Die vorliegende Diplomarbeit verfolgt die Rekonstruktion von Nutzen und Nutzungsprozessen sozialer Dienstleistungen anhand qualitativer Interviews mit NutzerInnen von niedrigschwelligen, akzeptanzorientierten Drogenhilfeangeboten.
Sozialpädagogische Nutzerforschung – als Forschungsansatz der vorliegenden Diplomarbeit – fokussiert radikal die Perspektive der NutzerInnnen im Dienstleistungsprozess. Ausgangspunkt sozialpädagogischer Nutzerforschung ist das Aneignungshandeln der NutzerInnen im Prozess der Dienstleistungsproduktion. Die NutzerInnen nehmen – aus dienstleistungstheoretischer Perspektive hergeleitet – den ProduzentInnenstatus bei der Erbringung sozialer Dienstleistungen ein. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht der ‚Gebrauchswert’ sozialer Dienstleistungen für die Lebensführung der NutzerInnen.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Die theoretischen und drogenpolitischen Grundlagen
1. Der drogenpolitische Kontext
1.1 Historische Rekonstruktion der Drogenproblematik und Drogenpolitik bis Ende der 1960er Jahre
1.2 Die Drogenpolitik der Bundesregierung ab 1971
1.3 Die Drogenmythen und das Krankheitsparadigma als Argumentation und drogenpolitische Legitimation
1.4 Rauschgiftbekämpfung und Abstinenzparadigma
1.5 Die kriminalisierten Substanzen und die gesellschaftliche Abwehrhaltung gegenüber deren GebraucherInnen
1.6 Die Drogenprohibition, ihre ökonomischen Folgen, ihre sozialen und gesundheitlichen Risiken und die Profiteure der Prohibition
1.7 Die ‚neue’ Drogenpolitik der Bundesregierung seit 1998
1.7.1 Die Konsumräume
1.7.2 Die Substitution
1.7.3 Die Prävention
1.7.4 Fazit und derzeitiger Stand der Drogenpolitik
1.8 Die Drogenforschung und die Entwicklung von Forschungsperspektiven
1.8.1 Kritik an Drogenhilfepraxis, Drogenforschung und Drogenpolitik
1.8.2 Erste Versuche in eine neue Forschungsrichtung
1.8.3 Die neuere bundesdeutsche Drogenforschung
2. Akzeptanzorientierte Drogenarbeit
2.1 Die soziopolitischen Bedingungen zur Durchsetzung akzeptanzorientierter Konzepte
2.2 Prämissen und Ziele akzeptanzorientierter Drogenarbeit
2.3 Der Stellenwert akzeptanzorientierter Drogenarbeit
2.4 Praxis und Methoden akzeptanzorientierter Drogenarbeit
2.5 Drogenpolitische Konsequenzen eines Akzeptanzparadigmas
2.6 Zusammenfassung akzeptanzorientierter Drogenarbeit
III Soziale Arbeit als Dienstleistung
1. Einleitung
2. Die erste Dienstleistungsdiskussion in den 70er und 80er Jahren
3. Die neuere Dienstleistungsdebatte seit den 1990er Jahren
4. Theoretische Konzepte sozialer Dienstleistung
4.1 Funktionstheoretische Ansätze personenbezogener Dienstleistung
4.2 Konsumtions- und interaktionstheoretische Dienstleistungskonzeptionen
4.2.1 Theoretische Grundelemente Sozialer Arbeit als Dienstleistung
IV Theoretische Grundlagen und Perspektiven sozialpädagogischer Nutzerforschung
1. Einleitung
2. Nutzerforschung als sozialpädagogische Forschung
3. Theoretischen Begründung sozialpädagogischer Nutzerforschung
4. Kontexte sozialpädagogischer Nutzerforschung
5. Methodologie und Methoden sozialpädagogischer Nutzerforschung
6. Sozialpädagogische Nutzerforschung – Perspektiven
7. Nutzen und Nutzung sozialpädagogischer Angebote – Forschungsstand
7.1 Der Nutzen Sozialer Arbeit – Inhaltsebene
7.2 Der Nutzen Sozialer Arbeit – Prozessebene
8. Nutzenfördernde und nutzenlimitierende Bedingungen bei der Dienstleistungserbringung
V Empirischer Teil
1. Auswahl des exemplarischen Untersuchungsfeldes
2. Die Institution: niedrigschwellige, akzeptanzorientierte Drogenhilfeeinrichtung
3. Konkretisierung der Forschungsfrage
4. Forschungsdesign
4.1 Zur Forschungsmethodologie
4.2 Methodische Prinzipen qualitativer Forschung
4.3 Zur Wahl der Forschungsmethode
4.4 Der Feldzugang
4.5 Zur Auswahl der NutzerInnen
4.6 Das Interviewsetting
4.7 Zur Datenauswertung
5. Ergebnisse der Untersuchung
5.1 Zur Lebenssituation
5.1.1 ‚Oliver’
5.1.2 ‚Franko’
5.1.3 ‚Olga’
5.1.4 Jack’
5.1.5 ‚Julia’
5.1.6 ‚Vanessa’
5.1.7 ‚Miriam’
5.1.8 ‚Fred’
5.1.9 ‚Jens’
5.2 Nutzungs- uns nutzenfördernde Bedingungen auf der Ebene der direkten Interaktion (Ebene 1)
5.2.1 Die Erbringungsdimension
5.2.1.1 Aktive und unmittelbare Weise der Hilfeerbringung
5.2.1.2 Kontinuierliches und verlässliches Hilfeangebot der Professionellen
5.2.1.3 Konkrete Handlungsanweisungen seitens der Professionellen
5.2.1.4 Persönliches Engagement der Professionellen
5.2.1.5 Persönliche Sorge seitens der Professionellen
5.2.1.6 Emotionale Unterstützung seitens der Professionellen
5.2.1.7 Durchsetzungsvermögen der Professionellen
5.2.1.8 Kontrolle seitens der Professionellen
5.2.2 Die Beziehungsdimension
5.2.2.1 Reziproke Beziehungsstruktur zwischen NutzerInnen und Professionellen
5.2.2.2 Ausgeglichenes Nähe- Distanzverhältnis zwischen NutzerInnen und Professionellen
5.2.2.3 Authentizität der Professionellen
5.2.2.4 Angenehme Persönlichkeit und Menschlichkeit der Professionellen
5.3 Nutzungs- und nutzenlimitierende Bedingungen auf der Ebene der direkten Interaktion (Ebene 1)
5.3.1 Die Erbringungsdimension
5.3.1.1 Passivität und Gleichgültigkeit seitens der Professionellen
5.3.1.2 Geringe Kompetenz der Professionellen
5.3.2 Die Beziehungsdimension
5.3.2.1 Hierarchisches Beziehungsverhältnis zwischen Professionellen und NutzerInnen, sowie mangelnde Akzeptanz der NutzerInnen und Willkür seitens der Professionellen
5.4 Nutzungs- und nutzenfördernde Bedingungen des institutionell organisationellen Erbringungskontextes (Ebene 2)
5.4.1 Fördernde Bedingungen im Kontext des Angebot des Kontaktladens
5.4.1.1 Offene und anforderungsarme Gegebenheit der Infrastruktur
5.4.1.2 Unmittelbare szenenahe Lage
5.4.1.3 Umnutzungsmöglichkeit der baulich- räumlichen Struktur der Einrichtung an spezifische Bedürfnisse
5.4.1.4 ‚Nutzungsfreundliches’ soziales Klima
5.4.1.5 Bereitstellung einer kostenlosen Rechtsberatung
5.4.1.6 Räumliche Konzentriertheit einer breiten Angebotspalette
5.4.1.7 Bereitstellung kostengünstiger bzw. kostenloser Nahrungsmittel
5.4.1.8 Sicherung eines angenehmen sozialen Klimas durch Regeln
5.4.1.9 Hilfen bezüglich der Vermittlung einer Arbeitstätigkeit
5.4.1.10 Kostenloses Spritzentauschprogramm der Institution
5.4.1.11 Bereitstellen einer Postlageradresse
5.4.1.12 Hilfen bezüglich der Vermittlung einer Wohnung
5.4.2 Fördernde Bedingungen im Kontext des Angebots der Notschlafstellen
5.4.2.1 Flexible Struktur des Hilfeangebotes
5.4.2.2 Vorteilhafte Zimmergröße und reinliche Beschaffenheit der Notschlafstelle
5.4.2.3 Kenntnis über das bestehende Hilfeangebot und dessen Mobilisierbarkeit
5.4.2.4 Bereitstellung einer kostenlosen Übernachtungsmöglichkeit
5.4.3 Fördernde Bedingungen im Kontext des Angebots des Konsumraumes
5.4.3.1 Direkte Hilfe in Krisensituationen
5.4.3.2 Bereitstellung von gesundheitsfördernden bzw. -stabilisierenden Hilfeangeboten
5.4.3.3 Legale Konsummöglichkeit innerhalb der Einrichtung
5.4.4 Fördernde Bedingungen im Kontext des Angebots der Tagesruhebetten
5.4.4.1 Bereitstellung von kostenlosen Tagesruhebetten
5.5 Nutzungs- und nutzenlimitierende Bedingungen des institutionell organisationellen Erbringungskontextes (Ebene 2)
5.5.1 Limitierende Bedingungen im Kontext des Angebots des Kontaktladens
5.5.1.1 Ungünstiges soziales Milieu
5.5.1.2 Institutionelle ‚eins-zu-eins’ -Regel erschwert bzw. verhindert Zugang
5.5.1.3 Aggressives soziales Klima
5.5.1.4 Kostenpflichtige Nahrungsmittel
5.5.1.5 Gesteuerter Zugang in die Institution: Einlasskontrolle
5.5.1.6 Nicht existente Arbeits- und Beschäftigungsangebote bzw. Weiterbildungsmaßnahmen und unzureichende Vermittlung in dieselben
5.5.2 Limitierende Bedingungen im Kontext des Angebots der Notschlafstellen
5.5.2.1 Männerzentrierte Ausrichtung des Übernachtungsangebotes und gemischt geschlechtliche Zimmerbelegung
5.5.2.2 Unzureichende Intimsphäre
5.5.2.3 Unzureichend vorhandene Kapazitäten (speziell hinsichtlich frauenspezifischer Angebote)
5.5.3 Limitierende Bedingungen im Kontext des Angebots des Konsumraumes
5.5.3.1 Lange Wartezeiten hinsichtlich der Konsumraumnutzung
5.5.3.2 Kontrolle seitens der Professionellen im Kontext der Druckraumnutzung
5.5.3.3 Unzureichend vorhandene Kapazitäten bzw. Überlastung derselben
5.5.3.4 Unzureichende Erreichbarkeit des Angebotes
5.6 Nutzungs- und nutzenlimitierende Bedingungen des gesamtgesellschaftlichen Erbringungskontextes (Ebene 3)
5.6.1 Politisch induzierte ‚Sparmaßnahmen’ erschweren bzw. verhindern die Realisation von Nutzen
5.6.2 Gesetzliche Bestimmung (BtMG §10 a Erlaubnis für den Betrieb von Drogenkonsumräumen) bildet die Grundlage für die institutionelle Konsumraumbenutzungsordnung
5.6.3 Politische Bestimmungen verhindern neue nutzbringende Angebote (exemplarisch ‚Heroinstudie’)
5.6.4 ‚Kooperationsvereinbarungen' zwischen repressiven (Polizei) und helfenden Ansätzen (Drogenhilfe)
5.6.5 Kriminalisierung des Drogenbesitzes erschwert bzw. verhindert den Zugang zur Institution und die Inanspruchnahme des Konsumraumangebotes
5.6.6 Ineffektive Drogenpolitik erschwert bzw. verhindert ‚Normalisierung’
5.6.7 Degradierende Kontrollen seitens der Polizei erschweren bzw. verhindern die Nutzung der Institution
5.7 Zusammenfassende ?? Diskussion der nutzungs- und nutzenfördernden, sowie nutzungs- und nutzenlimitierenden Bedingungen
5.8 Rekonstruktion von Nutzungsstrategien und Typenbildung
5.8.1 Typ I: abwägend- annehmende Nutzungsstrategie in einer ‚alltäglichen’ Situation bei einer periodischen Relevanz des konkreten Angebotes
5.8.2 Typ II: direkt- gezielte Nutzungsstrategie in ‚schwierigen’ Situationen bei einer temporären Relevanz des konkreten Angebotes
5.8.2.1 Typ II: direkt- gezielte Nutzungsstrategie in ‚schwierigen’ Situationen bei einer temporären Relevanz der professionellen Hilfen
5.8.2.2 Typ II: direkt- gezielte Nutzungsstrategie in ‚schwierigen’ Situationen bei einer temporären Relevanz des konkreten materiellen Angebotes
5.8.3 Typ III: einfordernde Nutzungsstrategie in ‚Notsituationen’ bei einer akuten Relevanz des konkreten Angebotes
5.9 Zusammenfassung und Präzisierung der Typenbildung
5.9.1 Der Typ I
5.9.2 Der Typ II
5.9.3 Der Typ III
5.10 Diskussion der Typenbildung
VI Konfrontation und Konklusion
VII Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht den Nutzen und die Nutzungsprozesse von niedrigschwelligen, akzeptanzorientierten Drogenhilfeangeboten aus der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer, um Erkenntnisse zur Verbesserung der Dienstleistungserbringung und zur Stärkung der Nutzungsrelevanz zu gewinnen.
- Sozialpädagogische Nutzerforschung als methodischer Ansatz
- Analyse von Nutzungsstrategien und Gebrauchswert sozialer Dienstleistungen
- Einfluss institutioneller, organisatorischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen
- Erforschung der subjektiven Perspektiven von DrogenkonsumentInnen
- Entwicklung einer Typologie von Nutzungsstrategien in unterschiedlichen Situationskontexten
Auszug aus dem Buch
Die Drogenmythen und das Krankheitsparadigma als Argumentation und drogenpolitische Legitimation
Nach wie vor sind wissenschaftliche und öffentliche Diskussionen immer noch durch Diabolisierungs- und Dramatisierungsszenarien, als andauernde Reproduktion von Drogenmythen, bestimmt (vgl. Schneider 2001: 196). Nach Hess (1986: 28) unterschlägt ein Mythos, „daß seine Aussage und das in dieser enthaltene Phänomen etwas sozial Gemachtes ist, und er unterschlägt auch die unterschwellige Zielsetzung dieser sozialen Konstruktion von Wirklichkeit“. Ein Mythos enthält eine struktur- und orientierungsstiftende Nachricht, denn „im Mythos wird eine geschichtliche Tatsache als naturgegeben und wesenhaft dargestellt“ (Strassberg 1993: 126).
‚Drogenabhängigkeit’, als gesellschaftlich- kulturelles Konstrukt, vermittelt auch eine Nachricht, „nämlich die Nachricht des Bösen, der Verfremdung, des Außer- Sich Seins, des Verlustes von Autonomie und Selbstkontrolle“ (Schneider 2001: 197). Von besonderer Bedeutung ist der Mythos von ‚Drogenabhängigkeit’ als eine rein pharmakologisch und psychisch bedingte Krankheit, die generell behandlungsbedürftig sei. GebraucherInnen illegalisierter Drogen wird verallgemeinernd eine eingeschränkte Handlungsfähigkeit – die aus der Macht der Drogen und/oder aus psychischen Prädispositionen resultiert – unterstellt. Dem eindimensionalen Krankheitsbild ‚Drogenabhängigkeit’ ist ein spezifisches Verlaufsdenken, sozial und gesundheitlich abwärts gerichtet, immanent. Das neurophysiologische und psychiatrische Krankheitsmodell von ‚Drogenabhängigkeit’ (lineares, monokausales Abhängigkeitsmodell) lässt das Individuum – als Träger von Defiziten, Problemen, Pathologien und Krankheiten – als generell behandlungsbedürftiges, unmündiges Objekt erscheinen, wofür sich eine Vielzahl von ‚ReparaturexpertInnen’ als zuständig betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Diese Einleitung stellt das Ziel der Diplomarbeit vor, Nutzen und Nutzungsprozesse sozialer Dienstleistungen in der niedrigschwelligen Drogenhilfe aus Sicht der NutzerInnen zu erforschen und die Forschungsfrage zu definieren.
II Die theoretischen und drogenpolitischen Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den drogenpolitischen Kontext sowie die Theorie der akzeptanzorientierten Drogenarbeit und deren Abgrenzung vom Abstinenzparadigma.
III Soziale Arbeit als Dienstleistung: Hier wird Soziale Arbeit theoretisch als Dienstleistung begründet, wobei der Perspektivwechsel hin zum nachfragenden Subjekt im Zentrum steht.
IV Theoretische Grundlagen und Perspektiven sozialpädagogischer Nutzerforschung: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der sozialpädagogischen Nutzerforschung ein und beleuchtet deren Stellenwert sowie Methodik.
V Empirischer Teil: Der empirische Teil präsentiert die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung, rekonstruiert Nutzungsstrategien und differenziert zwischen nutzenfördernden und nutzenlimitierenden Bedingungen.
VI Konfrontation und Konklusion: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, zieht Schlussfolgerungen und eröffnet Perspektiven für notwendige Modifikationen in der Drogenhilfepraxis.
VII Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur zur Untermauerung der theoretischen und empirischen Argumentation.
Schlüsselwörter
Drogenhilfe, Akzeptanzorientierung, Nutzerforschung, Dienstleistung, Schadensminimierung, Lebensführung, Subjektivität, Gebrauchswert, Nutzungsstrategien, Sozialpädagogik, Drogenpolitik, Sucht, Hilfeangebote, KlientInnen, Beratung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie NutzerInnen niedrigschwellige, akzeptanzorientierte Drogenhilfeangebote wahrnehmen und nutzen, um ihren Alltag zu bewältigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Sozialer Arbeit als Dienstleistung, die Kritik der Drogenpolitik sowie die empirische Untersuchung von Nutzen und Bedingungen bei der Inanspruchnahme von Hilfeangeboten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Rekonstruktion von Nutzen und Nutzungsprozessen, um Faktoren zu identifizieren, die den Gebrauchswert solcher Dienstleistungen für die Betroffenen steigern oder mindern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen qualitativ-explorativen Forschungsansatz, der narrative Experteninterviews mit NutzerInnen der Drogenhilfe nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sucht und Drogenhilfe sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Interviews analysiert und zu Typen von Nutzungsstrategien zusammengeführt werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Konzepte wie Akzeptanzorientierung, Nutzerforschung, Dienstleistungslogik in der Sozialen Arbeit und die Bedingungen für eine gelingende Lebensführung von DrogenkonsumentInnen.
Wie werden Nutzungsstrategien in dieser Arbeit typisiert?
Die Arbeit identifiziert drei Typen: abwägend-annehmende Strategie (alltäglich), direkt-gezielte Strategie (schwierig) und einfordernde Strategie (Notlage).
Welche Rolle spielt die Polizei in der Wahrnehmung der NutzerInnen?
Polizeipräsenz und Kontrollen werden von den NutzerInnen mehrheitlich als nutzungslimitierende Faktoren wahrgenommen, die den Zugang zu den Hilfsangeboten erschweren oder verhindern.
- Arbeit zitieren
- Jessica Müller (Autor:in), 2008, Empirische Untersuchung von Nutzen und Nutzungsprozessen niedrigschwelliger, akzeptanzorientierter Drogenhilfeangebote, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205317