Die Vieldimensionalität des Begriffes der ‚Globalisierung’ macht es schwer, den Begriff zu
fassen und einheitlich zu definieren. Das Wort ‚Globalisierung’ erfreut sich einer
inflationären Verwendung und wird mit den verschiedensten Bedeutungen versehen – den
Begriff wirklich zu bestimmen und die ‚Schwammigkeit’ zu lösen, „gleicht dem Versuch,
einen Pudding an die Wand zu nageln.“ 1
Für den Autor ist die Definition des Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz vorteilhaft,
der den mittlerweile ‚Allerweltsbegriff’ als „engere Verflechtung von Ländern und Völkern
der Welt [sieht], die durch enorme Senkung der Transport- und Kommunikationskosten
herbeigeführt wurde, und die Beseitigung künstlicher Schranken für den ungehinderten
grenzüberschreitenden Strom von Gütern, Dienstleistungen, Kapital, Wissen und ( in
geringem Grad ) Menschen“ 2 entstehen lässt.
Es gelingt den Unternehmen ( ‚global playern’ ) das Beste aus ‚zwei Welten’ zu kombinieren
: das technologische Wissen aus der ‚Ersten Welt’ und die reichlich vorhandenen billigen
Arbeitskräfte der ‚Dritten Welt’ ; sie schaffen so einen deutlich verschärften weltweiten
Standortwettbewerb. Die Grenzen zwischen den nationalen Volkswirtschaften werden
durchlässig und verschwimmen zunehmend, die weitgehende Liberalisierung des Handels
führt zu einem globalen Handel mit Waren, Dienstleistungen und Kapital. Weltweit entstehen
neue Produktions- und Arbeitsformen sowie eine neue Arbeitsteilung.
Neue Produkte werden durch neue Konkurrenten auf den Markt gebracht und über
Niedrigpreisstrategien versuchen ausländische Unternehmen rasch Marktanteile zu erobern
und der Konkurrenz ihre Marktposition streitig zu machen – die angegriffenen Unternehmen
werden ebenso auf ausländische Märkte ausweichen, um dort Marktanteile zu erobern.
( ‚Feedback-Effekt’ ). [...]
1 Beck, Ulrich : Beck, Ulrich : Was ist Globalisierung ? Irrtümer des Globalismus – Antworten auf
Globalisierung, Frankfurt a.M. 1997, S. 44.
2 Stiglitz, Joseph : Die Schatten der Globalisierung, Frankfurt a.M. 2002, S. 24.
Inhaltsverzeichnis
1 Definition
2 Positive Folgen der Globalisierung
3 Negative Folgen der Globalisierung
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der fortschreitenden Globalisierung auf den Nationalstaat und analysiert die Frage, inwieweit politische Souveränität und staatliche Handlungsspielräume durch ökonomische Prozesse untergraben werden.
- Definition und theoretische Einordnung des Globalisierungsbegriffs
- Analyse der positiven wirtschaftlichen und technologischen Auswirkungen
- Untersuchung der negativen Konsequenzen für den Sozialstaat
- Diskussion über die Krise der nationalstaatlichen Handlungsfähigkeit
- Perspektiven zur politischen Steuerung in entgrenzten Räumen
Auszug aus dem Buch
1 Definition
Die Vieldimensionalität des Begriffes der ‚Globalisierung’ macht es schwer, den Begriff zu fassen und einheitlich zu definieren. Das Wort ‚Globalisierung’ erfreut sich einer inflationären Verwendung und wird mit den verschiedensten Bedeutungen versehen – den Begriff wirklich zu bestimmen und die ‚Schwammigkeit’ zu lösen, „gleicht dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln.“
Für den Autor ist die Definition des Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz vorteilhaft, der den mittlerweile ‚Allerweltsbegriff’ als „engere Verflechtung von Ländern und Völkern der Welt [sieht], die durch enorme Senkung der Transport- und Kommunikationskosten herbeigeführt wurde, und die Beseitigung künstlicher Schranken für den ungehinderten grenzüberschreitenden Strom von Gütern, Dienstleistungen, Kapital, Wissen und ( in geringem Grad ) Menschen“ entstehen lässt.
Es gelingt den Unternehmen ( ‚global playern’ ) das Beste aus ‚zwei Welten’ zu kombinieren : das technologische Wissen aus der ‚Ersten Welt’ und die reichlich vorhandenen billigen Arbeitskräfte der ‚Dritten Welt’ ; sie schaffen so einen deutlich verschärften weltweiten Standortwettbewerb. Die Grenzen zwischen den nationalen Volkswirtschaften werden durchlässig und verschwimmen zunehmend, die weitgehende Liberalisierung des Handels führt zu einem globalen Handel mit Waren, Dienstleistungen und Kapital. Weltweit entstehen neue Produktions- und Arbeitsformen sowie eine neue Arbeitsteilung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Definition: Dieses Kapitel erörtert die Komplexität des Globalisierungsbegriffs und führt die Definition von Joseph Stiglitz als Grundlage für die weitere Analyse ein.
2 Positive Folgen der Globalisierung: Hier werden die Chancen des technologischen Fortschritts, des Wissensaustauschs und der Marktöffnung für den Wohlstand exportorientierter Länder beleuchtet.
3 Negative Folgen der Globalisierung: Dieser Abschnitt thematisiert die Herausforderungen für den Sozialstaat, den Druck auf den Arbeitsmarkt und die Erosion nationalstaatlicher Handlungsspielräume.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Globalisierungsprozesses zusammen und plädiert für eine stärkere politische Steuerung, um die negativen Effekte abzufedern.
5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Nationalstaat, Souveränität, Weltmarkt, Sozialstaat, Standortwettbewerb, Wirtschaft, Politikwechsel, Global Governance, Handelsliberalisierung, Arbeitsmarkt, Interdependenz, Wohlfahrtsstaat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Referatsausarbeitung grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der globalen Vernetzung auf die politischen Gestaltungsmöglichkeiten und die Souveränität des modernen Nationalstaats.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition der Globalisierung, die gegensätzlichen Folgen für Wirtschaft und Wohlfahrtsstaat sowie die Frage nach der politischen Handlungsfähigkeit in einer globalisierten Welt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die These der Entgrenzung der Politik kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob der Nationalstaat gegenüber transnationalen Wirtschaftsmächten seine Autonomie verliert.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Auswertung politikwissenschaftlicher Literatur und zeitgenössischer Theorien zur Globalisierungsdebatte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition des Begriffs sowie eine Gegenüberstellung der positiven Aspekte (wie Produktivitätssteigerung) und der negativen Folgen (wie sozialer Druck und Standortwettbewerb).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Globalisierung, Nationalstaat, Souveränität, Sozialstaat und Standortwettbewerb.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Wohlfahrtsstaates in diesem Kontext?
Der Autor zeigt auf, dass Wohlfahrtsstaaten durch sinkende Steuereinnahmen und steigenden sozialen Druck in eine Abwärtsspirale geraten können.
Welche Lösungsmöglichkeiten deutet das Fazit an?
Es wird auf die Notwendigkeit von „Global Governance“ verwiesen, um durch zwischenstaatliche Kooperation die Eigendynamik globaler Prozesse politisch zu bändigen.
- Quote paper
- Alexander Stock (Author), 2003, Entgrenzung der Politik durch die Globalisierung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20480