In dieser Hauarbeit betrachte ich die Märe „Die halbe Birne“ welches vom Autor
Konrad von Würzburg ca. 1300 verfasst wurde. In den Mittelpunkt stelle ich hierbei
das Thema der „Ehre“, da sich meiner Meinung nach die Ehre in der ganzen Märe
widerspiegelt. Zuerst werde ich in meiner Arbeit den Ehrbegriff und dessen
Bedeutung für die Menschen im Mittelalter erklären. Als nächstes folgt ein Analyseteil
der in der Märe auftretenden Protagonisten. Hierbei stelle ich erst den Ritter Arnolt in
den Mittelpunkt, welcher meiner Meinung nach stets nach der Ehre strebt und sein
gesamtes Handeln darauf ausrichtet. Auch seinem Knappen droht der Ehrverlust,
wenn sein Ritter in Schande fällt. Als weiteres analysiere ich chronologisch die
Handlungen der Königstochter sowie ihrer Dienerin, wobei ich aufzeigen möchte,
dass beide Frauen Angst vor der öffentlichen Schande haben. Im letzten Abschnitt
meiner Arbeit widme ich mich dem Doppelkursus, welcher besonders im Artusroman
wieder zu finden ist. Die Struktur des Doppelkursus, bei der die Ehre zuerst gebildet
wird durch den Gewinn von Frau und Land, dann die Krise folgt und später die Ehre
wieder gewonnen wird, möchte ich anhand des typischen Artusromans „Iwein“ in
Vergleich zu der Märe stellen. Ich möchte herausfinden, inwieweit die Märe in das
Schema des Doppelkursus, bei dem das Thema Ehre eine große Bedeutung hat,
eingeordnet werden kann. Zum Schluss werde ich meine Ergebnisse in Bezug auf
die Einleitung zusammenfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung des Begriffs „Ehre“ im Mittelalter
3. Das Handeln des Ritters Arnolt und seines Knappen bedingt durch die Ehre einschließlich der Verwandlung zum Narren
4. Analyse der Bedeutung der Ehre für die Königstochter und ihre Dienerin
5. Kann man die Märe „Die halbe Birne“ in die Struktur des Doppelten Kursus einordnen, welche beim „Iwein“ beispielhaft anwendbar ist?
6. Resümee
7. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Märe „Die halbe Birne“?
„Die halbe Birne“ ist eine Erzählung von Konrad von Würzburg (ca. 1300), in der das Thema Ehre sowie das Handeln von Ritter Arnolt und einer Königstochter im Mittelpunkt stehen.
Welche Bedeutung hatte der Begriff „Ehre“ im Mittelalter?
Ehre war im Mittelalter ein zentrales soziales Gut. Ein Ehrverlust bedeutete Schande und den Ausschluss aus der gesellschaftlichen Ordnung, weshalb Ritter ihr gesamtes Handeln darauf ausrichteten.
Was wird unter dem „Doppelten Kursus“ verstanden?
Der Doppelte Kursus ist eine Erzählstruktur, bei der ein Held zuerst Ehre gewinnt (z.B. durch Frau und Land), dann in eine Krise gerät (Ehrverlust) und schließlich durch neue Taten seine Ehre wiedererlangt.
Mit welchem bekannten Werk wird die Märe verglichen?
Die Arbeit vergleicht die Struktur von „Die halbe Birne“ mit dem typischen Artusroman „Iwein“ von Hartmann von Aue.
Warum verwandelt sich Ritter Arnolt in einen Narren?
Die Verwandlung zum Narren ist Teil der Analyse seines Handelns und steht im Zusammenhang mit der Prüfung seiner Ehre und den sozialen Erwartungen der höfischen Gesellschaft.
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- Julia Neumann (Author), 2012, Ehre und Ehrverlust in der Märe "Die halbe Birne", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204884