Die Gemeinsame Konsolidierte Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage -oder kurz GKKB- ist ein bereits seit langer Zeit verfolgtes Projekt der Euro-päischen Union zur Harmonisierung der europäischen Körperschaftsteuern. Die EU verfolgt damit das Ziel Europa zum attraktivsten Wirtschaftsraum für Know-How basierte Wirtschaftszweige werden zu lassen. Insbesondere der Mitte März 2011 veröffentlichte Richtlinienentwurf zur GKKB hat die Diskussion um das nun fast 10 Jahre alte Vorhaben wieder entfacht. Vor diesem Hintergrund soll die folgende Seminararbeit den aktuellen Stand und die Entwicklungsperspektiven des GKKB-Projektes darstellen. Zunächst wird auf die Grundkonzeption der GKKB eingegangen und mögliche Vor- und Nachteile herausgearbeitet. Im Anschluss daran wird der Inhalt des Richtlinienentwurfes skizziert. Schließlich erfolgt die Zusammenfassung der aktuellen Diskussion auf Seiten der Steuerexperten und der Standpunkte von staatlichen Institutionen sowie der Organe der EU. Abschließend wird ein Ausblick auf mögliche Entwicklungsmöglichkeiten gegeben und die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Die GKKB
2.1 Grundkonzeption der GKKB
2.2 Vorteile und Chancen einer GKKB
2.3 Nachteile und Gefahren einer GKKB
3. Der GKKB-Richtlinienentwurf
3.1 Das Gesetzgebungsverfahren
3.2 Inhalte des Richtlinienentwurfes
4. Bewertung des Richtlinienvorschlags
4.1 Stellungnahmen von EU und BRD
4.2 Aktuelle Diskussion
5. Perspektiven
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stand und die Entwicklungsperspektiven des Projekts zur Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage (GKKB) innerhalb der Europäischen Union, wobei insbesondere der Richtlinienentwurf von 2011 und die kritischen Reaktionen der Mitgliedsstaaten analysiert werden.
- Grundkonzeption und Funktionsweise der GKKB
- Mögliche Chancen und Risiken für Unternehmen und Mitgliedsstaaten
- Analyse des offiziellen Richtlinienentwurfs und der Allokationsformel
- Bewertung der Stellungnahmen von EU-Organen und der Bundesregierung
- Perspektiven für eine mögliche Harmonisierung der Steuergesetzgebung
Auszug aus dem Buch
2.1 Grundkonzeption der GKKB
Die GKKB soll grundsätzlich eine Vereinheitlichung der direkten Unternehmensbesteuerung herbeiführen. Statt der zurzeit existierenden 27 Einzelregelungen soll es zur Ermittlung der Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage nur noch ein einziges, eigenständiges, EU-weites Regelungssystem geben. Die ermittelten Bemessungsgrundlagen einer Gruppe sollen anschließend konsolidiert werden und durch eine festgelegte Verteilungsformel auf die einzelnen Mitgliedsstaaten verteilt werden. In den Mitgliedsstaaten würde der national geltende Körperschaftssteuersatz angewendet und somit die Steuerlast ermittelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Projekt der GKKB zur Harmonisierung der europäischen Körperschaftsteuern ein und erläutert die Zielsetzung der Seminararbeit.
2. Die GKKB: Hier werden die Grundkonzeption, die potenziellen Vorteile und Chancen sowie die mit der Einführung einer GKKB verbundenen Nachteile und Gefahren dargestellt.
3. Der GKKB-Richtlinienentwurf: Dieses Kapitel erläutert das gesetzgeberische Verfahren auf EU-Ebene und skizziert die wesentlichen inhaltlichen Bestandteile des Richtlinienentwurfes.
4. Bewertung des Richtlinienvorschlags: Hier werden die verschiedenen Stellungnahmen von EU-Organen und der Bundesregierung zusammengefasst und die aktuelle fachliche Diskussion kritisch beleuchtet.
5. Perspektiven: Dieses Kapitel bewertet die Erfolgsaussichten der GKKB und analysiert mögliche zukünftige Entwicklungen hinsichtlich einer schrittweisen Harmonisierung der Steuergesetzgebung.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die Bedeutung der Beseitigung von Binnenmarkthemmnissen für den Wirtschaftsraum Europa.
Schlüsselwörter
GKKB, Körperschaftssteuer, Europäische Union, Steuerharmonisierung, Bemessungsgrundlage, Konsolidierung, Richtlinienentwurf, Binnenmarkt, Allokationsformel, Steuerwettbewerb, Unternehmensbesteuerung, Steuerrecht, Finanzpolitik, Steuererklärung, Steuerlast
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem EU-Projekt zur Einführung einer Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage (GKKB) und analysiert dessen Stand und Perspektiven.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Konzeption der GKKB, die Kritik am aktuellen Richtlinienentwurf, die Positionen von EU und Deutschland sowie die ökonomischen Auswirkungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und kritische Würdigung des GKKB-Projekts sowie die Einschätzung, ob und wie eine Harmonisierung der europäischen Unternehmensbesteuerung realistisch ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Auswertung von Fachliteratur, offiziellen Richtlinienentwürfen der EU-Kommission, Stellungnahmen von Regierungen und Gremien sowie aktuellen Berichten aus der betriebswirtschaftlichen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Grundkonzeption, den Richtlinienentwurf, die Allokationsformel sowie die kontroversen Stellungnahmen verschiedener Akteure zur GKKB.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie GKKB, Körperschaftssteuer, Steuerharmonisierung, Konsolidierung und Binnenmarkt.
Warum wird die optionale Ausgestaltung der GKKB von Experten kritisiert?
Kritiker befürchten, dass ein Wahlrecht zu einer adversen Selektion führt, bei der nur Unternehmen die Regeln nutzen, die sich dadurch Steuervorteile versprechen, ohne dass eine echte Vereinheitlichung stattfindet.
Welche Rolle spielt die Allokationsformel in der Diskussion?
Die Allokationsformel ist einer der größten Kritikpunkte, da sie als gestaltungsanfällig gilt und Befürchtungen hinsichtlich einer Verlagerung von Arbeitsplätzen oder Steuergrundlagen in Niedrigsteuerländer aufwirft.
- Arbeit zitieren
- Lukas Frigger (Autor:in), 2012, Gemeinsame konsolidierte Körperschaftsbemessungsgrundlage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204968