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Gawein im Kontext seines Ritterdaseins im "Iwein" Hartmanns von Aue

Title: Gawein im Kontext seines Ritterdaseins im "Iwein" Hartmanns von Aue

Elaboration , 2009 , 5 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Diese Ausarbeitung nimmt eine Charakterisierung des Gawein als Ritterfigur innerhalb Hartmann von Aues "Iwein" anhand von Textbelegen vor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakterisierung und Funktion von Gawein

3. Gaweins Einfluss auf Iwein und seine Rolle im Handlungsverlauf

4. Die Frage nach der Perfektion des Ritters

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die ambivalente Rolle der Figur des Gawein in Hartmann von Aues Epos "Iwein". Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Gawein einerseits als ideales Vorbild des Artusritters fungiert und andererseits durch seine starre Orientierung am Ehrenkodex einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Helden Iwein ausübt.

  • Analyse von Gaweins Herkunft und seinem Status als Artusritter
  • Untersuchung der Funktion von Gawein für Iweins Selbstfindungsprozess
  • Kritische Reflexion von Gaweins Einfluss auf Iweins Handlungen, insbesondere in Bezug auf den Verrat an Laudine
  • Diskussion von Gaweins Verhalten in der Erbfehde der Grafentöchter
  • Auseinandersetzung mit der literaturwissenschaftlichen Debatte um Gaweins Charakter als "knight of perfection"

Auszug aus dem Buch

Charakterisierung der Rolle Gaweins im Kontext des Ritterideals

Hartmann von Aue weist der Figur Gawein in seiner Erzählung eine Funktion zu, die nur insofern definiert ist, inwieweit sie für den Helden Iwein bei seiner Selbstfindung von Bedeutung ist. Günther Schweikle meint deshalb, dass sie nur inkonsequent als positiver Artusritter angelegt sei. Tatsächlich scheint es dennoch, dass Gawein ein Vorbild als Ritter für die Artuswelt darstellt. Margit M. Sinka bezeichnet ihn gar als „knight of perfection“. Es soll aber noch im folgenden geklärt werden, ob er wirklich alle Voraussetzungen eines perfekten Ritters erfüllt. Auch Hartmann zeichnet vorsichtig ein positives Bild von Gawein und hebt bei ihm Tugenden wie hövescheit (2714/3037) hervor, bezeichnet ihn als guote (5688) und sagt aus, er sei der getriuwe man (2767). Laut Schweikle ergäbe sich aus diesen positiven Eigenschaften des Ritters ein negatives Bild der Artuswelt: für Hartmann sei die Artusrunde offenbar eine „dunkelmüßige Gesellschaft, die offenbar nur von der Tapferkeit des einen Gawan ihren Ruf nährt.“

Trotz dieses musterhaften Zeugnisses übt Ritter Gawein einen ebenfalls negativen Einfluss auf seinen Freund Iwein aus, Kurt Ruh bezeichnet ihn sogar als ungevelle. So gibt es zum Beispiel Situationen, wo Gawein einen Mangel humanitären Verhaltens und auch fehlende Sensibilität in seiner Rolle als Iweins Freund und Ratgeber beweist, welche allerdings stets rollenbedingt sind. Ihm fällt die Aufgabe zu, als Artusritter das Höchstmaß an Ehre zu verkörpern. Exemplarisch dazu eignet sich die Szene, wo Gawein Iwein überredet, Laudine zu verlassen und an Turnieren teilzunehmen (2787-2912), indem er ihm das Schicksal Erecs vorhält: „kêrt ez niht al an gemach;/ als dem hern Êreke geschach,/ der sich ouch alsô manegen tac/ durch vrowen Ênîten verlac.“ (2791-2794). Dabei lässt er völlig außer acht, dass Laudine Iwein gerade aus Bedarf an Schutz und auf der Suche nach einem neuen Brunnenherrn geheiratet hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Rolle von Gawein in Hartmann von Aues Werk.

2. Charakterisierung und Funktion von Gawein: Analyse von Gaweins Eigenschaften, Tugenden und seiner Bedeutung für die Artusrunde im Vergleich zu wissenschaftlichen Interpretationen.

3. Gaweins Einfluss auf Iwein und seine Rolle im Handlungsverlauf: Untersuchung des Verhältnisses der beiden Gefährten und wie Gawein durch seinen Ehrenkodex Iweins Handlungen maßgeblich beeinflusst.

4. Die Frage nach der Perfektion des Ritters: Kritische Würdigung, ob Gawein lediglich die Perfektion eines Ritters oder auch die eines Menschen verkörpert.

Schlüsselwörter

Gawein, Iwein, Hartmann von Aue, Artusroman, Rittertum, Ehrenkodex, hövescheit, triuwe, Artusritter, Ritterideal, Literaturwissenschaft, Heldenreise, Selbstfindung, Mittelalterliche Literatur, Ritterlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die literarische Figur des Gawein in Hartmann von Aues Epos "Iwein" im Hinblick auf seine Rolle als Ritter und seinen Einfluss auf den Protagonisten Iwein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind der mittelalterliche Ehrenkodex, die Definition von ritterlicher Perfektion sowie die komplexe Freundschaft zwischen Gawein und Iwein.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob Gawein tatsächlich das Ideal eines perfekten Ritters repräsentiert oder ob seine starre Rollenauffassung ein differenzierteres, teilweise problematisches Charakterbild zeichnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die auf Primärquellen (Iwein) und ausgewählten fachwissenschaftlichen Forschungspositionen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Charakterisierung Gaweins, seinem Einfluss auf Iweins Entscheidungsprozesse sowie der wissenschaftlichen Debatte um seine moralische und menschliche Perfektion.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Ritterideal, Ehrenkodex, hövescheit, triuwe und die kritische Distanz zum Artus-Mythos bilden den Kern der terminologischen Ausrichtung.

Warum wird Gawein in der Arbeit als kritisch für Iweins Entwicklung gesehen?

Gawein fungiert als Mentor, dessen Fixierung auf Turnierwesen und äußere Ehre dazu führt, dass Iwein seine menschliche Verantwortung gegenüber Laudine vernachlässigt, was Iweins anschließenden Fall einleitet.

Wie unterscheidet sich die Bewertung von Gawein durch Sinka und Schweikle?

Während Sinka Gawein als ein menschlich greifbares Ideal ("knight of perfection") versteht, sieht Schweikle in ihm eher eine einseitige Verkörperung von Kampfkraft, die der Entwicklung des Menschen Iwein entgegensteht.

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Details

Title
Gawein im Kontext seines Ritterdaseins im "Iwein" Hartmanns von Aue
College
Dresden Technical University
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2009
Pages
5
Catalog Number
V205273
ISBN (eBook)
9783656316961
Language
German
Tags
Hartmann von Aue; Iwein; Gawein; Ritter; Ritterdasein; ungevelle;
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2009, Gawein im Kontext seines Ritterdaseins im "Iwein" Hartmanns von Aue, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205273
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