Im heutigen Zeitalter des 20. Jahrhunderts sind Projekte zu einem wesentlichen Bestandteil
des täglichen Lebens in der Gesellschaft geworden. Projekte verändern unsere Welt und
dienen der stetigen Weiterentwicklung mit einem Schritt in die Zukunft.
Sei es die Umorganisation eines Betriebs oder einer Behörde, die Entwicklung und
Einführung gereifter Informationssysteme oder neuer Produkte, der Bau eines neuen
Flughafens oder die Neu- und Anpassungskonstruktion von Maschinen oder Geräten, all diese
Beispiele zeigen eine Leistungserstellung mit Projektcharakter.2
Bevor das Thema der Wirtschaftlichkeit von Projekten aufgegriffen werden kann, ist wichtig
zu klären, durch welche Merkmale ein Projekt gekennzeichnet ist.
2. Das Projekt
Wie die eben genannten Beispiele zeigten, sind Projekte in verschiedenen Richtungen,
wirtschaftlich oder technisch orientiert realisierbar. Trotz der Vielfältigkeit können alle
Projekte dieselben Gemeinsamkeiten aufweisen, durch die ein Projekt letztendlich definiert
werden kann. 2.1 Projektdefinition
Eine allgemein gültige Definition ist in der Literatur nicht vorzufinden.
Inhaltliche Überschneidungen der verschiedenen Autoren spiegeln sich in den Merkmalen
eines Projektes wieder. Speziell auf die DV- Projekte soll in den folgenden Charakteristika
eingegangen werden, die für andere Projekte ebenfalls Gültigkeit finden. DV-Projekte können folgendermaßen charakterisiert werden:
· „Einmaligkeit oder Seltenheit,
· Zusammensetzung aus Teilaufgaben,
· Beteiligung mehrerer interner und/oder externer Stellen und unterschiedlicher
Fachrichtungen (Interdisziplinarität),
· Teamarbeit,
· Konkurrenz mit anderen Projekten um Ressourcen (Personal, Sachmittel,
Gerätebenutzung u.a.),
· Mindestdauer bzw. Mindestaufwand,
· Definierter Anfang und definiertes Ende der Aktivitäten.“3
· Projektspezifische Organisation
Zusammenfassend sind Projekte nach DIN 69901 Vorhaben bzw. Vorgänge, die im
wesentlichen durch eine Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet
sind.4
1 http://www.projektmanagement.ch, vom 08.06.2002
2 Vgl. Schelle, H., (1996), S. 11
3 Daum, E., (1998), S. 57
4 Schelle, H., (1996), S. 11
5 Schulte-Zurhausen, M., (1999), S. 378
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DAS PROJEKT
2.1 PROJEKTDEFINITION
2.2 DIE WIRTSCHAFTLICHKEIT UND IHRE EINGLIEDERUNG IN DAS PROJEKT
3. DIE WIRTSCHAFTLICHKEITSANALYSE
4. DIE VERFAHREN BZW. METHODEN DER WIRTSCHAFTLICHKEIT
4.1 QUANTITATIVE VERFAHREN
4.1.1. Statische Verfahren
4.1.2 Dynamische Verfahren
4.2 QUALITATIVE VERFAHREN
4.2.1 Berechnungsverfahren
4.2.2 Beschreibungsverfahren
4.3 RISIKOANALYSE
4.4 PORTFOLIOANALYSE
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Methoden und die Durchführung von Wirtschaftlichkeitsanalysen speziell im Kontext von DV-Projekten. Das primäre Ziel besteht darin, einen Überblick über geeignete quantitative und qualitative Bewertungsmethoden zu geben, ihre Anwendbarkeit kritisch zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie ein methodischer Mix zu fundierteren Investitionsentscheidungen führen kann.
- Grundlagen der Projektdefinition und Wirtschaftlichkeit
- Quantitative Investitionsrechnungsverfahren
- Qualitative Bewertungsmethoden und Nutzenbegründung
- Integration von Risiko- und Portfolioanalysen
- Methodenmix für eine effektive Entscheidungsfindung
Auszug aus dem Buch
4.2.1.1 Nutzwertanalyse
Die Nutzwertanalyse trägt zur Bewertungshilfe verschiedener Entscheidungsalternativen bei. Als Maßstab für die Entscheidungsalternativen werden Bewertungskriterien festgelegt und vom Entscheidungsträger subjektiv nach Punkten beurteilt. Man spricht hierbei auch, wie bereits erwähnt, vom Punktebewertungsystem.
Mit der Nutzwertanalyse wird die Grundlage für die weiteren qualitativen Verfahren gesetzt. Das heißt, die Multifaktorenanalyse, die Argumentebilanz, die Wirkungsketten und das Mehr-Ebenen-Bewertungsmodell bauen alle auf die Nutzwertanalyse auf.
Um die Nutzwertanalyse nachzuvollziehen, kennzeichnen 6 Schritte den Verfahrensablauf. Die einzelnen Präferenzen bzw. Entscheidungsalternativen werden miteinander verglichen und die Geeignetste davon gewählt.
1) Aufstellung eines Zielprogramms, welches sich aus den Kosten- und Nutzenaspekten zusammensetzt. Das bedeutet, dass es die Bewertungskriterien bestimmt werden. Anhand dieser folgt die Ermittlung der Prioritäten der DV-Vorhaben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung von Projekten und die Notwendigkeit der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.
2. DAS PROJEKT: Definition von DV-Projekten und Erläuterung der Einordnung der Wirtschaftlichkeit in den Projektverlauf.
3. DIE WIRTSCHAFTLICHKEITSANALYSE: Vorstellung von acht Leitregeln für Projektleiter zur praktischen Durchführung der Wirtschaftlichkeitsanalyse.
4. DIE VERFAHREN BZW. METHODEN DER WIRTSCHAFTLICHKEIT: Detaillierte Darstellung und kritische Diskussion quantitativer (statische/dynamische) und qualitativer Verfahren sowie Risiko- und Portfolioanalysen.
5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Unzulänglichkeit einzelner Verfahren und Plädoyer für einen kombinierten Methodenansatz.
Schlüsselwörter
Wirtschaftlichkeitsanalyse, DV-Projekte, Investitionsrechnung, Nutzwertanalyse, Statische Verfahren, Dynamische Verfahren, Qualitative Bewertung, Risikomanagement, Portfolioanalyse, Projektmanagement, Kosteneffizienz, Nutzenermittlung, Entscheidungsfindung, Zielprogramm, Wirtschaftlichkeitsindikator
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodischen Ansätze zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit bei DV-Projekten und zeigt deren Durchführung in der Unternehmenspraxis auf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen quantitative Investitionsrechnungen, qualitative Nutzenbewertungsverfahren sowie spezifische Risiko- und Portfolioanalysen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, zu analysieren, wie Wirtschaftlichkeit bei DV-Vorhaben fundiert bestimmt werden kann, um eine sachliche Entscheidungsgrundlage für das Management zu schaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse klassischer Verfahren der Investitionsrechnung sowie bewährter qualitativer Bewertungsmethoden wie die Nutzwertanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung statischer und dynamischer Rechenverfahren, qualitative Berechnungs- und Beschreibungsverfahren sowie ergänzende Analysetools zur Risikobewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wirtschaftlichkeitsanalyse, DV-Projekte, Investitionsrechnung, Nutzwertanalyse, Projektmanagement und Entscheidungsfindung sind hierbei zentral.
Warum sind rein quantitative Verfahren bei DV-Projekten oft nicht ausreichend?
Da viele Nutzenaspekte bei DV-Projekten, wie beispielsweise Kundenzufriedenheit oder strategische Eignung, nicht direkt monetär erfassbar sind, reichen rein rechnerische Ansätze für eine fundierte Entscheidung oft nicht aus.
Welchen Stellenwert nimmt die Nutzwertanalyse ein?
Die Nutzwertanalyse bildet die methodische Basis für weitere qualitative Verfahren, da sie es ermöglicht, subjektive Expertenbewertungen zu strukturieren und in einen vergleichbaren Wert zu transformieren.
- Quote paper
- Yvonne Siebold (Author), 2002, Wirtschaftlichkeitsanalyse für (DV) Projekte, Methoden und Durchführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20483