Konsequenzen des Spanischen Erbfolgekrieges für Katalonien


Hausarbeit, 2011

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auslöser und zentraler Konflikt des Spanischen Erbfolgekrieges

3. die wichtigsten Ereignisse des folgenden Jahrzehnts

4. Der große Umschwung der Jahre 1710 bis 1714

5. Der 14. September 1714 -Das Ende eines Machtkampfes-

6. Konsequenzen für Katalonien

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit stellen seit je her Privilegien dar, die nicht allen Völkern und Ländern dieser Erde zu Teil werden. Gerade auch Katalonien, das seit dem 12. Jahrhundert, nach der Vereinigung mit dem Königreich Aragón, eine der mächtigsten Seemächte Europas darstellte, musste im Laufe seiner Entstehung jene Privilegien oft verteidigen.

Als Philipp IV. während des dreißigjährigen Krieges 1640 schließlich versuchte diese Vorrechte anzutasten und Katalonien als Region des spanischen Reiches unter einheitliche Gesetzte zu zwingen, kam es in Barcelona zu Aufständen, die sich zum Guerra dels Segadors ausweiteten. Unter der Schirmherrschaft und mit der Unterstützung Frankreichs versuchten die Katalanen eine von Spanien unabhängige Republik auszurufen. Allerdings gelang es den Spanischen Truppen 1652 Katalonien erneut zurückzuerobern und zu besetzen.

Beendet wurden jene kriegerischen Handlungen 1659 mit dem Pyrenäenfrieden, der zwischen Spanien und Frankreich geschlossen wurde, welcher die Trennung Kataloniens zur Folge hatte. Die nördlichen Regionen wurden Frankreich zugesprochen, wogegen die übrigen Gebiete weiter unter spanischer Führung blieben. Zwar siegte damit der spanische König, trotzdem wurden zugleich die Sonderrechte der Katalanen bis zum Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges 1700 erneut garantiert.

Nachdem König Karl II. von Spanien jedoch kinderlos gestorben war und ein franzölsicher Bourbon den spanischen Thron übernahm, musste die katalanische Bevölkerung erneut um diese Rechte bangen, denn sie fürchteten, dass dem Land ein zentralisiertes Machtgefüge nach einem absolutistisch französischen Vorbild drohe und eine Selbstbestimmung Kataloniens verloren gehe.

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, zunächst einen groben Überblick über die Ursachen der Entstehung und den Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges von 1700 bis 1714 aufzuzeigen. Dabei wird im besonderen Wert auf die Ereignisse gelegt, welche im direkten Zusammenhang mit der historischen Entwicklung Kataloniens zu jener Zeit stehen. Dennoch wird auf den Anspruch einer detailgetreuen Darstellung der einzelnen Schlachten und Eroberungen der Kriegsparteien verzichtet, da dies den Rahmen der vorliegenden Arbeit übersteige und die Absicht einer übersichtlichen Schilderung des Kriegsverlaufs und der letztendlichen Konsequenzen, die vor allem das Land und die Bevölkerung Kataloniens zu ertragen hatte, zerstöre.

2. Auslöser und zentraler Konflikt des Spanischen Erbfolgekrieges

Bereits seit dem frühen 16. Jahrhundert befand sich Spanien im Besitz der Habsburger Dynastie, welche seit 1665 durch Karl II. auf dem spanischen Thron repräsentiert wurde. Allerdings vereinte sich unter der spanischen Krone ein gewaltiges Reich, das nicht nur aus den Herrschaften der Iberischen Halbinsel selbst, sondern auch aus Teilen der Niederlande, den Balearischen Inseln, Herzogtümern Mailands, Kolonien in Übersee sowie den Königreichen Neapel, Sizilien und Sardinien bestand und dem König dadurch eine enorme Macht verliehen. „Wem Spanien zufiel, der konnte im Kampf um die Vorherrschaft in Europa einen erheblichen Vorteil ins Feld führen.“[1]

Jedoch blieb Karl II. trotz zweier Ehen bis zu seinem Tod kinderlos. Deshalb fehlte danach ein direkter Thronnachfolger für die spanische Krone und das Machtgefüge in Europa geriet ins Wanken. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass dies keinesfalls überraschte, denn Karl II. wirkte bereits zu seinen Lebzeiten, aufgrund seiner kränkelnden Gestalt sehr schwach.[2] „Auch in seiner geistigen Entwicklung [war er] gegenüber anderen gleichaltrigen Kindern [zurückgeblieben]“.[3]

Da dies den übrigen Mächten Europas natürlich nicht verborgen blieb, wurden bereits vor dem Tod Karls II. Pläne geschmiedet, um das spanische Reich unter den übrigen Mächten Europas aufzuteilen.[4] Zu den interessiertesten Anwärtern an der Krone von Spanien zählte das französische Haus Bourbon. Doch um eine Übermacht der Bourbonen in Europa zu vermeiden, wurde durch Teilungsverträge versucht die Machtverhältnisse im Gleichgewicht zu halten.[5]

Obwohl es keinen direkten Thronnachfolger gab, erfolgte kurz vor dem Tod des spanischen Königs am 1. November 1700 eine testamentarische Verfügung, die einem Enkel von Ludwig XIV von Frankreich, dem Bourbonen Herzog Philipp von Anjou, die spanische Krone samt aller Besitzungen zusprach. Damit endete die Habsburger Dynastie in Spanien und zwei enorme Reiche wurden unter dem als Philipp V. gekrönten Bourbonen vereint:

Carles II, en morir, va deixar un testament en el qual atorgava la successió a Felip, duc d’Anjou, nét de l’omnipotent monarca Borbó Lluís de

França […].[6]

[...]


[1] Smid, Stefan (2011): Der Spanische Erbfolgekrieg. Geschichte eines vergessenen Weltkrieges (1701-1714), Köln / Weimar / Wien: Böhlau, S. 112.

[2] Ebd., S. 111.

[3] L. Bernecker, Walter / Pietschmann, Horst (19972): Geschichte Spaniens: Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Stuttgart / Berlin / Köln: Kohlhammer, S. 146 (Ergänzungen nicht im Original).

[4] Collado Seidel, Carlos (2007): Kleine Geschichte Kataloniens, München: C.H. Beck, S. 97.

[5] Ebd., S. 114.

[6] Sobrequés i Callicó, Jaume (20083): Història de Catalunya, Barcelona: Base. S. 67.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Konsequenzen des Spanischen Erbfolgekrieges für Katalonien
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Veranstaltung
Katalanische Sprache und Kultur in der Frühen Neuzeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V203770
ISBN (eBook)
9783656304289
ISBN (Buch)
9783656305958
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanischer Erbfolgekrieg, Frühe Neuzeit, Katalonien, 14.September 1714, Konsequenzen
Arbeit zitieren
B.A. Patrick Siebeneicher (Autor), 2011, Konsequenzen des Spanischen Erbfolgekrieges für Katalonien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203770

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