Kriegsbetroffene Kinder: Schul- und Sozialpädagogische Interventionen


Referat (Ausarbeitung), 2004
14 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Einleitung

Im Jahre 1996 veröffentlichte die frühere Ministerin für Erziehung in Mozambique Garça Machel eine Studie über Kriegsopferkinder, den “United Nations Report on the Impact of War on Children.“ Dieser Bericht, der vereinfacht auch „Machel – Bericht“ genannt wird, setzt sich mit den wichtigsten Problemfeldern der Kriegskinderthematik auseinander und schildert sowohl an Einzelschicksalen, als auch in Form von allgemeinen Fakten das unermessliche Leid von Kriegsopferkindern auf dieser Welt.

Garça Machel selbst beabsichtigte mit der Veröffentlichung ihrer Studie weltweit eine größere Aufmerksamkeit für Kriegsopferkinder zu erreichen und erhoffte sich, damit den internationalen Druck zur Durchsetzung von Hilfsprogrammen und schützenden Maßnahmen zu verstärken. Unterstützt wurde sie bei ihrer Arbeit von so bedeutenden Organisationen wie UNICEF.

Fünf Jahre später erschien ein zweiter Bericht der Friedenskämpferin. Dieser Fortschrittsbericht von 2001 baut inhaltlich auf den vorhergegangen auf und ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Er dokumentiert die Entwicklung der Kriegskinderproblematik seit 1996 und beinhaltet Vorschläge zur Verbesserung der allgemeinen Lage. In ihrem persönlichen Vorwort schreibt Machel, der erste Bericht sei ein Herzensschrei von ihr gewesen, mit dem sie die Menschen wachrütteln und zur schnellen Hilfe animieren wollte. Seitdem hätten sich einige positive Entwicklungen vollzogen, aber es hätte auch Rückschritte gegeben. So gäbe es immer noch zahlreiche Kritikpunkte zu vermelden. Außerdem seien auch neue Probleme hinzugekommen, wie die sich immer stärker ausbreitenden Aidsepidemien in den kriegsbetroffenen Ländern. Demnach wäre dieser zweite Bericht ein zweiter Herzensschrei von ihr, in der Hoffnung, den Zielen doch noch einige Schritte näher zu kommen.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Fortschrittsbericht inhaltlich zusammenzufassen und dabei seine wesentlichen Punkte wiederzugeben. Um eine möglichst übersichtliche Struktur zu erreichen, orientiert sich die Struktur der Arbeit an der des Machelberichts. Außerdem werden alle Kapitel des Fortschritts unter Berücksichtigung der folgenden drei Fragestellungen bearbeitet:

1. Welche Entwicklung gab es in der Kriegskinderproblematik in der Zeitspanne seit der Veröffentlichung des ersten Machel-Berichtes im Jahre 1996 bis zur Erscheinung des Folgeberichtes im Jahre 2001?
2. Welche Kritikpunkte äußert Garça Machel in ihrem Fortschrittsbericht von 2001?
3. Welche Vorschläge macht Garça Machel zur Verbesserung der Lage von Kriegsopferkindern?

Kindersoldaten

Nach dem ersten Machel-Bericht von 1996 wurden in den 90er Jahren im Durchschnitt mehr als 300.000 Kinder im Kriegsdienst eingesetzt. An dieser Zahl hat sich auch in dem Fortschrittsbericht von 2001 nichts geändert. So gibt es nach Garça Machel bezüglich der Kindersoldatenproblematik leider keine nennenswerten Fortschritte zu vermelden. Im Gegenteil, denn desto länger die Kriege in den betroffenen Ländern andauern, desto jünger werden die Kindersoldaten. Das liegt in erster Linie an der immer dramatischer werdenden Armut, die Familien zwingt auch ihre jungen Kinder als Soldaten zu verkaufen, sowie an der hohen „Verschleißrate“ von Soldaten, aufgrund derer die militärischen Anführer auf immer jüngere Kindern zurückgreifen.

Warum hat es aber keine Fortschritte gegeben? Machel sieht einen Hauptgrund in der Tatsache, dass es bis heute zu wenig eindeutige Gesetze gibt, die das Mindestalter für Soldaten auf achtzehn Jahre festlegen. Außerdem beklagt sie, dass selbst wenn es solche Gesetzte geben würde, sie trotzdem keine Garantie zum Schutz der Kinder darstellen würden, was wiederum auf die große Zahl von unregistrierten Geburten zurückzuführen sei. Im Durchschnitt werden jedes Jahr ca. 40 Mil. Kinder unregistriert geboren. Daher wüssten viele Kinder selbst noch nicht einmal ihr genaues Geburtsdatum. Sehr fatal sei auch, dass mittlerweile sogar ein Wirtschaftsmarkt existierte, der von Kindersoldaten profitiert, weil er so genannte „kindertaugliche“ Waffen produziert.

Die Kritikpunkte von Machel ergeben sich aus diesen Fakten. Leider sieht sie kaum Möglichkeiten diese dramatische Entwicklung einzudämmen. Erst nach Beendigung eines Krieges, gebe es Möglichkeiten den (ehemaligen) Kindersoldaten zu helfen. Machel nennt dazu die folgenden notwendigen Schritte: Entwaffnung der Soldaten und Einsammeln der Waffen, Registrierung der Soldaten und ihre offizielle Dienstentlassung, Reintegration der Soldaten in die Gesellschaft und Sicherung ihrer Lebensverhältnisse. So könne ihnen zumindest im Nachhinein geholfen werden und man könne durch ihre Reintegration in die Gesellschaft – soweit diese möglich ist – vorbeugende Maßnahmen treffen, um die Möglichkeit einer Wiederholung zu verringern.

Flüchtlingskinder

In ihrem Fortschrittsbericht über Flüchtlingskinder nennt Graça Machel einige positive Veränderungen, die seit ihrem ersten Bericht eingesetzt haben. So erzielten bedeutende Organisation wie UNICEF oder ICRC (International Comittee of the Red Cross) mit Programmen zur Wiedervereinigung von Flüchtlingsfamilien hohe Erfolgsquoten. Dort wo die Organisationen aktiv waren, konnten fast 90 Prozent aller Flüchtlingskinder wieder mit ihren Familien vereint werden. Sehr unterstützend bei dieser Arbeit der Organisationen waren moderne Computereinrichtungen, die zu diesem Zweck von großen Unternehmen gestiftet wurden. Positiv ist nach Machel auch ein Projekt zur Friedensbildung und zum Wiederaufbau im Kosovo verlaufen. Im Jahre 1999 halfen dort einheimische Jugendliche bei dem Wiederaufbauprojekt mit, und das war sehr sinnvoll zur Bekämpfung ihrer Perspektivlosigkeit und zur Schaffung eines Zusammenhaltsgefühls unter den Jugendlichen.

Trotz dieser positiven Beispiele sieht Machel noch viele Kritikpunkte. So kritisiert sie beispielsweise gravierende Fehler bei der Einrichtung von Flüchtlingslagern, die insbesondere zu einem verstärkten Maß potenzieller Gewalttaten gegen Frauen führten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Kriegsbetroffene Kinder: Schul- und Sozialpädagogische Interventionen
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
2,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
14
Katalognummer
V203817
ISBN (eBook)
9783656301837
ISBN (Buch)
9783656302162
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krieg Kinder, Sozialpädagogik
Arbeit zitieren
Magister Antonina Funk (Autor), 2004, Kriegsbetroffene Kinder: Schul- und Sozialpädagogische Interventionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203817

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