Realbegegnung im WAT-Unterricht. Entwicklung einer Sicherungsexkursion zur Umwelterziehung von Schülern

Am Beispiel der Müllverbrennungsanlage „Ruhleben“ (Berlin) im Rahmen des Faches WAT


Examensarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Problemstellungen und Zielsetzungen
2.1 Problemstellungen
2.2 Zielsetzungen

3 Umwelterziehung
3.1 Umwelterziehung im weiteren Sinne
3.1.1 Geschichte der Umwelterziehung
3.1.2 Der Begriff Umwelterziehung
3.2 Mögliche inhaltliche Erweiterungen des RLP

4 Exkursion
4.1 Abgrenzung der Methode
4.2 Klassifizierung der Methode
4.3 Einsatz von Unterrichtsmethoden auf Exkursionen
4.4 Maßnahmen-Katalog
4.4.1 Maßnahmen zur Vorbereitung
4.4.2 Maßnahmen zur Durchführung
4.4.3 Maßnahmen zur Nachbereitung

5 Sequenzplanung zur Umwelterziehung im Fach WAT
5.1 Einleitung
5.2 Unterrichtssequenz „Abfall - ein Rest bleibt immer“
5.2.1 Erläuterungen
5.2.2 Curriculare Einordnung der Unterrichtssequenz
5.2.3 Legitimation der Unterrichtssequenz
5.2.4 Ziele der Unterrichtssequenz
5.3 Die Unterrichtseinheiten im Detail
5.3.1 Stunde 1
5.3.2 Stunde 2
5.3.3 Stunde 3
5.3.3.1 Die vier Schritte im Detail

6 Fazit

7 Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Das Anschauen ist das absolute Fundament aller Erkenntnis; jede Erkenntnis muss von der Anschauung ausgehen und darf auf sie zurück­geführt werden können (Pestalozzi, 1781)[1]

„Realbegegnung im WAT-Unterricht - Entwicklung einer Sicherungsexkursion
zur Umwelterziehung von Schülern am Beispiel der Müllverbrennungsanlage „Ruhleben“ (Berlin) im Rahmen des Faches WAT“

2 Problemstellungen und Zielsetzungen

Aus dem gewählten Thema für diese Arbeit ergeben sich zwei wesentliche inhaltliche Schwerpunkte. Dies ist zum einen der Schwerpunkt Umwelterziehung im WAT-Unterricht, zum anderen das Themenfeld der Realbegegnung (Exkursion im WAT-Unterricht).

2.1 Problemstellungen

Umwelterziehung im WAT-Unterricht - oftmals ausgelassene Chance

Aus meiner bisherigen Erfahrung ist explizite Umwelterziehung, sowohl in erlebter Unterrichtspraxis des Faches WAT als auch im entsprechenden RLP des Landes Brandenburg lediglich untergeordnet und, gemessen an der Dringlichkeit des Themas und den Möglichkeiten des Faches, unzureichend etabliert.

Zwar fordert der RLP für das Fach WAT des Landes Brandenburg in seinen Grundsätzen für die Bildung und Erziehung in der Sekundarstufe 1 das Gestallten und sich Beschäftigen ,,mit den Wechselbeziehungen zwischen Umwelt-, Wirtschafts- und sozialen Belangen“2, versucht jedoch fachtypisch diesen wichtigen Bereich schulischer Erziehung in ein technisch­organisatorisches Korsett zu pressen[2] [3].

Dies soll keine Kritik am RLP im engeren Sinne sein, vielmehr glaube ich, dass hier inhaltliche Chancen vertan werden, um das Fach WAT und seine besondere (oftmals auch in seiner Bedeutung hinterfragten[4] ) Stellung im Fächerkanon an Brandenburger Schulen zu festigen. Eine Legitimation des Faches(Sek.l) wird in dervonmir erlebten Schulpraxis oftmals (leider) nur über Berufswahlvorbereitung oder handwerklich-technische Inhalte erzielt. Dennoch gibt es durchaus im Themenfeld 4 der Doppeljahrgangsstufe 9/10 „Transport und Verkehr“ oder „Energie“ auch heute schon die Möglichkeit, Umwelterziehung im Rahmen des Faches mit Inhalten zu füllen[5].

Realbegegnung (Exkursion im WAT-Unterricht) - erwünscht, jedoch didaktisch kaum fixiert Erinnert man sich an seine eigene Schulzeit zurück, so denkt man in der Regel gerne an die Zeiten zurück, in denen man die oftmals mit negativen Assoziationen wie langweiligem Stoff oder Lerndruck verbundene Schule als Lernort verließ, und sie gegen die die Motivation zumindest kurzfristig steigernden Exkursionen eintauschen durfte.

Lernorte außerhalb der Schule bergen also großes Potential, Interessen beim Schüler zu wecken, und sind daher didaktisch erwünscht.

Versuchte ich jedoch in meiner bisherigen Tätigkeit an Schulen, mich der Methode der Exkursion über die Didaktik der Arbeitslehre (so es sie in vereinheitlichter, schriftlich fixierter Form gibt) oder dem RLP des Faches WAT des Landes Brandenburg zu nähern, musste ich feststellen, dass die Methode zwar als didaktisch-methodische Hinweis immer wieder anzutreffen ist[6], jedoch konkrete Aussagen zur z.B. Definition und Klassifikation, der Bedeutung von Exkursionen im RLP des Fach WAT im Land Brandenburg, Vorteilen und Schwierigkeiten bei der Durchführung oder auch Maßnahmen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Exkursionen nicht oder nur herausgelöst aus dem didaktisch Zusammenhang existent sind. Dies können Didaktiken benachbarter Fächer weitaus besser.

„Realbegegnung im WAT-Unterricht - Entwicklung einer Sicherungsexkursion „Ruhleben“ (Berlin) im Rahmen des Faches WAT“

2.2 Zielsetzungen

Aus den genannten Problemstellungen ergeben sich folgende Zielsetzungen für diese Arbeit:

1. Die Inhalte von Umwelterziehung im weiteren Sinne, und mögliche inhaltliche Erweiterungen der vom RLP vorgegebenen Themen im Kontext mit Umwelterziehung im engeren Sinne darzustellen.
2. Aus dem Konglomerat anderer Fachdidaktiken zur Methode der Exkursion eine für das WAT anwendbare Zusammenstellung von didaktisch-methodischen Hinweisen zu entwickeln.
3. Eine unterrichtsspezifische Zusammenführung der bis dahin dargelegten Überlegungen zur Umwelterziehung und der Methode der Exkursion anhand einer Sequenzplanung, in die das Thema dieser Arbeit (s.o.)eingebettet ist, zu entwickeln.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: graphische Darstellung des Aufbaus der Staatsexamensarbeit (Quelle: eigener Entwurf)

3 Umwelterziehung

3.1 Umwelterziehung im weiteren Sinne

3.1.1 Geschichte der Umwelterziehung

Bereits im Jahre 1953 forderte die KMK: „In allen einschlägigen Schulfächern, besonders im naturwissenschaftlichen...Unterricht...ist den Fragen des Naturschutzes und der Landschaftspflege besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden“ [7] .

In dieser noch frühen Phase war der Fokus der schulischen Umsetzung mehr auf den Schutz der Natur, der natürlichen Umwelt, oder auf das vom aussterben bedrohter Arten gerichtet. Daher waren es gerade die naturwissenschaftlichen Fächer, die diesen bis dahin eher unbekannten Anteil schulischer Bildung mit Inhalten füllen und ihre Lehrpläne entsprechend adaptieren mussten.

In Folge geänderter gesellschaftlicher Wahrnehmung erlangte die Umweltproblematik Ende der 60'ger, Anfang der 70'ger Jahre des vergangenen Jahrhunderts einen immer höheren Stellenwert. Als politische Antwort manifestierte die Bundesregierung im Jahre 1971 ein Umweltprogramm mit der Forderung, umweltbewusstes Verhalten in die Lehrpläne aufzunehmen. Bereits im Jahre 1973 fand sich dieses umweltpolitische Verlangen in etlichen Lehrplänen der Länder wieder.

Im Jahre 1977 wurden durch die Umweltkonferenz in Tiflis, bei der es auch um Präzisierung der Ziele von umweltadäquatem Verhalten ging, nachhaltige Impulse für die Umwelterziehung in Deutschland gesetzt.

Endgültig im Bildungssektor angekommen, war die Umwelterziehung durch die Empfehlungen der KMK vom 17.10.1980 die den Schulen fixierte Aufgaben im Sinne einer neuen Umweltbildung übertrug, und die Vermittlung von Einsichten in die komplexen Zusammenhänge unserer Umwelt.“ [8] forderte.

Einer der Vorreiter einer didaktischen Aufbereitung des Themas Umwelterziehung war Günter Eulenfelder, der 1995 forderte, dass sich Umwelterziehung mit der natürlichen, sozialen und gebauten Umwelt auseinander zu setzen hat und deren Ziel die Entwicklung der Entfaltung des Engagement für Umwelt (und die Kompetenz zum Handeln) sein sollen. Dabei soll nicht das rein pädagogisch Belehrende und Informationsverteilende, sondern das Hervorrufen von Verhaltensänderungen beim Adressaten im Vordergrund stehen [9] .

Weitere Meilensteine der breitflächigen Durchsetzung von Umwelterziehung im Bildungssektor der BRD waren das Programm „21“ der BLK aus dem Jahre 1999, dessen Weiterführung „Transfer 21“, und die UN-Weltdekade „Education for sustainable development“ [10] , bei der es wechselnde, umwelterziehungs­relevante Jahresthemen gibt.

3.1.2 Der Begriff Umwelterziehung

Der Begriff Umwelt im Kontext zum Menschen steht für „die Gesamtheit der den Menschen umgebenden biotischen, abiotischen, kulturlichen und sozialen Faktoren“ [11] . Die Umwelt beschreibt dabei „eine Art Zusammenkommen von Mensch und Natur“ [12] .

„Erziehung ist ... dasjenige Handeln, in dem die Älteren (Erzieher) den Jüngeren (Edukanden) im Rahmen gewisser Lebensvorstellungen (Erziehungsnormen) und unter konkreten Umständen (Erziehungsbedingungen) sowie mit bestimmten Aufgaben (Erziehungsgehalten) und Maßnahmen (Erziehungsmethoden) in der Absicht einer Veränderung ( Erziehungswirkungen ) zur eigenen Lebensführung verhelfen, und zwar so, dass die Jüngeren das Handeln der Älteren als notwendigen Beistand für ihr eigenes Dasein erfahren, kritisch zu beurteilen und selbst fortzuführen lernen” [13] .

Umwelterziehung ist also, auch in Anlehnung an Günther Eulenfelder (s.o.), dasjenige Handeln des Lehrers (Älteren), welches er in einem gesteckten Rahmen (RLP, Unterrichtsform, Unterrichtsmethode, eigene Wertvorstellungen u.s.w.) zu Umweltproblemen an den Schüler (Jüngeren) weitergibt. Dieses Handeln sollte dabei keinen reinen belehrenden und informationsverteilenden Charakter haben, sondern sollte in der Summe der Erziehung beim Schüler eine eigenverantwortliche Bereitschaft, Kompetenz und Auseinandersetzung zu Umweltproblemen erzeugen und ihn zum Handeln unter Berücksichtigung ökologischer Gesetzmäßigkeiten befähigen.

3.2 Mögliche inhaltliche Erweiterungen des RLP (der vorgegebenen Inhalte im Kontext mit Umwelterziehung im engeren Sinne)

Da es bisher keinerlei verpflichtende Bestandteile zur expliziten Umwelter­ziehung im RLP für das Fach WAT im Land Brandenburg gibt, sind Unterrichte zu diesbezüglichen Themeninhalten oft nur eher zufällig (eigene Erfahrung - nicht evaluiert).

Dies ist nicht nur schade, weil hier Chancen nicht genutzt werden (vgl. 2.1), es steht auch im Gegensatz zu den geforderten Maßnahmen der KMK[14] für eine Umwelterziehung in allen Fächern.

Gesamtübersicht über die Inhalte (Pflichtunterricht Sek.1 WAT)[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

*orange gekennzeichnet sind die Themenfelder, die nachfolgend in Bezug auf Umwelterziehung ergänzt werden sollen

**grün gekennzeichnet sind Themenfelder, die bereits Ansätze zu Umwelterziehung beinhalten

Im Folgenden soll in Anlehnung des vom RLP vorgegebenen Schemas versucht werden, die jenigen Themenfelder zu ergänzen, die aus Sicht des Autors dafür das größte, bis jetzt noch kaum genutzte Potential besitzen. Die Ergänzungen sind jeweils in Schriftfarbe Rot und Kursiv kenntlich gemacht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] aus:http://www.seminarebw.de/servlet/PB/s/lr8wfdql6gll6pw81gagctundfow0fkw/show/1211749/Exku rsionsdidaktik.pdf

[2] RLP WAT Sek.l Brandenburg (2008): Bildung und Erziehung in der Sekundarstufe 1, S.7, Absatz 3

[3] vgl. RLP WAT Sek.l Brandenburg (2008): Themen und Inhalte, S.28.

[4] vgl. ZUBE.B (1995) in: 3 Jahre Technikunterricht: 6.3 Was soll das Fach überhaupt vermitteln?, S.40.

[5] vgl. RLP WAT Sek. 1 Brandenburg: Themen und Inhalte: S. 32ff

[6] vgl. RLP WAT Sek. 1 Brandenburg: Themen und Inhalte: Didaktisch-methodische Hinweise, S.36.

[7] Bolscho, D. (mit Eulefeld, G./Seybold, H.) (1980): Umwelterziehung. Neue Aufgaben für die Schule. München, S.l1.

[8] KMK (Hrsg.) (1980): Umweltund Unterricht. Beschluss der KMK vom 17.10.1980. Bonn, KMK

[9] Eulenfeld,G. (1995): Umwelt und Entwicklung aus allgemeindidaktischer Sicht, In: Engelhard, K.: Umwelt und Entwicklung, Münster, S.29.

[10] http ://www.unescobkk.org/education/esd-unit/definition-of-esd/

[11] Lob, R. E. (1997): 20 Jahre Umweltbildung in Deutschland - eine Bilanz, Köln, Aulis-Verlag Deubener S.20.

[12] Faber, M. (2003): Mensch - Natur- Wissen, Grundlagen der Umweltbildung, Göttingen, Vandenhoeck&Ruprecht, S.20

[13] Bokelmann, H. (1970): Handbuch Pädagogischer Grundbegriffe Bd.II, München, S.185f.

[14] KMK (Hrsg.) (1980): Umweltund Unterricht. Beschluss der KMK vom 17.10.1980. Bonn, KMK

[15] vgl. RLP WAT Sek. 1 Brandenburg: Themen und Inhalte: Didaktisch-methodische Hinweise, S.18.

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten

Details

Titel
Realbegegnung im WAT-Unterricht. Entwicklung einer Sicherungsexkursion zur Umwelterziehung von Schülern
Untertitel
Am Beispiel der Müllverbrennungsanlage „Ruhleben“ (Berlin) im Rahmen des Faches WAT
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
54
Katalognummer
V205279
ISBN (eBook)
9783656728122
ISBN (Buch)
9783656728115
Dateigröße
940 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitslehre WAT Unterrichtsplanung Langentwurf Technik Exkursion Didaktik
Arbeit zitieren
Andreas Scheibe (Autor), 2012, Realbegegnung im WAT-Unterricht. Entwicklung einer Sicherungsexkursion zur Umwelterziehung von Schülern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205279

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Realbegegnung im WAT-Unterricht. Entwicklung einer Sicherungsexkursion zur Umwelterziehung von Schülern


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden