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Richtige Männer - Männlichkeit und Geschlechtsidentität rechtsextremer Jugendlicher und Heranwachsender

Titel: Richtige Männer - Männlichkeit und Geschlechtsidentität rechtsextremer Jugendlicher und Heranwachsender

Hausarbeit , 2011 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kurt Jentschura (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die zentralen Fragestellung dieser Hausarbeit ist: Welche Bedeutung hat die männliche Geschlechtsidentitätsentwicklung für die Entstehung rechtsextremer Gesinnung und Verhalten von Jugendlichen?
Aus dieser zentralen Fragestellung ergeben sich weitere Fragen: Was bedeutet Männlichkeit? Welche Bedingungen sind für eine gute Entwicklung männlicher Geschlechtsidentität förderlich und wie ist eine gute Männlichkeit beschaffen? Was sind die Merkmale einer gestörten Männlichkeit und welche Bedingungen verstören sie. Welche spezifische Ausprägung von Männlichkeit ist bei rechtsextremen jungen Männern zu beobachten? Inwieweit ist einer fehlgeschlagene Entwicklung von Männlichkeit verantwortlich für das Entstehen rechtsextremer Gesinnung und Verhaltensmuster? Es wird in dieser Hausarbeit also einerseits um das Verstehen der Geschlechtsidentitätsentwicklung gehen und andererseits um das Vorhandensein hypermaskuliner Einstellungs- und Verhaltensmuster. Zweite Dimension der Fragestellung ist die Diskrepanz zwischen gut entwickelter und verstörter Männlichkeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Männlichkeit – Interpretation des Begriffs

3 Entwicklungsprozess einer gesunden männlichen Geschlechtsidentität

3.1 Die gut entwickelte Männlichkeit

3.2 Entwicklung der Männlichkeit im Lebenslauf

3.2.1 Frühe Mutter-Kind-Dyade

3.2.2 Separation von der Mutter und frühe Triangulierung

3.2.3 phallischer Narzissmus und ödipale Triade in der phallischen Phase

3.2.4 Latenzzeit und Adoleszenz

4 Entwicklungsstörungen der Männlichkeit

4.1 Die gestörte Männlichkeit

4.2 Verstörende Entwicklungsbedingungen der Männlichkeit

5 Männlichkeit rechtsextremer Jugendlicher

5.1 Rechtsextremes Frauenbild und weibliche Geschlechterrolle (gender role)

5.2 Hypermaskuliner Habitus in rechtsextremen Jugendcliquen

5.3 Rechtsextreme Gewalttaten als Übergangsritual

5.4 Emotionen rechtsextremer Gewalttäter

5.5 Zusammenhang zwischen männlicher Geschlechtsidentitätsentwicklung und rechtsextremer Persönlichkeit

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der männlichen Geschlechtsidentitätsentwicklung für die Entstehung rechtsextremer Gesinnungen und Verhaltensmuster bei Jugendlichen, wobei ein besonderer Fokus auf psychodynamischen Erklärungsmodellen und der Problematik der "defensiven Phallizität" liegt.

  • Psychodynamische Grundlagen der männlichen Geschlechtsidentität
  • Ursachen und Merkmale von Entwicklungsstörungen der Männlichkeit
  • Hypermaskuliner Habitus und rechtsextreme Jugendcliquen
  • Rechtsextreme Gewalt als Ersatz für Übergangsrituale
  • Die Rolle von Emotionen bei rechtsextremen Gewalttätern

Auszug aus dem Buch

3.1 Die gut entwickelte Männlichkeit

Wann kann man von einer gelungenen männlichen Geschlechtsidentitätsentwicklung sprechen?

Die Autoren der Buches „Männliche Identität - Psychoanalytische Erkundungen“ stimmen darin überein, dass sich der Mann der Konstanz der eigenen phallischen Geschlechtlichkeit sicher ist und auch Weiblichkeit darin integrieren kann (vgl. Dammasch et. al 2009, S. 12). Der amerikanische Psychoanalytiker Diamond5 präzisiert dieses Verständnis, indem er sich auf die Phasen der psychosexuellen Entwicklung nach Freud bezieht. Im Gegensatz zu Freud erklärt er, dass das Primat des Phallus, nicht einfach durch das Genitalprimat abgelöst wird, sondern dass die Phallizität in der weiteren Entwicklung der Männlichkeit enthalten bleibt.

Das Primat des Phallus bedeutet im bildlichen Sinn Expansion, Stoßen und Penetrieren. Als Persönlichkeitseigenschaften bedeutet es Selbstbehauptung, Aggression, Stärke und Potenz bei der Verwirklichung der eigenen Wünsche, Vorstellungen und Ziele, Rivalitätsdrang, Freude am lustvollen Körpererleben, Verhalten in hierarchischen Beziehungen, Fähigkeit zur Leistung, Neugierde und Dominanz. Phallizität ist demnach nicht einfach nur als vorpubertäre psychosexuelle Entwicklungsstufe zu verstehen, sondern als Teil der Männlichkeit mit all seinen positiven Eigenschaften (vgl. Diamond 2009, S. 164-167).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik durch Adornos "Erziehung nach Auschwitz" und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zur Identitätsentwicklung.

2 Männlichkeit – Interpretation des Begriffs: Definition von Männlichkeit im Sinne der Geschlechtsidentität basierend auf Eriksons Identitätsmodell und Stollers Differenzierung zwischen Sex und Gender.

3 Entwicklungsprozess einer gesunden männlichen Geschlechtsidentität: Beschreibung der Voraussetzungen für eine gesunde Männlichkeit, die phallische und genitale Anteile integriert.

4 Entwicklungsstörungen der Männlichkeit: Analyse negativer familialer Bedingungen, die zu einer "defensiven Phallizität" und hypermaskulinen Verhaltensweisen führen.

5 Männlichkeit rechtsextremer Jugendlicher: Untersuchung der Schnittmenge zwischen defensiver Phallizität, rechtsextremer Ideologie und Gewaltphänomenen.

6 Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Forderung nach weiterer Forschung zur Verknüpfung von Geschlechtsidentität und Rechtsextremismus.

Schlüsselwörter

Männlichkeit, Geschlechtsidentität, Rechtsextremismus, Psychodynamik, Defensive Phallizität, Hypermaskulinität, Gewalt, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Ödipus-Komplex, Familiale Desintegration, Aggression, Rechtsextreme Jugendcliquen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwiefern eine gestörte männliche Geschlechtsidentitätsentwicklung die Entstehung von rechtsextremer Gesinnung und hypermaskulinen Verhaltensmustern bei jungen Männern begünstigen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die psychodynamische Entwicklung von Identität, die Unterscheidung zwischen gesunder und gestörter Männlichkeit sowie die soziologischen und psychologischen Hintergründe rechtsextremer Jugendkulturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Hauptfragestellung lautet: Welche Bedeutung hat die männliche Geschlechtsidentitätsentwicklung für die Entstehung rechtsextremer Gesinnung und Verhaltensweisen von Jugendlichen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer theoretischen Analyse psychodynamischer Konzepte und greift auf bestehende empirische Studien zur Rechtsextremismusforschung zurück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Entwicklungsprozesses der Männlichkeit, die Identifikation von Entwicklungsstörungen und die spezifische Untersuchung rechtsextremer Verhaltensweisen wie Gewalttaten und hypermaskuline Gruppenstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Männlichkeit, Identität, Rechtsextremismus, Defensive Phallizität und Sozialisation charakterisiert.

Was versteht der Autor unter dem Begriff "defensive Phallizität"?

Es handelt sich um eine unterentwickelte Form der Geschlechtsidentität, die durch übermäßige Abgrenzung gegenüber Weiblichkeit, Aggressivität, Frauenfeindlichkeit und das Bedürfnis nach Machtdemonstration gekennzeichnet ist.

Warum fungieren rechtsextreme Cliquen laut der Arbeit oft als Familienersatz?

Sie bieten Strukturen, in denen regressive Bedürfnisse ausgelebt werden können und durch ideologische Legitimation ein Gefühl von Stärke, Zugehörigkeit und Macht vermittelt wird, das in der Herkunftsfamilie fehlte.

Welche Rolle spielen Gewalttaten in diesem Kontext?

Die Arbeit interpretiert rechtsextreme Gewalt als eine Art Ersatz-Übergangsritual, das den jungen Männern ermöglicht, eine (oft verzerrte) männliche Identität zu demonstrieren und innere Unsicherheiten zu kompensieren.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Richtige Männer - Männlichkeit und Geschlechtsidentität rechtsextremer Jugendlicher und Heranwachsender
Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Erziehung nach Auschwitz
Note
1,0
Autor
Kurt Jentschura (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V203834
ISBN (eBook)
9783656308058
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Männlichkeit Geschlechtsidentität Rechtsextremismus Rechtsradikalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kurt Jentschura (Autor:in), 2011, Richtige Männer - Männlichkeit und Geschlechtsidentität rechtsextremer Jugendlicher und Heranwachsender, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203834
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Leseprobe aus  25  Seiten
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