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Politische Sozialisation in der Familie

Title: Politische Sozialisation in der Familie

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 16 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Robert Nemitz (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Summary Excerpt Details

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Zeit eines rasch voranschreitenden
gesellschaftlichen Entwicklungsprozesses auf, der als eine neue Phase der Modernisierung
angesehen werden kann und alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens prägt. Politische
Bindungen und Orientierungen, die früher von Generation zu Generation übertragen wurden,
lösen sich auf; die Funktionen der traditionellen Sozialisationsinstanzen gehen immer mehr
verloren bzw. werden von anderen Instanzen, insbesondere von Medien übernommen.
Aufgrund der verlängerten Schulzeit bleiben Jugendliche in ökonomischer Abhängigkeit vom
Elternhaus und erlangen erst spät die Möglichkeit, autonom zu handeln. In der Familie
werden Jugendliche sowohl durch die politische Einstellung der Eltern als auch durch
herrschende familiäre Wertorientierungen, Erziehungsstile und Kommunikationsstrukturen in
ihrer politischen Grundhaltung beeinflusst. Der Einfluss der Familie darauf ist jedoch geringer
geworden.
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Politischen Sozialisationsprozess in der Familie.
Am Anfang soll der Begriff „Politische Sozialisation“ definiert werden. Es soll gezeigt
werden, welche Sozialisationsinstanzen einen Menschen im Laufe seines Lebens
beeinflussen. Dabei nimmt die Familie eine Schlüsselrolle in der politischen Sozialisation ein.
In der Hausarbeit werden Forschungsergebnisse zur politischen Sozialisation in der Familie
skizziert. Da die Sozialisationsforschung ein heterogenes und umstrittenes Gebiet, gibt die
Arbeit einen Überblick über zentrale und entscheidende Erkenntnisse zur politischen
Sozialisation in der Familie. Der dritte und letzte Punkt der Arbeit beschäftigt sich mit der
politischen Sozialisation durch die Familie in der ehemaligen DDR. In der DDR wurde
versucht die Sozialisationskraft der Familie zu schwächen, doch dadurch wurde genau das
Gegenteil bewirkt und die Familie genoss große Wertschätzung.
Nach der 14.Shell Jugendstudie (2002) leben rund drei Viertel der Jugendlichen zwischen 12
und 25 Jahren noch bei ihren Eltern. Fast 90 Prozent der Jugendlichen geben an, dass sie mit
ihren Eltern gut klar kommen. Knapp 70 Prozent - und damit deutlich mehr, als in früheren
Shell Jugendstudien - würden oder wollen ihre Kinder genauso oder wenigstens ungefähr so
erziehen, wie sie selber von ihren Eltern erzogen worden sind. Alles in allem zeigt sich
demnach zwischen den familiären Generationen ein hohes Maß an Akzeptanz und
Übereinstimmung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Politische Sozialisation

1.1. Sozialisationsinstanzen

1.1.1. Schule

1.1.2 Familie

2. Politische Sozialisationsprozesse in der Familie

2.1. Politische Sozialisation als Kristallisationsprozess in der Jugendphase

2.2. Politische Sozialisation als Lernprozess

3. Politische Sozialisation durch die Familie im Realsozialismus am Beispiel der DDR

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der politischen Sozialisation innerhalb der Familie unter Berücksichtigung verschiedener Sozialisationsinstanzen und deren Wandel. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Familie als primäre Sozialisationsinstanz die politischen Einstellungen und Orientierungen von Kindern und Jugendlichen prägt und inwieweit dieser Einfluss durch gesellschaftliche Entwicklungen, insbesondere im historischen Kontext der DDR, beeinflusst wurde.

  • Grundlagen und Definition der politischen Sozialisation als lebenslanger Lernprozess.
  • Analyse der verschiedenen Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, Medien).
  • Die Rolle der Familie als prägende Instanz für politische Einstellungen und Wertorientierungen.
  • Untersuchung des Einflusses politischer Systeme auf die Familie, dargestellt am Beispiel der DDR.
  • Reflexion der methodischen und theoretischen Ansätze in der aktuellen Sozialisationsforschung.

Auszug aus dem Buch

1. Politische Sozialisation

Im Laufe seines Heranwachsens lernt ein Kind eine Reihe von sozialen Vorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen. Diese werden dem Heranwachsenden weniger durch Belehrungen sondern vielmehr durch Erfahrungen, die dem Kind an ihm zugänglichen sozialen Orten wie Familie, Kindergarten, Gleichaltrige, Massenmedien in Interaktion vermittelt. Die Summe der gesammelten Erfahrungen wird als politische Sozialisation beschrieben.

Politischer Sozialisation ist somit die Gesamtheit der bewusst und unbewusst ablaufenden Prozesse, durch die Kenntnisse, Überzeugungen, Gefühlshaltungen, Werte, Normen und Symbole, die das politische Handeln regeln, dem Individuum vermittelt und von diesem internalisiert bzw. verinnerlicht werden. Politische Sozialisation bezieht sich auf die politischen Einstellungen und Orientierungen, die längerfristig und tiefergehend verinnerlichte Bestandteile der Persönlichkeit werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Politische Sozialisation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der politischen Sozialisation als lebenslangen Lernprozess und beleuchtet die Rolle verschiedener Instanzen bei der Vermittlung von Werten und Normen.

1.1. Sozialisationsinstanzen: Hier werden die primären, sekundären und tertiären Sozialisationsinstanzen unterschieden und deren spezifische Bedeutung für den Einzelnen analysiert.

1.1.1. Schule: Dieses Kapitel erläutert den Bildungsauftrag der Schule und ihre Rolle als institutioneller Sozialisationsagent für Kinder und Jugendliche.

1.1.2. Familie: Hier wird der theoretische Rahmen der Familie als primärer Ort politischer Prägung und die historische Entwicklung der entsprechenden Forschung aufgezeigt.

2. Politische Sozialisationsprozesse in der Familie: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene theoretische Modelle zur politischen Sozialisation in der Familie und deren Wandel über die Jahrzehnte.

2.1. Politische Sozialisation als Kristallisationsprozess in der Jugendphase: Hier wird die These kritisch beleuchtet, dass sich politische Einstellungen erst in der Jugendphase verfestigen.

2.2. Politische Sozialisation als Lernprozess: Dieses Kapitel verknüpft verschiedene Lernmodelle zu einem Gesamtverständnis der politischen Sozialisation als lebenslangem Prozess.

3. Politische Sozialisation durch die Familie im Realsozialismus am Beispiel der DDR: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsverhältnis zwischen staatlichen Erziehungszielen und der Familie in der DDR.

4. Zusammenfassung: Hier werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und aktuelle theoretische Defizite der Forschung benannt.

Schlüsselwörter

Politische Sozialisation, Familie, Sozialisationsinstanzen, DDR, Realsozialismus, Jugendphase, politische Einstellung, Lernprozess, Medien, Wertekonsens, politische Kultur, politische Bildung, Sozialstruktur, Erziehungsstil, Identifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle der Familie bei der politischen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie sich dieser Einfluss im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Hauptthemen zählen die Definition politischer Sozialisation, die Bedeutung von Instanzen wie Schule und Medien, die Auswirkungen familiärer Kommunikation sowie der historische Sonderfall der DDR.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Einfluss der Familie als Sozialisationsinstanz auf politische Einstellungen zu skizzieren und zu prüfen, wie stark dieser Einfluss durch staatliche oder gesellschaftliche Faktoren überlagert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die zentrale theoretische Ansätze und empirische Forschungsergebnisse verschiedener Studien zur politischen Sozialisation zusammenfasst und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Sozialisationsinstanzen, eine Analyse der familiären Sozialisationsprozesse sowie eine spezifische Betrachtung der Verhältnisse in der ehemaligen DDR.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Politische Sozialisation, Familie, Realsozialismus, Jugendphase, Sozialisationsinstanzen und politische Einstellung.

Warum galt die Familie in der DDR als besonders "sozialisationskräftig"?

Obwohl der DDR-Staat versuchte, den Einfluss der Familie zugunsten staatlicher Erziehung zu schwächen, bildete die Familie einen Rückzugsort, der als Gegenkultur fungierte und dadurch in der Wertschätzung der Menschen sogar gestärkt wurde.

Welche Rolle spielt die Schule im Vergleich zur Familie?

Während die Familie als primäre und prägende Instanz gilt, hat die Schule eine relevante, aber eher ergänzende Rolle, die insbesondere bei der Wissensvermittlung und der Persönlichkeitsentwicklung im Jugendalter bedeutsam ist.

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Details

Title
Politische Sozialisation in der Familie
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Einführung in die Didaktik der Politischen Bildung
Grade
2,5
Author
Robert Nemitz (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V20386
ISBN (eBook)
9783638242721
Language
German
Tags
Politische Sozialisation Familie Einführung Didaktik Politischen Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Nemitz (Author), 2003, Politische Sozialisation in der Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20386
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