Die Zukunft des Kinos. Digitalisierung, Nichtlinearität und Interaktivität


Seminararbeit, 2003

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung und Inhaltsverzeichnis

2. Was ist Kino?

3. Die Geschichte des Kinos

4. Die Gegenwart des Kinos

5. Die Zukunft des Kinos
5.1 Digitalisierung und zunehmende Geschwindigkeit
5.2 Nichtlinearität »
5.3 Interaktivität des Zus chauers
5.4 Gefühlskino und Virtualität

6. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung und Inhaltsverzeichnis

Diese Arbeit soll sich mit der Zukunft des Kinos befassen. Um mögliche Zukunftsversionen des Kinos zu entwerfen, wird in den ersten drei Abschnitten zunächst auf das Wesen, die Geschichte sowie die Gegenwart des Kinos eingegangen. Im vielten Abschnitt, dem Hauptteil, werden dann einige mögliche Hauptentwicklungsrichtungen des Kinos behandelt. In dieser Diskussion wird jeweils der gesellschaftliche Hintergrund miteinbezogen, den man nicht vernachlässigen darf, da das Kino einen Teil der sich in grundlegender Forni verändernden Medienlandschaft mit großem Einfluss auf die Gesellschaft darstellt. Deshalb sollen zwei Aspekte gegenübergestellt werden: Die Möglichkeiten und Folgen der neuen Formen von Kino und demgegenüber die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Konsumenten von Kino.

2. Was ist Kino?

Diese Frage gilt es zuerst zu beantworten, wenn man die Zukunft des Kinos beleuchten will. Für jeden Zeitabschnitt der nun etwas mehr als hundertjährigen Kinogeschichte müssen hier andere Antworten gegeben werden, abhängig von den jeweiligen gesellschaftlichen, politischen und produktionstechnischen Umständen. Dennoch gibt es bis heute ein Grundprinzip: Eine unbestimmte Anzahl Menschen versammelt sich an einem bestimmten Ort, um einen auf die Leinwand projizierten Film zu sehen.

„Kino ist...? Mit schönen Frauen schöne Dinge tun, wie Truffaut sagt? Der Welt eine Vorstellung unterschieben, die mit unseren Wünschen übereinstimmt, wie Bazin sagt? Ja- aber zuerst heißt Kino, dass man das Haus verlässt, sich in einen dunklen Saal begibt, die Welt und ihre Möglichkeiten mit anderen Augen sieht und dann darüber redet oder schweigt,“[1]

Dieser grundsätzliche Erlebniseharakter, der mit dem Kino verbunden ist, ist eine durchgehende Konstante in der gesamten Kinogeschichte. Und damit ist auch schon das andere wichtige Merkmal von Kino impliziert: Kino war und ist ein Gemeinsehaftserlebnis, an dem jeder teilhaben kann:

„Theater wird also demokratisiert. Jedermanns Geldbörse erlaubt es, die größten Künstler zu sehen, und eine Filmbühne kann in jedem Dorf aufgebaut werden“[2]

Damit ist Kino eine besondere Kulturform, die umso bedeutender ist, als dass sie den immer noch elitären Charakter anderer vergleichbarer Darstellungsformen von Kultur wie dem Theater, dem Museum oder der Oper abgestreift hat. Unterscheiden für den Einzelnen tut sich das Kino hier nur noch oder gerade in der Darstellungsform, d.h., welche Filme es zeigt. Erst hier könnte man dann wieder eine Differenzierung der Gesellschaft mit der Frage vornehmen: Wer sieht welchen Film?

Damit wird ein wichtiger Punkt angedeutet: Kino und Film sind als getrennt zu betrachten. Bei den sich rasant vermehrenden und entwickelnden visuellen Darstellungsformen heutiger Zeit gilt letztgenannter Punkt umso mehr, aber schon ganz za Beginn kann man diese Unabhängigkeit feststellen:

„Erst etwa zehn Jahre nach der ersten öffentlichen Vorführung von Filmen in Paris 1985 hat sich die heutige Form der Kinoveranstaltung durchgesetzt.“[3]

Kino ist heute ohne Film nicht vorstellbar, Film ohne Kino sehr wohl. Aber zurück zu der Frage: Was ist Kino?

„Kino [] hat ein organisches Außen- einen Anfahrtsweg, ein Parkplatzproblem, einen Vorplatz, eine Treppe, kurz: es hat eine Haut- und ist darum unauflöslich mit Empfindung und Erfahrung gekoppelt.“[4]

Diese doch eher moderne Beschreibung von Kino bringt jedoch den Kern von Kino sehr gut zum Ausdruck: Kino als eine ganz eigene Örtlichkeit mit besonderen Atmosphären und Gegebenheiten war schon immer eine ganz besondere Welt, die sich in genannten Eigenschaften zwar im Verlauf seiner Geschichte verändert haben mag, jedoch ein Grundprinzip nicht verloren hat: Die Logistik für eine fiktionale Traumwelt mit ganz eigenen Gerüchen, Lichtverhältnissen und bestimmten Mobiliar, in die sich der Zuschauer ganz bewusst begeben kann und die diesem wahlweise eine andere Fiktion präsentiert, als sie real für den Zuschauer besteht.

Und noch zwei Merkmale von Kino werden von Edgar Reitz treffend formuliert:

„Das Kino ist auch charakterisiert durch das. Gefühl, gemeinsam in einem abgedunkelten Raum zu sitzen, was ja immer auch mit dem Mutterschoß verglichen worden ist, in dem man sitzt, wobei das Geschichtenerzälilen im Dunkeln auch noch eine Ähnlichkeit hat mit dem Märchenerzählen auf dem Schoß der Großmutter. Davon ist im Kino noch etwas vorhanden, und das wird auch immer seine Magie begründen“[5]

Hier wird also erstens an eine alte Menschheitstradition, dem Erzählen, angeknüpft, die neben anderen Kanälen wie dem Radio, dem Theater etc. auch oder gerade das Kino als Ort für seine märchenhafte Wirkung entdeckt hat. Man lässt sich eine Geschichte erzählen, nur eben noch viel packender durch die Symbiose von Ton und bewegtem Bild. Und zweitens wird auch das Gemeinschaftserlebnis betont, das man im Kino zwangsläufig erfahrt. Das ist Kino.

3. Die Geschichte des Kinos

Hier soll lediglich ein kurzer Abriss erfolgen, da ja das Thema dieser Arbeit eben nicht in der Vergangenheit liegt, sondern in der Zukunft. Dieser wird allerdings nicht chronologisch sein,vielmehr sollen die wesentlichsten Charakteristika der Kinogeschichte behandelt werden.

„Ein dunkler Raum. Neugierig sitzen mehrere Dutzend Menschen auf ihren Stühlen und starren nach vom. Plötzlich scheint sich die Wand aufzulösen, wie aus dem Nichts donnert eine Lokomotive heran. Erschrocken duckt sich mancher im Publikum, damit ihn der Geisterzug nicht überrolle. So mitreißend kann Kino sein. Auguste und Louis Lumière eröffnen am 28. Dezember 1895 mit diesem und anderen Filmen das Zeitalter des Kinos. Sie waren weder die ersten noch die einzigen Erfinder, die sich bemühten, den Bildern das Laufen beizubringen, doch sie waren die ersten wirklich erfolgreichen.“[6]

[...]


[1] Althen, Michael: „Rette sich wer kann- Warum das Kino trotzdem eine Zukunft hat“, in: Spiegel Spezial: 100 Jahre Kino. Dezember 1994, S.81

[2] Münsterberg, Hugo: „Warum wir ins Kino gehen.“ In: Kinoschriften, Bd.4, Wien 1996, S.163

[3] Paech, Anne und Joachim: „ Menschen im Kino“, Stuttgart 2000, S.2

[4] Palzer, Thomas: „Der unsichtbare Dritte- ein Beitrag zur Theologie des Kinos“, in: Spiegel Spezial: 100 Jahre Kino. Dezember 1994, S. 141

[5] Elsässer T., Lyotard J.-F., Reitz E. : „Der zweite Atem des Kinos“, FfM., 1996, S.156

[6] „Geo Epoche- Das Magazin für Geschichte: Bilanz eines Jahrtausends“, 1999, Nr.l, S.48

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Zukunft des Kinos. Digitalisierung, Nichtlinearität und Interaktivität
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V204355
ISBN (eBook)
9783668137103
Dateigröße
8555 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kino, Die Zukunft des Kinos, Geschichte des Kinos, Gegenwart des Kinos, Digitalisierung, Interaktivität des Kinos, Nichtlinearität
Arbeit zitieren
Paul Langner (Autor), 2003, Die Zukunft des Kinos. Digitalisierung, Nichtlinearität und Interaktivität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204355

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