Die Kriegskinder: ’Sind Menschen, die in ihrer Kindheit durch direkte oder indirekte Einwirkungen des Krieges nachhaltig wirkende psychische und physische Schäden erlitten. Oft bleiben solche Kriegstraumatisierungen über Jahre unbewusst, sind aber doch wirksam und lösen komplexe seelische oder psychosomatische Krankheitsbilder aus. Die Lebensgestaltung eines so traumatisierten Menschen bleibt durch die Kriegserlebnisse geprägt und kann sowohl die nächste als auch die übernächste Generation verändern.’ Die daraus resultierenden Kommunikations- und Persönlichkeitsstörungen, sowie die Ängste, haben die Kriegskinder an ihre Kinder, die sog. Nachkriegskinder, teils bewusst, teils unbewusst weiter gegeben. In vielen Familien tritt ein Widerspruch zwischen materieller Verwöhnung und psychischem Desinteresse der Eltern auf. Das belastet viele Nachkriegskinder besonders.
Die Kriegskindgeneration hat die zutiefst eingeprägte NS-Erziehung, das unkritische Funktionieren, Leisten und Anpassen beibehalten und an ihre Kinder weitergereicht.
Die Kriegs-/ und Nachkriegsgenerationen in Deutschland, Österreich und in Osteuropa haben durch die immer währende Propaganda der Kriegsschuld in den vergangenen Jahrzehnten eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten erlebt. Weder psychisch noch emotional konnte nach dem Krieg mit dem Aufarbeiten der Kriegserlebnisse begonnen werden. Erst nach der Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland und den weiteren Grenzerleichterungen nach Osteuropa und die ehemalige Sowjetunion konnte ein öffentlicher Diskussionsprozess beginnen. Viele Kriegsauswirkungen wurden so erst um Jahrzehnte verspätet psychologisch, literarisch und medial behandelt und aufgearbeitet.
Die mittlerweile vertieften Erkenntnisse und die Darstellung in der Öffentlichkeit haben geholfen psychische Strukturen bei Patienten aufzudecken, die auf den Kriegs-erlebnissen und der transgenerationalen Übertragung dieser beruhen.
Inhaltsverzeichnis
1 Thema
2 Ziel und Nutzen
3 Hypothese
4 Historische Metapher
5 Eigene Metapher
6 Intervention, Integration und Zukunftsperspektive
6.1 Die 5-Rollen
6.2 Die Energiemuster
6.3 Beliefs
6.3.1 Dem Problem ins Auge sehen
6.3.2 Strategien für die Belief-Änderung – positive Gegenbeispiele finden
6.4 Traumata – EMDR
6.4.1 Einsatz von EMDR
7 Resumé
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die transgenerationale Weitergabe von Kriegstraumata an die nachfolgenden Generationen (Kriegskinder und Nachkriegskinder) und zeigt auf, wie durch Coaching-Methoden wie die Resonanzmethode sowie EMDR eine Aufarbeitung dieser Muster und eine persönliche Weiterentwicklung ermöglicht werden kann.
- Transgenerationale Traumatisierung und deren Auswirkungen
- Die Bedeutung von Glaubenssätzen (Beliefs) und deren Transformation
- Einsatz der Resonanzmethode zur Identifikation von Energiemustern und Rollenbildern
- Anwendung von EMDR bei der Auflösung von psychischen Belastungen
- Strategien zur persönlichen Neuorientierung und Ressourcenaktivierung
Auszug aus dem Buch
4 Historische Metapher
,Augen auf und neue Wege finden’, - ,den Problemen ins Auge sehen!’
In dem nachfolgenden Textauszug aus der Kleine Prinz wird sehr anschaulich erzählt, wie weit wir manchmal unseren Weg gehen müssen, uns unsere Werte zu erkennen und wie wenig es bedarf, uns zufrieden zu stellen und uns glücklich zu machen. Wer die Geschichte und die Reise des kleinen Prinzen kennt, der weiß, dass gegen Ende seiner Reise die vielen Erfahrungen und Eindrücke, die er gesammelt hat zu großer Weisheit geführt haben.
Kapitel XXV
,Die Leute’, sagte der kleine Prinz, ,schieben sich in die Schnellzüge, aber sie wissen gar nicht, wohin sie fahren wollen. Nachher regen sie sich auf und drehen sich im Kreis....’. Und er fügte hinzu: ,Das ist nicht der Mühe wert.’ Der Brunnen, den wir erreicht hatten, glich nicht dem Brunnen der Sahara. Die Brunnen der Sahara sind einfache, in den Sand gegrabene Löcher. Dieser da glich einem Dorfbrunnen. Aber es war keinerlei Dorf da, und ich glaubte zu träumen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Thema: Einführung in die Problematik der transgenerationalen Weitergabe von Kriegstraumata und deren psychosomatische Auswirkungen auf nachfolgende Generationen.
2 Ziel und Nutzen: Darstellung der Möglichkeiten, wie Coaches Menschen aus der Nachkriegsgeneration bei der Aufarbeitung transgenerationaler Belastungen unterstützen können.
3 Hypothese: Annahme, dass durch spezifische Ziel- und Problemfindungsmethoden eigene Muster erkannt, Glaubenssätze hinterfragt und Ängste gelöst werden können.
4 Historische Metapher: Verwendung einer literarischen Vorlage zur Verdeutlichung des Weges zur Selbsterkenntnis und zur Bewältigung von Problemen.
5 Eigene Metapher: Fallbeispiel einer Klientin, das die typischen Verhaltensmuster und Überlebensstrategien der Nachkriegsgeneration illustriert.
6 Intervention, Integration und Zukunftsperspektive: Detaillierte Erläuterung der Coaching-Interventionen, inklusive Rollenmodellen, Energiemustern, Glaubenssätzen und EMDR.
7 Resumé: Zusammenfassender Rückblick auf die methodischen Ansätze und die Bedeutung der Ressourcenaktivierung für ein selbstbestimmtes Leben.
Schlüsselwörter
Kriegskinder, Nachkriegsgeneration, transgenerationale Traumata, Coaching, Resonanzmethode, EMDR, Glaubenssätze, Beliefs, Energiemuster, Psychotraumatologie, Rollenbilder, Selbsterfahrung, Bewältigungsstrategien, Traumaverarbeitung, Ressourcenaktivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychischen Spätfolgen von Kriegserlebnissen, die unbewusst von der Kriegs- an die Nachkriegsgeneration weitergegeben wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen transgenerationale Traumata, die Identifikation limitierender Glaubenssätze und die Möglichkeiten der therapeutischen bzw. coachingspezifischen Aufarbeitung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Betroffene durch Coaching-Methoden aus festgefahrenen Mustern ausbrechen und zu einem angstfreien Leben finden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Resonanzmethode nach Kutschera sowie die EMDR-Methode (Eye Movement Desensitization and Reprocessing).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Übertragung, stellt die "5-Rollen" und verschiedene "Energiemuster" vor und erläutert konkrete Interventionen zur Veränderung von Glaubenssätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie transgenerationale Traumata, Resonanzmethode, EMDR, Glaubenssätze und Nachkriegsgeneration definieren.
Wie spielt das Modell der "5-Rollen" in das Coaching hinein?
Es hilft Klienten dabei, Ungleichgewichte in ihrem Leben zu erkennen und durch eine bewusste Rollenverteilung wieder in ihre Mitte zu kommen.
Warum wird EMDR in dieser Arbeit als Coaching-Tool genutzt?
EMDR ermöglicht es, tiefsitzende, belastende Erfahrungen schnell und effektiv zu verarbeiten und blockierte Ressourcen im Klienten wieder freizusetzen.
Welche Rolle spielt die literarische Analyse des "Kleinen Prinzen"?
Sie dient als metaphorische Brücke, um den Prozess der Sinnsuche und das Erkennen eigener innerer Wahrheiten anschaulich zu machen.
- Arbeit zitieren
- Dipl. Betriebswirtin Andrea Martha Lang (Autor:in), 2012, Nach dem Krieg für jede Generation eine Chance. Transgenerationale Weitergabe kriegsbelasteter Kindheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204320