Meine Hausarbeit setzt sich mit den Themen des Orientalismus in der europäischen
Malerei, mit dem Schwerpunkt Frauenbilder, auseinander. Einführend gebe ich einen
Überblick über den Orient im Allgemeinen und dem Begriff des Orientalismus. Danach
beschäftige ich mich konkret mit den Themen der orientalistischen Malerei. Ich habe
diesen Bereich in vier Punkte unterteilt, die jeweils einen bestimmten Zeitraum
umfassen. Die Themen sind mit einzelnen Bildbeispielen belegt, um sie zu
verdeutlichen und anschaulicher zu gestalten. Da der Schwerpunkt dieser Arbeit auf den
Frauenbildern in der Malerei der Orientalisten liegt, wird zunächst geklärt, was die Frau
im Orient darstellte. Einerseits existierte durch Unwissenheit der Mythos der sinnlichen
Orientalin, der jedoch gleich darauf entmystifiziert werden soll. Hierzu verwendete ich
Reiseberichte von Frauen, die den Orient besuchten, da diese das verklärte Bild der
orientalischen Frau aufklärten und realistisch wiedergaben. Anschließend soll
aufgezeigt werden, wie die orientalische Frau auf Gemälden europäischer Künstler
dargestellt wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Orient
3. Orientalismus
4. Themen des Orientalismus in der europäischen Malerei
4.1 Vom 15. – 17. Jahrhundert
4.2 Das 18. Jahrhundert
4.3 Das 19. Jahrhundert
4.4 Das 20. Jahrhundert
5. Die Frau im Orient
5.1 Der Mythos der orientalischen Frau
5.2 Die Entmystifizierung der orientalischen Frau
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Darstellung des Orients in der europäischen Malerei mit einem spezifischen Fokus auf die bildliche Repräsentation von Frauen. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Unwissenheit, Klischees und männlichen Phantasien auf die Entstehung eines verzerrten „orientalischen“ Frauenbildes aufzuzeigen und durch den Vergleich mit authentischen Reiseberichten zu dekonstruieren.
- Historische Entwicklung des Orientalismus in der europäischen Malerei vom 15. bis zum 20. Jahrhundert.
- Analyse des "Mythos der orientalischen Frau" als Lustobjekt und Femme fatale.
- Gegenüberstellung von männlich geprägter Kunst und den Berichten weiblicher Reisender.
- Wandel von der exotisierten Haremsdarstellung zur realistischen Abbildung des Alltagslebens.
- Kritische Reflexion des Einflusses von Vorurteilen auf die westliche Kunstgeschichte.
Auszug aus dem Buch
5.2 Die Entmystifizierung der orientalischen Frau
Im 19. und im 20. Jahrhundert gab es unter den vielen Orient-Reisenden auch einige Frauen, die sich aufmachten, das Leben der arabischen Frauen zu erforschen. Was in ihren Berichten deutlich wurde, war eine klare Distanzierung zu dem vorherrschenden Bild der orientalischen Frau. Es war eher eine Entmystifizierung der Klischees. Der Harem beispielsweise war kein Ort der Lust. Die europäischen Frauen sahen ihn als „Ort des Verschlusses und der Nicht-Existenz von Frauen“. Die Feststellung, das orientalische Frauen nicht so schön sind wie sie beschrieben wurden und dass sie sich nicht den ganzen Tag pflegen („elles s’occupent de leur figure comme d’un objet étrager“), fand ihren Niederschlag in den Reiseberichten. Auch empfanden sie den Harem als langweilig. Die Orientalinnen hatten kaum die Chance sich zu bilden, selbst Bewegung war nur sehr eingeschränkt möglich. Es bestand eine Hierarchie zwischen den Geschlechtern. Der Mann war der Frau übergeordnet und hatte das Sagen. Die Trennung zwischen Mann und Frau wurde von den Männern bestimmt. Diese durften sich frei bewegen wohingegen ihre Frauen zu Hause unter sich sein sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Zielsetzung sowie der methodischen Vorgehensweise anhand von Bildbeispielen und Reiseberichten.
2. Orient: Begriffsherleitung des Orients und dessen historisch-kulturelle Bedeutung sowie das Verhältnis zum Okzident.
3. Orientalismus: Definition des Orientalismus als eurozentrisches Konstrukt und Dokument des europäischen Weltbildes.
4. Themen des Orientalismus in der europäischen Malerei: Detaillierte Betrachtung der künstlerischen Entwicklung und Motivwahl über vier Jahrhunderte hinweg.
5. Die Frau im Orient: Analyse der Kluft zwischen der männlichen Phantasie und der Lebensrealität orientalischer Frauen sowie deren schrittweise Entmystifizierung.
6. Zusammenfassung: Resümee über die Erkenntnis, dass gesteigertes Wissen zu einer realistischeren und weniger klischeebehafteten Darstellung führt.
Schlüsselwörter
Orientalismus, europäische Malerei, Frauenbilder, Harem, Okzident, Reiseberichte, Klischees, Entmystifizierung, Exotik, Haremsdamen, Alltagsszenen, Männerphantasien, Kunstgeschichte, Orient-Reisende, Geschlechterrollen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Europa den Orient über Jahrhunderte hinweg in der bildenden Kunst dargestellt hat, wobei der Fokus besonders auf dem Bild der Frau liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Orientalismus, die Verbreitung von Stereotypen über Haremsfrauen und der Kontrast zwischen Fiktion und Realität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unwissenheit und Vorurteile das Bild der orientalischen Frau in der europäischen Malerei geformt haben und wie dieses Bild hinterfragt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Methode verwendet, die historische Bildbeispiele mit zeitgenössischen Reiseberichten vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der orientalistischen Malerei und eine thematische Untersuchung der Darstellung von Frauen im Orient.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Orientalismus, Frauenbilder, Haremsdarstellungen, Exotik, Klischees und der interkulturelle Diskurs zwischen Orient und Okzident.
Warum war das Bild des Harems in der Malerei so verfälscht?
Da männliche Maler keinen Zugang zu den privaten Bereichen hatten, erfanden sie erotische Phantasien, die den westlichen Sehgewohnheiten und Wünschen entsprachen.
Inwiefern unterscheiden sich die Reiseberichte von Frauen von den Gemälden ihrer Zeitgenossen?
Während männliche Künstler den Harem als Ort der Lust darstellten, beschrieben weibliche Reisende ihn als isoliert, langweilig und durch patriarchale Hierarchien geprägt.
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- Suzana Dulabic (Author), 2003, Themen des Orientalismus in der europäischen Malerei mit Schwerpunkt: Frauenbilder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20404