Dieser Exegese liegt die Bibelstelle Gal 2, 1-10 aus der Lutherübersetzung zugrunde. Paulus beschreibt in diesem Abschnitt kein Konzil1 im Sinn der Kirchengeschichte, sondern das Zustandekommen und den Inhalt eines Abkommens zwischen den Gemeinden von Jerusalem und Antiochia.2 Auf dem Konzil kam es zur Anerkennung von Paulus und seines gesetzesfreien Evangeliums durch die anderen Apostel. Es ist wichtig zu wissen, dass der Apostelkonzil zugleich auch in der Apostelgeschichte 15, 1-35 geschildert wird. Wobei die Berichte mehrheitlich übereinstimmend sind. Ich werde damit beginnen den bibelkundlichen Kontext herzustellen, indem ich den Inhalt des Galaterbriefes zusammenfassend wiedergebe und für den untersuchten Ausschnitt eine Gliederung vornehme. Dann versuche ich den historischen Kontext, in dem der Brief entstanden ist, darzustellen. Diesen Abschnitt habe ich in drei Unterpunkte unterteilt und zwar in Absender, Adressat und Ort und Zeit der Abfassung. Der nächste Abschnitt befasst sich mit der Literaturkritik, indem ich unter anderem die beiden Berichte über den Apostelkonzil miteinander vergleiche. Im fünften Abschnitt folgt ein Übersetzungsvergleich zwischen der Lutherübersetzung, der Elberfelder Bibel und der Einheitsübersetzung. Anschließend folgt die Formgeschichte, wo die äußere Form des Textes untersucht wird. Als letztes folgt der Hauptteil, die Einzelexegese, in der der Text Vers für Vers untersucht wird. Zu den einzelnen vorkommenden Personen gibt es kurze Exkurse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Kontext
2.1 Absender
2.2 Wer sind die Adressaten?
2.3 Abfassungszeit und Abfassungsort
3. Bibelkundlicher Kontext
4. Literarkritik
5. Formgeschichte
6. Übersetzungsvergleich
7. Einzelexegese
Exkurs: Paulus
Exkurs: Barnabas
Exkurs: Titus
Exkurs: Petrus/ Kephas
Exkurs: Jakobus, der Bruder des Herrn
Exkurs: Johannes, der Apostel
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die biblische Textpassage Galater 2, 1-10 exegtisch zu erschließen, wobei der Fokus auf dem Verständnis des Apostelkonzils und der Anerkennung des gesetzesfreien Evangeliums des Apostels Paulus liegt.
- Historische Einordnung des Galaterbriefs und seiner Adressaten
- Literarkritische Analyse der Berichte über das Apostelkonzil
- Vergleichende Untersuchung der Textstellen in verschiedenen Bibelübersetzungen
- Formgeschichtliche Bestimmung der paulinischen Argumentationsstruktur
- Vers-für-Vers-Exegese der relevanten Bibelstelle
Auszug aus dem Buch
Exkurs: Paulus
Paulus hieß eigentlich Saulus. Er war Sohn vermögender jüdischer Eltern aus Tarsus in Kleinasien mit römischem Bürgerrecht, war aber in einer griechisch-bürgerlichen Umgebung aufgewachsen und beherrschte die griechische Sprache. Saulus erlernte den Beruf seines Vaters als Zeltteppichweber und folgte ihm auch in dessen Amt als Pharisäer, eines jüdischen Theologen im Laienstand. Zu seiner weiteren theologischen Ausbildung ging er nach Jerusalem zu dem hoch angesehenen jüdischen Lehrer Gamaliel.
Saulus erhielt den Auftrag, in Damaskus weitere Christenverfolgungen zu leiten, aber eine wunderbare Begegnung mit dem auferstandenen Jesus vor Damaskus veränderte sein Leben von Grund auf (Apg 22, 5-16; 26, 12-18). Saulus selbst bezeichnete dieses Ereignis nicht als Bekehrung, sondern als Offenbarung von Jesus Christus (Gal 3, 38). Von der übermächtigen Erscheinung Christi getroffen, fiel Saulus zu Boden und wurde, erblindet, nach Damaskus geführt. Ananias heilte ihn und taufte ihn mit dem Namen Paulus. Bei dem Apostelkonvent war sein Gegenspieler Petrus als Vertreter der Position, wonach das Christentum nicht die jüdischen Wurzeln verleugnen dürfe, die vermittelnde Position nahm der Leiter der Urgemeinde in Jerusalem, der Herrenbruder Jakobus ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der methodischen Vorgehensweise und der grundlegenden Zielsetzung, die Bibelstelle Gal 2, 1-10 exegetisch zu untersuchen.
2. Historischer Kontext: Erörterung der Autorenschaft, der potenziellen Adressaten im Rahmen der süd- oder nordgalatischen Hypothese sowie Überlegungen zu Ort und Zeit der Entstehung.
3. Bibelkundlicher Kontext: Zusammenfassung des Inhalts des Galaterbriefs und Einordnung der untersuchten Passage in den Gesamtzusammenhang des Werks.
4. Literarkritik: Kritischer Vergleich der Berichte über das Apostelkonzil im Galaterbrief mit den Darstellungen der Apostelgeschichte.
5. Formgeschichte: Analyse der rhetorischen Mittel und der strukturellen Form des Textabschnitts als Bestandteil einer Verteidigungsrede.
6. Übersetzungsvergleich: Gegenüberstellung der Lutherübersetzung, der Elberfelder Bibel und der Einheitsübersetzung hinsichtlich wesentlicher Begriffe und theologischer Nuancen.
7. Einzelexegese: Detaillierte Vers-für-Vers-Auslegung des Textes unter Einbeziehung von Exkursen zu den handelnden Personen.
Schlüsselwörter
Galaterbrief, Paulus, Apostelkonzil, Exegese, Historischer Kontext, Literarkritik, Formgeschichte, Übersetzungsvergleich, Lutherübersetzung, Beschneidung, Tora, Heidenmission, Jerusalem, Urgemeinde, Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der Bibelstelle Galater 2, 1-10 und den damit verbundenen historischen sowie theologischen Fragestellungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die historische Einordnung des Apostelkonzils, die Problematik der Beschneidung und die Anerkennung des paulinischen Evangeliums durch die Apostel in Jerusalem.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Text von Galater 2, 1-10 durch eine fundierte wissenschaftliche Analyse, inklusive eines Übersetzungsvergleichs, in seinem ursprünglichen Kontext verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommen literarkritische, formgeschichtliche und exegetische Methoden zum Einsatz, ergänzt durch einen vergleichenden Blick auf verschiedene Bibelübersetzungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Exegese der Verse 1 bis 10 und beleuchtet in begleitenden Exkursen die Biografien von Paulus, Barnabas, Titus, Petrus, Jakobus und Johannes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Galaterbrief, Paulus, Apostelkonzil, Exegese, Tora, Heidenmission und Urgemeinde.
Warum ist der Übersetzungsvergleich für die Exegese so bedeutend?
Der Vergleich verdeutlicht, wie unterschiedliche Wortwahlen (z.B. "besprechen" vs. "vorlegen") die Interpretation des Verhältnisses von Paulus zu den Jerusalemer Aposteln beeinflussen können.
Welche Rolle spielen die "Exkurse" in dieser Arbeit?
Die Exkurse bieten kompakte biografische Hintergrundinformationen zu den zentralen Personen des Textes, um deren Handeln und die Spannungen im frühen Christentum besser nachvollziehen zu können.
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- Stefanie Bratke (Author), 2003, Galaterbrief 2,1-10: Die Anerkennung des Pauls durch die anderen Apostel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20370