Wie ist Rom entstanden? Diese Frage beschäftigt auch heute noch viele Forscher, die sich mit der Frühzeit dieser Stadt befassen. Nicht immer kann man sichere Schlüsse ziehen und oft sind es nur Vermutungen. Ein wesentlicher Aspekt wird dabei in dieser Hausarbeit behandelt: Ist Rom punktuell entstanden, oder führte ein langwieriger Prozess zur Entstehung der Stadt? Wie wird es in den antiken Quellen dargestellt? Welche Erkenntnisse liefern die archäologischen Zeugnisse?
Auf diese Fragen will ich im Laufe meiner Arbeit näher eingehen. Im ersten Kapitel befasse ich mich mit dem Gründungsmythos. Als antike Quelle werde ich hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, Livius und seine Römische Geschichte benutzen. Sein Werk ist, neben der Geschichte Roms von Dionysius von Halikarnassos, der wichtigste Bericht über die Gründung Roms aus der Antike.
Im zweiten Kapitel wende ich mich der historischen Entwicklung zu. Mein Augenmerk richte ich hier unter anderem auf die archäologischen Funde, die man im heutigen Stadtgebiet Roms gefunden hat. Teilweise werde ich sie mit der antiken Überlieferung vergleichen. Zudem werde ich auch die kulturellen Rahmenbedingungen zur Zeit der vermeintlichen Gründung Roms erläutern. Können einige Details der Gründungsgeschichte bestätigt werden? War die Gründung Roms ein punktuelles Ereignis oder gab es doch einen langwierigen Prozess? Was wird unter dem Begriff Gründung eigentlich verstanden?
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1. Der Gründungsmythos Roms
2. Die historische Entwicklung Roms
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die grundlegende Fragestellung, ob die Entstehung Roms als punktuelles, durch Mythen geprägtes Ereignis oder als ein langwieriger, durch archäologische Befunde belegbarer Entwicklungsprozess zu verstehen ist.
- Analyse antiker Gründungsberichte (Livius, Dionysios von Halikarnassos, Plutarch)
- Gegenüberstellung von mythologischer Überlieferung und archäologischen Funden
- Bedeutung etruskischer Einflüsse auf die urbane Entwicklung Roms
- Kritische Untersuchung der Rolle des Romulus als vermeintlicher Stadtgründer
- Definition und begriffliche Differenzierung von "Gründung" vs. "Entwicklung"
Auszug aus dem Buch
1. Der Gründungsmythos Roms
Folgt man dem Bericht von Livius, so sollen Remus und Romulus die Stelle ausgesucht haben, an der die Gründung erfolgt sein soll. Laut Dionysios von Halikarnassos soll es Numitor gewesen sein, der zur Gründung einer Stadt drängte. Plutarch spricht von einer ersten Gründung Roms durch die Zwillinge, die zweite war durch Romulus selbst erfolgt. Weder Dionysios noch Livius machen diesen Unterschied, da sich beide lediglich der Gründung durch Romulus bewusst sind.
Zwischen den Brüdern herrschte ein enges Verhältnis, doch erste Zeichen der Anspannung traten auf, als sie entscheiden mussten, wer die Stadt gründen soll und ihr seinen Namen gibt. Für Livius ist der Grund dafür die „Herrschersucht“ (regni cupido). Laut Dionysios von Halikarnassos aber liegt die Ursache in der Aufteilung der Bevölkerung in zwei Gruppen, die jeweils von einem der beiden Zwillinge angeführt wurde. Remus bevorzugte den Hügel Aventin, Romulus den Hügel Palatin. Sie einigten sich darauf, die Götter durch den Vogelflug entscheiden zu lassen. Remus soll als erster sechs Vögel gesehen haben. Als dies Romulus berichtet wurde, behauptete Letzterer er habe zwölf Vögel gesichtet. Es entbrannte ein Streit zwischen den Brüdern, da sie sich nicht einigen konnten, wer der Gründer der Stadt sein soll: derjenige, welcher mehr Vögel sichtete oder jener, der sie zuerst sah? Angeblich soll Remus in diesem Streit getötet worden sein.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung skizziert die zentrale Forschungsfrage, ob Rom punktuell entstand oder das Resultat eines langwierigen Prozesses war, und führt in die methodische Vorgehensweise ein.
1. Der Gründungsmythos Roms: Dieses Kapitel analysiert die antiken Überlieferungen zur Stadtgründung durch Romulus und Remus sowie deren unterschiedliche Interpretationsansätze.
2. Die historische Entwicklung Roms: Der Autor vergleicht die archäologische Forschungslage, insbesondere etruskische Einflüsse und Funde auf dem Palatin, mit der mythologischen Tradition.
Schluss: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass Rom kein punktuelles Gründungsprodukt, sondern das Resultat einer langjährigen Entwicklung ist.
Schlüsselwörter
Rom, Gründungsmythos, Romulus, Remus, historische Entwicklung, Archäologie, Etrusker, Stadtgründung, Prozess, antike Quellen, Livius, Palatin, Siedlungsentwicklung, Siedlungsgeschichte, Urbanisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Ursprünge der Stadt Rom und hinterfragt, ob diese historisch als plötzlicher Gründungsakt oder als gradueller Entwicklungsprozess anzusehen sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Interpretation antiker Gründungsmythen, die archäologischen Nachweise im Raum Palatin sowie den soziokulturellen Einfluss der Etrusker.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen mythologischer Überlieferung und historischer Realität aufzulösen und zu klären, wie der Begriff "Gründung" in diesem Kontext korrekt zu definieren ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Analyse antiker Texte kombiniert mit einer Auswertung archäologischer Sekundärliteratur durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Gründungsmythos und die Analyse der historischen Entwicklung anhand archäologischer Befunde und kultureller Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rom, Gründungsmythos, Romulus, Etrusker und archäologische Forschung geprägt.
Welche Rolle spielen die Etrusker bei der Stadtentstehung?
Die Etrusker werden als jene Kraft identifiziert, die durch technologische Fortschritte und städtebauliche Maßnahmen aus den ursprünglichen Siedlungen eine urbane Struktur schufen.
Warum wird das Datum 753 v. Chr. als Gründungsdatum verwendet?
Obwohl das Datum historisch nicht belegbar ist, hat es sich als Konvention in der antiken Tradition (insbesondere durch Varro) festgesetzt und dient der zeitlichen Einordnung.
- Arbeit zitieren
- Fabio Spirinelli (Autor:in), 2011, Die Entstehung Roms: Punktuelles Ereignis oder langwieriger Prozess?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203916