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Der 17. Juni 1953 - Hintergründe und Verlauf

Titel: Der 17. Juni 1953 - Hintergründe und Verlauf

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 39 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Eric Richter (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Erhebungen rund um den 17. Juni 1953 zählen zu den bedeutendsten Ereignissen der deutschen Nach-kriegsgeschichte und stellen eine tiefe Zäsur sowohl in der Geschichte der Deutschen Demokratischen Re-publik (DDR) als auch in der gesamtdeutschen Geschichte dar, gingen in diesen Tagen doch 500.000 bis eine Million Menschen auf die Straßen, forderten u.a. den Rücktritt der Regierung sowie freie und geheime Wahlen und entlarvten so die Mär vom Arbeiter-und-Bauern-Staat. Die vollkommen unvorbereitete und geschockte Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) stand dem kopflos gegenüber, vermutete gar der „Tag X“ sei angebrochen; und es gibt Grund zur Annahme, dass ihre Herrschaft an be-sagten Juni-Tagen beendet worden wäre, hätte nicht das sowjetische Militär auf Befehl Moskaus den Auf-stand, zum Teil auch blutig, niedergeschlagen.
Im Rahmen dieser Arbeit gilt es, zwei Untersuchungsschwerpunkte, bezüglich der Ereignisse im Juni 1953, zu eruieren: Zum einen ist nach den Hintergründen des Aufstandes zu fragen; dabei steht im Mittelpunkt des Interesses, welche Ursachen und welcher Auslöser zu der Erhebung führten. Zum anderen ist nach seinem Verlauf zu fragen; dabei gilt es, ausgehend vom real-historischen Verlauf, seine Merkmale zu ergründen. Hierbei wird auf der einen Seite nach den Aufständischen gefragt. Wer waren sie? Was wa-ren ihre Forderungen? Wie verhielten sie sich? Auf der anderen Seite gilt es zu klären, wie die Staats- und Sicherheitsorgane der DDR darauf reagierten. Um diese Merkmale griffig herausarbeiten zu können, bietet es sich an, eine regional vergleichende Perspektive einzunehmen. Dies soll in dieser Arbeit beispielhaft auf zwei Ebenen getan werden: Erstens anhand eines Vergleiches zwischen zwei Großstädten. Hierfür habe ich Berlin, die Hauptstadt der DDR und Magdeburg, das Zentrum des mitteldeutschen Industriegebiets, aus-gewählt. Zweitens werde ich ausgehend davon, den Verlauf des Aufstandes auf dem Land betrachten, wo-für ich die drei Bezirke des heutigen Landes Brandenburg, Potsdam, Frankfurt / Oder und Cottbus, ausge-wählt habe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

17. Juni 1953 - Hintergründe und Verlauf

I Hintergründe

1. Auf dem Weg in die Krise

1.1 Die Anfänge der DDR

1.2 Der planmäßige Aufbau des Sozialismus - Die 2. Parteikonferenz

1.3 Der Neue Kurs

1.4 Tribüne und RIAS

II Verlauf

2. Der Aufstand

2.1 17. Juni 1953 in der Großstadt

2.1.1 Ost-Berlin

2.1.2 Magdeburg

2.2 17. Juni 1953 auf dem Land

2.2.1 Bezirk Potsdam

2.2.2 Bezirk Frankfurt / Oder

2.2.3 Bezirk Cottbus

III Zusammenfassung

3. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Hintergründe und den Verlauf der Ereignisse rund um den 17. Juni 1953 in der Deutschen Demokratischen Republik. Das primäre Ziel besteht darin, die politischen, ökonomischen und sozialen Ursachen der Erhebung zu identifizieren und den real-historischen Verlauf des Aufstandes anhand eines regionalen Vergleichs zwischen zwei Großstädten (Ost-Berlin und Magdeburg) sowie ausgewählten ländlichen Bezirken zu rekonstruieren, um das Zusammenspiel zwischen den agierenden Akteuren und den staatlichen Sicherheitsorganen zu beleuchten.

  • Analyse der Ursachen der Krise von 1946 bis zum "Neuen Kurs" 1953
  • Untersuchung der Rolle von DDR-Medien und RIAS als Katalysatoren
  • Rekonstruktion des Aufstandes in städtischen industriellen Zentren
  • Untersuchung der ländlichen Protestformen und Bauernunruhen
  • Evaluierung der staatlichen Repressionsmechanismen und der Reaktion des sowjetischen Militärs

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Anfänge der DDR

Die DDR, bzw. bis 1949 die SBZ, war von Beginn an tiefgreifenden Strukturveränderungen unterworfen. Dazu gehört vordergründig die zielbewusste Errichtung eines politischen Systems, welches dem Schein nach zwar ein Mehr-Parteien-System war. Tatsächlich jedoch schimmerten bereits frühzeitig diktatorische Tendenzen durch; so wurden schon in den ersten Nachkriegsjahren sowohl bürgerliche Freiheiten als auch politische Grundrechte ausgehöhlt und teilweise gänzlich aufgehoben.

Das erste einschneidende Ereignis ist diesbezüglich die Landtagswahl von 1946 in den fünf Ländern der SBZ und Ost-Berlin. Sie brachte der SED nicht die von ihr erwartete Mehrheit, mit der Konsequenz, dass sich die SED bis zum Ende der DDR nie mehr einer freien und geheimen Wahl des Volkes stellte. Die Folgen dessen sollten sich nicht zuletzt in den Juni-Aufständen zeigen. Als ein zweites elementares Ereignis sind die Wahlen zum 3. Deutschen Volkskongress am 15. und 16. Mai 1949 zu nennen, bot doch die Kandidatenliste den Wählern schon keinerlei Entscheidungsmöglichkeiten mehr zwischen verschiedenen Parteien. Aus diesem 3. Deutschen Volkskongress ging 14 Tage nach der Wahl der Volksrat hervor, welcher sich seinerseits am 7. Oktober 1949 in Ost-Berlin als provisorische Volkskammer konstituierte und mit der Inkraftsetzung der Verfassung der DDR die Gründung des zweiten deutschen Staates vollzog. Das sich hieraus ergebende eindeutige Demokratiedefizit haftete als „Geburtsmakel“ an der noch jungen DDR und ist deshalb ebenso als ein entscheidender Ausgangspunkt für die Aufstände im Juni 1953 aufzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Auf dem Weg in die Krise: Dieses Kapitel analysiert die politische und wirtschaftliche Entwicklung der DDR von 1946 bis 1953, die maßgeblich durch den Aufbau einer SED-Parteidiktatur und eine forcierte Sozialisierung geprägt war.

1.1 Die Anfänge der DDR: Die Etablierung des politischen Systems und das daraus resultierende Demokratiedefizit werden als fundamentale Ausgangspunkte für die spätere Unzufriedenheit identifiziert.

1.2 Der planmäßige Aufbau des Sozialismus - Die 2. Parteikonferenz: Die Umstrukturierung von Ländern zu Bezirken und die Fokussierung auf die Schwerindustrie führten zu massiven Versorgungsengpässen und sozialem Druck.

1.3 Der Neue Kurs: Die Reaktion auf die wirtschaftliche Krise und die zunehmende Fluchtwelle, inklusive der sowjetischen Intervention, werden hier detailliert dargestellt.

1.4 Tribüne und RIAS: Die Rolle der staatlichen Medien versus des RIAS als Informationsquelle für die Bevölkerung wird als wesentlicher Faktor für die Mobilisierung untersucht.

2. Der Aufstand: Das Kapitel rekonstruiert den Verlauf der Erhebung am 17. Juni 1953 mit Fokus auf spontane Streiks, Demonstrationen und das Versagen der staatlichen Kontrollorgane.

2.1 17. Juni 1953 in der Großstadt: Eine vergleichende Analyse der Ereignisse in Ost-Berlin und Magdeburg, unterstrichen durch die Rolle der Industriearbeiter.

2.1.1 Ost-Berlin: Der Ausgangspunkt des Aufstandes, geprägt durch den Protest der Bauarbeiter und das Eingreifen des sowjetischen Militärs.

2.1.2 Magdeburg: Die Eskalation in einem industriellen Zentrum und die Erstürmung von Gefängnissen werden als lokaler Schwerpunkt behandelt.

2.2 17. Juni 1953 auf dem Land: Die Ausweitung der Unruhen auf ländliche Regionen und die spezifischen Protestformen der Landbevölkerung werden hier analysiert.

2.2.1 Bezirk Potsdam: Die Demonstration und Streiks in den Industriestandorten des Bezirks werden als Teil der überregionalen Bewegung dargestellt.

2.2.2 Bezirk Frankfurt / Oder: Die Ausstrahlung der Berliner Ereignisse auf Orte wie Stalinstadt und die Proteste der Arbeiterklasse bilden den Kern dieses Abschnitts.

2.2.3 Bezirk Cottbus: Der besondere Ursprung des Aufstandes durch Bauernproteste und die Bedeutung der Eisenbahner werden hier hervorgehoben.

3. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle der politischen Unterdrückung und wirtschaftlichen Not als Auslöser für das Scheitern des SED-Regimes an diesem Tag.

Schlüsselwörter

17. Juni 1953, DDR, SED, Aufstand, Volksaufstand, Streiks, Arbeiter, Sowjetisches Militär, RIAS, Sozialismus, Repression, Normenerhöhung, Neuer Kurs, Demontrationen, Planwirtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen und dem Ablauf der Volksaufstände in der DDR am 17. Juni 1953.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Schwerpunkte sind die sozioökonomischen Bedingungen der DDR-Nachkriegsjahre, die Rolle der staatlichen Repression sowie das Verhalten der Arbeiter in den industriellen Zentren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Ziel ist es, die Ursachen der Erhebung zu ergründen und mittels eines regionalen Vergleichs zu verdeutlichen, wie der Aufstand aus der unzufriedenen Zivilgesellschaft heraus entstand.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode genutzt, ergänzt durch einen regionalen Vergleich zwischen städtischen und ländlichen Bezirken, basierend auf Primärquellen und Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Entwicklungen bis zum Juni 1953, die spezifischen Abläufe in Berlin und Magdeburg sowie die Ausbreitung der Proteste auf dem Land detailliert nachgezeichnet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem SED-Parteidiktatur, Aufbau des Sozialismus, Normenproblematik, RIAS-Berichterstattung und sowjetische Intervention.

Warum war die Rolle des RIAS so bedeutend für den Verlauf der Ereignisse?

Da die DDR-Medien die Unruhen verschwiegen, füllte der RIAS ein Informationsvakuum und informierte die Bevölkerung über die Proteste, was maßgeblich zur Mobilisierung beitrug.

Welche Rolle spielten die Bauern im Bezirk Cottbus für den Aufstand?

In Cottbus ging der Aufstand untypischerweise primär von Bauern aus, die gegen das Ablieferungssoll und die Kollektivierung protestierten.

Welche Auswirkung hatte der "Neue Kurs" auf die Stimmung im Land?

Der "Neue Kurs" wurde von der Bevölkerung als Zeichen der Schwäche des Regimes interpretiert, was den Arbeitern den Mut gab, den Rücktritt der Regierung und freie Wahlen zu fordern.

Warum wird der 17. Juni 1953 als Zäsur bezeichnet?

Er entlarvte die Mär vom Arbeiter-und-Bauern-Staat und bewies, dass die Mehrheit der Bevölkerung die SED-Herrschaft ablehnte, was nur durch sowjetische Waffengewalt unterbunden werden konnte.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der 17. Juni 1953 - Hintergründe und Verlauf
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
Eric Richter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
39
Katalognummer
V204567
ISBN (eBook)
9783656312642
ISBN (Buch)
9783656312963
Sprache
Deutsch
Schlagworte
17. Juni 1953 DDR Volksaufstand Berlin Magdeburg 1953 1952 2. Parteikonferenz SED Cottbus Frankfurt/Oder Potsdam Ost-Berlin 17. Juni
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eric Richter (Autor:in), 2012, Der 17. Juni 1953 - Hintergründe und Verlauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204567
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Leseprobe aus  39  Seiten
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