Die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Gesellschaft - Was macht ein Individuum aus?


Hausarbeit, 2012
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Eine Einleitung

2. Degele und Dries – Das soziale Individuum bei Simmel

3. Georg Simmel: Das Individuum und die Gesellschaft

4. Exkurs: Das Thema „Individuum“ -
aus einem historisch-philosophischem Blickwinkel

5. Literaturverzeichnis

1. Die Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft:
Eine Einleitung

Das Problem: Was ist das Individuum und wie steht es im Verhältnis zu unserer Gesellschaft? Ist eine Frage mit der sich Wissenschaftler schon seit tausenden von Jahren befassen. Anfangs eine Fragestellung für deren Beantwortung nur eine Art von Gelehrten in Frage kam: Die Philosophen.

So fing etwa Aristoteles an das Thema sehr grundlegend und abstrakt, Stück für Stück in jedem Einzelteil zu untersuchen und zu erklären. Diese grundlegenden Dinge sind das Fundament der heutigen Individuumsdebatte und sind historisch betrachtet ein Meisterwerk.

Jeden Menschen sollte es interessieren wie er als Individuum überhaupt definiert wird oder was ihn als Teil der Gesellschaft, als Gesellschaft ins Leben rufendes Ding, ausmacht und in welchem Verhältnis das Individuum zu der Gesellschaft steht. Gibt es eine Wechselwirkung zwischen der Gesellschaft und dem Individuum? Oder herrscht das Eine über das Andere? Oder hemmt eventuell sogar die Gesellschaft das Individuum in seiner freien Entfaltung und in seinen unentbehrlichen Individualisierungsprozessen, welche heutzutage eine Form von Diversität angenommen hat, welche wir uns selbst im Alltag kaum bewusst sind, obwohl jeder Einzelne von uns in seiner Individualität so verschieden sind und unsere Interessen und Neigungen und alles was uns ausmacht so viele verschiedene kleine Verzweigungen besitzt und dieses Netz von Verknüpfungen uns zu dem einzigartigen Wesen macht, welches wir nun mal sind.

Diese Hausarbeit hat das Vorhaben das soziale Individuum aus einem soziologischen Aspekt zu definieren und besonders das Verhältnis zu dem Individuum und der Gesellschaft zu beleuchten, weil die Gesellschaft maßgeblich auf das Individuum einwirkt und es beeinflusst und im Zuge dieser Hausarbeit soll mit Hilfe von Texten über und von Georg Simmel, einem sehr anerkannten Soziologen der sich mit dem Thema Individuum und dessen Bezug zur Gesellschaft befasst hat, diese Fragen beantwortet werden. Anschließend möchte ich in einem Schlussteil einen philosophischen Exkurs über das Thema anbei stellen der eine abstrakte und andersartige Definition und Erläuterung des Begriffes darstellt und deutlich macht wie fest das vorangestellte Thema schon in der Menschheitsgeschichte behandelt und thematisiert wurde und somit meiner Hausarbeit etwas Nachdruck verleiht.

2. Degele und Dries – Das soziale Individuum bei Simmel

Nach Degele und Dries ist das Individuum in der Soziologie „das Grundelement des Sozialen". (Degele/Dries 2005, S. 72) Die Soziologie legt ihr Augenmerk auf den Prozess des Einzelnen zu einem Individuum, das sich von allen anderen differenziert, welche denn auch in einem sozialen Umfeld leben, wobei das Leben in diesem Umfeld maßgeblich dadurch bestimmt ist, dass dort auch eine Teilhabe an gesellschaftlichen Institutionen stattfindet. Das Individuum wird erst als solches zu einem Unikat, in dem durch seine Persönlichkeitsbildung, die genau in dieser Teilhabe an den Normen und Werten, einem passiven als auch aktiven Beitrag zu dem lokal gesellschaftlichem System besteht, diese Einzigartigkeit ans Licht kommt.

Das Individuum in der Soziologie wird daher nicht nur auf seine kognitiven Fähigkeiten begrenzt und verstanden, auch nicht wie die Philosophen der antike es sich dachten, als eine stark abstrakte Entität, sondern als ein sozialer Mitwirkender unter vielen. (vgl. Ebd.)

Individualisierung sehen Degele und Dries als ein Abkoppeln von traditionellen Lebensstilen und somit von Kultur , sowie von gesellschaftlichen Zugehörigkeiten wie die eines Schicht- oder Klassenmodells, aber auch von der Ausrichtung des Lebens auf religiöse Richtlinien oder dem Bund der Ehe und weitere gesellschaftliche Institutionen, womit unsere Persönlichkeit von den Ketten der Gesellschaft befreit wäre. Anstatt sich durch vorgegebene soziale Beziehungen und aufgezwungene Gesellschaftssysteme und Institutionen eingeschnürt vorzufinden, treten autark gewählte soziale Netze an deren Platz. (vgl. Ebd., S. 73)

Eine Konsequenz des Prozesses der Individualisierung des Individuums in der Soziologie ist die Zunahme von verschiedenen, in ihrer Anzahl deutlich steigenden Lebensstilen und Formen, welche die Selbstbestimmung und eine bewusstere Lebensführung gewährleisten. (vgl. Ebd.)

Ein Mitstreiter im Diskurs um den Individuums Begriff und den Individualisierungsprozess ist Georg Simmel welcher das Individuum in Bezug zur Gesellschaft stellt und diese beiden nicht als Gegensätze, sondern als symbiotisch sieht und sich die Gesellschaft, als Zusammenkunft von mehreren Individuen immer im Zusammenspiel mit ihnen sieht und im Zuge dessen eine gewisse Wechselbeziehung zwischen den Individuen und der Gesellschaft existiert. (vgl. Degele/Dries 2005, S. 77) „Die Gesellschaft ist mehr als die Summe ihrer Teile, die Individuen mehr als das, was von ihnen gesellschaftlich nach außen tritt". (Ebd.) Die Gesellschaft ist zwar abhängig von den Individuen die mit ihr interagieren und sie ins Leben rufen, jedoch ist sie, wie die Individuen in ihr, mehr als das. Sie ist der Rahmen und das Maß ihrer Individuen. (vgl. Ebd.)

Das Prinzip der Differenzierung ist nach Simmel ein wichtiger Punkt um den Individualisierungsprozess genauer zu erläutern. Dies beschreibt ein Szenario in dem örtlich fixierte und einheitlich beschaffene Gruppen sich etwa durch Arbeitsteilung und Spezialisierung, differenzieren und somit individualisieren. Das auftragen von Arbeiten die vorher die gesamte Gruppe ausführte und nun nur spezielle Individuen tätigen fördert maßgeblich den Individualisierungsprozess einer solchen lokal-homogenen Gruppe. Diese Differenzierung oder auch Individualisierung kann man in zwei Kategorien fassen: Erstens beeinflusst die Tätigkeit nach der Arbeitsteilung und Differenzierung das Mitglied der Gruppe mengenmäßig und es sind nicht nur eine Vielzahl verschiedener Berufe vorhanden, sondern auch innerhalb dieser, eine größere Liste an Tätigkeiten die damit einhergehen. Zweitens schränkt sich die Tätigkeitsbandbreite proportional zu einer wachsenden Bevölkerung ein, was wiederum die Funktion und den Zuständigkeitsbereich jedes Individuum einschränkt und spezialisiert. Durch solch einen Differenzierungsprozess spart das Individuum an Weg, Zeit und Koordination und kann sich je nach Differenzierungsgrad, freier entwickeln. (vgl. Ebd., S. 78-79)

Desto größer nun dieser Differenzierungsgrad in einer homogenen Gruppe ist desto höher ist auch der Grad der Verschiedenheit und Individualisiertheit der Gruppe und somit weitet sich dieser Kreis immer weiter aus bis sich selbst verständlicherweise Kreise die lokal beieinander liegen und sich immer weiter differenzieren, überschneiden und es Individuen gibt, welche auf weitere stoßen dessen Tätigkeitsgebiete oder auch Ähnlichkeiten und Interessen sich überschneiden. (vgl. Ebd., S. 80)

Individuen suchen demnach wenn sich deren Lokal-(nun)heterogene Kreise durch die Differenzierung geweitet haben und nun durch den dadurch resultierenden Individualisierungsprozess eine Nische für sich entdeckt haben, nach weiteren Individuen deren heterogene Persönlichkeitsmerkmale, auf die ihren passen, ganz gleich ob diese Menschen am anderen Ende der Welt sind. Die Individuen brechen aus ihren lokalen Kreisen aus und können, bzw. werden aufgrund dieses Individualisierungsprozesses mit solchen eben genauso spezialisierten Menschen mehr Kontakt aufnehmen oder aufnehmen wollen, als mit Menschen die eventuell in der selben Stadt leben, jedoch von ihren Persönlichkeitsmerkmalen anders differenziert sind um sich selbst als Individuum zu verwirklichen. (vgl. Degele/Dries 2005, S. 81)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Gesellschaft - Was macht ein Individuum aus?
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Veranstaltung
Grundbegriffe der Soziologie
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V203662
ISBN (eBook)
9783656304357
ISBN (Buch)
9783656304579
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Hausarbeit erläutert den Begriff "Individuum" aus einem soziologischen Blickwinkel, durch verschiedene wichtige Autoren und liefert außerdem eine philosophische Betrachtung des Begriffs in Form eines Diskurses. Es ist insgesamt sehr geeignet für Einsteiger oder Erstsemester der Soziologie, sowie für ältere Semester, die sich mit der Gesellschaft und speziell mit dem Individuum auseinandersetzen.
Schlagworte
Individuum, Gesellschaft, Degele, Dries, Simmel, Georg Simmel, soziales Individuum, Grundbegriffe, Soziologie
Arbeit zitieren
Marc Huber (Autor), 2012, Die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Gesellschaft - Was macht ein Individuum aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203662

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