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Schöpferproblematik in Frankenstein von Mary Shelley und James Whale

Title: Schöpferproblematik in Frankenstein von Mary Shelley und James Whale

Seminar Paper , 2012 , 16 Pages

Autor:in: Anastasia Mavridou (Author)

Literature - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Die menschlichen Grenzen und deren Übertretung: Schöpfer als Gott.
Darstellung der Technik.
Gefährliche Unkontrollierbarkeit des Wissens.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung.

1. Die menschlichen Grenzen und deren Übertretung: Schöpfer als Gott.

2. Darstellung der Technik.

3. Gefährliche Unkontrollierbarkeit des Wissens.

Nachwort.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das zentrale Motiv der Technik außer menschlicher Kontrolle sowie die ethischen Implikationen der Schöpferproblematik, indem sie Mary Shelleys Roman "Frankenstein" von 1818 mit den Verfilmungen von James Whale aus den Jahren 1931 und 1935 vergleicht.

  • Vergleichende Analyse von literarischer Vorlage und filmischer Adaption
  • Die Rolle des Wissenschaftlers als gottgleicher Schöpfer und das Thema der Hybris
  • Darstellung und Bedeutung von Technik sowie deren gesellschaftliche Folgen
  • Die psychologische Entwicklung und Isolation der Geschöpf-Figur
  • Untersuchung des "misslungenen Experiments" als dystopisches Warnsignal

Auszug aus dem Buch

1. Die menschlichen Grenzen und deren Übertretung: Schöpfer als Gott.

Die Hauptfigur ist Viktor bzw. Henry Frankenstein. In Mary Shelleys Roman erfahren wir alles über seine Herkunft, seine Familie und seine wissenschaftliche Laufbahn bis zum Zeitpunkt des Experiments. Seine Geschichte erzählt er Robert Walton, einem Kapitän, der die gleiche Neugier für das Unbekannte zeigt wie Frankenstein selbst. Nur dass Waltons Lust an Entdeckungen sich auf das Meer und die Reisen richtet, während Frankenstein sich für die mysteriöse Seite der Natur interessiert. Die Geschichte Frankensteins lesen wir in den Briefen Waltons an seine Schwester, und schon auf der Erzählebene zeigt sich die Komplexität des Textes: Walton schreibt seiner Schwester, was ihm Frankenstein erzählt, dessen Erzählung wiederum unterbrochen wird, als das Monster ihm seine Geschichte erzählt. Shelleys Text ist gleichzeitig ein Brief- und ein Reiseroman, der die romantische Erzählung mit Gotik und Horror kombiniert. Shelley stellt ausführlich die idyllische Kindheit Frankensteins dar, Szenen aus einem glücklichen Familienleben im Gegensatz zum Leben des «Monsters»: dieses hat nur einen «Vater», der sich später obendrein von ihm abwendet. Whale beginnt seine Erzählung, ohne sich mit der Vergangenheit und bisherigen Entwicklung Frankensteins aufzuhalten, zu einem Zeitpunkt, als das Experiment bereits in vollem Gange ist.

Für Shelley ist die historische Situation, in der Frankenstein wissenschaftliche Forschung betreibt, von zentraler Bedeutung: er lebt in einer Übergangsphase des wissenschaftlichen Fortschritts, nämlich dem 18. Jahrhundert, als die alchemistischen Schriften verworfen und neue Methoden und Techniken der Aufklärung eingeführt werden (z. B. Blutkreuzung). Im Roman wird die Wichtigkeit der Lektüren betont, also der theoretische Hintergrund, während Whale uns die instrumentale Seite der Wissenschaft zeigt, also die Praxis. Shelleys Frankenstein wird nach eigener Einschätzung von seinen ersten Lektüren stark beeinflusst. An der Universität realisiert er, dass er andere Bücher lesen muss, um den wissenschaftlichen Geist der Zeit zu erfassen. Er trifft zwei Professoren; der eine macht sich über ihn lustig, der andere sieht Potential in ihm.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung.: Die Einleitung definiert das zentrale Thema der Arbeit als die Problematik einer Technik außer menschlicher Kontrolle und erläutert die methodische Vorgehensweise beim Vergleich des Romans von Mary Shelley mit den Filmen von James Whale.

1. Die menschlichen Grenzen und deren Übertretung: Schöpfer als Gott.: Dieses Kapitel analysiert Frankensteins Streben nach gottgleicher Schöpferkraft, seine Hybris sowie die erzählerischen Unterschiede zwischen der literarischen Vorlage und der filmischen Umsetzung.

2. Darstellung der Technik.: Hier wird untersucht, wie die physische Umgebung des Labors und der Einsatz technischer Mittel wie Elektrizität die wissenschaftliche Praxis und die dystopische Warnung in beiden Medien prägen.

3. Gefährliche Unkontrollierbarkeit des Wissens.: Dieses Kapitel widmet sich der Identifikation zwischen Schöpfer und Geschöpf, der Rolle der Einsamkeit und der allgemeinen gesellschaftlichen Gefahr, die von einer unverantwortlichen wissenschaftlichen Forschung ausgeht.

Nachwort.: Das Nachwort fasst die Hauptthese zusammen, dass beide Werke vor den katastrophalen Folgen einer Wissenschaft warnen, die ihre soziale Verantwortung und das Gemeinwohl zugunsten bloßen Ehrgeizes vernachlässigt.

Schlüsselwörter

Frankenstein, Mary Shelley, James Whale, Schöpferproblematik, Technik, Hybris, Wissenschaftsethik, Dystopie, Adaption, Filmtheorie, Literaturwissenschaft, Monster, Aufklärung, Industrialisierung, menschliche Grenzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Technik und die Schöpferproblematik in Mary Shelleys Roman "Frankenstein" sowie dessen Adaptionen durch den Regisseur James Whale.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die ethische Verantwortung der Wissenschaft, die Gefahr der Hybris, die Isolation des Geschöpfes und die kritische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichem Fortschritt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Literatur und Film als mediale Ausdrucksformen vor den negativen Folgen einer von menschlicher Kontrolle entkoppelten Wissenschaft und Technik warnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse an, welche die Textanalyse des Romans mit der filmwissenschaftlichen Untersuchung der filmischen Adaptionen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Frankensteins Streben nach Macht, die visuelle und technische Gestaltung der Laborszenen sowie die Problematik der Unkontrollierbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Frankenstein, Hybris, Schöpferproblematik, Technik, Dystopie und Wissenschaftsethik.

Wie unterscheidet sich Frankensteins Labor im Film von der Beschreibung im Roman?

Während Shelley im Roman kaum Details zur technischen Erschaffung nennt, nutzt Whale ein visuell beeindruckendes Laboratorium mit elektrischen Geräten, Hebeln und Knöpfen, um die wissenschaftliche Praxis zu visualisieren.

Warum spielt die Religionsthematik eine wichtige Rolle bei James Whale?

Whale nutzt zahlreiche religiöse Anspielungen, etwa das Thema der Auferstehung, christliche Symbole wie Kreuze oder das Monster, das an einen Holzbalken gefesselt wird, um die göttliche Hybris Frankensteins zu betonen.

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Details

Title
Schöpferproblematik in Frankenstein von Mary Shelley und James Whale
College
Aristotle University of Thessaloniki
Author
Anastasia Mavridou (Author)
Publication Year
2012
Pages
16
Catalog Number
V205149
ISBN (eBook)
9783656313755
ISBN (Book)
9783656314776
Language
German
Tags
schöpferproblematik frankenstein mary shelley james whale
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anastasia Mavridou (Author), 2012, Schöpferproblematik in Frankenstein von Mary Shelley und James Whale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205149
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