Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Der Mönch und Professor Martin Luther

Luthers Kritik am Ablasshandel

Titel: Der Mönch und Professor Martin Luther

Hausarbeit , 2010 , 21 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Maik Kretschmar (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Kaum eine Einzelperson dürfte die frühe Neuzeit so maßgeblich beeinflusst haben wie Martin Luther. Durch seinen zur Legende gewordenen Anschlag der 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche markierte er den Beginn der Abspaltung der Evangelischen Kirche. Damit legte er, auch wenn Luther das selbst zu Beginn überhaupt nicht beabsichtigt haben mag ,den Grundstein für eine Reihe von Auseinandersetzungen. Als Beispiele seien an dieser Stelle nur einmal die Prominentesten, wie die nicht zuletzt maßgeblich von seinen Argumentationen angefachten Bauernkriege zwischen 1524 und 1526, der Schmalkaldische Krieg 1546-1547 sowie der letztlich ebenfalls aus der Religionsteilung resultierende Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648, genannt.

Und gerade auch aufgrund dieses immensen Einflusses auf die Zukunft Europas bleibt Martin Luther bis heute eine schier omnipräsente und viel diskutierte Persönlichkeit. Ungebrochen scheint das Interesse an Martin Luther in Filmen, Bücher, Bildern, ja sogar in der Musik. Denn wie konnte es sein, dass ausgerechnet jener Wittenberger Universitätsprofessor lediglich mit ein paar markigen Sätzen, ganzgleich ob diese nun tatsächlich öffentlichkeitswirksam an die Kirchenpforte geschlagen wurden oder nicht, die gesamte katholische Kirche so in ihren Grundfesten erschüttern konnte und dafür nicht, wie bereits so viele vor ihm , auf dem Scheiterhaufen landete oder aber zumindest mundtot gemacht wurde?

Und wie kam es überhaupt, dass aus dem ehemaligen Augustinermönch Luther der schärfste Kirchenkritiker seiner Zeit wurde?
Mit eben jener Frage soll sich folgende Arbeit beschäftigen. Wie wurde aus dem jungen Mönch und Professor der lautstarke Verurteiler der päpstlichen Ablasspraxis und schließlich genau jener Reformator, als den wir ihn heute kennen? Welche Gründe für diese Entwicklung lagen bereits in seiner Jungendzeit und was war dann letztlich der Auslöser für den überraschenden Wandel des Theologieprofessors aus Wittenberg?
...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografisches

Kindheit

Jugend

Das Gewitter

Klosterzeit

Studium der Theologie und Professur

Die „Reformatorische Wende“

3. Die Kritik am Ablasshandel

Grundlegendes zur Ablasspraxis im 16. Jahrhundert

Der Ablasshandel des Albrecht von Brandenburg

Luthers Kontakt mit Tetzel

Luthers Kritik am Ablasshandel

Einige Beispiele aus den 95 Thesen zum Thema Ablasshandel

Die weitere Entwicklung bis zum Kirchenprozess

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht die biografische Entwicklung Martin Luthers vom jungen Mönch und Theologieprofessor hin zum zentralen Reformator und Kirchenkritiker. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche persönlichen und historischen Faktoren seine radikale Kritik am zeitgenössischen Ablasshandel auslösten und ob diese Entwicklung bereits in seiner frühen Biografie angelegt war.

  • Biografische Prägung Luthers (Kindheit, Jugend, Klosterzeit)
  • Entstehung und Praxis des Ablasshandels im 16. Jahrhundert
  • Rolle von Albrecht von Brandenburg und Johann Tetzel
  • Theologische Begründung der lutherischen Kritik
  • Die 95 Thesen als Wendepunkt und ihr politisches Echo

Auszug aus dem Buch

Luthers Kritik am Ablasshandel

Luther hatte bereits seit seinen Vorlesungen der Römerbriefe, offene Kritik an einigen Zuständen innerhalb der Kirche geübt, so zum Beispiel auch in einer öffentlichen Predigt vom 31.Oktober 1516 zum Thema Ablass.48 Gleichsam verschickte er am 4.September1517 erstmals 97 Disputationsthesen an verschiedene Bekannte, die sich unter anderem auch mit dem Thema Ablass beschäftigen. Daraufhin folgte die weltberühmte Sammlung von 95 Thesen zu den Themen Buße und Ablass, die er am 31.Oktober 1517 mit würdevollen Begleitschreiben an Albrecht von Brandenburg und darüber hinaus auch an den Ortsbischof von Brandenburg Hieronymous Schulte versandte. In diesen machte er beide auf das Auftreten Tetzels in der Diözese und das in seinen Augen falsche und dem Ansehen beider schadende Treiben Tetzels aufmerksam. 49 Der oft porträtierte Anschlag der Disputationsthesen an das Portal der Wittenberger Schlosskirche ist hingegen nicht genau überliefert und nach wie vor Gegenstand der Diskussion. Es ist aber durchaus möglich, dass Luther die Thesen an diesem Tage – wie es sein Freund Philipp Melanchthon behauptete- zur Diskussion an die Tür schlug, da diese seinerzeit ohnehin de facto als eine Art Schwarzes Brett diente. 50

Luthers Kritik sollte sich dabei grundsätzlich zunächst auch nur gegen den Missbrauch des Ablasshandels im speziellen Falle Albrechts richten, jedoch wird bei einer genaueren Betrachtung der Thesen sehr wohl deutlich, dass sie genügend Zündstoff für weitere Auseinandersetzungen enthielten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den weitreichenden Einfluss Luthers auf die europäische Geschichte und definiert das Ziel der Arbeit, die Ursachen seines Wandels vom treuen Mönch zum Kirchenkritiker zu ergründen.

2. Biografisches: Dieser Abschnitt zeichnet Luthers Lebensweg von seiner Kindheit über das Jurastudium und das prägende Gewitter bis hin zu seinem Eintritt ins Kloster und seiner akademischen Laufbahn in Wittenberg nach.

3. Die Kritik am Ablasshandel: Hier wird das System des Ablasshandels und die Rolle von Albrecht von Brandenburg und Johann Tetzel analysiert, bevor die Entstehung von Luthers 95 Thesen und deren unmittelbare Reaktionen detailliert beschrieben werden.

4. Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung resümiert, dass Luthers Wandel primär auf endogene, existenzielle Gewissensfragen zurückzuführen ist und die Reformation eher als eine Verkettung unglücklicher Umstände denn als geplanter Kirchenbruch zu werten ist.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Reformation, Ablasshandel, 95 Thesen, Johann Tetzel, Bußsakrament, Reformatorische Wende, Wittenberg, Theologie, Kirchenkritik, Gewissensfragen, Albrecht von Brandenburg, Sola Scriptura, Fegefeuer, Kirchengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung Martin Luthers vom Mönch und Professor zum einflussreichen Reformator, wobei ein besonderer Fokus auf seiner Kritik am päpstlichen Ablasshandel liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben biographischen Aspekten Luthers werden das Ablasswesen des 16. Jahrhunderts, die Rolle einflussreicher Persönlichkeiten wie Albrecht von Brandenburg und die theologischen Grundpfeiler der Reformation untersucht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Beweggründe für Luthers Wandlung zu klären und zu analysieren, ob dieser Prozess auf externen Einflüssen oder inneren, biografisch verankerten Erfahrungen basierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die sich auf zeitgenössische Dokumente sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschungsliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Darstellung sowie eine detaillierte Analyse der Ablasspraxis, Luthers Gegenposition und der daraus resultierenden kirchenpolitischen Spannungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Martin Luther, Ablasshandel, Reformation, 95 Thesen und theologische Grundsätze definieren.

Welche Rolle spielte das "Turmerlebnis" in Luthers Entwicklung?

Das Kapitel zur "Reformatorischen Wende" thematisiert das Turmerlebnis als zentralen, wenn auch datierungstechnisch umstrittenen Wendepunkt, an dem Luther sein Verständnis von Gottes Gerechtigkeit grundlegend neu formulierte.

Wie bewertet der Autor Luthers Absichten hinsichtlich einer Kirchenspaltung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Luther die Spaltung der Kirche nicht aktiv beabsichtigte, sondern dass diese als Folge einer Verkettung unglücklicher Umstände und einer Lawine an Ereignissen entstand, die er selbst nicht mehr aufhalten konnte.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Mönch und Professor Martin Luther
Untertitel
Luthers Kritik am Ablasshandel
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
sehr gut
Autor
Maik Kretschmar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V204874
ISBN (eBook)
9783656314165
ISBN (Buch)
9783668398115
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mönch professor martin luther luthers kritik ablasshandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maik Kretschmar (Autor:in), 2010, Der Mönch und Professor Martin Luther, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204874
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum