Altenberg gilt als Sonderling, als Einzelgänger, der dem bürgerlichen Leben entsagt hat. Er hat seine Texte nur in Kurzform verfasst, keines der Werke umfasst mehr als drei oder vier gedruckte Seiten, was auf ein hohes Maß an Exzentrizität schließen lässt und gleichzeitig eine außerordentliche Verwirklichung des vorherrschenden Zeitgeistes bedeutet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Peter Altenberg
2.1. Kindheit und Jugend des Richard Engländer
2.2. Der Lebenswandel zum Bohemien
2.3. Der Schriftsteller Peter Altenberg
3. Das Werk Altenbergs
3.1. Gattungsspezifische Besonderheiten
3.2. Die Themen
4. Interpretationsansätze
4.1. Zwölf
4.2. Fleiß
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das literarische Schaffen von Peter Altenberg vor dem Hintergrund seiner exzentrischen Lebensweise als Bohemien im Wien der Jahrhundertwende. Ziel ist es, die Verbindung zwischen seiner unkonventionellen Existenz und seiner spezifischen Form der Prosaskizzen herauszuarbeiten sowie die Rolle der Natur und des Frauenbildes in seinem Werk zu analysieren.
- Biografische Prägung und Entwicklung zum Bohemien
- Gattungsspezifische Besonderheiten der Altenbergschen Prosadichtung
- Die zentrale Rolle der Frau und die Psyche in seinen Texten
- Naturmetaphorik und die Wahrnehmung des Augenblicks
- Analyse ausgewählter Skizzen („Zwölf“ und „Fleiß“)
Auszug aus dem Buch
3.1. Gattungsspezifische Besonderheiten
Altenbergs Werke werden als Prosagedichte bezeichnet und stehen in Anlehnung an die französischen poèmes en prose, die unter anderem von Charles Baudelaire geprägt wurden. Es handelt sich um kurze Texte in prosaischer Form; die außerordentliche Kürze ist die auffälligste formale Besonderheit an Altenbergs Werk. So hat sich sein Prinzip gestalterischer Kürze [...] als adäquates Abbild seiner persönlichen exzentrischen Lebensweise gezeigt, als die Darstellungsform, die seiner unruhigen Mentalität, seinem staccatomäßigen Arbeitsstil und -rhythmus wie dem von ihm geschaffenen romantischen Entwurf des Dichters entspricht.
Der Autor selbst bezeichnete seine Texte „programmatisch als 'Extrakte' und grenzt(e) sie [...] von 'Dichtung' und deren Gestaltungsweise ab.“
Was man 'weise verschweigt' ist künstlerischer, als was man 'geschwätzig ausspricht'. Nicht?! Ja, ich liebe das 'abgekürzte Verfahren', den Telegramm-Stil der Seele! Ich möchte einen Menschen in einem Satze schildern, ein Erlebnis der Seele auf einer Seite, eine Landschaft in einem Worte!
Impressionen und Empfindungen werden literarisch festhalten. Es handelt sich um einzelne Beobachtungen; Hauptpersonen oder eine durchgehende Handlung als verbindendes Glied zwischen den einzelnen kurzen Stücken existieren nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Künstlers Peter Altenberg und der Forschungsfrage nach der Verbindung zwischen seinem exzentrischen Leben und der außergewöhnlichen Form seiner Texte.
2. Peter Altenberg: Biografie von der Kindheit als Richard Engländer über seine Zeit als Bohemien bis hin zur schriftstellerischen Laufbahn.
3. Das Werk Altenbergs: Untersuchung der formalen Besonderheiten des Telegramm-Stils sowie der zentralen Themenbereiche Natur, Frau und Psyche.
4. Interpretationsansätze: Exemplarische Analyse der Texte „Zwölf“ und „Fleiß“ hinsichtlich ihrer autobiografischen und stilistischen Elemente.
5. Fazit: Kritische Würdigung der Wirkung Altenbergs auf die Literaturwelt und seiner Eigenschaft als „exemplarisches Künstler-Idol“ der Jahrhundertwende.
Schlüsselwörter
Peter Altenberg, Wiener Moderne, Bohemien, Prosagedichte, Extrakte, Telegramm-Stil, Jahrhundertwende, Impressionismus, Frauenbild, Naturmetaphorik, Richard Engländer, Skizzen, Literaturtheorie, Künstlerleben, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit widmet sich dem Leben und dem literarischen Werk des österreichischen Schriftstellers Peter Altenberg im Kontext der Wiener Moderne um 1900.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die exzentrische Lebensweise des Autors, die spezielle Form seiner „Extrakte“ (Prosaskizzen) sowie seine thematische Fixierung auf Natur, Weiblichkeit und die bewusste Wahrnehmung des Augenblicks.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung, ob und wie sich Altenbergs unstete Lebensweise als Bohemien in der Gestaltung und den Inhalten seiner literarischen Texte widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die biografische Kontexte mit einer gattungstypologischen Betrachtung der Prosadichtung kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Formmerkmale der Texte, das Frauenbild des Autors, die Rolle der Natur und bietet interpretative Analysen zu den Skizzen „Zwölf“ und „Fleiß“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wiener Moderne, Bohemien, Telegramm-Stil, Impressionismus und Identität.
Warum wird Altenberg als „Schnorrer“ bezeichnet?
Aufgrund finanzieller Probleme nach dem Tod des Vaters war Altenberg von finanzieller Unterstützung durch Freunde und öffentlichen Spendenaufrufen abhängig, was ihm diesen Ruf einbrachte.
Welchen Einfluss hatte Altenberg auf die Literatur?
Obwohl sein Werk kontrovers diskutiert wurde, löste es bei den Zeitgenossen eine veränderte Wahrnehmung für Details im Alltag aus und sicherte ihm einen Platz als markante Künstlerpersönlichkeit.
- Arbeit zitieren
- Gabriela Augustin (Autor:in), 2009, Das junge Wien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203947