1 Einleitung
In der öffentlichen Diskussion gerät das Thema Alter und Leben im Alter immer mehr in den Fokus. Besondere Bedeutung gewinnt diese Diskussion vor dem Hintergrund, dass sich die Verteilung der Altersklassen der Gesamtbevölkerung in Deutschland in den letzten Jahren bereits deutlich zu Lasten der Jüngeren verschoben hat und sich dieser Trend in den weiteren Jahrzehnten noch verstärken wird. Neben einer sehr niedrigen Fertilitätsrate von ca. 1,3 Geburten pro Frau ist die gestiegene Lebenserwartung ein Grund für diese Entwicklung (Ulrich, S. 339). Was auf dem ersten Blick für den einzelnen Älteren positiv aussehen mag, kann makroökonomisch für Sprengstoff zwischen den Altersklassen hinsichtlich der Verteilung von Lasten und Ressourcen sorgen und mikroökomisch die Einrichtungen des Gesundheitswesens vor große Herausforderungen stellen. Auf die zunehmende Alterung der Menschen und den gleichzeitigen Anstieg der absoluten Zahl dieser Gruppe, müssen sich gerade auch Krankenhäuser vorbereiten. Eine Prognose des Statistischen Bundesamtes geht davon aus, dass im Jahre 2030 mehr als 62 % der Krankenhauspatienten 60 Jahre und älter sein werden (Statistisches Bundesamt 2010, S. 15). Ältere Menschen leiden oft auch an Multimorbidität, dass heißt, sie haben Vorerkrankungen und müssen bei ihrer akuten Krankenhausbehandlung dementsprechend in der Regel ökonomisch aufwendiger behandelt werden. Vor organisatorischen Herausforderungen steht ein Krankenhaus dann, wenn es demente Patienten im Krankenhaus wegen ihrer Demenz oder eben einer akuten anderen Erkrankung wie z.B. einer Frakturversorgung behandeln muss. Da ein Zusammenhang zwischen Alter und Demenz besteht (Weyerer 2005, S. 11) ist davon auszugehen, dass die Prävalenz der Demenz in der Gesamtbevölkerung weiter zunimmt. Es ist also wichtig, dass sich auch Krankenhäuser auf die Zunahme dieses Patientenklientels einstellen. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund des derzeit oft diskutierten Ärztemangels und regional auftretenden Pflegekräftemangels in Krankenhäusern.
Inhalt
I Abbildungsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ziel der Arbeit
3 Einführung in die Thematik
3.1. Darstellung der demografischen Entwicklung in Deutschland
3.2. Vorstellung des Krankheitsbildes Demenz
3.3. Besonderheiten der Versorgung von Demenzkranken
4. Forschungsstand
4.1. Auswirkungen des demografischen Wandels auf die prognostizierten Demenz-erkrankungen in Deutschland
4.2. Versorgungssituation Demenzkranker in Krankenhäusern
5. Auswirkungen aufgrund der prognostizierten Entwicklung
5.1. für das Krankenhausmanagement
5.2. für die Ärzte[1] und Pflegekräfte im Krankenhaus
6 Ausblick
7 Fazit
II Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst der demografische Wandel die Krankenhäuser?
Bis 2030 werden voraussichtlich über 62 % der Patienten über 60 Jahre alt sein. Dies erfordert eine Anpassung an Multimorbidität und einen Anstieg von Demenzerkrankungen.
Warum stellt Demenz eine besondere Herausforderung für das Management dar?
Demente Patienten benötigen eine intensivere Betreuung und spezielle organisatorische Rahmenbedingungen, was in Zeiten von Ärztemangel und Pflegekräftemangel ökonomisch aufwendig ist.
Was bedeutet Multimorbidität im Alter?
Es beschreibt das gleichzeitige Bestehen mehrerer Vorerkrankungen, die eine akute Krankenhausbehandlung (z. B. nach einem Sturz) komplexer und ressourcenintensiver machen.
Welche Rolle spielt die gestiegene Lebenserwartung?
Die höhere Lebenserwartung führt zu einer Verschiebung der Altersklassen, wodurch die Prävalenz von Demenz in der Bevölkerung und somit die Zahl dementer Patienten im Akutkrankenhaus steigt.
Was müssen Ärzte und Pflegekräfte bei Demenzpatienten beachten?
Sie müssen auf die besonderen Kommunikationsbedürfnisse und die erhöhte Orientierungslosigkeit der Patienten eingehen, um eine sichere Versorgung während des Krankenhausaufenthalts zu gewährleisten.
- Arbeit zitieren
- Frank Wehmeier (Autor:in), 2012, Auswirkungen der demografischen Entwicklung in Deutschland hinsichtlich des Krankheitsbildes Demenz für das Management sowie die Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204818