Auswirkungen der demografischen Entwicklung in Deutschland hinsichtlich des Krankheitsbildes Demenz für das Management sowie die Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern


Hausarbeit, 2012
24 Seiten

Leseprobe

Inhalt

I Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziel der Arbeit

3 Einführung in die Thematik
3.1. Darstellung der demografischen Entwicklung in Deutschland
3.2. Vorstellung des Krankheitsbildes Demenz
3.3. Besonderheiten der Versorgung von Demenzkranken

4. Forschungsstand
4.1. Auswirkungen des demografischen Wandels auf die prognostizierten Demenz-erkrankungen in Deutschland
4.2. Versorgungssituation Demenzkranker in Krankenhäusern

5. Auswirkungen aufgrund der prognostizierten Entwicklung
5.1. für das Krankenhausmanagement
5.2. für die Ärzte[1] und Pflegekräfte im Krankenhaus

6 Ausblick

7 Fazit

II Literaturverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Lebenserwartung nach ausgewählten Altersstufen

Abbildung 2: Bevölkerung nach Altersgruppen 2008, 2020 und 2060

Abbildung 3: Prozentuale Verteilung der Demenzkranken in Deutschland im Jahre 2002 nach Alter und Geschlecht sowie geschätzte Anzahl Betroffener für die Bevölkerung 2007

Abbildung 4: Krankenhausfälle nach Altersgruppen - Status-Quo Szenario

Abbildung 5: Krankenhausfälle nach Altersgruppen - Szenario mit sinkender Behandlungsquote

1 Einleitung

In der öffentlichen Diskussion gerät das Thema Alter und Leben im Alter immer mehr in den Fokus. Besondere Bedeutung gewinnt diese Diskussion vor dem Hintergrund, dass sich die Verteilung der Altersklassen der Gesamtbevölkerung in Deutschland in den letzten Jahren bereits deutlich zu Lasten der Jüngeren verschoben hat und sich dieser Trend in den weiteren Jahrzehnten noch verstärken wird. Neben einer sehr niedrigen Fertilitätsrate von ca. 1,3 Geburten pro Frau ist die gestiegene Lebenserwartung ein Grund für diese Entwicklung (Ulrich, S. 339). Was auf dem ersten Blick für den einzelnen Älteren positiv aussehen mag, kann makroökonomisch für Sprengstoff zwischen den Altersklassen hinsichtlich der Verteilung von Lasten und Ressourcen sorgen und mikroökomisch die Einrichtungen des Gesundheitswesens vor große Herausforderungen stellen. Auf die zunehmende Alterung der Menschen und den gleichzeitigen Anstieg der absoluten Zahl dieser Gruppe, müssen sich gerade auch Krankenhäuser vorbereiten. Eine Prognose des Statistischen Bundesamtes geht davon aus, dass im Jahre 2030 mehr als 62 % der Krankenhauspatienten 60 Jahre und älter sein werden (Statistisches Bundesamt 2010, S. 15).Ältere Menschen leiden oft auch an Multimorbidität, dass heißt, sie haben Vorerkrankungen und müssen bei ihrer akuten Krankenhausbehandlung dementsprechend in der Regel ökonomisch aufwendiger behandelt werden. Vor organisatorischen Herausforderungen steht ein Krankenhaus dann, wenn es demente Patienten im Krankenhaus wegen ihrer Demenz oder eben einer akuten anderen Erkrankung wie z.B. einer Frakturversorgung behandeln muss. Da ein Zusammenhang zwischen Alter und Demenz besteht (Weyerer 2005, S. 11) ist davon auszugehen, dass die Prävalenz der Demenz in der Gesamtbevölkerung weiter zunimmt. Es ist also wichtig, dass sich auch Krankenhäuser auf die Zunahme dieses Patientenklientels einstellen. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund des derzeit oft diskutierten Ärztemangelsund regional auftretenden Pflegekräftemangels in Krankenhäusern.

2 Ziel der Arbeit

Ziel dieser Hausarbeit ist die Untersuchung der Auswirkungen und Folgen der demografischen Entwicklung in Deutschland hinsichtlich des Krankheitsbildes Demenz für das Management und die Pflegekräfte in Krankenhäusern. Die Arbeit beginnt mit einer Darstellung der prognostizierten demografischen Entwicklung in Deutschland, anschließend werden in einer kurzen Übersicht das Krankheitsbild Demenz und die Besonderheiten hinsichtlich der Pflege dieses Patientenklientels vorgestellt. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der aktuelle Forschungsstand zur demografischen Entwicklung in Deutschland hinsichtlich der künftigen Altersstruktur sowie der Prävalenz der Demenzerkrankungen beleuchtet. Das Kapitel findet seinen Abschluss mit einer Beschreibung der derzeitigen Versorgungssituation Demenzkranker in Krankenhäusern. Aufbauend auf den derzeit vorliegenden Forschungserkenntnissen hinsichtlich der demografischen Entwicklung und der Häufigkeit der Demenzerkrankung werden im darauffolgenden Kapitel deren Auswirkungen für die Krankenhäuser analysiert. Hierbei erfolgt eine Differenzierung zwischen dem Krankenhausmanagement sowie den Ärzten und Pflegekräften. Inwieweit die Zunahme dementer Patienten für Krankenhäuser eine künftige Herausforderung sein wird und wie erste Versuche angegangen wurden, wird abschließend in einem Ausblick und Fazit thematisiert.

3 Einführung in die Thematik

3.1.Darstellung der demografischen Entwicklung in Deutschland

Die demografische Entwicklung in Deutschland ist dem Grunde nach durch zwei wesentliche Entwicklungen geprägt. Zum einen sind dies seit den 1970er Jahren anhaltend niedrige Geburtenraten, die zum Ersatz der Elterngeneration nicht ausreichend sind und zwangsläufig unter der Prämisse, dass andere Faktoren, wie z.B. eine vermehrte Zuwan-derung ausbleiben, zu einem Altern der Gesellschaft führen (Nowossadeck 2012, S. 1f.). Zum anderen ist zu beobachten, dass die Lebenserwartung, die angibt, wie viele Lebensjahre eine Person mit einem bestimmten Alter unter den gegebenen Sterblichkeitsverhältnissen im Durchschnitt noch zu erwarten hat, ständig weiter steigt (vgl. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Lebenserwartung nach ausgewählten Altersstufen

Quelle: Statistisches Bundesamt, Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, S. 17

Beide Entwicklungen zusammen führen zu einer Steigerung der Gruppe der Älteren. Nach der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes (s. Abb. 2) nimmt die Gesamtbevölkerung von 2008 bis 2060 von 82 Millionen Menschen in Deutschland auf mindestens 70,1 Millionen ab (Variante Obergrenze).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bevölkerung nach Altersgruppen 2008, 2020 und 2060

Quelle: Statistisches Bundesamt, Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, S. 17

Gleichzeitig aber nimmt der Anteil der über 65-jährigen in dem gleichen Zeitraum von 16,8 Millionen auf 22,9 Millionen zu (Variante Obergrenze). Selbst mit der Variante „Untergrenze“ würde diese Altersgruppe bereits auf 21,9 Millionen Menschen steigen. Prozentual ausgedrückt wäre dies gemessen an der für 2060 prognostizierten Gesamtbevölkerung ein Anteil von mindestens 32 %. Im Vergleich hierzu betrug der Anteil der über 65-jährigen an allen im Jahr 2008 nur 20 %. Differenziert man nun noch weiter und analysiert die Daten der Altersgruppe der über 80-jährigen, so kann man feststellen, dass der Anteil dieser Gruppe im Jahr 2008 noch 4,1 Millionen betrug. Für das Jahr 2060 werden aber bereits mindestens 9 Millionen prognostiziert. Damit beträgt der Zuwachs dieser Altersgruppe mehr als 100 Prozent. Diese Entwicklung ist ganz entscheidend für die Veränderung bestimmter Häufigkeiten in den Erkrankungen, die schon jetzt vorwiegend ältere Menschen treffen. Ein typisches Beispiel hierfür ist u.a. die Demenz.

3.2. Vorstellung des Krankheitsbildes Demenz

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts übernahm der Psychiater E. Kraepelin den Begriff „senile Demenz“ in Deutschland. Er beschrieb die Demenz als einer der ersten Psychiater als Verringerung der Merkfähigkeit. Der heute umgangssprachliche Ausdruck „Alzheimer Erkrankung“ wurde nach Werner ebenfalls von Kraepelin geprägt, zu dem Alois Alzheimer wechselte (Werner 1997, S. 20). Alzheimer hatte erstmals die besonderen Veränderungen im Gehirn einer verstorbenen Patientin beschrieben. Er stellte fest, dass sich Protein-Ablagerungen im Hirngewebe bilden. Möglicherweise ist das der Grund dafür, dass Nervenzellen absterben und Signale zwischen den Nervenzellen nicht mehr richtig weitergeleitet werden. Die genauen Hintergründe werden noch erforscht. Die Demenz ist ein Krankheitsbild mit verschiedenen Ursachen. Es lassen sich unterscheiden (Förstl et al. 2003, S. 327)

- Degenerative Demenzen (z.B. Alzheimer)
- Vaskuläre Demenzen (z.B. Multiinfarkt-Demenz)
- Mischformen von Demenzen (z.B. Alkoholdemenz)
- Sonstige Demenzen (z.B. AIDS-Demenz)

Weyerer führt aus, dass bei durchgeführten Studien in den westlichen Industrieländern etwa zwei Drittel der Demenzformen der Alzheimer Demenz zuzuordnen sind (Weyerer 2005, S. 8). Alle Arten der Demenz sind in der internationalen Klassifizierung von Krankheiten (ICD-10-GM) wiederzufinden. Sie werden abgebildet in den Diagnosegruppen F00 bis F03. Hier wird Demenz als ein „Syndrom als Folge einer meist chronischen und fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen“ definiert (ICD-10-GM). Neben der bereits oben ausgeführten Abnahme der Gedächtnisleistung und des Denkvermögens werden nach Weyerer in den diagnostischen Leitlinien der Demenz auch erhebliche Beeinträchtigungen des täglichen Lebens als Voraussetzung für das Vorliegen einer entsprechenden Demenzdiagnose vorausgesetzt. Konkret fallen hierunter zum Beispiel Probleme beim Ankleiden, Essen oder bei der persönlichen Hygiene (Weyerer 2005, S. 8).

[...]


[1] Aus Gründen der Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird die männliche oder die weibliche Form verwendet. Darin ist das jeweils andere Geschlecht mit einbezogen.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen der demografischen Entwicklung in Deutschland hinsichtlich des Krankheitsbildes Demenz für das Management sowie die Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Gesundheitswissenschaften)
Veranstaltung
Weiterbildender Fernstudiengang Master of Health Administration
Autor
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V204818
ISBN (eBook)
9783656317951
ISBN (Buch)
9783656318439
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alzheimer, Demenz, Demografie, Versorgung im Krankenhaus
Arbeit zitieren
Frank Wehmeier (Autor), 2012, Auswirkungen der demografischen Entwicklung in Deutschland hinsichtlich des Krankheitsbildes Demenz für das Management sowie die Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204818

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