September 2001 angegeben. Mit ca. 85% aller Direktinvestitionen waren grenzüberschreitende Unternehmensübernahmen und Fusionen jedoch maßgeblich für die Globalisierung.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Problemstellung

1.2. Gang der Untersuchung

1.3. Zielsetzung

2. Terminologie

2.1. Mergers & Acquisitions

2.2. Corporate Identity

2.3. Corporate Culture

2.4. Asset Deal und Share Deal

2.5. Shareholder Value und Stakeholder Value

3. Strategische Optionen zu Unternehmenswachstum

3.1. Internes Unternehmenswachstum

3.2. Externes Unternehmenswachstum

4. Erfolgsfaktoren einer Unternehmensakquisition

4.1. Strategisches Management

4.1.1. Die Entscheidungsfindung

4.1.2. Strategische Überlegungen und Motive

4.1.3. Der Aufbau einer Corporate Identity

4.1.4. Das „Competitive - Intelligence“ – Verfahren

4.2. Integrationsmanagement

4.2.1. Integrierte Unternehmenskommunikation

4.2.2. Schaffung neuer ökonomischer Werte

4.3. Unternehmensbewertung

4.4. Inanspruchnahme externer Unterstützung

4.4.1. Umfang

4.4.2. Vorteile und Nachteile

4.5. Weitere Erfolgskriterien

5. Die ganzheitliche 3-Phasen-Betrachtung einer Unternehmensakquisition unter Einordnung der Erfolgsfaktoren

5.1. Planung

5.1.1. Analyse des Status Quo

5.1.2. Analyse des Akquisitionsumfeldes

5.1.3. Entwicklung der Akquisitionsstrategie

5.1.4. Gesetzliche Rahmenbedingungen

5.1.4.1. Steuerliche Strukturierung

5.1.4.2. Wettbewerbsrechtliche Aspekte

5.1.4.3. Aktienrechtliche Aspekte

5.2. Durchführung

5.2.1. Formen des Unternehmenskaufes: Asset Deal und Share Deal

5.2.2. Der Prozess der Unternehmensbewertung

5.2.3. Das Due Diligence – Verfahren

5.2.3.1. Bedeutung für die Kaufvertragsgestaltung

5.2.3.2. Auswirkungen auf das Haftungssystem

5.3. Integration des Zielunternehmens

5.3.1. Gegenstand und Bedeutung des Integrationsprozesses

5.3.2. Beurteilung der verschiedenen Integrationsebenen

5.3.3. Integrationskonflikte

5.3.3.1. Das kulturelle Integrationsproblem

5.3.3.1.1. Der Begriff der Unternehmenskultur

5.3.3.1.2. Ursachen und Auswirkungen

5.3.3.2. Umgang mit der Kulturproblematik

5.3.4. Erfolgskontrolle der Integration (Post Merger Audit)

6. Nationaler wirtschaftsrechtlicher Rahmen für die Kontrolle von Übernahmen (Corporate Control)

6.1. Entstehung des deutschen Übernahmegesetzes

6.2. Sinn und Zweck

6.3. Ausgewählte Kritikpunkte zum deutschen Übernahmerecht

6.3.1. Fehlende Rechtsangleichung an die EU-Mitgliedsstaaten

6.3.2. Undurchsichtige Begriffsbestimmungen

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht kritisch die erfolgskritischen Faktoren von Unternehmensakquisitionen unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die komplexe Phase der Unternehmensübernahme zu entwickeln und Handlungsempfehlungen abzuleiten, um das hohe Risiko des Scheiterns bei Transaktionen zu minimieren.

  • Analyse der strategischen und operativen Erfolgsfaktoren bei Unternehmensakquisitionen
  • Bedeutung von Integrationsmanagement und Unternehmenskultur im Transaktionsprozess
  • Untersuchung der 3-Phasen-Betrachtung (Planung, Durchführung, Integration)
  • Rechtliche Rahmenbedingungen von Übernahmen in Deutschland (WpÜG)
  • Anwendung von Due Diligence und Bewertungsmethoden

Auszug aus dem Buch

4.1.3 Der Aufbau einer Corporate Identity

In der Literatur gibt es nur wenig komplett übereinstimmende Ansichten, umso bedeutender ist somit die Einigkeit darüber, dass die Persönlichkeit eines Unternehmens maßgeblich dessen wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg bestimmt. Denn in der wirtschaftlichen Praxis hat entscheidende Wettbewerbsvorteile der, der bekannt ist und ein positives Image genießt.

Aufgrund von Unternehmenszusammenschlüssen und -übernahmen besitzen Mitarbeiter oft nicht mehr das "Wir-Gefühl", da die Organisation im Unternehmen zu komplex und anonym geworden ist.

Für den Aufbau einer Corporate Identity sollte ein sorgfältiges Konzept zugrunde liegen. Zum einen muss das Unternehmen sein Erscheinungsbild nach außen und innen strategisch planen. Zum anderen hängt die Wirkung der Selbstdarstellung nach außen und innen untrennbar mit dem Verhalten der Unternehmensführung zusammen. Auf Basis einer festgelegten Unternehmensphilosophie, einer langfristigen Unternehmenszielsetzung und eines definierten (Soll-) Images sollen alle Handlungen des Unternehmens einheitlich die Unverwechselbarkeit bzw. Persönlichkeit des Unternehmens zum Ausdruck bringen.

Dies ermöglicht z.B. den Mitarbeitern, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren. Bei der Entwicklung eines Corporate Identity - Konzepts muss das Unternehmen alle Bestandteile der CI; die Selbstdarstellung, das Verhalten sowie die Kommunikation des Unternehmens berücksichtigen und ständig überprüfen, um ein einheitliches Bild der Unternehmenspersönlichkeit zu gewährleisten. Nur wenn die drei Elemente aufeinander abgestimmt sind, ist eine CI erfolgreich und glaubwürdig. Aus diesem Grund ist es bei einer Übernahme umso wichtiger, die Corporate Identity des übernehmenden Unternehmens zu aktualisieren und sie mit der des gekauften Unternehmens zu vereinen. Wichtigstes Ziel der CI ist es, den Mitarbeitern, Kunden, usw. Orientierung und Sicherheit zu geben, so dass die Motivation und Arbeitszufriedenheit steigt, was sich wiederrum positiv auf die Produktivität auswirken kann. Ausserdem muss sich das Unternehmen von anderen abheben, damit ihm eine starke Wettbewerbsposition sicher ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel beleuchtet den Trend zu Unternehmenszusammenschlüssen im Zuge der Globalisierung und definiert das primäre Ziel der Wertsteigerung bei M&A-Transaktionen.

2. Terminologie: Hier werden die wichtigsten Fachbegriffe definiert, darunter M&A, Corporate Identity, Corporate Culture sowie die Unterschiede zwischen Asset Deal und Share Deal.

3. Strategische Optionen zu Unternehmenswachstum: Es wird zwischen internem und externem Unternehmenswachstum unterschieden, wobei letzteres den Zugriff auf externe Ressourcen betont.

4. Erfolgsfaktoren einer Unternehmensakquisition: Dieses zentrale Kapitel analysiert die verschiedenen Faktoren, die den Erfolg beeinflussen, wie strategisches Management, Integrationsmanagement, Unternehmensbewertung und externe Beratung.

5. Die ganzheitliche 3-Phasen-Betrachtung einer Unternehmensakquisition unter Einordnung der Erfolgsfaktoren: Eine detaillierte Aufarbeitung der Phasen Planung, Durchführung und Integration zur systematischeren Steuerung von Akquisitionsprozessen.

6. Nationaler wirtschaftsrechtlicher Rahmen für die Kontrolle von Übernahmen (Corporate Control): Erläuterung der gesetzlichen Grundlagen, insbesondere des WpÜG, und die Kritikpunkte an der aktuellen Rechtslage bezüglich der Kontrolle von Übernahmen.

7. Schlusswort: Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Risikoproblematik und zur notwendigen Integration unterschiedlicher Unternehmenskulturen.

Schlüsselwörter

Unternehmensakquisition, Mergers & Acquisitions, Unternehmensbewertung, Integrationsmanagement, Due Diligence, Corporate Identity, Shareholder Value, Stakeholder Value, Synergiepotenziale, WpÜG, Unternehmenskultur, Strategisches Management, Unternehmenskauf, Transaktionsvolumen, Rechtsrahmen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erfolgskriterien und Risiken von Unternehmensübernahmen unter Berücksichtigung der betriebswirtschaftlichen und wirtschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Phasen der Akquisition (Planung, Durchführung, Integration), die Bedeutung der Unternehmenskultur sowie die rechtlichen Aspekte der Übernahmekontrolle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Darstellung der bedeutendsten Erfolgsfaktoren bei Unternehmensübernahmen, um Risiken zu beleuchten und Empfehlungen für eine erfolgreiche Strategie zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Auswertung von Studien und Statistiken zum globalen M&A-Markt und den regulatorischen Rahmenbedingungen.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen detailliert die drei Phasen der Akquisition, das Integrationsmanagement, die Unternehmensbewertung und das deutsche Übernahmerecht behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Unternehmensakquisition, M&A, Due Diligence, Integrationsmanagement, Synergiepotenziale und Corporate Identity.

Wie unterscheidet sich der Asset Deal vom Share Deal aus Käufersicht?

Beim Asset Deal kann der Käufer erworbene Vermögensgegenstände bilanziell abschreiben, was bei einem Share Deal, dem Kauf von Unternehmensanteilen, in dieser Form nicht möglich ist.

Warum spielt die Unternehmenskultur eine so entscheidende Rolle bei Fusionen?

Unterschiede in der Unternehmenskultur können zu Widerständen, Demotivation und Produktivitätsverlusten führen, weshalb sie für das Gelingen der Integration kritisch sind.

Welche Bedeutung hat das WpÜG für deutsche Unternehmen?

Das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) schafft seit 2002 verbindliche Regeln für Übernahmeangebote und dient dem Schutz der Beteiligten, insbesondere der Aktionäre.

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Details

Title
Erfolgsfaktoren einer Unternehmensübernahme: Eine kritische Betrachtung im wirtschaftsrechtlichen Rahmen
College
University of Applied Sciences Mainz
Grade
1,0
Author
Julia Maeding (Author)
Publication Year
2007
Pages
62
Catalog Number
V203598
ISBN (eBook)
9783656307617
ISBN (Book)
9783656311119
Language
German
Tags
erfolgskritische betrachtung unternehmensübernahme berücksichtigung rahmenbedingungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Maeding (Author), 2007, Erfolgsfaktoren einer Unternehmensübernahme: Eine kritische Betrachtung im wirtschaftsrechtlichen Rahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203598
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