Zeitungsartikel als Anlass zum kreativen Schreiben im Aufsatzunterricht der Klasse 7


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

22 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Presse
2.1 Definition von Zeitung im Allgemeinen
2.1.1 Regenbogenpresse/Boulevardpresse vs. Seriöse Presse
2.2 Funktion der Zeitung

3 Kreativer Aufsatzunterricht
3.1 Definition von Kreativität im Allgemeinen
3.2 Kreativität und kreatives Schreiben
3.3 Zur Geschichte des kreativen Aufsatzes – Positionen verschiedener Autoren und Reformer (Sachanalyse)

4 Ziele und Aufgaben des kreativen Schreibens im Deutschunterricht

5 Die Presse im Deutschunterricht – Unterrichtspraktische Konsequenzen

6 Zur Methodik des Projekts „Zeitungsartikel als Anlass zum kreativen Schreiben im Aufsatzunterricht der Klasse 7e“

7 Pädagogische Wertung Wie lässt sich die freie Textproduktion von Schüler/Innen bewerten und benoten?

8 Fazit

9 Literaturliste

1 Einleitung

Laut Mittelberg sieht sich kritischer Unterricht über Presseerzeugnisse heute mit einigen fatalen Tatsachen konfrontiert; denn bei klarsichtiger Betrachtung sei es sowohl um die Kritikfunktion als auch um die Vermittlungsfunktion der Presse schlecht bestellt. Er geht davon, dass jeder nur „halbwegs helle politische Kopf“ wisse, seine Tageszeitung einer politischen Richtung zu zuweisen und durchschaue einen Teil ihrer Manipulationstechniken, denen er letztlich dennoch aufsitze, weil er nicht die Zeit habe, mehrere Zeitungen gleichzeitig zu lesen.

Er sieht eine letzte Chance für den aufgeklärten Deutschunterricht in der Mittelstufe in der Erziehung zum kritischen Lesen von Lokalzeitungen, weil deren Leser der unkritischen Berichterstattung über lokale Veranstaltungen noch ihre eigenen Erfahrungen vor Ort gegenüberstellen könnten, und in der Oberstufe zur Lektüre solcher Wochenzeitungen, die in ihrer Meinungsberichterstattung noch mehrere Positionen zu Wort kommen ließen, wenngleich auch deren Verleger und Journalisten selten für eine ausgeprägte Vermittlungsfunktion autark genug seien.[1]

Schon Steiner schreibt 1969, dass wir uns voll auf der Tatsache bewusst seien, dass eine Niveauverbesserung jeglicher Produkte der Massenmedien dann und nur dann erwartet werden könne, wenn eine zu sachlicher Kritik erzogene Generation keinen Cent mehr ausgebe für „bloß Oberflächliches und Seichtes, für Fassaden ohne Inneres und für Schreiendes ohne Grund“.

Um Schüler zu einer kritischen Einstellung gegenüber Massenmedien hinzuführen, müssen sie eine klare Vorstellung davon gewinnen, wie die Presse definiert wird, welche Funktion sie hat und wie manipulierend sie auf den Leser wirken kann. Am Beispiel des Boulevardblattes Bild und der seriösen Tageszeitung Frankfurter Allgemeine soll der Umgang mit der jeweiligen Zeitungsart exemplarisch skizziert werden.

Nach der Einführung in das Massenmedium Presse, können die Schüler ihre Erkenntnisse einbeziehen, um selbst zum Journalisten zu werden.

In der vorliegenden Arbeit geht es zunächst um die Klärung und Definitionen verschiedener Begriffe aus dem Bereich der Presse und des kreativen Schreibens, weiterhin um eine kurze Darstellung der Bedeutung des kreativen Schreibens im Aufsatzunterricht.

In einem nächsten Schritt wird ein kurzer Überblick über die Geschichte des Aufsatzes gegeben, ebenso wird über einige Ansichten und Meinungen verschiedener Autoren und Reformer diskutiert. Daraufhin wird der Frage nachgegangen, welche Aufgaben und Ziele das kreative Schreiben und das Thema Zeitung im Deutschunterricht verfolgen.

Im letzten Teil der Arbeit setzen wir uns mit der Methodik sowie einer pädagogischen Wertung hinsichtlich der konkreten Unterrichtssituation in der Realschulklasse 7e auseinander. Damit verbunden ist die Frage, nach welchen Kriterien sich die freie Textproduktion von SchülerInnen bewerten und benoten lässt.

2 Presse

In seinem Artikel „Massenpresse“ hält Adolf A. Steiner fest, dass Massenmedien, wie z. B., neben Rundfunk und Fernsehen, die Presse heute nicht nur unentbehrliches Verständigungsmittel einer Gesellschaft seien, sondern ebenfalls in einer Demokratie eine existenznotwendige Funktion übernehmen würden.

Die Entwicklungsgeschichte bürgerlicher Freiheit sei sogar unzertrennlich mit der Geschichte der Presse verbunden. Denn da die Pressefreiheit zum Wesenskern einer jeden freien Staatsgestaltung gehöre, würden auch alle demokratischen Verfassungen das Recht auf freie Meinungsäußerung. gewährleisten[2]

Des Weitern , so Dr. phil. Joachim Hasebrook in einem Lexikonartikel, fördere die Presse durch Informations- und Meinungsaustausch in Teilbereichen der Gesellschaft oder bestimmten Regionen die kulturelle und soziale Integration. Aber sie lege auch kulturelle und soziale Missstände offen. Eine weitere Aufgabe sei die Versorgung der Öffentlichkeit mit aktuellen Informationen, welche zur Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung in verschiedenen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Bereichen wichtig seien. Die Presse diskutiere und artikuliere die in der Gesellschaft anerkannten oder sich entwickelnden Werte, Ziele, Interessen und Meinungen. Außerdem befriedige sie soziale Bedürfnisse nach Unterhaltung, Entspannung, Bildung und Information.[3]

In Deutschland gibt es eine relativ vielfältige lokale und regionale Presse. Nach Steiner lässt sich dieses „Sammelsurium an Druckerzeugnissen“ in folgende Kategorien einteilen:

1. Tages- und Wochenzeitung

2. Boulevardblätter und Wochenendzeitschriften

3. vorwiegend seriös berichterstattende illustrierte Wochenzeitschriften

4. sachbezogene Zeitschriften für bestimmte Interessengruppen

5. vorwiegend sensationell aufgemachte illustrierte Wochenzeitschriften

a) vornehmlich für Erwachsene gedacht
b) vornehmlich für Jugendliche gedacht

6. Magazine

7. Groschen-Hefte

8. Comics

9. Periodika

10. in großen Auflagen erscheinende Schmöker[4]

Im Folgenden spielen die Punkte 3 - 10 keine große Rolle mehr, denn auf das im Unterricht erläuterte Printmedium Zeitung wird nun näher eingegangen.

2.1 Definition von Zeitung im Allgemeinen

„Zeitung (von mittelhochdeutsch zîdunge: Nachricht, Botschaft), zumeist täglich, aber auch wöchentlich erscheinendes Druckerzeugnis (Tages- oder Wochenzeitung), das regelmäßig erscheint (Periodizität), allgemein zugänglich ist (Publizität), jüngstes Gegenwartsgeschehen vermittelt (Aktualität) und sich nicht auf bestimmte Themengebiete beschränkt (Universalität). Sprachliche Darstellungsformen sind Meldungen, Berichte, Reportagen, Interviews, Glossen, Kommentare, Leitartikel und Kritiken, optische Medien sind Photographien, Graphiken und Karikaturen. Hauptziele der Zeitung sind Informationsvermittlung und Meinungsbildung. Damit hat sie eine wichtige kulturelle, politische und, als Werbeträger, ökonomische Funktion. Vertrieben werden Zeitungen entweder im Einzelverkauf (vor allem Boulevardpresse) oder mittels festen Bezugs (Abonnementpresse). Finanzierungsgrundlage sind Verkaufs- und Anzeigenerlöse. Weltweit werden täglich rund 500Millionen Tageszeitungsexemplare verbreitet.“[5]

2.1.1 Regenbogenpresse/Boulevardpresse vs. Seriöse Presse

Bei der Regenbogenpresse handelt es sich um „Publikumszeitschriften, deren Kopf besonders bunt (in den Farben des Regenbogens), zeitungsähnlich aufgemacht wird.“[6]

Nicht unter dem Stichwort Regenbogenpresse, sondern unter Boulevard- oder Straßenverkaufspresse hat Maaßen folgende Merkmale festgehalten: „Diese Blätter heben sich durch reißerische Schlagzeilen in großen Lettern, sensationelle Bilder, Klatsch, Sex und Crime von den „normalen“ Tageszeitungen ab“.[7] Ein weiterer Unterschied sei die Neigung der Boulevardpresse Ereignisse auf knappem Raum zusammen zu fassen, die in der seriösen Presse gar nicht oder nur am Rande vorkämen. Des Weiteren ziele die Boulevardpresse auf Neugier, Sensationshunger und Nervenkitzel bei Aufmachung, Themen- und Bildauswahl. Kulturkritiker würden immer geltend machen, dass hier Informationen gefälscht und die Leserschaft auf niedrigem Niveau angesprochen werde.

[...]


[1] Vgl. Mittelberg,E. 2001, S. 422.

[2] Vgl. Steiner, A. 1969, S. 5.

[3] Vgl. Hasebrook, J. :Presse. .In: Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation.

[4] Steiner, A. 1969, S. 8 – 9.

[5] Behmer, M.: Zeitung. In: . Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation..

[6] Pöhls, J. 1996. S. 221.

[7] Maaßen, L. 1986. S. 44.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Zeitungsartikel als Anlass zum kreativen Schreiben im Aufsatzunterricht der Klasse 7
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur I)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V20367
ISBN (eBook)
9783638242578
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitungsartikel, Anlass, Schreiben, Aufsatzunterricht, Klasse
Arbeit zitieren
Susanne Lifka (Autor), 2003, Zeitungsartikel als Anlass zum kreativen Schreiben im Aufsatzunterricht der Klasse 7, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20367

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