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Eine empirische Analyse politischer Stellungnahmen zur Fair-Value-Bilanzierung während und im Nachklang der Finanzkrise

Titre: Eine empirische Analyse politischer Stellungnahmen zur Fair-Value-Bilanzierung während und im Nachklang der Finanzkrise

Thèse de Master , 2012 , 97 Pages , Note: 1,3

Autor:in: B.A. Wirtschaftswissenschaften Daniel Schreiber (Auteur)

Gestion d'entreprise - Comptabilité, Fiscalité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Durch die globale Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 und den damit assoziierten Problemen und Zusammenbrüchen diverser Finanzinstitutionen in den USA und auf internationaler Ebene ist Fair-Value ins Blickfeld einer kontroversen Debatte gerückt. Bei-spiele für bedeutende amerikanische Geschäfts- und Investmentbanken, die im Rahmen der Rezession Insolvenz anmelden mussten beziehungsweise von Wettbewerbern übernommen wurden, sind unter anderem Bear Stearns, Lehman Brothers, Washington Mutual, Merrill Lynch und Wachovia. Auch im internationalen Raum führte die Finanzkrise zu erheblichen Problemen bei ABN AMRO, Dexia und Hypo Real Estate oder im Fall von Northern Rock gar zum Konkurs. Kritiker der Zeitwertmethode argumentieren, dass die Fair-Value-Vorschriften für Krisenzeiten nicht nur ineffektiv waren, sondern aufgrund von signifikanten Abschreibungen den Zusammenbruch einiger der genannten Finanzinstitutionen induzierten. Im Gegensatz dazu sehen Befürworter die Zeitwertbilanzierung zu Unrecht in der Kritik und ergo als Opfer der Finanzkrise an.
Da die potenziellen Entstehungsgründe der Krise ein Politikum darstellen und insbesondere seitens des Finanzsektors ein immenser Einfluss auf Regierungsvertreter zum unverzüglichen Handeln ausgeübt wurde, ist Fair-Value sowohl im angloamerikanischen wie auch im internationalen Raum zunehmend in den Fokus politischer Entscheidungsträger und Regulierungsbehörden geraten. Folglich sahen sich diese gezwungen, die Zweckmäßigkeit der Regelungen zu überdenken, sodass erheblicher Druck auf internationale Standardsetzer ausgeübt wurde, bestehende Fair-Value-Standards zu novellieren. Die vorliegende Arbeit setzt sich dabei das Ziel, die stattgefundene Fair-Value-Diskussion anhand von politischen Statements empirisch abzubilden. In diesem Zusammenhang stellt sich zum einen die Frage, in welchem thematischen und zeitlichen Kontext die Äußerungen angefallen sind, zum anderen ist interessant, welche allgemeinen Meinungen die Regierungsvertreter bezüglich Fair-Value vertreten und welche konkreten Pro- und Contra-Argumente in den Stellungnahmen hervorgebracht werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2 Hintergründe zur Fair-Value-Debatte im Rahmen der Finanzkrise sowie zur politischen Einflussnahme auf Regulierung

2.1 Die Fair-Value-Debatte

2.1.1 Fair-Value und dessen Einfluss auf Bankbilanzen

2.1.2 Die Fair-Value-Debatte während der Finanzkrise

2.2 Politische Einflussnahme auf Regulierung und Rechnungslegung

2.2.1 Politische Einflussnahme auf die Regulierung des Finanzsektors

2.2.2 Politische Einflussnahme auf die Rechnungslegungsstandardsetzung

3 Datenerhebung

3.1 Identifikation und Erfassung relevanter Daten

3.1.1 Politische Statements zum Thema Fair-Value

3.1.2 Lebensläufe, persönliche Finanzen, Wahlkampfspenden und Beschäftigungsstatistiken der Finanzindustrie

3.2 Kategorisierung der erfassten Statements

3.2.1 Kommunizierte Fair-Value-Meinung nach Contra, Neutral und Pro

3.2.2 Konkret hervorgebrachte Pro- und Contra-Fair-Value-Argumente

4 Generelle Charakteristika der erfassten politischen Statements

4.1 Zeitlicher Verlauf und thematischer Kontext

4.1.1 Zeitlicher Verlauf

4.1.2 Thematischer Kontext

4.2 Inhaltliche Charakteristika

4.2.1 Allgemein kommunizierte Fair-Value-Meinung

4.2.2 Konkret hervorgebrachte Pro- und Contra-Fair-Value-Argumente

5 Verteilung und Eigenschaften der erfassten politischen Statements auf internationaler Ebene

5.1 Herkunftsländer

5.2 Organisationszugehörigkeit

6 Verteilung und Eigenschaften der erfassten politischen Statements auf US-Ebene

6.1 Qualitative Charakteristika

6.1.1 Parteizugehörigkeit

6.1.2 Repräsentantenhaus- und Senatszugehörigkeit

6.1.3 Zugehörigkeit zu relevanten Komitees

6.1.4 Ausbildung

6.1.5 Bundesstaaten

6.2 Finanzielle Charakteristika

6.2.1 Erhaltene Wahlkampfspenden

6.2.2 Persönliche Finanzen

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich das Ziel, die Fair-Value-Diskussion anhand von gesammelten politischen Statements empirisch abzubilden. Dabei wird insbesondere untersucht, in welchem zeitlichen und thematischen Kontext die Äußerungen von Regierungsvertretern und Politikern fielen und welche Argumente sowie Einstellungen (Pro, Contra, Neutral) dabei geäußert wurden. Zudem werden ökonomische und politische Determinanten analysiert, die das Meinungsbild und das Abstimmungsverhalten beeinflussen könnten.

  • Analyse der Fair-Value-Bilanzierung im Rahmen der globalen Finanzkrise
  • Empirische Auswertung politischer Stellungnahmen aus den USA und international
  • Untersuchung von politischen Einflussnahmen auf Standardsetzer und Regulierungsbehörden
  • Evaluation von qualitativen und finanziellen Einflussfaktoren auf das Abstimmungsverhalten von US-Kongressabgeordneten

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Fair-Value und dessen Einfluss auf Bankbilanzen

Fair-Value stellt in Reinform die Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden zu aktuellen Marktpreisen dar und realisiert potenzielle Wertänderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung. In internationalen Rechnungslegungsstandards ist die Zeitwertbilanzierung sowohl in den IAS wie auch in den US-GAAP enthalten. Erstere definieren Fair-Value in IAS 32.11 und IAS 39.9 als „amount for which an asset could be exchanged, or a liability settled, between knowledgeable, willing parties, in an arm’s length transaction“. Letztere konkretisieren den Begriff in FAS 157.5 als „price that would be received to sell an asset or paid to transfer a liability in an orderly transaction between market participants at the measurement date“.

Beiden Standards ist zur Ermittlung von Fair-Values ein dreistufiges, weitgehend kohärentes Rahmenkonzept gemein. Börsenpreise für identische an aktiven Märkten gehandelte Vermögenswerte gelten als vertrauenswürdigste Quellen (Level 1). Bei Verfügbarkeit sind diese heranzuziehen (mark-to-market). Werden die Aktiva und Passiva an keinem aktiven Markt gehandelt, so sind Level 2 oder Level 3 Inputs zu verwenden. Hierbei ist zunächst zu prüfen, ob indirekt beobachtbare Transaktionen für ähnliche Bilanzposten Rückschlüsse auf den Preis erlauben (Level 2). Ist auch dies nicht möglich, so kommen in letzter Instanz nicht beobachtbare Inputparameter auf Basis subjektiver Modelle zum Einsatz (Level 3), was als mark-to-model bezeichnet wird.

In beiden Rechnungslegungsstandards ist die Anwendung von Fair-Value überwiegend für Finanzinstrumente vorgesehen, die vor allem für Banken von Bedeutung erscheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Fair-Value-Debatte ein und erläutert den Gang der Untersuchung sowie das methodische Ziel der empirischen Analyse.

2 Hintergründe zur Fair-Value-Debatte im Rahmen der Finanzkrise sowie zur politischen Einflussnahme auf Regulierung: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick zur Zeitwertbilanzierung und deren Rolle in der Finanzkrise sowie zur allgemeinen Einflussnahme der Politik auf Rechnungslegung und Finanzsektor.

3 Datenerhebung: Hier wird die Methodik der Identifikation und Kategorisierung politischer Statements sowie die Erfassung ergänzender Daten zu Lebensläufen und Finanzen von Politikern detailliert beschrieben.

4 Generelle Charakteristika der erfassten politischen Statements: Dieses Kapitel analysiert deskriptiv den zeitlichen Anfall, den thematischen Kontext sowie die inhaltlichen Schwerpunkte und Meinungsverteilungen der gesammelten Äußerungen.

5 Verteilung und Eigenschaften der erfassten politischen Statements auf internationaler Ebene: Die Auswertung fokussiert sich auf die internationale Ebene, wobei Herkunftsländer und die Organisationszugehörigkeit der politischen Akteure untersucht werden.

6 Verteilung und Eigenschaften der erfassten politischen Statements auf US-Ebene: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte quantitative Analyse qualitativer und finanzieller Einflussfaktoren auf das Meinungsbild und Verhalten der Mitglieder des US-Kongresses.

7 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen empirischen Ergebnisse zusammen, diskutiert auftretende Limitationen und gibt einen Ausblick auf potenzielle zukünftige Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Fair-Value, Zeitwertbilanzierung, Finanzkrise, Politische Einflussnahme, US-Kongress, Standardsetzung, Regulierung, Mark-to-Market, Bankbilanzen, Finanzsektor, Wahlkampfspenden, Rechnungslegung, empirische Analyse, BilMoG, IASB.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit befasst sich mit der empirischen Untersuchung der politischen Debatte um die Fair-Value-Bilanzierung während und nach der globalen Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Fair-Value auf Bankbilanzen, die politische Einflussnahme auf internationale Standardsetzer wie IASB und FASB sowie der Zusammenhang zwischen politischen Entscheidungen und verschiedenen wirtschaftlichen Determinanten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die stattgefundene Fair-Value-Diskussion anhand von offiziellen politischen Statements empirisch abzubilden, zu systematisieren und zu analysieren, welche Faktoren diese Debatte in den USA und international prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Analyse, die einen umfangreichen Datensatz politischer Statements identifiziert, nach Meinungen (Pro, Contra, Neutral) und Argumenten kategorisiert und anschließend mittels deskriptiver Statistik auf qualitative und finanzielle Einflussfaktoren prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung der Datenerhebung, die Analyse genereller Charakteristika der Äußerungen, eine internationale deskriptive Auswertung sowie eine vertiefende Analyse der Einflussfaktoren auf die Kongressabgeordneten der USA (z.B. Parteizugehörigkeit, Komitees, Finanzen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fair-Value, Zeitwertbilanzierung, Finanzkrise, Regulierung, Standardsetzung, US-Kongress und politische Einflussnahme.

Welche Rolle spielte die Finanzkrise bei der Fair-Value-Diskussion?

Die Finanzkrise wird als der maßgebliche Auslöser identifiziert, da sie zu massiven Abschreibungen bei Banken führte und Fair-Value infolgedessen in den Mittelpunkt der politischen Kritik als vermeintlicher Krisenbeschleuniger rückte.

Wie unterscheiden sich die USA und internationale Akteure in dieser Debatte?

Die Arbeit zeigt, dass die Diskussion in den USA zeitlich auf die Krisenjahre 2008/2009 konzentriert war und stark durch legislative Akte wie den EESA geprägt wurde, während international eine breitere Debatte unter Einbeziehung verschiedener Institutionen und Zentralbanken stattfand.

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Résumé des informations

Titre
Eine empirische Analyse politischer Stellungnahmen zur Fair-Value-Bilanzierung während und im Nachklang der Finanzkrise
Université
University of Mannheim
Note
1,3
Auteur
B.A. Wirtschaftswissenschaften Daniel Schreiber (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
97
N° de catalogue
V204212
ISBN (ebook)
9783656318057
ISBN (Livre)
9783656318989
Langue
allemand
mots-clé
Accounting Finanzkrise Lobbying Rechnungswesen USA Politiker Politik Fair-Value mark-to-market Banken Finanzinstitutionen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. Wirtschaftswissenschaften Daniel Schreiber (Auteur), 2012, Eine empirische Analyse politischer Stellungnahmen zur Fair-Value-Bilanzierung während und im Nachklang der Finanzkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204212
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Extrait de  97  pages
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