Seit nunmehr 130 Jahren finden in den drei baltischen Ländern- Estland, Lettland und Litauen- regelmäßig im Abstand von 4 bis 5 Jahren die weitbekannten Sängerfeste statt. Diese Festivals stärken, vor allem durch das gemeinsame Singen der Volkslieder, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen der jeweiligen Nation. Diese Volkslieder – in Lettland auch Dainas genannt- beinhalten geschichtliche Themen, sowie auch Mythen, Wünsche und Hoffnungen der Menschen und waren vor allem zur Zeit der Besatzungen Symbol der nationalen Identität und später Mittel des Protestes an der Unterdrückung der eigenen Nation. Wie bei den u.a. zu den Sängerfesten gesungenen Volksliedern, lässt sich auch bei den Sängerfesten auf eine weit zurückreichende Tradition blicken.
Die Sängerfeste im Baltikum
„Das lettische Gefühl [mag] im Alltag und vielleicht bei der jungen Generation mehr oder weniger verloren [gehen], aber hier beim [Sänger] Fest kann man es bewahren und für eine längere Zeit wieder auftanken.“ (Marcis Skarklis; http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/euroblick/euroblick-2008-07-27-lettland-saengerfest-ID121682973099.xml, 20.11.2009)
Seit nunmehr 130 Jahren finden in den drei baltischen Ländern- Estland, Lettland und Litauen- regelmäßig im Abstand von 4 bis 5 Jahren die weitbekannten Sängerfeste statt. Diese Festivals stärken, vor allem durch das gemeinsame Singen der Volkslieder, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen der jeweiligen Nation.
Diese Volkslieder – in Lettland auch Dainas genannt- beinhalten geschichtliche Themen, sowie auch Mythen, Wünsche und Hoffnungen der Menschen und waren vor allem zur Zeit der Besatzungen Symbol der nationalen Identität und später Mittel des Protestes an der Unterdrückung der eigenen Nation. Wie bei den u.a. zu den Sängerfesten gesungenen Volksliedern, lässt sich auch bei den Sängerfesten auf eine weit zurückreichende Tradition blicken.
Wie Anfangs schon geschrieben, gehen die Sängerfeste bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.
Das erste Sängerfest im Baltikum fand 1869 in Estland in der Studentenstadt Tartu statt, mit noch vergleichsweise wenigen (800) Teilnehmern. Aber immerhin 15000 Zuschauern und Zuhörern. Zu dieser Zeit war Estland unter deutscher Hand und es durften nur 2 estnisch sprachige Lieder gesungen werden: „Mein Vaterland, mein Glück und meine Freude“- welches nach 1918 zur Hymne Estlands wurde- und „ Mein Vaterland ist meine Liebe“ – dieses war zu sowjetischen Zeiten die inoffizielle Hymne der Esten und wird noch heute bei den- seit 1950 regelmäßig alle 5 Jahre veranstalteten- Sängerfesten als Schlusslied gesungen. Diese finden mittlerweile nicht mehr in Tartu sondern in der estnischen Hauptstadt Tallin statt und haben üblicherweise zwischen 18 und 19000 Mitwirkende. Seit 1934 wird parallel dazu auch ein Tanzfest durchgeführt.
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Häufig gestellte Fragen
Seit wann gibt es die Sängerfeste im Baltikum?
Die Tradition der Sängerfeste reicht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück; das erste Fest fand 1869 in Tartu (Estland) statt.
Was sind „Dainas“?
Dainas sind traditionelle lettische Volkslieder, die Mythen, Geschichte sowie Hoffnungen der Menschen enthalten und ein Symbol der nationalen Identität sind.
Welche Bedeutung hatten die Feste während der Besatzungszeit?
Die Sängerfeste dienten als friedliches Mittel des Protests gegen die Unterdrückung und zur Bewahrung der eigenen kulturellen und nationalen Identität.
Wie oft finden diese Festivals statt?
Die Sängerfeste werden in Estland, Lettland und Litauen regelmäßig in einem Abstand von 4 bis 5 Jahren veranstaltet.
Finden neben dem Singen auch andere Aktivitäten statt?
Ja, beispielsweise wird in Estland seit 1934 parallel zum Sängerfest auch ein großes Tanzfest durchgeführt.
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- Margaretha Seifferth (Author), 2010, Die Sängerfeste im Baltikum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204693