Ein Grundsatz, der schon sehr alt ist, besagt, das man sich sehr gut überlegen sollte, ob man mit einer Streitigkeit vor ein ordentliches Gericht zieht oder nicht. Solche Verfahren können sehr kostspielig sein und sich durch die Überlastung der Gerichte und die verschiedenen Instanzen über mehrere Jahre hinziehen. Ein Alternative könnte das Schiedsgericht darstellen. An solch einem Schiedsgericht kann den individuellen Belangen der Parteien in einem Streitfall wesentlich mehr und anders entsprochen werden. Wohl auch wegen dieses Vorteils ist die Bedeutung von Schiedsgerichten in den vergangen Jahren international gewachsen. Aus diesem Grund sollen im Folgenden zuerst grundlegende Punkte zur Schiedsgerichtsbarkeit mit ihren Vor- und Nachteilen erläutert werden. Im dritten und vieren Teil der vorliegenden Arbeit stelle ich dann zwei wichtige Institutionen der nationalen und internationalen Schiedsgerichtsbarkeit, die ICC und die DIS, vor. Die Frage der Durchführung eines Verfahrens vor einem Schiedsgericht nach der DIS oder ICC Schiedsgerichtsordnung wird im fünften Abschnitt näher beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Begriff der privaten Schiedsgerichtsbarkeit
2.2. Staat und Schiedsgericht
2.3. Vorteile
2.4. Nachteile
3. Die Deutsche Institution für Schiedsgerichtswesen (DIS) e.V.
3.1. Allgemeines
3.2. Organisation
3.3. Schiedsgerichtsordnung
4. International Chamber of Commerce
4.1. Allgemeines
4.2. International Court of Arbitration
4.3. Schiedsgerichtsordnung
5. Die Schiedsgerichtsordnungen von DIS und ICC in wesentlichen Punkten
5.1. Einleitung des Schiedsverfahrens
5.2. Beginn des Verfahrens
5.3. Anzahl und Anforderungen an die Schiedsrichter
5.4. Bestellung der Schiedsrichter
5.5. Verfahren
5.6. Beendigung des Verfahrens
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der privaten Schiedsgerichtsbarkeit als Alternative zu staatlichen Gerichtsverfahren und analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen sowie die Schiedsgerichtsordnungen der DIS und der ICC.
- Grundlagen der privaten Schiedsgerichtsbarkeit und Abgrenzung zum staatlichen Rechtssystem
- Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Schiedsverfahren
- Porträt der Deutschen Institution für Schiedsgerichtswesen (DIS) e.V.
- Porträt der International Chamber of Commerce (ICC)
- Vergleichende Analyse der Schiedsordnungen in wesentlichen Verfahrensfragen
Auszug aus dem Buch
2.3. Vorteile
Sowohl über die Vorteile als auch über die Nachteile der privaten Schiedsgerichtsbarkeit wird viel geschrieben und auch viel diskutiert. Daher folgt nun eine Zusammenstellung von in der Literatur genannten Vorteilen, die sich den am Schiedsverfahren beteiligten Personen bieten:
• In einem Schiedsverfahren können die Parteien sich den oder die Schiedsrichter selbst auswählen und damit sicherstellen, das die gewählte Person ihr Vertrauen genießt. Als Schiedsrichter stehen dabei viele erfahrene Juristen und auch Fachleute aus verschiedenen Gebieten zur Verfügung.
• Eng damit verbunden ist der Vorteil der Sachkundigkeit, denn die Richter können aus Kreisen gewählt werden, die auf dem relevanten Gebiet eine entsprechende Sachkunde aufweisen.
• Verfahren vor dem Schiedsgericht sind prinzipiell nicht öffentlicher Natur. Damit wird verhindert das eine Partei ihr Ansehen verliert oder Geschäftsgeheimnisse oder Betriebsinterna öffentlich werden.
• In der Regel wird viel schneller eine Entscheidung erzielt, da der sehr langwierige Gang durch die verschiedenen Instanzen der ordentlichen Gerichtsbarkeit wegfällt.
• Oft ist das Schiedsverfahren daher auch kostengünstiger.
• Besonders im internationalen Bereich bietet die Schiedsgerichtsbarkeit Vorteile, da die Durchführung eines Gerichtsverfahrens in manchen Ländern sehr aufwendig und mit hohem finanziellen Aufwand verbunden ist.
• Den beteiligten Parteien und dem Schiedsrichter wird weitestgehende Freiheit bei der Gestaltung des Verfahrens gelassen, solange bestimmte Mindeststandards eines rechtsstaatlichen Verfahrens eingehalten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik langwieriger und kostspieliger staatlicher Gerichtsverfahren und führt die Schiedsgerichtsbarkeit als flexible Alternative ein.
2. Grundlagen: Hier werden der Begriff der privaten Schiedsgerichtsbarkeit definiert sowie deren Verhältnis zum staatlichen Rechtssystem und die wesentlichen Vor- und Nachteile erörtert.
3. Die Deutsche Institution für Schiedsgerichtswesen (DIS) e.V.: Dieses Kapitel stellt die DIS als eingetragenen Verein vor, erläutert dessen Organisationsstruktur und beschreibt die Bedeutung der eigenen Schiedsgerichtsordnung.
4. International Chamber of Commerce: Der Fokus liegt hier auf der internationalen Handelskammer, ihrer weltweiten Bedeutung und der Funktion des International Court of Arbitration.
5. Die Schiedsgerichtsordnungen von DIS und ICC in wesentlichen Punkten: Dieser Teil bietet einen detaillierten Vergleich der Verfahrensabläufe von der Einleitung bis zur Beendigung bei DIS und ICC.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Schiedsgerichtsbarkeit zusammen und betont die Notwendigkeit, Vor- und Nachteile für die jeweilige persönliche Situation sorgfältig abzuwägen.
Schlüsselwörter
Schiedsgerichtsbarkeit, private Schiedsgerichte, ZPO, DIS, ICC, International Court of Arbitration, Schiedsgerichtsordnung, Rechtssicherheit, Sachkundigkeit, Schiedsspruch, Zwangsvollstreckung, Wirtschaftsunternehmen, Handelsrecht, Verfahrensgestaltung, Streitbeilegung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die private Schiedsgerichtsbarkeit als Alternative zum ordentlichen Rechtsweg, insbesondere unter Berücksichtigung der Institutionen DIS und ICC.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die Definition der privaten Schiedsgerichtsbarkeit, deren Vor- und Nachteile sowie die detaillierte Vorstellung und der Vergleich der Schiedsordnungen von DIS und ICC.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Lesern (insbesondere Unternehmern) die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen privater Schiedsverfahren aufzuzeigen, damit sie fundierte Entscheidungen für ihre individuellen Belange treffen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Satzungen und Schiedsgerichtsordnungen der untersuchten Institutionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die DIS und ICC porträtiert sowie ihre Schiedsordnungen in den Bereichen Verfahrenseinleitung, Richterwahl und Verfahrensdurchführung gegenübergestellt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Schiedsgerichtsbarkeit, Schiedsgerichtsordnung, DIS, ICC, Rechtssicherheit und effiziente Streitbeilegung.
Warum ist die Sachkundigkeit der Schiedsrichter ein wesentlicher Vorteil?
Da Schiedsrichter oft aus Fachkreisen gewählt werden, verfügen sie über tiefgehendes Wissen in den jeweils strittigen Fachgebieten, was die Qualität der Entscheidungsfindung im Vergleich zu staatlichen Gerichten erhöhen kann.
Was unterscheidet die DIS von der ICC in Bezug auf den Umfang der Schiedsordnungen?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Schiedsgerichtsordnung der ICC wesentlich umfangreicher und detailreicher gestaltet ist als die der DIS, wobei die DIS dennoch alle wesentlichen Punkte für eine zuverlässige Streitbeilegung abdeckt.
- Quote paper
- Anja Repke (Author), 2003, Deutsche Institution für Schiedsgerichtswesen und International Chamber of Commerce, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20461