Entwicklung eines Kennzahlensystems für ein Handelsunternehmen


Hausarbeit, 2012

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Ziel der Arbeit

2 Grundbegriffe
2.1 Handel und Handelsunternehmen
2.2 Supply Chain Management
2.3 Supply Chain Controlling
2.4 Kennzahlen und Kennzahlensysteme

3 Entwicklung eines Kennzahlensystems für ein Handelsunternehmen
3.1 Anforderungen an das Kennzahlensystem
3.1.1 Allgemeine Anforderungen
3.1.2 Anforderungen der Handelsbranche
3.1.3 Anforderungen des Supply Chain Management
3.2 Auswahl des Kennzahlensystem
3.2.1 Klassische Balanced Scorecard
3.2.2 Supply Chain Balanced Scorecard
3.3 Auswahl der Kennzahlen
3.3.1 Finanzperspektive
3.3.2 Kundenperspektive
3.3.3 Supply Chain-Perspektive
3.3.4 Kooperationsperspektive
3.3.5 SCBSC des Handelsunternehmens
3.4 Anwendung des Kennzahlensystems

4 Fazit

5 Zusammenfassungen
5.1 Deutsche Zusammenfassung
5.2 Englische Zusammenfassung

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Formelverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

„Handel ist Wandel“ ist ein altbekanntes Sprichwort. Es beschreibt treffend die Veränderungsbereitschaft, die in einem Handelsunternehmen notwendig ist. Denn der Handel muss sich jederzeit an den Bedürfnissen der Kunden orientieren und auf Veränderungen im Konsumentenverhalten reagieren.[1] Handelsunternehmen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem die Globalisierung des Wettbewerbes, immer kürzere Produktlebenszyklen, schnelles Reaktionsvermögen, optimierte Lagerhaltung, wettbewerbsfähige Preise und vieles mehr.[2]

Eine Lösung für diese Probleme kann das Supply Chain Management (SCM) sein. Im SCM steckt großes Potential zur Rationalisierung und Optimierung. Kosteneinsparungen können heutzutage nicht mehr ausschließlich im Einkauf realisiert werden, sondern vielmehr durch die Verbesserung der Prozesse innerhalb und außerhalb der Unternehmen.[3] Dass im Jahr 2008 weltweit rund 6,2 Milliarden Dollar in SCM-Software investiert wurden zeigt, dass SCM bereits in vielen Unternehmen integriert wird.[4]

Mit der steigenden Bedeutung des SCM entsteht der Bedarf nach einem Instrument, welches die Supply Chain Prozesse überwachen und steuern kann. Für diese Aufgaben hat sich in der betrieblichen Praxis das Controlling etabliert. Damit wird neben dem SCM auch das Supply Chain Controlling (SCC) immer wichtiger. Durch SCC kann die Wirksamkeit des SCM im Unternehmen gewährleistet werden.[5] Dabei spielen Kennzahlensysteme (KZS) eine große Rolle, denn sie machen den Erfolg des SCM messbar.[6]

1.2 Ziel der Arbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist es, ein KZS für ein Handelsunternehmen zu entwickeln. Dazu wird das Unternehmen nicht nur intern betrachtet, sondern auch die Schnittstelle zu anderen Unternehmen. Zunächst werden kurz die wichtigsten Grundbegriffe definiert, um ein einheitliches Verständnis zu schaffen. Als nächstes werden die Anforderungen an das KZS dargestellt. Nun wird das KZS erarbeitet. Dazu werden verschiedene Kennzahlen betrachtet, diskutiert und schließlich ausgewählt. Außerdem wird kurz aufgezeigt, wie das KZS in der Praxis verwendet wird. Im Anschluss werden die Ergebnisse dieser Arbeit kritisch hinterleuchtet und beurteilt. Abschließend wird die gesamte Arbeit kurz in deutscher und englischer Sprache zusammengefasst.

2 Grundbegriffe

2.1 Handel und Handelsunternehmen

Der Begriff ‚Handel’ bezeichnet den Austausch von wirtschaftlichen Gütern und Dienstleistungen zwischen Marktpartnern. Da diese funktionelle Definition auf beinahe alle Unternehmen zutrifft, lässt sich der Begriff auch institutionell abgrenzen. So umfasst der Handel alle Unternehmen, die ausschließlich den Austausch von Wirtschaftsgütern und Dienstleistungen betreiben, ohne diese zu bearbeiten. Diese Unternehmen werden als Handelsunternehmen bezeichnet.[7]

Man kann Handelsunternehmen nach ihrer Absatzreichweite in Binnenhandels- und Außenhandelsunternehmen unterteilen. Bei Binnenhandelsunternehmen findet die Geschäftstätigkeit im Inland statt. Außenhandelsunternehmen agieren über die nationalen Grenzen hinaus.[8]

Handelsunternehmen lassen sich außerdem nach ihrer Zielgruppe in Groß- und Einzelhändler unterscheiden. Großhändler veräußern ihre Waren an gewerbliche Abnehmer, weiterverarbeitendes Gewerbe oder Wiederverkäufer. Der Einzelhandel verkauft im Gegensatz zum Großhandel direkt an Endkunden.[9]

2.2 Supply Chain Management

Das SCM ist in den 80er Jahren in den USA entstanden.[10] Es ist kein reiner theoretischer Ansatz, sondern es entwickelte sich mit den Jahren in der Unternehmenspraxis. Aufgrund dessen gibt es keine einheitliche Definition für das SCM, vielmehr gibt es verschiedene Ansätze und Sichtweisen.[11]

Die Supply Chain wird nach Beckmann als Versorgungskette verstanden. Diese reicht vom Rohstofflieferanten über Produktionsunternehmen und Zwischenhändler bis zum Endkunden. Die beteiligten Unternehmen bilden ein Wertschöpfungsnetzwerk. Die Aufgabe des SCM ist die Gestaltung und Lenkung der Prozesse in der Supply Chain mit dem Ziel, das Wertschöpfungsnetzwerk zu optimieren.[12] Dabei werden nicht, wie in der Vergangenheit, die einzelnen Glieder isoliert betrachtet, sondern die Versorgungskette im Ganzen. Das SCM soll die Verbesserungspotentiale an den Schnittstellen offen legen und das sowohl innerhalb der Unternehmen als auch unternehmensübergreifend.[13]

In Anlehnung an Cooper ist die Integration von Geschäftsprozessen in das Wertschöpfungsnetzwerk ein weiterer wichtiger Aspekt. Das SCM ist folglich prozessorientiert ausgerichtet.[14]

2.3 Supply Chain Controlling

Das Controlling ist ein fester Bestandteil der betrieblichen Praxis.[15] Der Begriff leitet sich von dem englischen Wort ‚to control’ ab und bedeutet übersetzt lenken, steuern, regeln. In der Literatur ist das Controlling sehr unterschiedlich definiert, die Meinungen gehen zum Teil sehr weit auseinander. Nach Horváth ist das Controlling ein Subsystem der Führung und soll die Informationsversorgung, Planung und Kontrolle im Unternehmen koordinieren und damit die Steuerung des Gesamtsystems unterstützen.[16]

Um den Anforderungen des SCM zu entsprechen, muss das klassische Controlling angepasst werden. Denn das SCC wird nicht nur unternehmensintern angewendet, sondern auch an den Schnittstellen zwischen zwei Unternehmen und entlang der gesamten Supply Chain. Die Prozesse werden nicht nur rückblickend betrachtet, in die Analyse sollen ebenfalls zukünftige Entwicklungen einbezogen werden. Außerdem müssen neben einer rein finanziellen Sicht auch qualitative Gesichtspunkte berücksichtigt werden.[17]

2.4 Kennzahlen und Kennzahlensysteme

Kennzahlen erfassen Sachverhalte quantitativ und in konzentrierter Form als Zahl.[18] Sie machen die Sachverhalte messbar und erlauben eine Beurteilung der Werte, z.B. durch die Gegenüberstellung von Vergleichswerten. Durch Kennzahlen lassen sich komplexe Strukturen und Abläufe einfach und übersichtlich darstellen.[19]

Kennzahlen sind ein klassisches Controlling-Instrument. Sie schaffen Führungskräften einen umfangreichen Überblick über die Gesamtsituation und dienen damit als Grundlage für Unternehmensentscheidungen.[20]

Isoliert betrachtet haben Kennzahlen nur eine geringe Aussagekraft, was sehr schnell zu Fehlinterpretationen führen kann. Hier können KZS abhelfen. Setzt man verschiedene Kennzahlen sachlich und logisch in Beziehung zueinander, kann man verschiedene Problemstellungen gezielt darstellen, um damit einen Lösungsansatz erarbeiten zu können.[21] Dabei soll der Sachverhalt mit einer überschaubaren Anzahl an Kennzahlen möglichst vollständig dargestellt werden.[22] In der Theorie und in der Praxis haben sich verschiedene KZS etabliert, wie z.B. das Konzept der selektiven Kennzahlen, das DuPont-Sytem oder die Balanced Scorecard. Diese werden hier nicht weiter erläutert.

[...]


[1] Vgl. Henning u.a.: Handel ist Wandel, 14.02.2012, http://wirtschaftslexikon.gabler.de/ Archiv/326717/handel-ist-wandel-entwicklungen-in-der-handelsstruktur-v4.html

[2] Vgl. Kuhn/Hellingrath: Supply Chain Management, 2002, S. 4

[3] Vgl. Werner: Supply Chain Management, 2010, S.1-2

[4] Vgl. Bayer: Business Software muss sich rechnen, 06.10.2010, http://www.computerwoche.de/top100/2010/software/2354238/index4.html

[5] Vgl. Lenz: SCM und SCC, 2008, S. 25

[6] Vgl. o.V.: Eine Ansammlung von Kennzahlen ist noch kein KPI-System, 01.10.2008, http://www.industrie.de/industrie/live/index2.php?menu=1&submenu=3&object_id=31595583

[7] Vgl. Becker/Winkelmann: Handelscontrolling, 2008, S. 13

[8] Vgl. Buttkus, Neugebauer: Controlling im Handel, 2012, S. 6

[9] Vgl. Hage: RFID-Technologie im Handel, 2007, S. 9

[10] Vgl. Werner: Supply Chain Management, 2010, S.3

[11] Vgl. Lenz: SCM und SCC, 2008, S. 23

[12] Vgl. Beckmann: Supply Chain Management, 2004, S. 1-3

[13] Vgl. Melzer-Ridinger: Supply Chain Management, 2007, S.9

[14] Vgl. Werner: Supply Chain Management, 2010, S.10

[15] Vgl. Weber/Wallenburg: Logistik- und Supply Chain Controlling, 2010, S. 9

[16] Vgl. Jung: Controlling, 2007, S. 4-5

[17] Vgl. Lenz: SCM und SCC, 2008, S. 25-26

[18] Vgl. Becker/Winkelmann: Handelscontrolling, 2008, S. 75

[19] Vgl. Gladen: Performance Measurement, 2005, S. 11

[20] Vgl. Buttkus, Neugebauer: Controlling im Handel, 2012, S. 185

[21] Vgl. Becker/Winkelmann: Handelscontrolling, 2008, S. 81

[22] Vgl. Sievers: Beschaffungscontrolling, 2010, S. 124

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Entwicklung eines Kennzahlensystems für ein Handelsunternehmen
Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Veranstaltung
Supply Chain Management
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V205058
ISBN (eBook)
9783656321811
ISBN (Buch)
9783656327028
Dateigröße
776 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Supply Chain Management, Kennzahlensystem, Handelsunternehmen, Balanced Scorecard, Supply Chain Controlling, Controlling, Entwicklung
Arbeit zitieren
Christin Carina Könemann (Autor), 2012, Entwicklung eines Kennzahlensystems für ein Handelsunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205058

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