Determinanten der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung


Studienarbeit, 2001

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit

2 Kundenzufriedenheit
2.1 Das C/D-Paradigma
2.2 Ursachen und deren Wirkung auf die Zufriedenheit

3 Zusammenhänge zwischen Kundenzufriedenheit und -bindung
3.1 Reaktionen von (un)zufriedenen Kunden
3.2 Kundenbindung
3.3 Der Weg vom zufriedenen zum gebundenen Kunden
3.3.1 Verhaltenstheoretische Grundlagen
3.3.1.1 Theorie der kognitiven Dissonanz
3.3.1.2 Lerntheorie
3.3.1.3 Risikotheorie
3.3.2 Wichtige Einflussgrößen auf die Wechselbarriere
3.3.2.1 Kundeneigenschaften
3.3.2.2 Produkteigenschaften
3.3.2.3 Wettbewerbsbedingungen
3.3.3 Zusammenfassung

4 Instrumente zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit/-bindung
4.1 Ansatzpunkte
4.2 Produktpolitik
4.3 Preispolitik
4.4 Kommunikationspolitik
4.5 Distributionspolitik

5 Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg

6 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das C/D-Paradigma

Abbildung 2: Reaktionen von (un)zufriedenen Kunden

Abbildung 3: Verhaltensabsichten von überzeugten Kunden

Abbildung 4: Mögliche Zusammenhänge zwischen Kundenzufriedenheit und Kundenbindung

Abbildung 5: Auswirkungen langjähriger Kundenbeziehungen

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

In der Vergangenheit hat es sich gezeigt, dass die Kosten für die Gewinnung von neuen Kunden wesentlich höher sind, als die Kosten, um einen Kunden an ein Unternehmen zu binden.[1] Diese Erkenntnis hat sich in der Unternehmenspraxis durchgesetzt. Dabei hat sich eine weit verbreitete Marktsättigung und die damit verbundene Schwierigkeit der Neukundengewinnung verstärkend ausgewirkt. Das Ziel Kundenzufriedenheit wurde zu einem zentralen Punkt im Marketing oder wie bei der Firma Xerox sogar oberstes Unternehmensziel.[2]

Viele Unternehmen gehen jedoch immer noch davon aus, dass es ausreicht, seine Kunden zufriedenen zu stellen. Für sie sind zufriedene auch gebundene Kunden. Dies ist jedoch kein Automatismus. Auch unter zufriedenen Kunden gibt es eine verbreitete Anzahl von Markenwechslern.[3] Dies zeigt, dass positive Ergebnisse und Verbesser-ungen in Kundenzufriedenheitsmessungen nicht ausreichen, um Kunden dauerhaft an ein Unternehmen zu binden. Dies mussten beispielhaft Banken in letzter Zeit erfahren, deren zufriedene Kunden wegen geringfügig besseren Konditionen zur Konkurrenz abwanderten.[4] Dadurch entsteht die Notwendigkeit, neben der Zufriedenheit noch andere Faktoren zu identifizieren, die zu einer Bindung des Kunden führen.

1.2 Gang der Arbeit

Im Rahmen dieser Arbeit wird versucht die Zusammenhänge zwischen Kunden-zufriedenheit und Kundenbindung aufzuzeigen. Dazu wird zunächst näher auf die Kundenbindung eingegangen. Danach wird verdeutlicht, wie es zu einer Bindung des Kunden an ein Unternehmen kommt und welche zusätzlichen Faktoren diesen Prozess beeinflussen. Anschließend werden Instrumente zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung aufgezeigt, bevor abschließend deren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg dargestellt werden. Auf die Beschreibung der einzelnen Messinstrumente der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung wird auf Grund des vorgegebenen Umfangs verzichtet.

2 Kundenzufriedenheit

2.1 Das C/D-Paradigma

In der Literatur gibt es verschiedene Modelle, um Kundenzufriedenheit zu erklären.[5] Die häufigste Verwendung findet dabei das Confirmation/Disconfirmation-Paradigma.[6] Diesem Modell liegt ein subjektiver Vergleichsprozess des Kunden zu Grunde. Dabei vergleicht der Kunde seine Erwartungen (Soll-Leistung) mit seinen Erfahrungen (Ist-Leistung), die er während der Produktnutzung sammelt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entsprechen die Erfahrungen den Erwartungen (= Confirmation) oder werden die Erwartungen übertroffen (= positive Disconfirmation), so stellt sich beim Kunden Zufriedenheit ein. Sind die Erwartungen größer als die Erfahrungen während der Produktnutzung (= negative Disconfirmation), so entsteht beim Kunden Unzufriedenheit.[7] Abbildung 1 verdeutlicht dieses Prinzip.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das C/D-Paradigma

Quelle: Giering (2000), S. 8

Dabei ist zu beachten, dass jeder Kunde einen individuellen Vergleichsstandard besitzt. Er kann zum Beispiel die Extreme des Idealen oder des gerade noch Tolerierbaren als Vergleichsstandard wählen. Hier liegt ein Ansatzpunkt für eine kritische Beurteilung der Aussagefähigkeit des C/D-Paradigmas, da die Zufriedenheitswerte maßgeblich durch diesen Vergleichsstandard beeinflusst werden.[8]

Ein Unternehmen beeinflusst die Erwartungen des Kunden indirekt durch die Leistung der Produkte, welche der Kunde in der Vergangenheit schon von diesem Anbieter erworben hat.

Durch kommunikationspolitische Maßnahmen wird direkter Einfluss ausgeübt. Dabei müssen die Unternehmen beachten, dass sie die Erwartungen nicht durch eventuell zu große Werbeversprechen so weit anheben, dass die Ist-Leistung diesen nicht mehr gerecht werden kann.[9]

Bei der wahrgenommen Leistung handelt es sich nicht um die objektiv messbare Leistung. Auf Grund von verschiedenen Wahrnehmungseffekten nimmt jeder Kunde die Leistung subjektiv anders wahr.[10] Somit wird eine objektiv identische Leistung von den Kunden subjektiv unterschiedlich wahrgenommen.

2.2 Ursachen und deren Auswirkung auf die Zufriedenheit

In 2.1 wurde dargelegt, dass der Vergleichsprozess, der beim Kunden zu Zufriedenheit oder Unzufriedenheit führt, sehr individuell gestaltet ist.

Daraus resultieren unterschiedliche Zufriedenheitswerte. Diese bauen auf verschiedenen Leistungsmerkmalen auf. Zu diesen Leistungsmerkmalen gehören die technische Produktqualität, die Servicequalität, das Image des Unternehmens, die persönliche Beziehungsqualität zu den Mitarbeitern des Unternehmens und die individuelle Preiswahrnehmung.[11]

Der Grad der Zufriedenheit hängt zum einen davon ab, in welchem Ausmaß die Erwartungen der verschiedenen Leistungsmerkmale erfüllt oder übertroffen werden,[12] und zum anderen zu welchem Leistungsbestandteil das einzelne Merkmal gehört.

Die einzelnen Leistungsbestandteile werden in Basisanforderungen, Leistungsfaktoren und Begeisterungsfaktoren unterschieden.[13]

- Basisanforderungen werden vom Kunden erwartet und als selbstverständlich erachtet. Dadurch haben sie wenig Einfluss auf die Zufriedenheit, jedoch erheblichen Einfluss auf die Unzufriedenheit (z.B. eine richtig und vollständig ausgeführte Reparatur).
- Bei Leistungsfaktoren wird ein linearer Verlauf unterstellt. Eine Erfüllung, bzw. Nichterfüllung hat den gleichen Einfluss auf die Zufriedenheit, bzw. Unzufriedenheit (z.B. Terminzusagen).
- Bei Nichterfüllung von Begeisterungsfaktoren entsteht keine Unzufriedenheit. Sie lösen jedoch bei Erfüllung ein deutliches Anwachsen der Zufriedenheit aus (z.B. Leichtigkeit der Kommunikation).

Diese differenzierte Betrachtungsweise kann dem Unternehmen helfen ungenutzte Potentiale der Kundenzufriedenheit aufzudecken. Dabei muss bei einer Leistungsverbesserung auch der Einfluss auf die Kundenzufriedenheit berücksichtigt werden. Sind beispielsweise die Basisanforderungen schon im ausreichenden Maße erfüllt, so führt deren Verbesserung zu einer geringeren Steigerung der Kunden-zufriedenheit als eine Verbesserung der Leistungs- bzw. Begeisterungsfaktoren. Welches Leistungsmerkmal der Kunde zu welchem Leistungsbestandteil zuordnet kann individuell verschieden sein und verändert sich im Zeitablauf.[14]

In der Literatur werden einzelne Stadien mit unterschiedlichen Zufriedenheitswerten dargestellt.[15] Die häufigste Verwendung findet dabei eine 5er-Skala mit der Einteilung in vollkommen zufriedene, sehr zufriedene, zufriedene, weniger zufriedene und unzufriedene Kunden. Diese wird auch vom deutschen Kundenbarometer verwendet.[16] Das Deutsche Kundenbarometer untersucht seit 1992 jährlich die Kundenorientierung und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland. In diesem Zusammenhang stellt es für die Unternehmen Kennziffern für Vergleiche mit der Konkurrenz bereit. Dabei werden repräsentativ Kundenzufriedenheits- und Kundenbindungsdaten über 1000 Unternehmen aus 40 Branchen erhoben.[17]

Jedes Unternehmen muss weiterhin beachten, dass es mit dem Kunden in verschieden Phasen Kontakt hat.[18] Dabei bildet sich die Zufriedenheit in einem dynamischen Prozess während der Vorkauf - (z.B. Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit und Informationsangebot), Kauf - (z.B. Kauferfahrung im Kaufhaus) und Nachkaufphase (z.B. Produktnutzung und Kundendienst).[19] Aus diesem Hintergrund ist es wichtig, sein Unternehmen darauf auszurichten und seinen Mitarbeitern die Bedeutung von zufriedenen Kunden zu verdeutlichen.

3 Zusammenhänge zwischen Kundenzufriedenheit und Kundenbindung

3.1 Reaktionen von (un)zufriedenen Kunden

Im Punkt 2 wurde beschrieben, wie sich beim einzelnen Kunden (Un)Zufriedenheit bildet. Auf den Zustand der (Un)Zufriedenheit gibt es verschiedene Reaktions-möglichkeiten des Kunden. Diese werden in Abbildung 2 dargestellt.

Ein unzufriedener Kunde hat die Wahl, sich bei dem Unternehmen zu beschweren, zu einem Konkurrenten abzuwandern oder seine Unzufriedenheit als gegeben hinzunehmen.

Entschließt sich der Kunde zum Markenwechsel, so ist er für das Unternehmen verloren. Diese Reaktion ist besonders in Märkten mit hoher Wettbewerbsintensität, verbunden mit großer Alternativenanzahl, weit verbreitet.[20]

[...]


[1] Vgl. Scharnbacher/Kiefer (1998), S. 15

[2] Vgl. Grunwald (1999), S. 145

[3] Vgl. Gierl (1993), S. 92

[4] Vgl. Homburg/ Werner (1998), S. 17

[5] Vgl. Rudolf/Homburg (1998), S. 36

[6] Vgl. Hermann/Johnson (1999), S. 582; Scharnbacher/Kiefer (1998), S. 6 ff

[7] Vgl. Giering (2000), S. 8

[8] Vgl. Müller/Strothmann (1998), S. 199

[9] Vgl. Schneider (2000), S. 29

[10] Vgl. Rudolf/Homburg (1998), S. 41

[11] Vgl. Schneider (2000), S. 24 f

[12] Vgl. Scharnbacher/Kiefer (1999), S. 10

[13] Vgl. Homburg/ Werner (1998), S. 92; Hinterhuber/Handlbauer/Matzler (1997), S.17 f

[14] Vgl. Hinterhuber/Handlbauer/Matzler (1997), S.18

[15] Vgl. weiterführend Töpfer (1999) Seite 71 ff

[16] Vgl. Meyer/Dornach (1998), Seite 37 f

[17] Vgl. Meyer, A./Dornach (1998), S. 3 f

[18] Vgl. Schneider (2000), S. 25

[19] Vgl. Meffert H./Backhaus K. (1997), S. 7 f

[20] Vgl. Simon/Homburg (1998), S. 50

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Determinanten der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim  (FB Wirtschaft)
Veranstaltung
Fach: Marketing
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
30
Katalognummer
V2047
ISBN (eBook)
9783638112598
ISBN (Buch)
9783638637657
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Kundenbindung, Kundenzufriedenheit
Arbeit zitieren
Sascha Arnold (Autor), 2001, Determinanten der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2047

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