Es gibt viele Biographien über die Frau, die wie keine andere die Mode des 20. Jahrhunderts prägte, aber die meisten sind mit Vorsicht zu genießen. Denn Mademoiselle, wie sie sich am liebsten nennen ließ, war nicht nur eine geniale Stilistin, sondern auch eine begnadete Märchenerzählerin. Je älter sie wurde, je weiter sie sich von ihren Anfängen entfernte, desto mehr neigte sie zur persönlichen Legendenbildung. Die Chanel strich ihre beiden Brüder, die sie für ihr Schweigen sogar bezahlte, aus ihrer Biographie. Sie verleugnete ihren ersten Liebhaber, der ihr den Zugang zu höheren Gesellschaftsschichten eröffnet hatte. Sie frisierte die Geschichte ihrer Geburt und ihrer Kindheit. Als ihre Lebensgeschichte als Musical am Brodway inszeniert wurde, wünschte sie sich, es solle mit einer Szene beginnen, in der ihr Vater sich liebevoll über ihre Wiege beugt und ihr den Spitznamen „Coco“ gibt. Die Wirklichkeit sah anders aus.
Coco Chanel revolutionierte nach dem Ersten Weltkrieg die Damenmode: Sie ließ die Taillen herunterrutschen, brachte sportliche Sweater in Umlauf, machte den 'Bubikopf' berühmt und das 'Kleine Schwarze'. Ihr Stil war schlicht, einfach und unspektakulär. Selbst in den 50er Jahren hielt sie an ihrem Stil fest.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das „Kleine Schwarze
3. Haute Couture
4. Chanels Come Back in den 50er Jahren
5. Coco Chanel – Geniale Modedesignerin oder eher clevere Geschäftsfrau?
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Biografie und das modische Vermächtnis von Coco Chanel, mit einem besonderen Fokus auf die historische Einordnung und gesellschaftliche Bedeutung des „Kleinen Schwarzen“ sowie ihre Rückkehr in die Modewelt der 1950er Jahre. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit Chanel als visionäre Modeschöpferin oder als kalkulierende Geschäftsfrau zu bewerten ist.
- Die Entstehung und Symbolik des „Kleinen Schwarzen“ im gesellschaftlichen Kontext der 1920er Jahre.
- Die Entwicklung und Definition der Haute Couture und ihre Bedeutung für das Modeverständnis.
- Die Analyse von Chanels Comeback in den 1950er Jahren und die Etablierung des klassischen Chanel-Kostüms.
- Die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau und der Positionierung Chanels innerhalb der männlich dominierten Modebranche ihrer Zeit.
Auszug aus dem Buch
Das „Kleine Schwarze
Schwarz ist nicht nur irgendeine Farbe. Schwarz ist sensibel und dramatisch, anmutig und eigen. Schwarz spiegelt die Demut der Frommen und Trauernden genauso wie die dunklen Seiten der sündiger Zauberei. Als Nicht-Farbe ist Schwarz eigentlich Zeichen für das Böse, Symbol für Trauer und Witwenschaft.
Obwohl schon vor Coco Chanel Modedesigner „Kleine Schwarze“ kreierten, wird die eigentliche „Erfindung“ ihr zugeschrieben. In der Maiausgabe der amerikanischen Vogue des Jahres 1926 tauchte eine schlichte Modezeichnung dieses Kleidungsstückes auf (Abb. 1). Das Kleid sollte tagsüber getragen werden und durch seine Schlichtheit bestechen.
Bei der Kreation handelte es sich um einen Zweiteiler, bestehend aus einem Pullover und Rock. Der Schnitt des Oberteils ist gerade und weist lediglich eine leichte Taillierung vor. Im Gegensatz zu heutigen Pullovern, die lediglich bis zur Hüfte der Trägerin reichen, sind diese bis zum Oberschenkelansatz verlängert. So war es der Trägerin freigestellt, ob sie als Accessoire wahlweise auf einen Gürtel, eine Schärpe zurückgreift oder auf beides verzichtet. Ganz wie es ihr beliebte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Eine Einführung in die Biografie von Coco Chanel, die die Diskrepanz zwischen öffentlicher Legendenbildung und tatsächlicher Lebensgeschichte thematisiert.
2. Das „Kleine Schwarze: Die Analyse des ikonischen Kleidungsstücks als Befreiung der Frau aus einengenden Konventionen und als modisches Statement der 1920er Jahre.
3. Haute Couture: Eine historische Einordnung der hohen Schneiderkunst sowie die Erläuterung ihrer Kriterien und wirtschaftlichen Bedeutung im 20. Jahrhundert.
4. Chanels Come Back in den 50er Jahren: Die Darstellung von Chanels Rückkehr in das Modegeschäft 1954 und die Etablierung des zeitlosen Tweed-Kostüms trotz anfänglicher Kritik.
5. Coco Chanel – Geniale Modedesignerin oder eher clevere Geschäftsfrau?: Eine kritische Reflexion über Chanels Arbeitsweise, ihre Rolle als Trendsetterin und ihre Positionierung als unabhängige Frau in einer von Männern dominierten Branche.
Schlüsselwörter
Coco Chanel, Kleines Schwarzes, Haute Couture, Modegeschichte, 1920er Jahre, 1950er Jahre, Mode-Design, Modeschau, weibliche Emanzipation, Karl Lagerfeld, Kostüm, Stil, Modemarke, Paris, Luxus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und Werk von Coco Chanel und beleuchtet dabei kritisch ihren Einfluss auf die Modegeschichte des 20. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Etablierung des „Kleinen Schwarzen“, die Bedeutung der Haute Couture, Chanels Comeback in den 1950ern sowie ihr geschäftliches Geschick.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Wirken Chanels jenseits des Mythos zu betrachten und die Person hinter den modischen Innovationen sowie deren ökonomische Taktiken zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse auf Basis von Biografien, Modezeitschriften, Interviews und historischer Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Entstehung des Kleinen Schwarzen, den Begriff der Haute Couture und die Hintergründe von Chanels Comeback in der Nachkriegszeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Coco Chanel, Kleines Schwarzes, Haute Couture, Modegeschichte, weibliche Emanzipation und Luxusmode.
Wie reagierte die Fachpresse auf Chanels Comeback in den 1950er Jahren?
Die europäische Presse reagierte teilweise mit beißendem Spott und bezeichnete die Kollektionen als „Fiasko“ oder „melancholische Retrospektive“.
Warum spielt das Chanel-Kostüm eine solch große Rolle in der Geschichte?
Das Kostüm wurde insbesondere durch die Akzeptanz bei US-amerikanischen Frauen und die tragische Assoziation mit dem Attentat auf J.F. Kennedy weltweit zu einem ikonischen Symbol.
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- Britta Heidel (Autor), 2003, Coco Chanel. Das Kleine Schwarze und das typische Chanel-Kostüm , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20403