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Ehre und Ehrverlust in der Märe "Die halbe Birne"

Title: Ehre und Ehrverlust in der Märe "Die halbe Birne"

Term Paper , 2012 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Neumann (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

In dieser Hauarbeit betrachte ich die Märe „Die halbe Birne“ welches vom Autor
Konrad von Würzburg ca. 1300 verfasst wurde. In den Mittelpunkt stelle ich hierbei
das Thema der „Ehre“, da sich meiner Meinung nach die Ehre in der ganzen Märe
widerspiegelt. Zuerst werde ich in meiner Arbeit den Ehrbegriff und dessen
Bedeutung für die Menschen im Mittelalter erklären. Als nächstes folgt ein Analyseteil
der in der Märe auftretenden Protagonisten. Hierbei stelle ich erst den Ritter Arnolt in
den Mittelpunkt, welcher meiner Meinung nach stets nach der Ehre strebt und sein
gesamtes Handeln darauf ausrichtet. Auch seinem Knappen droht der Ehrverlust,
wenn sein Ritter in Schande fällt. Als weiteres analysiere ich chronologisch die
Handlungen der Königstochter sowie ihrer Dienerin, wobei ich aufzeigen möchte,
dass beide Frauen Angst vor der öffentlichen Schande haben. Im letzten Abschnitt
meiner Arbeit widme ich mich dem Doppelkursus, welcher besonders im Artusroman
wieder zu finden ist. Die Struktur des Doppelkursus, bei der die Ehre zuerst gebildet
wird durch den Gewinn von Frau und Land, dann die Krise folgt und später die Ehre
wieder gewonnen wird, möchte ich anhand des typischen Artusromans „Iwein“ in
Vergleich zu der Märe stellen. Ich möchte herausfinden, inwieweit die Märe in das
Schema des Doppelkursus, bei dem das Thema Ehre eine große Bedeutung hat,
eingeordnet werden kann. Zum Schluss werde ich meine Ergebnisse in Bezug auf
die Einleitung zusammenfassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung des Begriffs „Ehre“ im Mittelalter

3. Das Handeln des Ritters Arnolt und seines Knappen bedingt durch die Ehre einschließlich der Verwandlung zum Narren

4. Analyse der Bedeutung der Ehre für die Königstochter und ihre Dienerin

5. Kann man die Märe „Die halbe Birne“ in die Struktur des Doppelten Kursus einordnen, welche beim „Iwein“ beispielhaft anwendbar ist?

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Ehrbegriffs in der Märe „Die halbe Birne“ von Konrad von Würzburg. Es wird analysiert, wie das Handeln der Protagonisten durch das Streben nach Ehre bestimmt ist, welche Auswirkungen ein Ehrverlust hat und inwiefern die Erzählung in die Struktur des sogenannten „Doppelten Kursus“ einzuordnen ist, die auch für den Artusroman „Iwein“ charakteristisch ist.

  • Bedeutung und Funktion von „Ehre“ im mittelalterlichen Gesellschaftskontext
  • Analyse des ritterlichen Verhaltens und der Konsequenzen von Ehrverlust
  • Rolle der höfischen Zucht (hovezuht) und soziale Stigmatisierung
  • Struktureller Vergleich der Märe mit dem Erzählschema des Artusromans
  • Strategien zur Wiederherstellung gesellschaftlicher Anerkennung

Auszug aus dem Buch

3. Das Handeln des Ritters Arnolt und seines Knappen bedingt durch die Ehre einschließlich der Verwandlung zum Narren

Der Ritter Arnolt wird zu Beginn des Märes als ein sehr ehrenvoller Mensch beschrieben, da sein Ruhm und sein Ansehen „bluote als ein berndez zwic“. Der Ritter hat durch viele aventiure sein Ansehen erlangt, da er schon in jungen Jahren viele Siege errungen hatte. Mit „aventiure verbinden sich demnach die Merkmale Ritter, Waffen, Suche, Kampf, Ruhm und gesellschaftliches Ansehen“. Durch die aventiure hat der Ritter Arnolt viel ȇre erworben, da er den „ lȋp uf ere (das Leben für die Ehre)“ wagt. Mit den Kämpfen setzt ein Ritter sein Leben aufs Spiel, denn die Verletzung des Körpers ist gleichbedeutend mit der Verletzung der Ehre zu dieser Zeit. Ritter Arnolt ist ein adliger Mann, welcher kampferprobt, kühn, kräftig und sieggewohnt ist. Seine gute Herkunft verrät seine Kleidung, selbst seine Satteldecke wird als „samȋt grüene alsam ein gras“ beschrieben.

Bei den Kämpfen auf dem Turnierplatz zeigt sich sein Können, „den vȋnden was er bitter“. Durch seine Siege und aufgrund seiner Tapferkeit wird der König auf Arnolt aufmerksam und er wird als Gast an die Tafel eingeladen. Für den Ritter ist es eine hohe Ehre, an diesem Essen teilnehmen zu dürfen, da er, wenn er hierbei besteht, die Königstochter und ihr Land behüten dürfte. Dieses wäre eine hohe Position, da der höfische Ritter ein Repräsentant der Ehre ist. Als Nachtisch werden Birnen gereicht, die man gleichmäßig aufteilen soll. Die ausgesuchten Speisen geben den Wohlstand, sowie die gesellschaftliche Stellung des Gastgebers wieder. Da das Essen am Hofe ein sehr Gutes ist, scheint der König wohlhabend zu sein, wodurch der Ritter Arnolt bei Heirat einen gut gehenden Hof übernehmen würde. Dieses bedeutet weiterhin, dass sich die Ehre des Ritters vergrößern würde. Doch der Verlauf des gemeinsamen Essens mit der Königstochter als seiner „Tischdame“ gestaltet sich anders wie erwartet; der Ritter halbiert lediglich die Birnenfrucht, wobei er diese nicht einmal schält.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Ehre in Konrads von Würzburg Märe „Die halbe Birne“ ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.

2. Die Bedeutung des Begriffs „Ehre“ im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert den mittelalterlichen Ehrbegriff als einen zentralen Kommunikations- und Sozialisationsraum, der eng mit sozialem Status und persönlicher Integrität verknüpft ist.

3. Das Handeln des Ritters Arnolt und seines Knappen bedingt durch die Ehre einschließlich der Verwandlung zum Narren: Der Abschnitt untersucht den ritterlichen Werdegang von Arnolt, seinen folgenschweren Fauxpas am Tisch und die daraus resultierende Notwendigkeit, durch eine Narren-Verkleidung seine Ehre zurückzugewinnen.

4. Analyse der Bedeutung der Ehre für die Königstochter und ihre Dienerin: Hier wird die weibliche Ehre, definiert durch Tugenden wie zuht und schoene, sowie die moralische Zwickmühle der Königstochter und ihrer Dienerin nach einem Fehltritt analysiert.

5. Kann man die Märe „Die halbe Birne“ in die Struktur des Doppelten Kursus einordnen, welche beim „Iwein“ beispielhaft anwendbar ist?: Dieses Kapitel stellt einen strukturanalytischen Vergleich zwischen der Märe und dem Artusroman „Iwein“ her, um das Schema des Aufstiegs, der Krise und der Wiederherstellung zu prüfen.

6. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt, dass das Streben nach Ehre und deren Wiederherstellung den Kern der Handlung bildet.

Schlüsselwörter

Ehre, Ehrverlust, Mittelalter, Märe, Konrad von Würzburg, Die halbe Birne, Iwein, Doppelkursus, Rittertum, hovezuht, aventiure, höfische Gesellschaft, Schande, Minne, Narr.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das Thema „Ehre“ und der Verlust derselben die Handlungsweise der verschiedenen Charaktere in der Märe „Die halbe Birne“ maßgeblich beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen der mittelalterliche Ehrbegriff, die höfischen Verhaltensregeln (hovezuht), die Bedeutung des sozialen Status sowie die narrativen Strukturen der Erzählung im Vergleich zu klassischen Artusromanen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die gesamte Handlung auf den Erhalt oder die Wiederherstellung der Ehre ausgerichtet ist, und zu prüfen, ob sich die Märe in das Schema des „Doppelten Kursus“ einordnen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin wendet eine literaturwissenschaftliche Analyse an, indem sie den Primärtext chronologisch untersucht, die Charaktere analysiert und diese mit literaturtheoretischen Konzepten (wie dem „Doppelweg“ nach Hugo Kuhn) vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Ehrbegriffs, die Analyse der Protagonisten Arnolt, der Königstochter und ihrer Dienerin sowie einen Strukturvergleich mit Hartmann von Aues „Iwein“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ehre, Ehrverlust, Mittelalter, Märe, hovezuht, Doppelkursus und höfische Gesellschaft charakterisieren.

Warum ist das Verhalten des Ritters Arnolt beim Essen so verhängnisvoll für seine Ehre?

Durch das ungeschickte Teilen und gierige Verspeisen der Birne verstößt der Ritter gegen die höfische Tischzucht (hovezuht), was als Mangel an Respekt gegenüber der Königstochter gewertet wird und zu öffentlicher Schande führt.

Wie spielt der „Doppelte Kursus“ in der Märe eine Rolle?

Obwohl die Märe kein klassischer Artusroman ist, lassen sich Parallelen wie der Aufstieg durch Heldentaten, ein darauffolgender tiefer Fall in die Schande und eine anschließende Wiederherstellung der Ehre (Perfektion) finden.

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Details

Title
Ehre und Ehrverlust in der Märe "Die halbe Birne"
College
University of Paderborn
Course
Mittelalterliche Kurzerzählungen
Grade
1,0
Author
Julia Neumann (Author)
Publication Year
2012
Pages
17
Catalog Number
V204884
ISBN (eBook)
9783656321163
ISBN (Book)
9783656324447
Language
German
Tags
ehre ehrverlust märe birne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Neumann (Author), 2012, Ehre und Ehrverlust in der Märe "Die halbe Birne", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204884
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