Frauen werden in Printmedien unterschiedlich dargestellt und abgebildet. Dieses Buch vergleicht drei Frauenzeitschriften im Hinblick auf Darstellung und Ästhetik von Frauenbildern. Die untersuchten Zeitschriften („Elle“, „Freundin“ und „Frau im Trend“) sprechen unterschiedliche soziale Schichten an und erlauben so einen vertikalen Milieuvergleich.
Die Klassifizierung und Analyse des Bildmaterials erfolgt aus soziologischer Sichtweise mittels eines eigens entwickelten Kriterienkataloges. So können acht verschiedene Bildtypen herausgearbeitet werden. Die Untersuchung belegt, dass weibliche Schönheit, Ästhetik und Fotografie in den drei an Bourdieu angelehnten Schichten unterschiedlich ausgeformt sind, begründet durch die drei von Bourdieu eruierten Geschmäcker – dem legitimen, dem mittleren und dem populären Geschmack.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Schönheitsideale
2.1.1. Ein kurzer historischer Abriss
2.1.2. Die Supermoderne
2.1.3. Figuren aus Medien und Werbung
2.1.4. Bild des Alltagsmenschen
2.1.5. Virtuelle Kreationen
2.1.6. Die Vor- und Nachteile von Schönheit
2.1.6.1. Schönheit = Begehrt sein
2.1.6.2 .Schönheit macht Schweres leicht
2.1.6.3. Schönheit als Verwindung des Schweren
2.1.6.4. Schönheit als Versuchung zu Hochmut und Kälte
2.2. Ein Paar Worte zur Mode
2.3. Sinus-Milieus, Lebensstil und soziale Ungleichheit
2.3.1. Die feinen Unterschiede
2.3.2. Drei Geschmäcker
2.3.2.1. Selbstdarstellung und Repräsentation
2.3.2.2. Ernährung
2.3.2.3. Kultur
2.4. Eine illegitime Kunst
3. Methode und Empirie
3.1. Der Verlag
3.2. Die Auswahl der Zeitschriften
3.2.1. Vorstellung der Zeitschriften
3.2.1.1. „Elle“
3.2.1.2. „Freundin“
3.2.1.3. „Frau im Trend“
3.3. Bildertypen
3.3.1. Kriterienkatalog
3.3.1.1. Der Gesamteindruck
3.3.1.2. Der Hintergrund
3.3.1.3. Zur Person
3.3.1.4. Der Blick
3.3.1.5. Der Gesichtsausdruck
3.3.1.6. Die Pose
3.3.1.7. Licht und Schatten; Kontraste
3.3.1.8. Farbe
3.3.2. Folgende Bildertypen wurden ermittelt
3.4. Verteilung der Bildertypen
3.4.1. Verteilung der Bildertypen in „Elle“
3.4.2. Verteilung der Bildertypen in „Freundin“
3.4.3. Verteilung der Bildertypen in „Frau im Trend“
3.4.4. Zusammenfassung Verteilung Bildertypen
3.5. Bildertypen
3.5.1. Das geometrische Bild
3.5.2. Das disharmonische Bild – der Bruch
3.5.3. Die Prinzessin
3.5.4. Das erotisch-sinnliche Bild
3.5.5. Das nostalgische beziehungsweise Retrobild
3.5.6. Das erstarrte Bild
3.5.7. Das alltagsweltliche Bild
3.5.8. Die Modefotografie
3.6. Das Problem der Multidimensionalität
3.7. Diskussion und Interpretation der Befunde
4. Zusammenfassung
4.1. Fazit
4.2. Ausblick
5. Literaturliste
5.1. Nichtwissenschaftliche Quellen
5.2. Ausgewertete Zeitschriften
5.3. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Frauenbildern in drei ausgewählten Frauenzeitschriften, um aufzuzeigen, wie sich Schönheitsideale, Ästhetik und Fotografie in verschiedenen sozialen Milieus unterscheiden. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Frauenbilder den Geschmack der jeweiligen Schichten widerspiegeln und ob diese mediale Konstruktion des Weiblichen über alle sozialen Grenzen hinweg konsistent bleibt.
- Schönheitsideale und deren historischer Wandel
- Soziologische Analyse nach Pierre Bourdieu (Habitus und Geschmack)
- Methodik der Medienanalyse und Bildtypisierung
- Milieuvergleich anhand der Sinus-Milieus
- Einfluss von Medien, Werbung und Mode auf das Selbstbild
Auszug aus dem Buch
3.5.1. Das geometrische Bild
Das geometrische Bild wird zumeist für Modefotografie zum Zwecke der Werbung (Handtaschen und Kleidung) genutzt. Es findet sich fast nur in der „Elle“. Der Fotograf spielt mit Gegenständen, Körperteilen, Licht und Schatten wie mit geometrischen Elementen. Die Bilder wirken dadurch zwar künstlerisch, aber künstlich und sehr „gestellt“. Sie wurden offensichtlich zu einem bestimmten Zweck gefertigt und stellen eine Art Karikatur einer Alltagsszene dar, jedoch keine natürliche Alltagsszene an sich. Die dargestellte Frau zeigt keine Emotionen, das Gesicht ist ausdruckslos, der Körper makellos aber sie tritt als reale Person völlig in den Hintergrund und ist daher beliebig austauschbar.
Runde Forme dominieren. Eine exakt geschnittene und spiegelglatte Frisur mit rund nach innen geföhnten Enden, runde Schultern und ein runder Lichtfleck auf dem ansonsten plakativ schwarzen Hintergrund. Die Frau scheint von oben herab auf den Betrachter zu blicken, wirkt stolz, kühl und unnahbar. Durch Lichteffekte wird sowohl ihr Gesicht, als auch ihre Schulter beleuchtet, alles andere tritt in den Schatten. Sogar die sehr stark betonten Augenbrauen weisen an der Nasenwurzel eine sehr runde Form auf. Natürlich kann man dem Bild auch eine gewisse Erotik nicht absprechen: der halb geöffnete Mund, die nackten Schultern, der laszive Blick. Aufgrund der frappanten Betonung runder Elemente und der Aufteilung des Bildes in Flächen ist es dem geometrischen Typus zuzuordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Unterschiede in der Darstellung von Frauenbildern in verschiedenen Frauenzeitschriften anhand einer soziologischen Analyse zu untersuchen.
2. Theoretischer Rahmen: Erläutert die historische Entwicklung des weiblichen Schönheitsideals, die Rolle der Medien und die soziologischen Konzepte von Pierre Bourdieu zu Geschmack und Klassen.
3. Methode und Empirie: Beschreibt das methodische Vorgehen der Medienanalyse, die Auswahl der Zeitschriften (Elle, Freundin, Frau im Trend) und die Kriterien für die Kategorisierung der Bildertypen.
4. Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der Analyse zusammen, wobei der Fokus auf der unterschiedlichen bildlichen Darstellung von Frauen in Abhängigkeit vom soziokulturellen Status der Zeitschriftenleserinnen liegt.
Schlüsselwörter
Schönheitsideal, Frauenzeitschriften, Medienanalyse, Habitus, Soziologie, Sinus-Milieus, Bildtypen, Modefotografie, Bourdieu, Körperbild, soziale Ungleichheit, Ästhetik, Konsumverhalten, Repräsentation, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Frauen in drei verschiedenen Zeitschriften (Elle, Freundin, Frau im Trend) bildlich dargestellt werden und ob diese Darstellungen mit den sozialen Milieus der jeweiligen Zielgruppen korrespondieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Schönheitsideale, die Rolle der Mode, soziologische Milieutheorien nach Pierre Bourdieu sowie eine detaillierte bildanalytische Untersuchung von Frauenmotiven in den Medien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, nachzuweisen, dass trotz eines oberflächlich gleichen Schönheitsideals die Art und Weise der bildlichen Inszenierung und die zugrunde liegende Ästhetik je nach sozialem Status der Zeitschriftenleserinnen stark variieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine eigene Form der empirischen Medien- bzw. Bildanalyse unter Anwendung der Grounded Theory, um Kriterienkataloge für die Typisierung der gefundenen Frauenbilder zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Schönheitsbildern und Milieus sowie einen empirischen Teil, in dem die Zeitschriften analysiert, die Bildertypen definiert und die Verteilung der Motive statistisch ausgewertet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schönheit, soziale Milieus, Habitus, Bildanalyse, Modefotografie und Mediale Darstellung.
Warum wurden genau diese drei Zeitschriften ausgewählt?
Die Auswahl erfolgte, um drei unterschiedliche soziale Schichten abzudecken: die Oberschicht (Elle), die Mittelschicht (Freundin) und die Unterschicht bzw. untere Mittelschicht (Frau im Trend).
Welche besondere Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Modefotografie?
Die Autorin stellt fest, dass Modefotografie in Zeitschriften selten eine "echte" Alltagsszene abbildet, sondern eine ästhetisierte Inszenierung darstellt, die den Leserinnen ein Ideal vermitteln soll, das jedoch technischer und inszenatorischer Kniffe bedarf.
- Arbeit zitieren
- Theresa Manitz (Autor:in), 2012, Schönheitsbilder in Frauenzeitschriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204648