Um auf dem Weltmarkt profitabel agieren zu können, sind Unternehmen gezwungen ihre Effizienz zu steigern. Gemäß der Formel Effizienz = Output/Input bieten sich zur Verbesserung dieses simplen Zusammenhangs lediglich zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Entweder die Kostenstrukturen werden optimiert oder der Umsatz wird – positive Marge vorausgesetzt – gesteigert. Dies kann mit der Durchführung eines Effizienzsteigerungsprogramms erreicht werden.
Ziel dieser Arbeit ist deshalb die Beschreibung einer Methode, die es Organisationen ermöglichen soll, die Auswahl der „richtigen“ Projekte für ein Effizienzsteigerungsprogramm auszuwählen, um so einen maximalen Programmerfolg zu erreichen. Anders als bei Einzelprojekten gilt es in einem Effizienzsteigerungsprogramm erst einmal potenzielle Projekte für eine Effizienzsteigerung zu identifizieren, um dann, entsprechend deren Auswirkungen auf die Effizienz des Unternehmens, die vorteilhaftesten auszuwählen. Hier stehen nun, anders als in einem Gesamtprojektportfolio, welches alle Projekte eines Unternehmens beinhaltet, monetäre Bewertungsmethoden im Vordergrund, da die Effizienz nun einmal durch Kostensenkung oder Ertragssteigerung zu erreichen ist.
Inhaltlich ist diese Arbeit somit abzugrenzen vom strategischen Projektportfoliomanagement, das die Zielsetzung hat, alle Projekte eines Unternehmens auf dessen strategische Ziele auszurichten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Abgrenzung
2 Datenbasis zur Auswahl der „richtigen“ Projekte
2.1 Ausgangssituation
2.2 Vom Globalziel zum Potenzial
2.2.1 Zielvorstellung entwickeln
2.2.2 Potenzialanalyse
2.2.3 Programmumfeldanalyse
3 Auswahl der „richtigen“ Projekte
3.1 Business Case Analyse
3.1.1 Return on Investment oder Gesamtkapitalrentabilität
3.1.2 Kapitalwert- oder Discounted Cash-Flow-Methode
3.2 Weitere relevante Themen bei der Projektpriorisierung
3.2.1 Ressourcenengpass
3.2.2 Vergleichbarkeit der Projekte gewährleisten
3.2.3 Inhaltliche Überschneidungen identifizieren
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer Methode zur Identifikation und Auswahl der „richtigen“ Projekte innerhalb eines Effizienzsteigerungsprogramms, um den Programmerfolg zu maximieren. Im Gegensatz zum klassischen strategischen Projektportfoliomanagement liegt der Fokus dabei auf monetären Bewertungsmethoden, da Effizienzsteigerungen primär durch Kostensenkungen oder Ertragssteigerungen erzielt werden.
- Grundlagen von Effizienzsteigerungsprogrammen vs. Projektportfolios
- Methoden zur Potenzialanalyse und Zieldefinition
- Einsatz monetärer Bewertungsverfahren wie ROI und Kapitalwertmethode
- Priorisierung unter Berücksichtigung von Ressourcenengpässen und Liquiditätsaspekten
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Return on Investment oder Gesamtkapitalrentabilität
Der Return on Investment (ROI) stammt ursprünglich aus der Unternehmensbewertung und steht, als Rentabilitätskennzahl, an der Spitze des DuPont Schemas (siehe Anhang 3)37. Er kann jedoch auch zur Bewertung von Einzelinvestitionen bzw. Projekten herangezogen werden.38 So stellt der ROI laut LOMNITZ und PATZAK/RATTAY einen geeigneten Erfolgsmaßstab für interne Investitions- und Reorganisationsprojekte dar.39,40
Der ROI setzt das für die Investition eingesetzte Kapital, ins Verhältnis zu dem erwirtschafteten Gewinn, der durch die Investition entsteht.41
ROI = Gewinnanteil / Kapitaleinsatz
Der Gewinn kann bei Effizienzprogrammen mit den realisierten Einsparungen gleichgesetzt werden, die durch eine Investition, in die Optimierung eines Prozesses, realisiert werden.
Anders als bei einem reinen Gewinnvergleich unterschiedlicher Projekt- bzw. Investitionsalternativen, ist das eingesetzte Kapital von entscheidender Bedeutung. So können beim Gewinnvergleich zwei Alternativen, absolut gesehen, den gleichen Gewinn erwirtschaften, die Investitionssummen allerdings erheblich abweichen. In diesem Fall ist die Investition mit der geringeren Investitionssumme selbstverständlich vorzuziehen. Eine Erkenntnis die der ROI automatisch liefert. Denn der ROI gibt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals an und ermöglicht somit auch den Vergleich alternativer Kapitalanlagen.42 Eine Empfehlung unter Beachtung des Analagerisikos gibt der ROI allerdings nicht. Diese Abwägung muss separat erfolgen. Stellt man beispielsweise fest, dass eine nahezu risikolose Anlage, beispielsweise in Bundeswertpapieren, die gleiche Rendite abwirft, wie eine, mit einem wesentlich höheren Risiko behafteten, Kapitalanlage in eine neue Maschine, ist die Kapitalanlage mit dem geringeren Risiko vorzuziehen. Hier also die Anlage in Bundeswertpapieren.43
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die hohe Relevanz von Effizienzsteigerungsprogrammen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten und definiert die in der Arbeit verwendeten Begriffe.
2 Datenbasis zur Auswahl der „richtigen“ Projekte: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess von der ersten Zielvorstellung und Wettbewerbsanalyse über die Potenzialanalyse bis hin zur Analyse des Programmumfelds.
3 Auswahl der „richtigen“ Projekte: Dieser Teil widmet sich den konkreten Methoden zur Priorisierung von Projekten, insbesondere unter Anwendung von Investitionsrechnungsmethoden und der Berücksichtigung von Ressourcenengpässen.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die methodischen Ansätze zusammen und betont die Notwendigkeit, spezifische Bewertungsinstrumente für Effizienzprogramme anstatt klassischer Portfolio-Methoden zu nutzen.
Schlüsselwörter
Effizienzsteigerungsprogramm, Projektprogramm, Projektportfolio, ROI, Kapitalwertmethode, Investitionsrechnung, Potenzialanalyse, Engpassbetrachtung, Kosteneffizienz, Projektpriorisierung, Ressourcenmanagement, Wettbewerbsanalyse, Multiprojektmanagement, Wirtschaftlichkeit, Business Case
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodische Auswahl und Priorisierung von Projekten innerhalb von Effizienzsteigerungsprogrammen, um eine maximale Wirtschaftlichkeit in Unternehmen zu erzielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft Ansätze aus dem Projektmanagement (insbesondere Multiprojektmanagement) mit Methoden aus dem Finanzmanagement und der Prozessoptimierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines methodischen Leitfadens, der es ermöglicht, aus einer Menge von potenziellen Maßnahmen diejenigen Projekte zu selektieren, die den größten Beitrag zur Effizienzsteigerung leisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und adaptiert bewährte Methoden der Investitionsrechnung wie den Return on Investment (ROI) und die Kapitalwertmethode für den spezifischen Kontext von Programmportfolios.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der Datenbasis und Zieldefinition (Potenzialanalyse) über die konkreten Berechnungsmethoden für Business Cases bis hin zu Priorisierungsverfahren bei Ressourcenengpässen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Effizienzsteigerungsprogramm, ROI, Kapitalwertmethode, Projektpriorisierung und Engpassmanagement.
Warum unterscheidet der Autor explizit zwischen Programm- und Portfoliomanagement?
Die Arbeit grenzt diese Begriffe ab, um zu verdeutlichen, dass Effizienzsteigerungsprogramme eine klare zeitliche Begrenzung und einen spezifischen monetären Fokus aufweisen, der sich vom dauerhaften Projektportfoliomanagement unterscheidet.
Welche Bedeutung misst der Autor der Engpassbetrachtung bei?
Die Engpassbetrachtung ist essenziell, da Budgets oder Ressourcen in wirtschaftlichen Krisenzeiten meist stark limitiert sind, weshalb eine priorisierte Auswahl nach Rentabilität zwingend erforderlich ist.
- Arbeit zitieren
- Dominic Dentz (Autor:in), 2012, Effizienzsteigerungsprogramme – Methoden zur Auswahl der „richtigen“ Projekte für ein optimales Programmportfolio, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203895