Die Theologie des Buches. Eine exegetische Untersuchung zu Psalm 69,29


Seminararbeit, 2011

17 Seiten, Note: 1


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Textanalyse
2.1. Arbeitsübersetzung
2.2. Struktur
2.3. Gattung und Inhalt
2.4. Historischer Hintergrund

3. Theologie von Psalm 69

4. Die Theologie des Buch
4.1. Wortstudien
4.1.1. Ausgelöscht
4.1.2. Buch des Lebens im AT
4.1.3. Buch des Lebens im NT
4.1.4. Gottes Gericht
4.2. PersönlicherAufruf

5. Schluss

6. Bibliographie

1. EINLEITUNG

Beim Studium der apokalyptischen Bücher gibt es ein Thema was mein Interesse geweckt hat. So heißt es z.B. in Dan. 7,10, dass sich das Gericht setzte und Bücher geöffnet wurden oder in Offb. 3,5, dass nur diejenigen im Buch des Leben stehen bleiben die sich an Jesus und an seinem Erlösungswerk festhalten. Doch nun taucht die „Theologie des Buches“ auch in den Psalmen auf. In dieser Arbeit werde ich mich auf den Psalm 69,26 konzentrieren um exegetische herauszuarbeiten was das Buch des Lebens ist und welche Funktion es hat. Wann der Terminus „Buch des Lebens“ benutzt wird und in welchem theologischem Rahmen er auftaucht. Welche Rolle das Buch das Lebens bei David im Kontext von Psalm 69 einnimmt und wie es in apokalyptischen Schriften verwendet wird. Die sind die führenden Fragen und Inhalte die in dieser Arbeit zum tragen kommen.

2. TEXTANALYSE

2.1. Arbeitsübersetzung

Zunächst eine Übersetzung des Textes aus Psalm 69,23-29, die der nachfolgenden Textanalyse als Grundlage dienen soll.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da ich den Fokus auf Vers 29 legen werde folgt hier noch eine gesonderte von mir wortwörtliche Übersetzung. Zu dem noch die Übersetzung in der LXX die ebenfalls für die Textanalyse entscheidend ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2. Struktur

Die Sammlung der Psalmen, der Psalter, trägt im Hebrächen den Nahmen Theillim, “Loblieder, Lobpreisungen“. Die Septuaginta nennt sie Psalmoi, abgeleitete vom griechischen Verb psallein, „zur Laute singen“, was auf die musikalische Begleitung hinweist. Die 150 Psalmen stehen am Anfang des dritten Teils der hebräischen Bibel, „Schriften“ genannt, in den deutschen Bibelausgaben dagegen nach dem Buch Hiob. Das Buch besteht aus Liedern und Gebten, die, von verschiedenen Autoren für verschiedene Anlässe verfasst, Israels Frömmigkeit aus verschiedenen Zeiten - von David bis Esra - widerspiegeln.

Der Psalter ist in fünf große Abschnitte oder Bücher eingeteilt. Man erkennt dieses Abschnitte a den Übergängen in Form von Lobsprüchen, meist mit einem doppelten Amen schließend, nach dem vierten Buch mit „Amen! Halleluja“, nach dem 149. Psalm mit einem großen Halleluja, wobei dann ein Halleljua-Psalm, nämlich Psalm 150, folgt, der den gesamten Psalter. Die Einleitung in die jeweiligen Büche kann als Hilfe für die Lesung in Tempel oder Synagoge gedacht gewesen sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass diese fünf Pslambücher daran erinnern sollen, dass der Psalter die fünfstimmige Antwort des Gemeinde auf Gottes Wort in den fünf Büchern Mose ist. So sind die fünf Bücher zu unterteilen. Erstes Buch: Psalm 1-41; zweites Buch: 42-72; drittes Buch Psalm 73-89; viertes Buch: Psalm 90-106; fünftes Buch: 107-150. Demnach liegt der Psalm 69 im zweiten Buch und wird von vielen Auslegern als ein messianischer Psalm ausgelegt. Mit seine 37 Verse ist es möglich den Psalm in neun Thematische Punkten zu gliedern. Der Vers 29 bildet dabei den Abschlussvers des siebten Teils der Davids Bitte um Vergeltung als Thema hat. Daher habe ich mich in dieser Arbeit auf den Abschnitt V.23-29 festgelegt, weil diese eine thematische Einheit bilden.

1. V. 1: Widmung.
2. V. 2-5: Beginn der Klage.
3. V. 6-7: Sündenbekenntnis.
4. V. 8-13: Fortsetzung der Klage.
5. V. 14-19: Bitte.
6. V. 20-22: Schilderung der Not.
7. V. 23-29: Bitte um Vergeltung.
8. V. 30: Zusammenfassung der Not und die letzte Bitte.
9. V. 31-37: Dankgelübde.

Der Psalm 69 ist ein Psalm der Klage und des Flehens, schließt aber mit dem Bekenntnis des Glaubens, dass Gott dieses Gebet erhören wird. So kann man Psalm 69 wie folgt aufteilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3. Gattung und Inhalt

Der Psalter ist das Gebetbuch des Volkes Gottes und wird im Synagogen- Gottesdienst ebenso verwendet wie vom einzelnen Beter. Diesen hohen Rang hat er auch für die christliche Gemeinde behalten. Obwohl die Psalmen eine Sammlung vieler Lieder verschiedener Dichter sind, dürfen wir doch nach ihren Grundgedanken fragen, denn hier werden nicht fromme Gefühle in künstlerischer Form gekleidet. Gerade die Psalmen als Gebete sind ein klares und oft sehr nüchternes Gespräch mit Gott, ein notvolles Schreien nach Rettung oder aber die dankbare Antwort auf das Heilshandeln Gottes am Einzelnen wie an seinem Volk. Mit dem vorausgegangenen Psalm 68 und dem nachfolgenden Psalm 70 bildet dieser Psalm eine sachliche Einheit und kann einzeln betrachtet werden. Die verzweifelte Klage eines einzelnen gibt als Anlass für die Not einen „Raub“ an der von David1 begannen wurde (69,5), weswegen nun eine schlimme Verfolgungsjagd einsetzt. Wenn wir nun eine Beziehung zu Davids Geschichte ziehen, können wir annehmen das er sich hier auf den Anspruch seiner Berufung bezieht, der sicher der eigentliche Grund für die Anfeindungen gegen ihn waren. Man spürt den besonderen Weg Gottes mit ihm, erkennt daraus zu Recht den Anspruch für die geistliche Führung. Der Psalm 69 gehört neben Psalm 22 und Psalm 102 zu den Gebeten Davids. So gehört Psalm 69 aber auch nach John H. Walton neben Psalm 35; 58; 83; 109; 137 zu den „Verwünschung Psalmen“.2

2.4. Historischer Hintergrund

Saul beförderte David zu Stand und Ehren, was ein guter politischer Zug war, aber zu viel für die anfällige Psyche des kranken König, der mit der Nähe Davids nicht umgehen konnte. Mit großem Mut, gemäßigt durch Demut und Umsicht, begab sich David in den Krieg und war so erfolgreich, dass die Barden Israels nach kurzer Zeit seinen Erfolge fast schon wie Legenden besangen. Saul sah sich nun in den Schatten gestellt und begann Pläne zu schmieden, wie er den Vertrauten ausschalten könnte, den er als Rivalen sah. Saul bekannte nun offen auch Jonatan seine Absichten, dass David sterben müsse. Jonatan versuchte, seinen Vater zu beschwichtigen. Saul ließ sich zeitweilig versöhnen, wollte aber David nur wenig später erneut töten. Diesmal bestellt er Mörder, die David in seinem Bett umbringen sollten. Doch Michal, seine Frau hörte von diesen Plänen und warnte ihren Mann. David floh noch rechtzeitig nach Rama zu Samuel um Saul zu entkommen (1.Sam. 19,18). Dort blieb David aber nur kurz, dann suchte er Jonatan auf. Gemeinsam fanden sie einen Weg, wie David ein für alle Mal sicher wissen konnte, ob er auch in Zukunft am Hof bleiben könnte. Dieses Mal blieb jedoch Jonatans Fürsprache bei Saul vollkommen wirkungslos, denn Saul war fest entschlossen David zu töten. Saul erkannte Jonatans Loyalität David gegenüber (1.Sam. 20,30-31) und wollte nun auch seinen Sohn umbringen. Also gab es für David nur einen Weg: Er musste fliehen, getrennt von Familie und Heimat leben, wenn er überleben und seinen Thron-Anspruch aufrechterhalten wollte. Nachdem Saul den philistäischen Einfall zurückgeschlagen hatte, nahm er unermüdlich Davids Verfolgung wieder auf und entdeckte ihn in En-Gedi. Es ist nun durch aus möglich, dass David diesen Psalm in dieser Zeit der Verfolgung geschrieben hat. In der er sich wünscht, dass seine Feinde zugrunde gehen.

3. THEOLOGIE VON PSALM 69

Das flehen „Rette mich“ Davids zu beginn des Psalmes entspringt einer Situation der Not und Gefahr. Es ist, als wenn der Leidende in die wässrigen Rachen der Unterwelt gezogen würde, ohne Aussicht auf Rettung, ohne Aussicht auf einen festen Grund. Daher auch der Ausdruck in Vers 1, dass „Wasser bis an die Seele gekommen“ ist. Der Begriff für Seele (vpn) kann auch mit „Kehle“ übersetzte werden. Das Wasser steht ihm schon bis zur Kehle, kurz vor dem Ertrinken. Die beste Übersetzung für vpn wäre im traditionellen Sinne aber „Seele“. Die Not, die Gefahr hätten fast Davids Seele und damit sein Leben überwältigt. In Vers 4 ändert sich das Bild hin zu jemanden, der in seiner Not sich an Gott gewandt hat bis sich seine Kehle (vpn) entzündet hat und das harren, dass sehen und sehnen auf ihn seine Augen vergehen hat lassen. Es wird ein Situation der absoluten Ausweglosigkeit und Verzweiflung geschildert. Es ist daraus zu schließen, dass die Bedrängnis groß sein muss. David ist müde geworden in seinem Rufen und Fehlehen. Das Rufen (arq) ist im Alten Testament nie ein „innerliches Schreien“, es ist immer ein Schreien aus „vollem Hals“. In Vers 5 werden nun die Verursacher der Not genannt: Es sind die, die ihn ohne Grund hassen. Die Bodenlosigkeit der Not liegt in der Grundlosigkeit der Anfeindung. Es wäre kein Zeichen echten Glaubens, wenn David so täte, als sei der Widerstand gering.

[...]


1 Paulus bestätigt die Autorenschaft Davids. In Römer 11,9 zietiert er aus Psalm 69,23-24 und weißt sie eindeutig David zu.

2 John H. Walton, Chronologische Tabellen zum Alten Testament (Marbigr an der Lahn: Francke Verlag, 1982), 73.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Theologie des Buches. Eine exegetische Untersuchung zu Psalm 69,29
Hochschule
Seminar Schloss Bogenhofen
Note
1
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V203868
ISBN (eBook)
9783668325944
ISBN (Buch)
9783668325951
Dateigröße
642 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buch, Buch des Lebens, Psalm 69
Arbeit zitieren
Andreas Weber (Autor), 2011, Die Theologie des Buches. Eine exegetische Untersuchung zu Psalm 69,29, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203868

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Theologie des Buches. Eine exegetische Untersuchung zu Psalm 69,29



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden