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Rezension zu David Harveys "Der Neue Imperialismus"

Titel: Rezension zu David Harveys "Der Neue Imperialismus"

Rezension / Literaturbericht , 2012 , 9 Seiten , Note: 2

Autor:in: Dominik Kirchdorfer (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Buch "Der Neue Imperialismus", im englischen Original "The New Imperialism", wurde von Professor David Harvery geschrieben und erschien ursprünglich im Jahr 2003 im Oxford Press Verlag. Bevor ich näher auf den Inhalt eingehe, möchte ich noch ein paar theoretische Voraussetzungen bzw. Vorannahmen präsentieren. Zuallererst wäre zu sagen, dass Harvey Marxist ist und dementsprechend kritisch gegenüber dem Kapitalismus steht. Weiters vertritt er die Annahme, dass es sich bei der Expansion des Kapitalismus auf den globalen Level um eine neue Form von Imperialismus handelt, die von den USA fleißig vorangetrieben wird, z.B. durch geografische Umschuldung. Auf dieser Denkweise basiert und baut dieses Buch auch auf. Stilistisch ist das Buch zunächst wie ein Abriss aus der Geschichte der USA aufgebaut, welcher dann in einen philosophischen Monolog übergeht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und theoretische Grundlagen

2. Begriffsdefinitionen und kapitalistischer Imperialismus

3. Räumliche Fixierung und Raumökonomie

4. Akkumulation durch Enteignung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Werk "Der Neue Imperialismus" von David Harvey zu rezensieren und dessen zentrale Thesen zum Zusammenspiel von Kapitalismus, staatlicher Macht und globaler Expansion kritisch zu analysieren.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der marxistischen Kapitalismustheorie
  • Analyse des "kapitalistischen Imperialismus" und der Rolle des Staates
  • Untersuchung der Theorie der "Räumlichen Fixierung" bei Überakkumulation
  • Diskussion über globale Machtverhältnisse und Hegemonie
  • Betrachtung von Monopoltendenzen in der Weltwirtschaft

Auszug aus dem Buch

Räumliche Fixierung und Theorie der Raumökonomie

In Kapitel 3 präsentiert Harvey seine Haupttheorie, die Theorie der "Räumlichen Fixierung". Dabei geht er davon aus, dass über die Zeit hinweg immer wieder in einzelnen Regionen Fälle von Überakkumulation auftreten. D.h. es gibt zu viel Kapital in Form von Geld, Waren, Produktionsmöglichkeiten und Arbeitskraft (wobei Harvey explizit Arbeitskraft von Kapital unterscheidet und dem Kapital die gesamte Schuld zukommen lässt) und keine Möglichkeit all das zu verwenden. Um die Abwertung des bestehenden Kapitals zu verhindern, muss es irgendwie eingesetzt werden, z.B. durch geographische Ausdehnung. Das kann sich wiederum positiv auf die Vermeidung weiterer Krisensituationen auswirken, wenn diese Projekte langfristiger Natur sind, z.B. Bildung oder Ausbau der Infrastruktur.

Die zweite Theorie, die Harvey in diesem Kapitel vorstellt, ist seine Theorie der Raumökonomie. Handel führt zwangsläufig zu räumlichen Verschiebungen. Kapitalisten suchen immer einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. So versuchen sie neue Technologie zu bekommen, neue Transportmittel zu erfinden und bessere Bedingungen für ihre Produktion zu finden (z.B. in anderen Ländern, mit besseren Ressourcen oder geringeren Kosten). Nachdem aber Kapitalisten individuell ihre Vorteile suchen, ist das Entstehen von geographischer Ungleichheit unausweichlich. Standorte bringen monopolistische Macht mit sich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und theoretische Grundlagen: Der Autor führt in das Werk ein, benennt die marxistische Perspektive von Harvey und skizziert die methodischen Voraussetzungen der Rezension.

2. Begriffsdefinitionen und kapitalistischer Imperialismus: Dieses Kapitel erörtert die Unterscheidung zwischen staatlicher und kapitalistischer Macht sowie die Definition des kapitalistischen Imperialismus als widersprüchliche Verschmelzung beider Sphären.

3. Räumliche Fixierung und Raumökonomie: Hier werden Harveys zentrale Theorien vorgestellt, wie Kapital durch geografische Ausdehnung und Infrastrukturinvestitionen vor der Entwertung bewahrt wird.

4. Akkumulation durch Enteignung: Das Kapitel behandelt Marx’ Konzept der ursprünglichen Akkumulation und deren Relevanz für das Verständnis der globalen Einbindung nicht-kapitalistischer Gebiete.

Schlüsselwörter

Kapitalismus, Imperialismus, David Harvey, Überakkumulation, Räumliche Fixierung, Raumökonomie, Hegemonie, Globalisierung, Nationalstaat, Finanzwirtschaft, Monopolbildung, Weltwirtschaft, Politökonomie, Akkumulation durch Enteignung, Politwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist eine wissenschaftliche Rezension des Werkes "Der Neue Imperialismus" von David Harvey, die sich kritisch mit dessen Analyse des globalen Kapitalismus auseinandersetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dialektik von Politik und Wirtschaft, der Dynamik von Akkumulationskrisen und der daraus resultierenden imperialen Expansionspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Rezension?

Das Ziel ist es, Harveys Hauptthesen, insbesondere zur "räumlichen Fixierung", verständlich zusammenzufassen und in den Kontext aktueller globaler politökonomischer Entwicklungen zu setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und theorieorientierte Analyse, die auf einer kritischen Auseinandersetzung mit der marxistischen Theorie basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung des kapitalistischen Imperialismus, die Analyse von Raumökonomie und die Erläuterung der Akkumulation durch Enteignung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kapitalismus, Imperialismus, Überakkumulation, Räumliche Fixierung, Hegemonie und globale Machtverhältnisse.

Wie bewertet der Autor Harveys Ansicht zum Zusammenspiel von Kapital und Staat?

Der Autor stimmt Harveys Dialektik zu, betont jedoch die Schwierigkeit, in konkreten Analysen weder einseitig ökonomisch noch rein politisch zu argumentieren.

Welche Rolle spielen Städte wie London oder New York laut der Rezension?

Der Rezensent kritisiert, dass Harvey regionale Machtzentren (Megastädte) als Akteure im Weltwirtschaftsgefüge teilweise unterschätzt, obwohl diese eine massive Machtkonzentration aufweisen.

Was ist die Schlussfolgerung des Rezensenten zum Buch?

Das Buch wird als sehr lesenswert und in seinen Schlussfolgerungen als einleuchtend bewertet, wobei das Hauptargument der notwendigen Kapitalentwertung durch Imperialismus als plausibler Erklärungsansatz für den Bestand des Kapitalismus hervorgehoben wird.

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Details

Titel
Rezension zu David Harveys "Der Neue Imperialismus"
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
2
Autor
Dominik Kirchdorfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V203783
ISBN (eBook)
9783656308065
ISBN (Buch)
9783656308324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rezension david harveys neue imperialismus harvey new imperialism USA America kapitalismus globalisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Kirchdorfer (Autor:in), 2012, Rezension zu David Harveys "Der Neue Imperialismus", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203783
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  9  Seiten
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