Bestimmungsgrößen der Beschäftigung


Referat (Ausarbeitung), 2003

50 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Beschäftigung
2.1 Arbeitsmarktmodell
2.3 Bestimmungsgrößen
2.3.1 Wirkung der Löhne
2.3.2 Wirkung von Produktionsfaktoren und Güternachfrage
2.3.3 Wirkung des Außenhandels
2.3.4 Wirkung von In- und Deflation
2.3.5 Folge staatlicher Eingriffe

3. Arbeitslosigkeit
3.1 Arbeitslosenquote
3.2 Arten und Ursachen der Arbeitslosigkeit
3.2.1 Friktionelle Arbeitslosigkeit
3.2.2 Saisonale Arbeitslosigkeit
3.2.3 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
3.2.4 Lohnkosteninduzierte Arbeitslosigkeit
3.2.5 Strukturelle Arbeitslosigkeit
3.3 Auswirkungen der Arbeitslosigkeit
3.4 Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Beschäftigungspolitik

4. Fazit

1. Einleitung

In diesem Referat gebe ich einen Einblick über die Bestimmungsgrößen der Beschäftigung und deren Zusammenspiel innerhalb der Volkswirtschaft. Des Weiteren sollen die verschiedenen Arten und Ursachen der Arbeitslosigkeit, deren Auswirkungen, und die Möglichkeiten diese zu bekämpfen gezeigt werden.

2. Beschäftigung

2.1 Arbeitsmarktmodell

Der Arbeitsmarkt ist ein kleiner Ausschnitt aus dem gesamten Wirtschaftskreislauf. Er regelt die Bereitstellung von Arbeitskräften, die Nachfrage nach diesen und den dazu gehörigen Löhnen. Diese Arbeitskräfte werden von den Unternehmen für die Erstellung ihrer Güter bzw. Dienstleistungen benötigt. Der Arbeitsmarkt unterliegt dabei der Beeinflussung mehrerer Faktoren, die später noch erläutert werden. Prinzipiell lässt sich sagen, dass das Arbeitsmarktmodell den gleichen Grundlagen unterliegt, wie der Gütermarkt auch[1]. Während beim Gütermarkt die Unternehmen Waren und Dienstleistungen anbieten, die durch die Haushalte nachgefragt werden, gilt auch auf dem Arbeitsmarkt das Prinzip des Angebots und der Nachfrage. Hier wird der Produktionsfaktor Arbeitskraft angeboten bzw. nachgefragt. Aus diesem Grund ist der Arbeitsmarkt ein so genannter Faktormarkt.

Beim Arbeitsmarkt aber geht die Nachfrage nach Arbeitskräften von den Unternehmen aus, denn diese suchen Arbeitnehmer. Im Umkehrschluss wird das Angebot von Arbeitskräften von den Arbeitnehmern bereitgestellt. Während bei einem Gütermarkt der Preis die Markträumung bestimmt, sind es beim Arbeitsmarkt die Löhne[2]. Es kommt also auch hier zu einem Kreislauf, in dem Produktionsfaktoren (Arbeitskräfte) und Kapital (Löhne) fließen.

2.2 Voll-, Unter- und Überbeschäftigung

Bei einem vollkommenen Gütermarkt regelt der Preismechanismus die Markträumung, das heißt für jedes Angebot besteht exakt eine Nachfrage, so dass sich Angebot und Nachfrage in einem Gleichgewicht befinden. Geht man von einem vollkommenen Arbeitsmarkt aus, bei dem der Lohnmechanismus die komplette Markträumung verursacht, also ein Gleichgewicht zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage herrscht, ist als logische Konsequenz die Vollbeschäftigung anzusehen[3]. Vollbeschäftigung bedeutend also, dass jeder Arbeitnehmer, der zu dem am Markt herrschenden Lohnsatz bereit ist Arbeit anzubieten, tatsächlich auch Arbeit findet. Dieser Zustand der Vollbeschäftigung ist zwar erstrebenswert, aber in der Realität meist kaum zu verwirklichen.

Stattdessen kommt es hier meist zur Unterbeschäftigung, das heißt Arbeitslosigkeit. Bei der Unterbeschäftigung ist über einen kurzen oder längeren Zeitraum das Angebot der Haushalte an Arbeitkräften größer als die Nachfrage der Unternehmen. Die genauen Ursachen und Auswirkungen der Arbeitslosigkeit werden im dritten Kapitel genauer analysiert.

Des Weiteren gibt es noch eine dritte Art der Beschäftigung: die Überbeschäftigung. Bei ihr ist die Nachfrage nach Arbeitskräften größer als das Angebot an diesen. Die Überbeschäftigung ist in der Realität ähnlich selten anzutreffen wie die Vollbeschäftigung, deswegen soll hier auch nicht weiter darauf eingegangen werden.

2.3 Bestimmungsgrößen

2.3.1 Wirkung der Löhne

Wie bereits geschildert, führt der Lohnmechanismus zur Räumung des Arbeitsmarktes und stellt somit das Verhältnis zwischen Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot. Hierdurch ist die Höhe des Lohnsatzes eine der größten Bestimmungsgrößen für die Beschäftigung. Auf den meisten Arbeitsmärkten wird die Höhe des Lohnsatzes durch Gewerkschaften (Arbeitnehmerverbände) und den Unternehmensverbänden ausgehandelt und vertraglich fixiert[4].

In einer freien Marktwirtschaft bestimmen die Löhne die Menge an Arbeitsnachfrage und -angebot. Steigt der durchschnittliche Reallohnsatz, steigen auch als Folge die Produktionskosten der Unternehmen, so dass die Nachfrage nach Arbeitskräften fällt. Hier gilt das Gesetz des abnehmenden Grenzertrags[5]: eine Arbeitskraft bringt eine starke Steigerung des Umsatzes, eine zweite eine weniger starke und bei jeder weiteren fällt der Nutzen gegen Null. Es liegt also an der Höhe der Löhne, wie viele Arbeitskräfte sich ein Unternehmen „leisten“ kann, um die Produktion trotzdem rentabel zu halten. Im Gegensatz zur fallenden Nachfragekurve steigt die Arbeitsangebotskurve bei steigendem Lohnsatz.

Durch eine Steigerung der Löhne tritt eine Erhöhung des Grenznutzens der Arbeit ein. Dies hat zur Folge, dass Freizeit zugunsten zusätzlicher Arbeitszeit substituiert wird (Substitutionseffekt)[6]. Ferner kann eine Erhöhung der Löhne auch dazu führen, dass das Arbeitsangebot sinkt, da bei geringer Arbeitszeit das gleiche Realeinkommen erzielt werden kann (Einkommenseffekt). Dies ist solange der Fall wie die Arbeitszeit unterproportional zur Lohnsteigerung verringert wird.

Es lässt sich also sagen, dass die Höhe der Löhne einer der wichtigsten Stellgrößen für die Beschäftigung darstellt.

2.3.2 Wirkung von Produktionsfaktoren und Güternachfrage

Neben den Löhnen beeinflussen weitere Produktionsfaktoren, wie etwa Produktionstechnologien, die Beschäftigung. Ebenso steuert die Nachfrage nach neuen oder besseren Gütern die Produktion und somit die Beschäftigung. Es ist also zu analysieren, wie sich die wirtschaftliche Entwicklung auf die Beschäftigung niederschlägt. Generell lässt sich sagen, dass der Beschäftigungsgrad mit der Höhe der Güternachfrage zusammenhängt. Steigt die Nachfrage an Gütern, steigt als direkte Folge der Preis für das Gut. Zeitlich versetzt werden die Unternehmen versuchen das Güterangebot zu erhöhen, um ihren Umsatz zu maximieren. Dies ist entweder durch die Entwicklung schnellerer und effizienterer Produktionsverfahren (Rationalisierungsinvestitionen)[7] oder eine Ausweitung der Produktion möglich. Bei der Rationalisierung werden Produktionsmethoden verbessert, so dass bei konstantem Arbeitseinsatz der Output erhöht wird. Dies hat drei Effekte: zum einem wird der volkswirtschaftliche Wohlstand verbessert, zum anderen wird das Güterangebot erhöht und somit wird auch die Beschäftigung beeinflusst. Diese Beeinflussung kann sowohl positiv als auch negativ erfolgen.

[...]


[1] Vgl. Peter Bofinger, „Grundzüge der Volkswirtschaftslehre“, Seite 152

[2] Vgl. Peter Bofinger, „Grundzüge der Volkswirtschaftslehre“, Seite 165

[3] Vgl. Dieckheuer, „Makroökonomik“, Seite 165-166

[4] Vgl. Dieckheuer, „Makroökonomik“, Seite 168

[5] Vgl. Peter Bofinger, „Grundzüge der Volkswirtschaftslehre“, Seite 154

[6] Vgl. Dieckheuer, „Makroökonomik“, Seite 167

[7] Vgl. Helmut Arndt, „Vollbeschäftigung“, Seite 35 bis 37

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Bestimmungsgrößen der Beschäftigung
Hochschule
Private Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta-Diepholz-Oldenburg; Abt. Vechta
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
50
Katalognummer
V20511
ISBN (eBook)
9783638243681
Dateigröße
830 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zusätzlich erhalten Sie eine Präsentation mit 32 Folien im PDF-Format.
Schlagworte
Bestimmungsgrößen, Beschäftigung
Arbeit zitieren
Michael Ruf (Autor), 2003, Bestimmungsgrößen der Beschäftigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20511

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