Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Frage nach den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zweier Kompetenzmodelle. Das modifizierte Modell der Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung (GPJE) für das Fach der politischen Bildung und der Entwurf der deutschen Gesellschaft für Ökonomische Bildung (DEGÖB) für ein eigenständiges Wirtschaftsfach werden verglichen und zu einem gemeinsamen Entwurf zusammengebracht, der beiden Vorschlägen gerecht wird und damit politische und ökonomische Inhalte gleichermaßen beinhaltet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vergleich der Kompetenzmodelle
2.1 Das Verhältnis politischer und ökonomischer Bildung
2.2 Grundlagen der Kompetenzorientierung
2.3 Der GPJE – Entwurf
2.4 Der DEGÖB – Entwurf
2.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
2.6 Ein gemeinsames Kompetenzmodell
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Kompetenzmodelle der politischen Bildung (GPJE) und der ökonomischen Bildung (DEGÖB) zu vergleichen, um auf dieser Basis ein gemeinsames, fachübergreifendes Kompetenzmodell zu entwickeln, das beiden Bildungsbereichen gerecht wird.
- Vergleich von GPJE- und DEGÖB-Kompetenzmodellen
- Grundlagen der Kompetenzorientierung im Bildungskontext
- Analyse von politischen und ökonomischen Bildungszielen
- Entwicklung eines integrierten Kompetenzmodells für Politik und Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
2.3 Der GPJE – Entwurf
Für das Fach der politischen Bildung gibt es seitens der KMK bis jetzt noch keinen Entwurf für Bildungsstandards in Deutschland. Daher hat die GPJE einen konsensualen Entwurf für Bildungsstandards und Kompetenzen für die Politische Bildung erstellt, der als Grundlage für ein einheitliches Modell für Deutschland dienen soll. Dieses Modell hat sich durchgesetzt und wurde von verschiedenen Seiten weiterentwickelt. Es gibt auch andere Kompetenzmodelle, die hier allerdings nicht genauer erläutert werden (vgl. Moegling 2008, S. 17).
Betrachten wir zunächst das GPJE – Modell. Oberstes Ziel der politischen Bildung sei die politische Mündigkeit, also, dass alle gesellschaftlichen Individuen in der Demokratie sich orientieren, urteilen und handeln können. Diese Hauptkompetenz sei die Voraussetzung dafür, dass alle Individuen am öffentlichen Leben teilhaben können, und dass die Demokratie erhalten und weiterentwickelt werden kann. Der Politikbegriff für das Kompetenzmodell umfasst politische, wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte, die im Zusammenhang betrachtet werden sollen. Des Weiteren wird für den Unterricht selbst zwischen drei Ebenen unterschieden. Diese sind aktuelle politische Fragen und Probleme, mittel- und langfristige Fragestellungen, die auch den Blick über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg zu weltpolitischen Aspekten mit einbeziehen sollen und übergeordnete Themenbereiche, also grundlegende Fragen des menschlichen Zusammenlebens, die sozialwissenschaftliche Theorien, Menschenbilder oder alternative Ordnungssysteme beinhalten. Außerdem wird im Entwurf erklärt, dass der Beutelsbacher Konsens, also u.a. das Überwältigungs- und Belehrungsverbot im Politikunterricht und das Gebot der Kontroversität, ein wichtiges Prinzip des Unterrichts darstelle. Es wird des Weiteren darauf hingewiesen, dass im Fach Politische Bildung – dies ist im Übrigen der Vorschlag der GPJE für einen einheitlichen Begriff des Fachs für alle Bundesländer – kein Null- oder Endpunkt des Wissens oder der Fertigkeiten besteht, bei dem ein Individuum gar nichts oder alles weiß oder kann. Es besteht immer ein gewisses Vorwissen, auf dem aufgebaut werden kann und es kann im Unterricht immer nur darum gehen, die Kompetenzen zu verbessern (vgl. GPJE 2004, S. 9ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert das Verhältnis zwischen politischer und ökonomischer Bildung und begründet die Notwendigkeit einer gemeinsamen didaktischen Konzeption im Rahmen der Kompetenzorientierung.
2. Vergleich der Kompetenzmodelle: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Modelle von GPJE und DEGÖB, ihrer jeweiligen Zielsetzungen, Kompetenzbereiche sowie eine Analyse ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
2.1 Das Verhältnis politischer und ökonomischer Bildung: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die Problematik, dass trotz inhaltlicher Annäherung keine gemeinsame Didaktik für Politik und Wirtschaft existiert.
2.2 Grundlagen der Kompetenzorientierung: Hier werden die bildungstheoretischen Ursprünge und Definitionen von Kompetenz sowie die Einführung von Bildungsstandards in Deutschland dargelegt.
2.3 Der GPJE – Entwurf: Der Entwurf der Gesellschaft für Politikdidaktik für politische Bildung wird hinsichtlich seiner Ziele und Kompetenzbereiche vorgestellt.
2.4 Der DEGÖB – Entwurf: Dieses Kapitel stellt das Kompetenzmodell der deutschen Gesellschaft für Ökonomische Bildung und dessen fünf untergeordnete Kompetenzbereiche vor.
2.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Es erfolgt eine analytische Vergleichsstudie der beiden Modelle, insbesondere im Hinblick auf Urteils- und Handlungsfähigkeit.
2.6 Ein gemeinsames Kompetenzmodell: Der Autor schlägt auf Basis der Analyse ein integriertes Modell vor, das Aspekte beider Entwürfe vereint.
3. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass eine Annäherung der Fachdidaktiken dringend erforderlich ist und die Kompetenzorientierung den geeigneten Rahmen dafür bietet.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Ökonomische Bildung, Kompetenzorientierung, Bildungsstandards, GPJE, DEGÖB, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Mündigkeit, Politikdidaktik, Wirtschaftsdidaktik, Wissenskompetenz, Methodische Fähigkeiten, Lehrplanentwicklung, Schule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Kompetenzmodelle der politischen Bildung (GPJE) und der ökonomischen Bildung (DEGÖB), um eine gemeinsame fachdidaktische Grundlage für beide Bereiche zu finden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Mündigkeit des Bürgers, die didaktische Konzeption von Bildungsstandards und die Integration wirtschaftlicher und politischer Lerninhalte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines gemeinsamen Kompetenzmodells, das sowohl politischen als auch ökonomischen Bildungsansprüchen gerecht wird und die Gemeinsamkeiten beider Disziplinen betont.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden analytischen Ansatz, bei dem bestehende theoretische Entwürfe und Modelle gegenübergestellt und synthetisiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Grundlagen der Kompetenzorientierung, stellt die Modelle der GPJE und DEGÖB detailliert vor und führt einen systematischen Vergleich dieser durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kompetenzorientierung, politische Mündigkeit, fachdidaktische Integration und Bildungsstandards für Politik und Wirtschaft.
Warum wird eine gemeinsame Didaktik gefordert?
Da in der Schule häufig Politik und Wirtschaft gemeinsam unterrichtet werden, aber oft keine kohärente, fachübergreifende Didaktik vorliegt, ist eine Zusammenführung der Modelle sinnvoll.
Welche Rolle spielt der Beutelsbacher Konsens in der Arbeit?
Er wird als wichtiges Prinzip des Politikunterrichts im Rahmen des GPJE-Entwurfs genannt, um die Kontroversität und das Überwältigungsverbot zu sichern.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Fakten- und konzeptuellem Deutungswissen?
Konzeptuelles Deutungswissen bezieht sich auf das Verstehen von inneren Logiken und Systemzusammenhängen, während Faktenwissen spezifische Daten und Institutionen umfasst.
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- Erstes Staatsexamen Johannes Kolb (Author), 2009, Vergleich der Kompetenzen in der politischen und ökonomischen Bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204944