Doping im Kraftsport. Ursachen, Wirkung, Folgen, Prävention


Facharbeit (Schule), 2012

22 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Doping im Kraftsport

1. Einleitung

2. Ursprünge des Dopings und allgemeine Informationen zum Doping
2.1 Wirkung von Anabolika
2.2 Folgen von Doping
2.3 Kampf gegen Doping
2.4 Rechtslage

3. Kraftsport allgemein
3.1 Weshalb Kraftsportler zu Doping greifen
3.2 Berühmte und gedopte Kraftsportler

4. Fazit

5. Bildanhang

6. Fachwortverzeichnis

7. Quellenverzeichnis
7.1 Internetquellen
7.2 Literaturquellen
7.3 Bildquellen

1. Einleitung

Im Folgenden werde ich untersuchen, weshalb Doping vor allem im Kraftsport so weit verbreitet ist und auch im Amateurbereich bereits Anwendung findet. Zunächst werde ich den Ursprung des Dopings näher erläutern, um anschließend auf die Art, wie Doping wirkt und die Folgen des Dopings einzugehen. Des Weiteren werde ich erklären, wie internationale Verbände gegen Doping vorgehen und über die rechtliche Lage in Deutschland berichten. Danach werde ich dem Leser einen kleinen Einblick in den Kraftsport geben, um dann zum wesentlichen Aspekt dieser Arbeit zu kommen, den Gründen, weshalb Kraftsportler auch schon im Amateurbereich oftmals zu Doping greifen.

Ich beschäftige mich mit dieser Thematik, da ich in meiner Freizeit selbst Kraftsport betreibe und mich auch mit dem Aspekt der Ernährung im Kraftsport (siehe Punkt 3) befasst habe. In diesem Zusammenhang bin ich auf die Supplements1 (Nahrungs-ergänzungsmittel) gestoßen und habe mich mit diesen Produkten aus-einandergesetzt. Mir fiel dabei immer wieder auf, wie verbreitet Doping, vor allem mit Anabolika2, im Kraftsport ist und wie einfach man an diese Substanzen gelangt. So wird z.B. im Bodybuilding Magazin BMS für „Das schwarze Buch“ geworben, das eine Liste mit steroidenhaltigen Medikamenten und deren aktuellen Handelsnamen enthält, über Anwendungsmöglichkeiten aufklärt und somit eine Anleitung zum Kauf und Konsum von Anabolika liefert. Dass in einer solchen Fachzeitschrift offen für den Gebrauch von Anabolika geworben wird, machte mir erst klar, wie präsent Anabolika bereits im Amateurbereich sind, denn für diesen ist das BMS-Magazin eigentlich gedacht, da es vor allem Trainings- und Ernährungstipps enthält. Diese Erkenntnis weckte mein Interesse, mich zu dem Thema weiter zu informieren und letztlich dazu, diese Arbeit über das Doping im Bodybuilding zu schreiben.

2. Ursprünge des Dopings und allgemeine Informationen zum Doping

Das Doping hat eine lange Geschichte, denn bereits in der Antike versuchten Athleten der alten Olympischen Spiele bereits mit Substanzen aus Tierorganen und Pflanzensamen ihre Leistung zu verbessern. Dies hatte zwar wohl kaum eine größere Auswirkung auf die Leistung des Sportlers, beweist jedoch, dass bereits damals Menschen versuchten, sich einen Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz durch die Einnahme von scheinbaren Wundermitteln zu sichern. Der Begriff Doping tauchte dann das erste Mal 1889 in einem englischen Wörterbuch als Erklärung für eine Mixtur aus Narkotika3 und Opium für Pferde auf, wobei der erste Dopingfall bereits 1865 bei einem Kanalschwimmer nachgewiesen wurde. Damals gab es jedoch weder den Begriff Doping, noch irgendwelche Konsequenzen. Zu Beginn des modernen Dopings wurde vor allem mit stimulierenden Mitteln, wie Coffein, Alkohol, Nitroglycerin4 oder auch Heroin und Kokain gearbeitet, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Damals gab es aber keinerlei Auflagen, die den Gebrauch solcher Substanzen im Sport verboten. Anders war es im Pferdesport, wo „Manipulationen an den Pferden schon immer verboten waren und sehr streng-früher sogar mit dem Tod- bestraft wurden“ (R.K. Müller S.13). Aus diesem Grund fanden auch die ersten Nachweisversuche von Doping nicht am Menschen, sondern am Pferd statt, weil der österreichische Jockeyclub von Pferderennergebnissen verunsichert war und den russischen Chemiker Bukowski aus Leningrad nach Wien kommen ließ. Dieser war in der Lage, Alkaloide5, mit welchen damals häufig gedopt wurde, im Speichel der Pferde nachzuweisen und er entwickelte somit die erste Methode, um Doping nachzuweisen. Jedoch gab er seine Methode nicht Preis, was dazu führte, das Siegmund Fränkel an der Universität Wien ein eigenes Analyseverfahren zum Alkaloid-Nachweis im Speichel entwickelte, mit welchem dann 1910 und 1911 bereits 218 Untersuchungen an Pferden durchgeführt wurden (R.K. Müller, S.13). Das erste Verbot von Doping im menschlichen Sport erfolgte dann seitens des IAAF (International Association of Athletics Federation) im Jahre 1928 gegen Stimulantien (Aufputschmittel). Anders als heute wurden damals aber keine Tests durchgeführt, so dass das Doping mit Stimulantien zwar verboten war, jedoch nicht nachgewiesen werden konnte.

Die ersten Dopingkommissionen wurden um 1960 in Europa gegründet und definierten 1963 das Doping zum ersten Mal und verfassten somit auch die erste Verbotsliste. Die damalige Dopingdefinition lautete „ Doping ist die Verabreichung oder der Gebrauch körperfremder Substanzen in jeder Form und physiologischer Substanzen in abnormen Mengen und auf abnormalem Weg an gesunde Personen mit dem einzigen Ziel der künstlichen und unfairen Steigerung der Leistung im Wettkampf. Außerdem müssen verschiedene psychologische Maßnahmen zur Leistungssteigerung im Sport als Doping angesehen werden.“ (R.K. Müller, S.15). Der Zusatz der psychologischen Maßnahmen wurde später wieder entfernt, da diese nicht nachzuweisen waren, jedoch befürchtete man damals eine Manipulation des Sportlers mittels Hypnose, die den Athleten zu einer Art Marionette macht. Die Verbotsliste enthielt zum damaligen Zeitpunkt die Stoffgruppen der Narkotika, Amphetamine6, Alkaloide, Analeptika7, Respirotika8 und einige Hormone9. Es wurden jedoch unter Vorwand einer Therapie zur Bekämpfung von Krankheiten dennoch oft Dopingsubstanzen von Ärzten verschrieben (R.K. Müller, S.16). Aus diesem Anlass wurde 1963 in Madrid ein Zusatz beschlossen, der besagt, dass auch notwendige Behandlungen mit Mitteln durchzuführen sind, die die Leistungsfähigkeit nicht über das normale Level hinaus steigern, da dies als Doping gilt und die Wettbewerbsfähigkeit ausschließt. Die ersten Dopingkontrollen fanden erst 1968 bei den olympischen Winterspielen in Grenoble, Frankreich statt, da die Medizinische Kommission des IOC (Internationales Olympisches Komitee) 1967, ein Jahr zuvor, unter dem Vorsitz von Prinz Alexandre de Merode gegründet wurde. Die ersten Disqualifikationen wurden dann 1968 bei den Olympischen Sommerspielen in Mexiko ausgesprochen. Um 1970 begannen dann auch die meisten Weltverbände, wie etwa der internationale Fußballverband (FIFA) oder der internationale Radsportverband (UCI), damit, Dopingtests einzuführen. Im Laufe der Jahre verständigten sich die internationalen Dopingverbände nicht nur auf gemeinsame Dopingbestimmungen, sondern auch auf ein gemeinsames Verfahren zur Dopingkontrolle und die Medizinische Kommission des IOC entwickelte zudem Bestimmungen für die Zulassung von Laboren zur Dopingkontrolle. Dies minimierte das Risiko der Manipulationen und Verfahrensfehler weitestgehend. Es führte jedoch keineswegs dazu, dass nicht mehr gedopt wurde, denn von 1968 bis 1988 wurden 46 Fälle von Doping aufgeklärt. Ein weiterer großer Fortschritt war das Verbot von Anabolika im Jahr 1976. Aber auch dies führte nicht dazu, dass weniger gedopt wurde, denn die Zahlen von Disqualifikationen aufgrund von Anabolikamissbrauch blieben hoch. Zudem traten viele Sportler nicht mehr zum Wettkampf an, nachdem sie erfahren hatten, dass auf Anabolika getestet wird. So traten 1982 bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Athen beispielweise 26 Sportler aus der UdSSR nicht zum Wettkampf an, aus Angst, dass ihr Anabolikamissbrauch bekannt wird (R.K. Müller, S.17). Auch heutzutage wird noch oft gedopt und dies auch immer noch mit Anabolika, denn diese führen die Statistik der nachgewiesenen Dopingfälle an (Stand 2004, R.K. Müller, S.40), allerdings nimmt die Anzahl der Dopingfälle immer weiter ab, auch wenn „(…)das Interesse der Öffentlichkeit durch spektakuläre Einzelfälle von nachgewiesenem Doping im Spitzensport immer neu belebt wird (…)“ (R.K. Müller, S.9).

2.1 Wirkung von Anabolika

Generell beschreibt das Wort anabol10 aufbauende Prozesse und ist das Gegenteil von sog. Katabolen11 Prozessen. Im Zusammenhang mit Doping wird das Wort Anabolika für anabole Steroide gebraucht, da dies im menschlichen Körper anabole, in diesem Fall muskelbildende, Prozesse beschleunigt.

Nach Einnahme der Anabolika, entweder über den oralen Weg oder durch das Setzen einer Spritze in einen Muskel, liegen die Steroidmoleküle im Blut gelöst vor und können sich so im ganzen Körper verteilen. Nun wird der größte Teil der Steroidmoleküle von Bindungsproteinen gebunden und lediglich 2% der eingenommenen Menge sind noch als ungebundene Moleküle vorhanden. Diese ungebundenen Moleküle gehen nun eine Bindung mit Rezeptoren12 an der Außenwand einer Muskelzelle ein, welche nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip abläuft, wobei der Rezeptor eine Art Schloss ist und das Steroidmolekül der passende Schlüssel. Das bedeutet also, dass die Steroidrezeptoren an den Außenwänden nur mit den ungebundenen Steroidmolekülen eine Bindung eingehen und sämtliche andere Moleküle an dem Rezeptor vorbeifließen und die Steroidmoleküle gleichermaßen nur mit den Steroidrezeptoren reagieren (http://anabolikamuskeln.wordpress.com/). Der Steroidrezeptor an der Zellaußenwand und das Steroidmolekül sind nun also eine Bindung eingegangen und bilden einen Rezeptor-Steroidmolekül-Komplex. Dieser Komplex verlässt nun die Außenwand der Muskelzelle und wandert ins Zellinnere, den Zellkern13, wo er Bindungen mit der DNS14 eingeht, um anschließend die Proteinbiosynthese15 vermehrt ablaufen zu lassen. Nun sind viele Proteine16 in der Zelle vorhanden und in Kombination mit Krafttraining kommt es zur Querschnittsvergrößerung der Muskelzelle (Muskelhypertrophie). Dies ist der Haupteffekt von Steroiden, es gibt jedoch noch weitere, den Trainingseffekt maximierende Folgen von Steroiden, denn die Steroidmoleküle binden sich auch an die Kortisonrezeptoren an, jedoch ohne mit ihnen zu reagieren, da die Steroidmoleküle ja nur mit den Steroidrezeptoren reagieren. Dadurch wird verhindert, dass sich Kortisonmoleküle17 an den Kortisonrezeptoren anlagern und mit diesen reagieren. Da Kortison ein kataboles Hormon ist, welches dafür sorgt, dass die Zellen ihre Proteine nach außen hin abgeben, wird somit die Muskelhypertrophie durch Steroide doppelt verstärkt, da nicht nur die Proteinbiosynthese vermehrt abläuft und der Zelle somit mehr Proteine zur Verfügung stehen, sondern auch deutlich weniger Proteine von der Zelle abgegeben werden. Die Proteinsynthese wird also deutlich verstärkt und die Abgabe vermindert, wodurch der Zelle deutlich mehr Proteine zur Verfügung stehen. Steroide lassen jedoch nicht nur die Proteinsynthese, sondern auch die körpereigene Kreatinsynthese18 vermehrt ablaufen. Kreatin ist für die Rückbildung von ATP19 aus ADP19 zuständig und ATP ist der wichtigste biochemische Energieträger im menschlichen Körper. Das bedeutet, dass der Sportler durch Einnahme von Steroiden auch wesentlich mehr Kraft hat, denn „Je mehr Kreatin zur Verfügung steht, desto schneller geht die Rückwandlung von ATP zu ADP vor sich und umso mehr ATP hat der Muskel zur Verfügung. In der Praxis bedeutet dies, dass der Muskel stärker wird, aber nicht größer.“ (http://anabolikamuskeln.wordpress.com/). Zudem erhöhen Steroide das Blutvolumen und die Anzahl roter Blutkörperchen20 im Blut, was wiederum weitere leistungssteigernde Folgen hat, denn das erhöhte Blutvolumen und die erhöhte Anzahl der roten Blutkörperchen verbessern die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Zellen. Dies machen sich viele Ausdauersportler zunutze, da die verbesserte Sauerstoffzufuhr die Ausdauer des Athleten erhöht. Nachdem die Steroidmolekül-Steroidrezeptor-Komplexe sich nun im Zellkern an die DNS angebunden haben und ihre Wirkung entfaltet haben, löst sich der Komplex von der DNS und teilt sich wieder in den Steroidrezeptor und das Steroidmolekül. Der Steroidrezeptor lagert sich an der Zellaußenwand an und ist bereit für die nächste Reaktion mit einem Steroidmolekül. Das Steroidmolekül ist nach der Reaktion entweder wieder im Blut vorhanden oder wurde bei der Reaktion in ein unwirksames Molekül umgewandelt, da jedes Steroidmolekül die Reaktion nur einige Male durchlaufen kann. Diese unwirksamen Moleküle werden dann über den Urin ausgeschieden.

Steroide steigern die Leistungsfähigkeit also enorm, die körpereigene Protein- und Kreatinsynthese wird verstärkt, die Sauerstoffzufuhr der Zellen verbessert und aufgrund dessen ermüdet der Sportler später und hat deutlich mehr Kraft. Aus diesen Gründen gehören Steroide zu den am weitesten verbreiteten Dopingmitteln und auch deshalb lässt sich der Anabolikamissbrauch kaum hemmen.

2.2 Folgen von Doping

Die Folgen von Doping unterscheiden sich je nach Dopingsubstanz und auch nach Dauer und Intensität des Dopings. Hierbei reichen die Nebenwirkungen von schwerer Akne21 (siehe M2) über Psychosen22 bis hin zum Tod aufgrund von Organversagen. Ich beziehe mich in dieser Facharbeit bei den Folgen hauptsächlich auf die Folgen von Anabolika, das wohl das am weitesten verbreitete Dopingmittel ist und im Kraftsport auch fast nur Anabolika als Doping genommen werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Doping im Kraftsport. Ursachen, Wirkung, Folgen, Prävention
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V205092
ISBN (eBook)
9783668237384
ISBN (Buch)
9783668237391
Dateigröße
836 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doping, Kraftsport, Muskeltraining, Fitness, Anabolika, verbotene Aufbausubstanzen
Arbeit zitieren
Eike Struckmeier (Autor), 2012, Doping im Kraftsport. Ursachen, Wirkung, Folgen, Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205092

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Doping im Kraftsport. Ursachen, Wirkung, Folgen, Prävention



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden