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Umweltökonomische Ansätze zur Regulierung des Flächenverbrauchs

Titel: Umweltökonomische Ansätze zur Regulierung des Flächenverbrauchs

Seminararbeit , 2011 , 16 Seiten

Autor:in: Daniel Oberer (Autor:in)

VWL - Umweltökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der hohe Flächenverbrauch in Deutschland gehört trotz eines Rückgangs der pro Tag verbrauchten Fläche in den letzten Jahren nach wie vor zu den ungelösten Umweltproblemen [vgl. Michaelis (2007, S. 12)], da die Ressource Boden eine sich nicht vermehrende Ressource ist. Dieses Problem wird in der Gesellschaft oft nicht, und wenn doch, dann nur sehr rudimentär wahrgenommen. Ein Grund dafür ist, dass über dieses Thema sehr wenig in der Presse zu lesen ist, hauptsächlich in der Fachpresse, welche jedoch die breite Masse der Gesellschaft nicht erreicht, wird hinreichend auf den zu hohen Flächenverbrauch hingewiesen. In der Fachpresse wird stark darüber diskutiert, wie man diesen Verbrauch reduzieren kann, da die Ressource Boden für die Menschheit und die Natur überlebensnotwendig ist. Die Bedeutung der Ressource Boden wird im zweiten Kapitel genauer thematisiert. Wie in der folgenden Abbildung zu entnehmen ist, betrug die Flächeninanspruchnahme in den Jahren 1997 - 2000 durchschnittlich 129 ha/Tag , was einer Gesamtzunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche von insgesamt 1.883 km² entspricht. Dies gleicht der Fläche von circa 257.000 Fußballfeldern oder 70 Prozent der Fläche des Landes Luxemburg. In den Jahren 2001 - 2004 verlangsamte sich der Flächenverbrauch und betrug durchschnittlich 115 ha/Tag. Von 2002 - 2005 lag der Verbrauch bei 114 ha/Tag. Die Überschneidung der angegebenen Jahre ergibt sich daraus, dass der tägliche Flächenzuwachs als gleitender Vierjahresdurchschnitt berechnet wird. Der aktuelle Durchschnittswert der Jahre 2006 - 2009 liegt bei 94 ha/Tag. Positiv zu sehen ist, dass der gleitende Vierjahresdurchschnitt einen sinkenden Trend verfolgt. Es ist aber noch ein langer Weg bis zu dem von der Bundesregierung vorgegeben Ziel der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, den Flächenbrauch bis zum Jahr 2020 auf 30 ha/Tag zu reduzieren [vgl. Hinzen / Preuß (2011, S. 41), Statistisches Bundesamt (2010a, S. 80)].

Wie bereits erwähnt, wird im zweiten Kapitel genauer auf das Thema Boden eingegangen. Im dritten Kapitel werden die ökonomischen Steuerungsinstrumente genauer beschrieben, um zu sehen, mit welchen Instrumenten man den Flächenverbrauch am effizientesten reduzieren kann, um das bis 2020 zu verfolgende Schutzziel von 30 ha/Tag zu erreichen. Das vierte Kapitel ver-gleicht die beiden effizientesten Methoden und zeigt, wie sie in der Praxis angewendet werden. Im fünften Kapitel geht es um den Schlussgedanken und die Ausblicke zu dieser Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1 Einleitung

2 Die Bedeutung der Ressource Boden und die Problematik des Flächenverbrauchs

3 Ökonomische Steuerungsansätze

3.1 Handelbare Flächenausweisungszertifikate

3.2 Baulandausweisungsumlage

3.3 Flächenschutzbezogene Finanzzuweisungen

3.4 Umlage-Zuweisungs-Modell

4 Vergleich und Bewertung der Steuerungsansätze

5 Schlussgedanken und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Publikation

Die vorliegende Arbeit untersucht ökonomische Steuerungsinstrumente zur Reduzierung des Flächenverbrauchs in Deutschland, um das Ziel der Bundesregierung von 30 Hektar pro Tag bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Dabei wird analysiert, wie diese Instrumente die kommunale Flächennutzung effizienter gestalten können.

  • Problematik des Flächenverbrauchs und Bedeutung der Ressource Boden
  • Funktionsweise handelbarer Flächenausweisungszertifikate
  • Einsatzmöglichkeiten der Baulandausweisungsumlage (BLAU)
  • Vergleich und Bewertung verschiedener Steuerungskonzepte
  • Implikationen für die kommunale Siedlungsentwicklung

Auszug aus dem Buch

3.1 Handelbare Flächenausweisungszertifikate

Bei dem ökonomischen Steuerungsinstrument der handelbaren Flächenzuweisungszertifikaten handelt es sich um ein mengensteuerndes Lenkungsinstrument. Zuerst muss eine Obergrenze der zur Verfügung stehenden Flächen angegeben werden, eine sogenannte Mengendeckelung. Für die Bestimmung der Obergrenze können zwei Verfahren herangezogen werden. Zum Einen der »Top-Down-Ansatz«, mit diesem Ansatz kann ein auf Bundesebene festgelegter, langfristiger Entwicklungspfad, welcher die Begrenzung der Gesamtflächenausweisung gewährleistet, festgelegt werden. Zum Anderen der »Bottom-Up-Ansatz«, hier wird versucht, die maximal mögliche Flächeninanspruchnahme an die Flächenbedarfsmeldungen der Kommunen anzupassen. Im Falle der Überschreitung der Gesamtflächenausweisungen werden die angeforderten Ausweisungsflächen gekürzt.

Kommunen, die im Voraus schon mit Kürzungen rechnen, werden einen zu hohen Flächenbedarf angeben. Dies könnte die Einhaltung der Obergrenze gefährden. Um die regionalen Mengenziele zu bestimmen, müssen sowohl der Top-Down, als auch der Bottom-Up Ansatz verwendet werden, da die vorgegebenen Reduktionsziele des Flächenverbrauchs auf die Kommunen zu verteilen sind und der Flächenbedarf der einzelnen Kommunen aggregiert werden muss. Diese Menge muss dann zertifiziert und den einzelnen Kommunen zugeteilt werden. Da der Bund die Flächenausweisungszertifikate aufgrund von rechtlichen Problemen nicht direkt den Kommunen zuweisen kann, hat man sich für das Verfahren entschieden, dass der Bund die Zertifikate an die Länder verteilt und von diesen dann an ihre Kommunen weitergeleitet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des hohen Flächenverbrauchs in Deutschland ein und skizziert die Notwendigkeit ökonomischer Steuerungsinstrumente zur Erreichung des 30-Hektar-Ziels.

2 Die Bedeutung der Ressource Boden und die Problematik des Flächenverbrauchs: Hier werden die ökologische Bedeutung des Bodens sowie die negativen Folgen der Zersiedelung und des hohen Flächenverbrauchs für Kommunen und die Allgemeinheit erörtert.

3 Ökonomische Steuerungsansätze: Dieses Kapitel beschreibt vier spezifische ökonomische Instrumente, darunter Zertifikate und Umlagemodelle, die den Flächenverbrauch effizient steuern sollen.

4 Vergleich und Bewertung der Steuerungsansätze: Hier werden die handelbaren Flächenausweisungszertifikate und die Baulandausweisungsumlage hinsichtlich ihrer ökologischen Treffsicherheit, Umsetzbarkeit und gesellschaftlichen Akzeptanz gegenübergestellt.

5 Schlussgedanken und Ausblick: Das Fazit fasst die Herausforderungen bei der Implementierung zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Instrumentenmixe zur Flächenschonung.

Schlüsselwörter

Flächenverbrauch, Bodenschutz, Flächenausweisungszertifikate, Baulandausweisungsumlage, BLAU, ökonomische Steuerungsinstrumente, Siedlungsentwicklung, Flächenmanagement, Innenentwicklung, Nachhaltigkeit, Kommunalpolitik, Ressourcenknappheit, Boden, Umweltökonomie, Flächeninanspruchnahme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse umweltökonomischer Ansätze, um den in Deutschland nach wie vor zu hohen täglichen Flächenverbrauch durch effiziente Steuerungsinstrumente zu senken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Ressource Boden, der Problematik der Zersiedelung, der Wirkungsweise von Zertifikate-Modellen sowie preissteuernden Umlagesystemen für Bauland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin zu untersuchen, wie Deutschland das von der Bundesregierung gesetzte Nachhaltigkeitsziel erreichen kann, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse ökonomischer Instrumente sowie einen vergleichenden Bewertungsansatz, um die Lenkungswirkung verschiedener Modelle auf kommunaler Ebene zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beschreibt detailliert vier ökonomische Ansätze: Handelbare Flächenausweisungszertifikate, die Baulandausweisungsumlage, flächenschutzbezogene Finanzzuweisungen und ein kombiniertes Umlage-Zuweisungs-Modell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Flächenverbrauch, Bodenfunktionen, ökonomische Steuerung, BLAU, Zertifikate, Innenentwicklung und Nachhaltigkeitsstrategie.

Warum stellt der "Folgekostenrechner" allein keine ausreichende Lösung dar?

Obwohl er Kommunen die Kosten von Neubaugebieten verdeutlicht, fehlen ihm die nötigen ökonomischen Anreize, um eine tatsächliche Verhaltensänderung hin zur Flächenschonung zu erzwingen.

Was ist der wesentliche Vorteil der handelbaren Flächenausweisungszertifikate gegenüber der BLAU-Umlage?

Sie bieten eine direkte quantitative Mengendeckelung, wodurch das Ziel der Flächenreduktion präziser erreicht werden kann als bei preisbasierten Steuerungsinstrumenten.

Welche Rolle spielen die sogenannten "Tabuzonen"?

Tabuzonen, wie Naturschutz- oder Hochwasserschutzgebiete, dienen als qualitative Leitplanken in der Raumplanung, die auch bei der Anwendung ökonomischer Steuerungsinstrumente zwingend zu beachten sind.

Wie unterscheidet sich die "indirekte" von der "direkten" Förderung im Umlage-Zuweisungs-Modell?

Die indirekte Förderung erfolgt über die Verteuerung der Außenentwicklung, während die direkte Förderung gezielt Zuweisungen für qualifizierte Innenentwicklungsprojekte ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Umweltökonomische Ansätze zur Regulierung des Flächenverbrauchs
Hochschule
Universität Hohenheim
Autor
Daniel Oberer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V205026
ISBN (eBook)
9783656321873
ISBN (Buch)
9783656325758
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umweltökonomische ansätze regulierung flächenverbrauchs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Oberer (Autor:in), 2011, Umweltökonomische Ansätze zur Regulierung des Flächenverbrauchs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205026
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Leseprobe aus  16  Seiten
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