In dieser Seminararbeit geht es um den Film bzw. den Roman "Die Firma" von Sydney Pollack bzw. John Grisham.
Dabei wird vor allem eine Betrachtung der korporatistischen Systeme vorgenommen, die in der Handlung vorkommen. Die Firma selbst aber auch die verschiedenen Familienformen werden aus diesem Blickwinkel betrachtet. Dabei geht es auch um Definitionen von Familie und Korporationen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist eine Familie?
2.1 Die Familie von Mitch McDeere
2.2 Die Familie von Abby McDeere
2.3 Die Firma als Familie
2.3.1 Was ist eine Korporation?
2.3.2 Kann man eine Korporation/ Familie verlassen?
2.4 Die Moroltofamilie
3. Schaubild: Die Zusammenführung der Familien
4. Die verteilte Familie in „Die Firma"
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Darstellung und Konstruktion von Familienbildern im Roman „Die Firma“ von John Grisham sowie dessen Verfilmung durch Sydney Pollack und analysiert dabei, wie soziale Zusammenhänge und institutionelle Ordnungen die Hauptfigur Mitch McDeere formen und beeinflussen.
- Vergleichende Analyse von literarischen und filmischen Familiendarstellungen.
- Untersuchung der Firma als korporative und familiäre Struktur.
- Interpretation des Einflusses institutioneller Ordnungen auf das Individuum („Distributed Personhood“).
- Dekonstruktion von Fassaden und moralischen Ambivalenzen innerhalb verschiedener „Familienformen“.
Auszug aus dem Buch
2.3 „Die Firma" als Familie
Wieso „Die Firma" als Familie? Wie eingangs schon in der zweiten Definition erwähnt, muss eine Familie anscheinend nicht zwangsläufig eine biologische Grundlage haben.
Zur Darstellung der Firma als Familie habe ich drei Szenen im Film ausgewählt, die meiner Meinung nach gut zur Erklärung dieses Umstandes passen.
Also zunächst wiederum die Frage: Was für ein Bild gibt „Die Firma" in diesen Beispielen ab, um als Familie gelten zu können und wie wird dieses Bild jeweils mit den Mitteln des Films und auch Romans illustriert?
Beim ersten Aufeinandertreffen von Mitch und der Firma, also beim Einstellungsgespräch, herrschen sowohl im Buch als auch im Film eine herzliche Atmosphäre vor, die durch Oliver Lambert als Seniorchef der Firma in einer Großvaterrolle noch unterstrichen wird. Und hier wird insbesondere in der englischen Fassung durch die verbale Betonung der folgenden Worte das Selbstverständnis der Firma als Familie deutlich:
„But we're a large family, so we're careful." (Ch. 2, 1:05).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit setzt sich mit der Darstellung von vier ausgewählten Familienformen im Roman und Film „Die Firma“ auseinander und hinterfragt deren Einfluss auf die Hauptperson.
2. Was ist eine Familie?: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene Definitionen von Familie, die als Grundlage für die Untersuchung der vier spezifischen Familienkonstellationen dienen.
2.1 Die Familie von Mitch McDeere: Hier werden die belasteten familiären Hintergründe der Hauptfigur Mitch McDeere analysiert und deren Wirkung im Roman sowie im Film gegenübergestellt.
2.2 Die Familie von Abby McDeere: Dieses Kapitel arbeitet den erzkonservativen und heuchlerischen Charakter der Familie von Mitch' Frau Abby heraus und vergleicht dessen Darstellung in den beiden Medien.
2.3 Die Firma als Familie: Es wird untersucht, wie die Anwaltskanzlei durch eine familiäre Fassade sowie korporative Strukturen Mitch McDeere an sich bindet.
2.3.1 Was ist eine Korporation?: Unter Einbeziehung theoretischer Ansätze wird der Begriff der Korporation definiert und auf die Strukturen der Kanzlei angewandt.
2.3.2 Kann man eine Korporation/ Familie verlassen?: Dieses Kapitel analysiert die Unausweichlichkeit der Bindung an die „Firma“ und zieht Parallelen zum biologischen Familienbegriff.
2.4 Die Moroltofamilie: Die Mafia wird hier als „Überfamilie“ hinter der Firma interpretiert, welche die letzte Entscheidungsinstanz darstellt.
3. Schaubild: Die Zusammenführung der Familien: Ein Schaubild verdeutlicht die Vernetzung der verschiedenen Personen und Institutionen innerhalb der Erzählung.
4. Die verteilte Familie in „Die Firma": Die Arbeit fasst zusammen, wie sich in jeder der vier Familienanteile der anderen widerspiegeln und Mitch subjektivieren.
5. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden resümiert und die Erkenntnis festgehalten, dass Individuen innerhalb solcher Institutionen ihre moralische Autonomie verlieren können.
Schlüsselwörter
Die Firma, John Grisham, Sydney Pollack, Familienformen, Korporation, Distributed Personhood, Mafia, soziale Institutionen, Mitch McDeere, moralische Ambivalenz, Identität, Machtstrukturen, Filmanalyse, Literaturinterpretation, Subjektivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert vier unterschiedliche Familienformen in John Grishams Roman „Die Firma“ und der gleichnamigen Verfilmung, um zu zeigen, wie diese sozialen Gebilde auf die Hauptfigur einwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Definition von Familie, die Analyse von korporativen Strukturen, die Darstellung von Fassaden im Film sowie die theoretische Auseinandersetzung mit persönlicher Autonomie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu illustrieren, wie die verschiedenen „Familien“ (biologisch, beruflich, kriminell) Mitch McDeere als Person formen und ihn in ein Geflecht aus Erwartungen und Regeln einbinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Interpretation von Literatur und Film unter Einbeziehung soziologischer Begriffe wie der „Distributed Personhood“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der vier Familien, die Einordnung der Kanzlei als Korporation, die Darstellung der Mafia als Hintergrundinstanz und die abschließende Synthese der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Familie, Korporation, Institution, Machtstrukturen, Identitätswandel, filmische Mittel und moralische Verantwortung.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Mitch' Familie im Buch vom Film?
Im Buch werden komplexere und historisch belastetere Details (z. B. der in Vietnam gefallene Bruder) genannt, während der Film die eigene Herkunft der Hauptfigur weitgehend ausblendet.
Welche Rolle spielt das „Schaubild“ in der Argumentation?
Das Schaubild dient der visuellen Zusammenführung der komplexen institutionellen Abhängigkeiten, um die Verflechtung der Familien und der Hauptfigur greifbar zu machen.
Was bedeutet der Titel „Die verteilte Familie“?
Er weist darauf hin, dass Mitch McDeere nicht einer einzelnen Struktur zugehört, sondern seine Identität auf verschiedene, teils widersprüchliche Institutionen „verteilt“ ist.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der moralischen Kontrolle?
Das Fazit lautet, dass eine Einzelperson in einem Geflecht aus so unterschiedlichen Institutionen kaum noch die vollständige Kontrolle über ihr eigenes moralisches Handeln behalten kann.
- Arbeit zitieren
- Paul Langner (Autor:in), 2005, Die Firma. Korporatistische Betrachtung des Romans und Films von John Grisham, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204353