Die Bergpredigt - Ein Unterrichtsmodell


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
27 Seiten, Note: 1-2

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Aufbau und Ziel der Untersuchung

2. Unterrichtsreihe
2.1 Unterrichtskonzept
2.1.1 Vorstellung des Unterrichtskonzept
2.1.2 Handlungsorientiertes Lernen
2.2 Verlauf der Unterrichtsreihe
2.2.1 Erste Unterrichtsstunde
2.2.2 Zweite Unterrichtsstunde
2.2.3 Dritte Unterrichtsstunde
2.2.4 Vierte und Fünfte Unterrichtsstunde
2.2.5 Sechste und Siebte Unterrichtsstunde
2.2.6 Achte Unterrichtsstunde

3. Schluss
3.1 Fazit

4. Anhang
4.1 Literaturverzeichnis
4.1.1 Literatur
4.1.2 Internetquellen

4.2 Unterrichtsmaterialien
4.2.1 Carl Heinrich Bloch: The Sermon on the Mount
4.2.2 Informationen zu Carl Heinrich Bloch und seinem Werk The Sermon on the Mount
4.2.3 Gliederung der Bergpredigt
4.2.4 Arbeitsblätter Seligpreisungen I
4.2.5 Arbeitsblätter Seligpreisungen II
4.2.6 Arbeitsblätter Antithesen
4.2.7 Zenetti, Lothar: Fragen

1. Einleitung

1.1 Aufbau und Ziel der Untersuchung

Die Bergpredigt ist ein zentrales Thema der Theologie und auch des Religionsunterrichts. Aus diesem Grund ist es mir wichtig, die Unterrichtsreihe zum Thema Bergpredigt genau zu planen und zu strukturieren. Da die Bergpredigt sehr facettenreich ist, ist es für mich weiterhin wichtig, mich nur auf einige Teile zu beschränken, diese aber ausführlich mit den Schülerinnen und Schülern zu bearbeiten.

In meiner Hausarbeit habe ich versucht dies zu berücksichtigten.

Nach einer kurzen Vorstellung des Unterrichtskonzepts sowie des Modells des Handlungsorientierten Lernens stelle ich die einzelnen Unterrichtsstunden meiner Unterrichtsreihe vor. Dies geschieht zuerst in Textform, wo ich verschiedene Aspekte auch didaktisch begründe und danach noch in kurzer tabellarischer Form mit Zeitangaben.

Die Unterrichtsmaterialien, auf die innerhalb des Konzepts verwiesen wird, befinden sich im Anhang und sind durch Fußnoten gekennzeichnet.

2. Unterrichtsreihe

2.1 Unterrichtskonzept

2.1.1 Vorstellung des Unterrichtskonzepts

Die Unterrichtsreihe zum Thema Bergpredigt, die im Folgenden vorgestellt wird, soll im Religionsunterricht einer 8. oder 9. Klasse eines Gymnasiums stattfinden. Voraussetzungen, die in der Schule gegeben sein müssten, sind neben Möglichkeiten außerhalb des Klassenraums in Gruppen zu arbeiten, ein Vorrat an Bibeln, die im Unterricht benutzt werden können.

Das Unterrichtskonzept basiert auf dem Modell des Handlungsorientierten Religionsunterrichts nach Wolfgang Konukiewitz und Hilbert Meyer (vgl. 2.1.2 Handlungsorientiertes Lernen.

Die Schülerinnen und Schüler[1] sollen innerhalb der Unterrichtsreihe verschiedene Aspekte der Bergpredigt kennenlernen. Hierbei ist zu betonen, dass das Vater Unser von mir persönlich als eigenes Unterrichtsthema angesehen wird, und in dieser Unterrichtsreihe nicht behandelt wird.

Stattdessen sollen die SuS unter anderem die Seligpreisungen und die Antithesen kennenlernen.

Generell findet sehr viel Gruppenarbeit statt, wobei die Teamfähigkeit gesteigert werden soll. Das Vortragen der Ergebnisse durch die SuS soll weiterhin dazu dienen, dass die SuS in ihrer Vortragstechnik selbstsicherer und generell selbstbewusster werden. Durch verschiedene, fantasieanregende Aufgabenstellungen soll auch die Kreativität der SuS sowie der Spaß am Lernen im sonst eher grauen Schulalltag gefördert werden.

2.1.2 Handlungsorientiertes Lernen

Beim didaktischen Modell des Handlungsorientierten Unterrichts steht das produktorientierte, selbstständige Arbeiten der Lernenden im Mittelpunkt. Die Schüler erarbeiten aktiv das mit dem Lehrer vereinbarte Ergebnis. Die Schüler organisieren ihre Lernprozesse selbstständig und mit allen Sinnen. Ausgangspunkt sind die subjektiven Interessen der Schüler. Weiterhin sind die Schüler am gesamten Lernprozess, also der Vorbereitung, Durchführung und der Auswertung der Ergebnisse, beteiligt. Das Handlungsorientierte Lernen steigert die Teamfähigkeit der Schüler und fördert die Selbstständigkeit sowie das soziale Lernen. Für die systematische Vermittlung wichtigen Wissens ist der Handlungsorientierte Unterricht dagegen nicht geeignet. Zu den Methoden des Handlungsorientierten Lernens gehören unter anderem das selbstständige Recherchieren und Interviews, die auch im folgenden Unterrichtskonzept Verwendung finden.[2]

2.2 Verlauf der Unterrichtsreihe

2.2.1 Erste Unterrichtsstunde

Als Einstieg in das Thema Bergpredigt soll zum Anfang der Stunde eine Overhead-Projektor Folie[3] mit dem Bild ‚The Sermon on the Mount‘ von Carl Heinrich Bloch gezeigt werden.[4] Für diese Bildbetrachtung sollte die gesamte Unterrichtsstunde von 45 Minuten eingeplant werden. Die Schülerinnen und Schüler haben bereits etwa eine Woche vor dieser Unterrichtsstunde als Hausaufgabe aufbekommen, die Bergpredigt (Matthäus 5-7) zu lesen. Aus diesem Grund werden sie sicherlich schnell erkennen, was das Bild zeigt. Trotzdem ist es sinnvoll, die sechs, von Christian Grethlein empfohlenen Schritte zur Bildbetrachtung einzusetzen.[5] Nach einer kurzen Begrüßung der Klasse und einer Erläuterung dessen, was in der Unterrichtsstunde passieren wird, beginnt die Bildbetrachtung. Nach den Sechs Schritten der Bildbetrachtung beginnt diese mit einem ersten ruhigem Ansehen des Bildes und einer abschließenden kurzen Äußerung eines ersten Eindrucks. In der zweiten Phase sollen die SuS das Bild beschreiben, zum Beispiel welche Personen und Dinge sie auf dem Bild erkennen. Auch den Aufbau des Bildes können die SuS beschreiben sowie die Farbgestaltung. In diesem Falle könnten den SuS unter anderem auffallen, dass eine Person, die vermutlich Jesus darstellt, durch ihre Position auf dem Bild und durch die Farbgebung im Mittelpunkt des Bildes steht. Auch sind die verschiedenen Körperhaltungen der anderen Personen sehr auffällig. Die Ergebnisse sollten an der Tafel festgehalten werden.

In der nächsten Phase sollte die Lehrperson den SuS einige Informationen über das Bild und den Maler geben.[6]

Darauf folgend sollen die SuS das Bild deuten. Sie können zum Beispiel versuchen, die Absicht des Malers zu finden.[7]

In der fünften Phase können die SuS ihren persönlichen Bezug zum Bild, was ihnen das Bild bedeutet, erläutern.

In der letzten Phase sollen die Ergebnisse der Bildbetrachtung gesichert werden. Diese sollten mithilfe der Tafel festgehalten werden und dann von den SuS abgeschrieben werden.[8]

Eine andere Möglichkeit wäre, statt von Beginn an das ganze Bild zu zeigen, zuerst einen Teil abzudecken, so dass nur Jesus sichtbar ist und erst einmal Impressionen der SuS zu sammeln und Vermutungen anstellen zu lassen, was auf dem Rest des Bildes gezeigt werden könnte. Danach könnten oben beschriebene 6 Phasen durchgeführt werden.

Mit der Ergebnissicherung und einer kurzen Verabschiedung sollte die Stunde auch beendet werden.

Didaktisch sinnvoll ist eine Bildbetrachtung dadurch, dass sie neben einer Unterrichtsauflockerung die SuS motivieren kann und einen vertieften Zugang zu Inhalten des Religionsunterrichts ermöglichen kann. Dies ist auch der Grund, eine Bildbetrachtung an der den Anfang der Unterrichtsreihe zu setzen.[9] Wichtig ist aber die sinnvolle Bildauswahl. Bilder sollten nicht zu Illustrationszwecken eingesetzt werden.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.2 Zweite Unterrichtsstunde

In der zweiten Unterrichtsstunde der Unterrichtsreihe zur Berpredigt sollen sich die SuS ausführlich mit dem Text der Bergpredigt (Mt 5 -7) auseinander setzen. Hierfür erläutert die Lehrperson nach einer kurzen Begrüßung die Aufgabe der folgenden Unterrichtsstunde, in Partnerarbeit eine Gliederung der Bergpredigt zu erarbeiten. Danach bekommen die SuS 25 Minuten Zeit, die Aufgabe zu bearbeiten und ihre Ergebnisse auf einer OHP-Folie festzuhalten.

Die SuS sollten mit ihrem Sitznachbarn zusammen arbeiten. Alternativ kann aber auch die Lehrperson SuS zuteilen, so dass in diesem Falle bestenfalls Schülerinnen oder Schüler mit unterschiedlichem Leistungsvermögen zusammen gebracht werden, damit sie sich gegenseitig ergänzen können.[12]

Nachdem die SuS die Aufgabe bearbeitet haben, sollte eine Partnergruppe, entweder freiwillig oder durch ein Losverfahren ausgewählt, ihre Ergebnisse vorstellen. Die anderen Partnergruppen können dann Ergänzungen machen oder Kritik anbringen.[13]

Die Lehrperson sollte die endgültigen Ergebnisse sichern um sie in der nächsten Stunde als Kopie zur Verfügung stellen zu können, da diese im weiteren Verlauf der Unterrichtsreihe hilfreich seien können. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass alle Folien eingesammelt und bei der Erstellung einer endgültigen Gliederung beachtet werden, damit die SuS mit einem guten Gefühl aus der Stunde gehen können.

Eine mögliche Gliederung ist im Anhang zu finden.[14]

Mit der Ergebnissicherung wird die Stunde auch geschlossen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.3 Dritte Unterrichtsstunde

In der dritten Stunde sollen die Seligpreisungen der Bergpredigt im Mittelpunkt stehen. Hierzu bietet sich die Methode des Gruppenpuzzles sehr gut an.

Vorteil dieser Methode ist, dass alle SuS aktiviert werden, an der Gruppenarbeit teilzunehmen und Informationen intensiv aufzunehmen. Somit wird dem Nachteil normaler Gruppenarbeit, nämlich das nur Einzelne arbeiten und der Rest sich zurückhält, vorgebeugt.[16]

Nach einer kurzen Begrüßung sowie einer Erläuterung des Stundenablaufs teilt die Lehrperson die Klasse mithilfe von bunten, nummerierten Zetteln in Gruppen ein. Geht man von einer Klasse mit 24 SuS aus, bietet es sich an, 4 Gruppen mit jeweils 6 SuS zu bilden. Dem entsprechend benötigt man 4 verschieden Farben und von jeder Farbe 6 Zettel. Auf diese Zettel schreibt man pro Farbe einmal die Zahlen 1 bis 6, so dass in jeder Farbe jede Zahl einmal vorhanden ist. Um nun die Gruppen einzuteilen, zieht jeder Schüler einen Zettel. Nun finden sich die Gruppen ihren Farben entsprechend in jeweils einer Ecke des Klassenzimmers zusammen.

Nun werden an die einzelnen Gruppen die Aufgabenblätter verteilt.[17]

Die Gruppen haben nun 15 Minuten Zeit die Aufgabe zu bearbeiten, die Zeitvorgabe sollte angekündigt werden und auch an der Tafel festgehalten werden.

Nach 15 Minuten sollten sich die Schüler nun ihren Nummern entsprechend über den Raum verteilt zusammen finden. Somit gibt es jetzt 6 Gruppen á vier Personen. Auch diese Gruppen bekommen ein Arbeitsblatt mit einem Arbeitsauftrag, für dessen Bearbeitung sie 15 Minuten Zeit haben.[18]

Nachdem die SuS auch diese Gruppenarbeit bearbeitet haben, sollte das Thema der Seligpreisungen in der restlichen Zeit noch näher erörtert werden, sollte noch Zeit sein. Die SuS sollten dabei auch kurz ihre Ergebnisse vor der gesamten Klasse vorstellen, damit sicher gestellt ist, dass alle den gleichen Kenntnisstand haben.

Danach beendet die Lehrperson die Unterrichtsstunde.

[...]


[1] Im Weiteren als SuS bezeichnet

[2] Vgl.: Konukiewitz, Wolfgang; Meyer, Hilbert: Handlungsorientiertes Lernen und Projektarbeit. In: Neues Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe. Hg. v. Gottfried Bitter. München: Kösel-Verlag 2002. S.511-514.

[3] Im Weitern als OHP-Folie bezeichnet

[4] Siehe Anhang: 4.2.1

[5] Vgl.: Grethlein, Christian: Methodischer Grundkurs für den Religionsunterricht. Kurze Darstellung der 20 wichtigsten Methoden im Religionsunterricht der Sekundarstufe 1 und 2.Auflage. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt GmbH 2007. S.20-21.

[6] Siehe Angang 4.2.2

[7] Vgl.: Grethlein, Christian: Methodischer Grundkurs für den Religionsunterricht. S.20-21

[8] Vgl.: Grethlein, Christian: Methodischer Grundkurs für den Religionsunterricht. S.20-21.

[9] Vgl.: Grethlein, Christian: Methodischer Grundkurs für den Religionsunterricht. S.20-21.

[10] Vgl: Lehmann, Reiner: Zusatzmaterial. Aufsätze, Meinungen usw. zum Performativen Ansatz in der Religionspädagogik. 2011. S.10.

[11] Vgl.: Meyer, Hilbert: Leitfaden Unterrichtsvorbereitung. 4.Auflage.Berlin: Cornelsen Verlag 2009. S.38.

[12] Vgl.: Brenner, Kira. Brenner, Gerd: Fundgrube Methoden I. Für alle Fächer. 3. Auflage. Berlin: Cornelsen Verlag 2010. S.45.

[13] Vgl.: Ebd.

[14] Siehe Anhang 4.2.3

[15] Vgl.: Meyer, Hilbert: Leitfaden Unterrichtsvorbereitung. S.38.

[16] Vgl.: Brenner Gerd. Brenner Kira: Fundgrube Methoden I. S.44.

[17] Siehe Anhang 4.2.4

[18] Siehe Anhang 4.2.5

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die Bergpredigt - Ein Unterrichtsmodell
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1-2
Autor
Jahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V205142
ISBN (eBook)
9783656317944
ISBN (Buch)
9783656319191
Dateigröße
1167 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bergpredigt, Unterrichtsmodell, Religion, Religionsunterricht
Arbeit zitieren
Maike W. (Autor), 2011, Die Bergpredigt - Ein Unterrichtsmodell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205142

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