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Integration durch exogene Faktoren - Die Wirkung des French-Indian War auf das Verhältnis zwischen Deutschen und Engländern in Nordamerika

Titel: Integration durch exogene Faktoren - Die Wirkung des  French-Indian War  auf das Verhältnis zwischen Deutschen und Engländern in Nordamerika

Hausarbeit , 2012 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Nils Wöhnl (Autor:in)

Geschichte - Amerika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wann entwickelte sich das „Wir-Gefühl“ der Kolonisten der Neuen Welt?
Der Gründungsmythos der Vereinigten Staaten von Amerika beruht auf der Ratifizierung der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1776 und dem patriotischen Kampf gegen das Mutterland im American Revolutionary War. Aber dies konnte nicht über Nacht zur Integration aller ethnischen und religiösen Gruppierungen innerhalb der 13 Kolonien führen.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, die ersten Schritte des Prozesses der Bildung eines Nationalbewusstseins anhand der Integration der heute genauso wie im 18. Jahrhundert bedeutsamen Großgruppe deutschstämmiger Amerikaner zu untersuchen. Ihr Verhältnis zur Mehrheit, den aus England stammenden Kolonisten, steht dabei im Vordergrund.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Nationalstaatsbildung und Integration

2. Die deutschstämmige Bevölkerung in den nordamerikanischen Kolonien

3. Konflikte um Lebensraum im Vorfeld des Siebenjährigen Krieges in Nordamerika. Die Indianer werden zu Feinden

4. Herstellung von Verteidigungsbereitschaft. Die Deutschen verweigern sich Franklins Plänen

5. „Es ist mir gelungen, die (…) angrenzenden (…) Provinzen (…) zu verheeren (…).“ Der äußere Feind zwingt die Krone zum Eingreifen sowie Engländer und Deutsche zur Einheit

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Prozess der frühen Nationalstaatsbildung in den nordamerikanischen Kolonien unter besonderer Berücksichtigung der Integration der deutschstämmigen Bevölkerung während des „French-Indian War“ (Siebenjähriger Krieg). Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern äußere Bedrohungslagen und gemeinsame Interessen zur Überbrückung ethnischer Spaltungen zwischen deutsch- und englischstämmigen Siedlern beitrugen.

  • Integration der deutschstämmigen Minderheit in die englische Kolonialgesellschaft des 18. Jahrhunderts.
  • Die Rolle von Benjamin Franklin als politisches Sprachrohr und Index für das Verhältnis der Bevölkerungsgruppen.
  • Der Einfluss des French-Indian War auf die Verteidigungsbereitschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kolonisten.
  • Prozesse der Identitätsbildung und Abgrenzung gegenüber den Ureinwohnern und der französischen Macht.

Auszug aus dem Buch

4. Herstellung von Verteidigungsbereitschaft. Die Deutschen verweigern sich Franklins Plänen

Ab 1755 entbrannte ein wahrer Kleinkrieg am Frontier. Gerade die Indianer waren spezialisiert auf diese Form der Kriegsführung, die man heutzutage als asymmetrisch bezeichnen würde. Sie kämpften „gnadenlos und mit äußerster Härte“. Zahlreiche Gouverneure begannen nunmehr, auf Drängen der Bevölkerung, mit der Aushebung von Provinzialregimentern.

Pennsylvania entzog sich diesem Vorgehen zunächst noch mit Rücksicht auf seine zahlreichen pazifistischen religiösen Gruppen. Allen voran sind hier die Quäker, politische Machthaber in der Kolonie, zu nennen. Ihnen entgegen trat seit vielen Jahren Benjamin Franklin, der bereits 1747 zur Gründung eines freiwilligen Verteidigungsvereins aufgerufen hatte.

Seine Schrift „The Plain Truth“ war besonders an die deutschstämmige Bevölkerung gerichtet: „Auch sind unter uns Tausende jener kriegerischen Nation, deren Söhne seit Caesars Zeiten jenen Charakter bewahrt haben, den dieser ihren Vätern zuschrieb, jene Verbindung von Wagemut und allen anderen militärischen Tugenden. Ich meine die tapferen und aufrechten Deutschen. Viele von ihnen haben in der Tat schon Waffen getragen im Dienste ihrer jeweiligen Fürsten. Wenn sie schon gut für ihre Tyrannen und Unterdrücker kämpften, würden sie sich dann verweigern, mit uns gemeinsam ihre neuerlich erlangte und hochgeschätzte Freiheit sowie ihren Besitz zu verteidigen?“

Hier wusste Franklin natürlich an welche Gefühle er bei den Deutschen appellieren musste. Für das Gut der Freiheit zu kämpfen war ein starkes Argument, jedoch auch ein recht abstraktes. Nicht länger dienten sie Fürsten, sondern einem höheren Ideal. Nebenbei schützte der Kolonist als Soldat seinen hart erarbeiteten, privaten Besitz. Diese Begründung war den einfachen Farmern leichter zugänglich. Alles in allem ist die Schrift als Werbung in eigener Sache zu verstehen. Franklin gehörte einer oppositionellen Gruppe an, welche die Quäker als bestimmendes Element der pennsylvanischen Politik verdrängen wollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Nationalstaatsbildung und Integration: Einleitung in die Thematik der Identitätsbildung in den 13 Kolonien mit Fokus auf der Integration der deutschstämmigen Bevölkerung.

2. Die deutschstämmige Bevölkerung in den nordamerikanischen Kolonien: Analyse der demografischen und wirtschaftlichen Hintergründe der deutschen Einwanderung im 18. Jahrhundert.

3. Konflikte um Lebensraum im Vorfeld des Siebenjährigen Krieges in Nordamerika. Die Indianer werden zu Feinden: Untersuchung der Ursachen und Vorzeichen des Konflikts, insbesondere die Landnahme durch Siedler und die Entfremdung von den Ureinwohnern.

4. Herstellung von Verteidigungsbereitschaft. Die Deutschen verweigern sich Franklins Plänen: Darstellung der militärischen Mobilisierung und Franklins Versuchen, die deutsche Minderheit für eine gemeinsame Verteidigung zu gewinnen.

5. „Es ist mir gelungen, die (…) angrenzenden (…) Provinzen (…) zu verheeren (…).“ Der äußere Feind zwingt die Krone zum Eingreifen sowie Engländer und Deutsche zur Einheit: Untersuchung der Auswirkungen der Kriegseskalation und des Scheiterns der Braddock-Expedition auf die Zusammenarbeit der Kolonisten.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung des Wandels im kolonialen Identitätsverständnis durch den gemeinsamen Verteidigungskampf und die daraus resultierende Abgrenzung nach außen.

Schlüsselwörter

Nationalstaatsbildung, Integration, French-Indian War, Siebenjähriger Krieg, deutschstämmige Einwanderer, Benjamin Franklin, Nordamerika, Kolonialgeschichte, Identitätsfindung, Siedlungspolitik, Frontier, Verteidigungsbereitschaft, Pennsylvania, Quäker, Kolonien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie externe kriegerische Ereignisse im Nordamerika des 18. Jahrhunderts dazu beitrugen, dass sich verschiedene ethnische Gruppen – insbesondere deutsche Einwanderer und englische Kolonisten – als eine gemeinsame nordamerikanische Einheit begriffen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die deutsche Einwanderung, die Auswirkungen des Siedlungsdrucks auf das Verhältnis zu den Ureinwohnern sowie die Prozesse der politischen und militärischen Integration während des Siebenjährigen Krieges.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird untersucht, welche Faktoren zur Spaltung zwischen Deutschen und der englischen Mehrheit führten und welche Prozesse schließlich dazu beitrugen, dass sich diese Gruppen als Teil einer gemeinsamen nordamerikanischen Identität fühlen konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen chronologischen Ansatz und nutzt als Primärquellen insbesondere Schriften, Briefe und öffentliche Aufrufe von Benjamin Franklin, ergänzt durch eine Auswertung der wissenschaftlichen Sekundärliteratur zum Thema.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die demografischen Grundlagen, die Konflikte um Siedlungsraum an der Frontier, die Mobilisierung der Kolonisten durch Franklin sowie die Auswirkungen der kriegerischen Ereignisse wie der Braddock-Expedition auf die kollektive Verteidigungsbereitschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Nationalstaatsbildung, Integration, French-Indian War, Identitätsfindung und das Verhältnis zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen in den nordamerikanischen Kolonien.

Welche Rolle spielt Benjamin Franklin in dieser Analyse?

Franklin fungiert als zentraler Index für die Untersuchung, da er einerseits durch seine Schriften direkt Einfluss auf die Stimmung der deutschen Siedler nahm und andererseits als maßgeblicher Vertreter der englischsprachigen Mehrheit seine ambivalenten Einstellungen zum Integrationsprozess dokumentierte.

Wie wirkte sich der „French-Indian War“ auf die deutschstämmige Bevölkerung aus?

Der Krieg zwang die zuvor eher pazifistisch orientierten oder politisch zurückhaltenden deutschen Siedler zur aktiven Teilhabe an der Verteidigung, was wiederum den Prozess der sozialen und politischen Integration in die englisch geprägte Kolonialstruktur beschleunigte.

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Details

Titel
Integration durch exogene Faktoren - Die Wirkung des French-Indian War auf das Verhältnis zwischen Deutschen und Engländern in Nordamerika
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,3
Autor
Nils Wöhnl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V205033
ISBN (eBook)
9783656316336
ISBN (Buch)
9783656316718
Sprache
Deutsch
Schlagworte
French-Indian War siebenjähriger Krieg Nordamerika England Großbritannien Franklin Benjamin Sauer Saur Kolonien siebenjähriger Krieg USA Vereinigte Staaten Nationalgefühl Deutsche Kolonisten Minderheit ethnische Pietisten Pennsylvania
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nils Wöhnl (Autor:in), 2012, Integration durch exogene Faktoren - Die Wirkung des French-Indian War auf das Verhältnis zwischen Deutschen und Engländern in Nordamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205033
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Leseprobe aus  21  Seiten
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