Backpacker unterwegs: Mein Jahr Neuseeland


2012-11-21, 126 Seiten (ca.), 9783656315803

PDF, ePUB und MOBI

Originalausgabe

Leseprobe

Inhalt

Der Traum Neuseeland
Reisevorbereitungen für ein Jahr Work & Travel
Reisestress und die Ankunft in Auckland

Mit dem Stray-Bus auf der Nordinsel unterwegs
Barbecue am Strand und leuchtende Höhlen
Nach Osten zu den Maori
Nächstes Ziel: Tongariro National Park
Gummistiefelweitwurf und weiter nach Wellington

Picton und „Die Villa“
Das erste Mal in Wellington
Nächster Halt: Picton auf der Südinsel
Kurz mal die Ostküste entlang
Ein neuer Job in Picton
Ein Segeltörn Richtung Cook Strait

Unterwegs mit Bussen und Mietwagen
Die nördliche Südinsel
An Pfannkuchen und Seehunden vorbei nach Christchurch
Zurück auf die Nordinsel
Wo Tasmanische See und Pazifik sich treffen
Die Rundreise endet

Christchurch und die Südinsel
Rückkehr nach Hahei und doch keine Arbeitssuche in Tauranga
Vier Monate in Christchurch
Unterwegs auf der Südinsel
Dunedin und ein Festival in Christchurch

Meditieren, eine letzte Runde im Norden und die Heimkehr
Zehn Tage Meditation
Noch einmal auf der Nordinsel unterwegs
Die letzten Tage in Neuseeland
Kurzurlaub in Seoul

Hostelverzeichnis

Bildnachweis

Der Traum Neuseeland

Begonnen hatte mein Traum von einer Neuseelandreise eigentlich schon sehr früh. Der Gedanke an eine Auslandsreise kam mir zum ersten Mal nach dem Abitur und auch die vage Idee, dass dieses „Ausland“ Neuseeland sein könnte. Aber ich verwarf die Pläne ziemlich schnell wieder, da mir der Mut fehlte und begann stattdessen mit meiner Ausbildung. Erst acht Jahre später sollte ich diese Idee tatsächlich in die Tat umsetzen. Nachdem immer wieder etwas dazwischengekommen war ‒ nicht genug Geld, neuer Job, neue Wohnung etc. ‒ und ich nie die Courage hatte es durchzuziehen, war es im März 2010 endlich soweit: Ich flog nach Neuseeland. Aber davor hatte ich noch jede Menge zu erledigen.

Reisevorbereitungen für ein Jahr Work & Travel

Es war von Anfang an mein Plan, mindestens ein Jahr nach Neuseeland zu gehen, und die Reise zumindest zum Teil per Work & Travel zu finanzieren. Damit ich vor Ort wenigstens ein bisschen Unterstützung erhalten und nicht komplett auf mich allein gestellt sein würde, entschied ich mich, mein Auslandsjahr über TravelWorks (www.travelworks.de) zu organisieren. Diese Organisation half mir bei den Vorbereitungen und so konnte ich einiges an Zeit und Nerven sparen.

Was ihr in Neuseeland braucht

Ich konnte über sie die Flüge und die Krankenversicherung buchen sowie die ersten beiden Nächte im Hostel. Außerdem halfen sie mir in Neuseeland beim Eröffnen eines Bankkontos und der Beantragung der Steuernummer. Ich fand auch schnell Anschluss zu anderen Mitreisenden, da über die TravelWorks sozusagen Sammelflüge organisiert wurden. Man trifft also schon vor der Abreise neue Leute und muss nicht alleine fliegen.

An sich finde ich das eine Superidee, aber es hat halt seinen Preis. Für Reise-Neulinge ist es eigentlich nur dann zu empfehlen, wenn man – so wie ich – ziemlich unorganisiert ist. Es gibt noch genug andere Dinge, um die man sich kümmern muss. Das Visum zum Beispiel wird für Neuseeland im Internet direkt bei der neuseeländischen Regierung „bestellt“ (www.immigration.govt.nz).

Was ihr vor der Abreise beachten solltet

Darüber hinaus gibt es ja auch in Deutschland noch so viel zu organisieren. Wohnt man wie ich nicht mehr bei den Eltern, muss man sich zum Beispiel Gedanken darüber machen, wo man seine Möbel für das Jahr unterbringt, falls man seine Wohnung auflöst. Man darf auch nicht vergessen, den Mietvertrag rechtzeitig zu kündigen und den Wohnsitz abzumelden! Oder vielleicht ist es grundsätzlich besser, sich einen Untermieter zu suchen? Überlegt euch frühzeitig, was für euch am besten ist. Wenn ihr euch allerdings bei der GEZ abmelden wollt, müsst ihr schon euren Fernseher verkaufen, ansonsten dürft ihr brav weiterzahlen, denn ihr besitzt den Fernseher ja noch und könntet ihn theoretisch weiter nutzen. Das ist zwar eine verquere Logik, aber so ist es mir ergangen. Und die wollen auch den Kaufvertrag sehen, außer ihr verkauft den Fernseher auf dem Flohmarkt.

Abmelden sollte man sich auch bei der Krankenkasse oder zum Beispiel der Hausratsversicherung, die sind sonst nur ein finanzieller Klotz am Bein. Und natürlich das Wichtigste: Kündigt rechtzeitig eure Arbeitsstelle, außer ihr habt die Möglichkeit, unbezahlten Urlaub oder ein Sabbatical zu nehmen. Denkt auch daran euch arbeitslos zu melden und mitzuteilen, dass ihr ein Jahr lang im Ausland sein werdet.

Ja, und auch das Reisegepäck will geplant sein. Man braucht Kleidung für ein Jahr und in Neuseeland kann es richtig kalt werden, packt also auch warme Klamotten mit ein. Allerdings sollte es auch nicht zu viel werden, denn man muss das ja alles ein Jahr lang mit sich rumschleppen! Also nie mehr einpacken, als man alleine tragen kann. Auch festes Schuhwerk und eine kleine Reiseapotheke dürfen nicht fehlen.

Falls ihr einen Computer mitnehmen wollt, empfiehlt sich ein Netbook. Diese Geräte sind schön klein, leicht und genügen vollkommen für die Reise. Den Fotoapparat sollte man natürlich auch nicht vergessen, man will ja schließlich Erinnerungen an den ganzen Spaß haben! Und nachdem ich das alles erledigt und eingepackt hatte, konnte es für mich endlich, endlich losgehen, ins Abenteuer Neuseeland!

Reisestress und die Ankunft in Auckland

2. März - 4. März 2010

Oh Mann! Das war mal ’ne Reise! Erst die Zugfahrt nach Frankfurt, die ich dank eines Mitreisenden, der auch in der TravelWorks-Gruppe dabei war und von München losfuhr, doch recht entspannt angehen konnte, und anschließend die ewig langen Flüge.

In Frankfurt angekommen, traf ich nach und nach alle anderen Work-and-Travel-Teilnehmer. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt noch zu schüchtern, aufgeregt oder müde ‒ vielleicht war es auch eine Kombination aus allem ‒, um wirklich mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Insgesamt waren wir jedenfalls ungefähr 50 Leute, 30 von ihnen flogen nach Neuseeland und 20 nach Australien. Nach zwölf Stunden Flug trennten sich unsere Wege in Seoul wieder, denn die „Australier“ flogen weiter nach Brisbane ‒ glaube ich zumindest ‒, wir reisten dagegen weiter nach Auckland. Dieser Flug dauerte noch mal zehn Stunden, somit war ich insgesamt fast 30 Stunden unterwegs, ohne die Zwischenstopps mitzurechnen. Richtig geschlafen habe ich nur auf dem ersten Flug nach Seoul, nach Auckland konnte ich nur noch vor mich hin dösen.

Am Flughafen in Auckland gab es Verzögerungen, weil etwas mit den Visa von mir und ein paar anderen aus der Gruppe nicht ganz stimmte, wobei ich ehrlich keine Ahnung habe, was das genau war. Die Visa wurden uns mit den Worten „Ah, German!“ aus der Hand genommen, und wir sollten unsere Pässe mitgeben und warten. Nach einiger Zeit kamen die Beamten wieder, drückten uns die Pässe in die Hand und ließen uns einreisen. Mein Englisch ist ja nicht schlecht und ich hätte den Beamten sicher verstanden, aber erklärt hat uns leider keiner was. Ich muss jedoch zugeben, dass ich nach den langen Flügen auch nicht daran dachte, selbst nachzufragen, ich war einfach nur froh, endlich ins Land zu können und wollte nur noch in unser Hostel.

Nachdem das endlich geklärt war, mussten wir noch durch den Zoll und waren endlich da! Es war heiß und unser Shuttle fuhr uns zuerst zum Mount Eden, einem der inaktiven Vulkane im Stadtgebiet von Auckland. Wir wurden bis zum Gipfel raufgefahren und konnten dort den 360°-Ausblick auf Auckland genießen. Der alte Krater des Vulkans darf allerdings nicht betreten werden, da er für die Maori ein heiliger Ort ist.

Nach dem Ausflug auf den Vulkan ging es weiter zum Hostel, das mitten in der Innenstadt lag. Von dort aus konnte jeder, der wollte, am Nachmittag gleich noch mit runter zu einem der Stadtstrände von Auckland fahren. Das haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen und sind, trotz Jetlags, wieder in den Bus eingestiegen! Es war ein typischer Stadtstrand, mit Promenade und eigentlich nichts Besonderes, aber der Sand war fast weiß und ganz fein. Leider hatte irgendwie keiner von uns an Sonnencreme gedacht, deshalb sind wir nicht lange im Bikini sitzen geblieben, was uns jedoch nicht davor bewahrte, ein bisschen viel Sonne abzubekommen. Am nächsten Tag war das Rot auf der Haut deutlich zu sehen, trotzdem war es einfach geil am Strand!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auckland: Aussicht von Mount Eden.

Am Freitag bekamen wir als erstes eine kleine Einführung in Sachen Bankkonto und Steuernummer. Direkt im Anschluss haben wir Letztere beantragt, ein Konto bei der Kiwi Bank eröffnet und ich habe mir noch ein Netbook gekauft. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dieses Jahr so weit wie möglich ohne Computer zu verbringen. Ich stellte aber schon in den ersten Tagen fest, dass es einerseits logistisch nicht möglich war ‒ ich wollte mein Internetbanking einfach nicht im Internetcafé abwickeln ‒, und ich andererseits ein zu großer Internet- und Computerjunkie bin. Deshalb also ein Netbook, das hat die richtige Größe und wiegt auch nicht so viel. Perfekt zum Reisen.

Tja, und schon war es fast halb fünf und wir hatten noch keine Ahnung, wie es weiter geht. Wir wussten eigentlich alle nur, dass wir so schnell wie möglich aus Auckland raus wollten. Die Stadt war zwar schön, aber auch teuer.

Mit dem Stray-Bus auf der Nordinsel unterwegs

05. März - 17. März 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Nordinsel Neuseelands. Quelle: OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA

Unsere Gruppe von 30 Work & Travel-Leuten hatte sich inzwischen in kleinere Grüppchen aufgeteilt. „Meine“ Gruppe bestand aus Jan, Christina, Sabrina und mir und noch ein paar anderen, die ich aber später nicht noch einmal traf. Für die Weiterreise überlegten sich einige aus den Grüppchen, Vans zu kaufen und damit erst einmal die Nordinsel zu erkunden. Christina, Sabrina, Jan und ich wussten jedoch noch nicht so recht, wie es für uns weitergehen sollte. Ich hätte mir zwar auch gerne einen Van zugelegt, aber allein ist das ziemlich teuer, und irgendwie habe ich in den ersten Tagen auch noch „geschlafen“ und war ziemlich entscheidungsschwach. Am Ende lief es dann darauf hinaus, dass Christina, Sabrina, Jan und ich eine Stray-Bus-Tour (www.straytravel.com) für die Nordinsel gebucht haben, die am Samstag losgehen sollte.

Ich nenne Stray ja immer liebevoll „Kaffeefahrt für Jugendliche“, denn im Grunde ist das nichts anderes, nur das statt Rheumadecken, Bungee-Jumping und Blackwater Rafting im Angebot sind. Man kann bei Stray unterschiedlich lange Routen buchen und die Strecke dann im Hop-on/Hop-off-Prinzip zurücklegen. Die Busse fahren im Sommer, im Abstand von zwei bis drei Tagen, immer die gleiche Strecke im Kreis. Falls man wenig Zeit hat, kann man mit dem Bus jeden Tag woanders hinreisen. Habt ihr dagegen ein bisschen mehr Zeit, dann bleibt einfach länger an einem Ort und wartet auf den nächsten Bus. Neben Stray gibt es auch noch Kiwi-Experience (www.kiwiexperience.com) ‒ für die richtige Partyjugend ‒ und Magic Traveller (www.magicbus.co.nz) ‒ die etwas gesetztere Variante, auch für Leute ab 40 Jahren geeignet.

Meine Route mit Stray verlief von Auckland über verschiedene Stationen nach Wellington. Vor dem Start erkundeten ein paar Leute und ich noch Aucklands Nachtleben, wobei wir keine Ahnung hatten, wo genau wir eigentlich hinwollten und alle von der Anreise immer noch ziemlich fertig waren. Wir gingen schließlich die Queenstreet, die Hauptstraße in Auckland Central, entlang Richtung Hafen auf der Suche nach einer Bar, von der wir einen Flyer mit einem Freibiergutschein bekommen hatten. Als wir am Hafen ankamen, war dort ganz schön was los. Da die Jungs allerdings in kurzen Hosen unterwegs waren, kamen wir leider nicht überall rein. Schlussendlich haben wir dann die Bar gefunden, nur ganz ehrlich: Ich weiß nicht einmal mehr, wie diese Bar hieß. Aber es war trotzdem ein netter Abend.

Der nächste Morgen begann mit einem Schock: Wo zum Teufel hatte ich die Schlüssel für mein Vorhängeschloss hin, mit dem ich meine Wertsachen eingeschlossen hatte? Nach langer Suche im Dunkeln ‒ es war erst 6 Uhr morgens, da der Stray-Bus um 7:30 Uhr vorm Hostel abfahren sollte ‒ gab ich auf und knackte das Schloss mit einer Zange. Tja, zwei Tage später fand ich die Schlüssel dann in meinem Waschbeutel – ich dachte wohl am Abend zuvor, dass das ein guter Platz wäre. Egal, als wir dann endlich im Bus saßen, war es einfach nur spannend endlich in Neuseeland unterwegs zu sein.

Barbecue am Strand und leuchtende Höhlen

Als Erstes ging es auf die Halbinsel Coromandel nach Hahei. Hahei Beach selbst war ein super Strand mit Riesenwellen, in die Sabrina und ich uns erst mal stürzten. Danach wanderten wir ein wenig durch die Gegend und schossen jede Menge Fotos vom Strand und der atemberaubenden Landschaft. Mich hat es in diesem Moment einfach umgehauen, als mir bewusst wurde, dass ich noch vor ein paar Tagen im kalten Deutschland gewesen war und jetzt hier am Strand spazieren ging.

Am Abend gab es für uns Barbecue mit gegrillten Würstchen, die absolut grauenhaft schmeckten. Dafür waren die Hähnchenkeulen superlecker. Und die Salate erst! Und das Beste war, dass wir außer essen nichts machen mussten, denn am Grill stand Rob, unser Busfahrer. Am selben Abend lernte ich auch Veronika kennen, die ebenfalls mit Stray unterwegs war. Sie war von Hahei so begeistert, dass sie gleich am ersten Tag ihren Aufenthalt verlängert und auf den nächsten, unseren Bus, gewartet hatte, um weiterzufahren. Nach dem Barbecue haben wir zusammen, bei einem Nachtspaziergang am Strand, den sagenhaften Sternenhimmel bewundert. Das war echt der Hammer! So viele Sterne hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Da wir auf der anderen Seite der Erde waren, erkannte ich leider fast keine Sternbilder. Ich meine mich an Orion zu erinnern, aber ich bin eine echte Astronomie-Niete, obwohl meine Physiklehrerin mir das damals in der Schule alles so schön erklärt hatte. Die Milchstraße war dort auf jeden Fall besser zu sehen, als in heimischen Gefilden. Außerdem gab es ein kleines Feuerwerk, weil ein Paar an dem Tag in Hahei geheiratet hatte.

Am folgenden Sonntag sind wir schon um 6 Uhr morgens aufgestanden, weil wir den Sonnenaufgang sehen wollten. Wir stiegen auf einen kleinen Hügel, auf dem früher einmal ein Pa, ein Maori-Dorf, gewesen war. Heute sieht man davon nur noch die ins Erdreich gegrabenen Stufen. Von Weitem wirkte das mit dem hohen Grasbewuchs wie Wellen auf dem Meer. An dieser Stelle haben wir gewartet, da wir nicht wussten, wann genau die Sonne an diesem Morgen aufgehen würde. Und das Warten hat sich gelohnt! Es war ein wunderschöner erster bewusst erlebter Sonnenaufgang in Neuseeland, dem noch viele folgen sollten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sonnenaufgang in Hahei.

Surferstadt Raglan

Nach unserem „Sonnengruß“ am Sonntagmorgen ging es quer über die Insel nach Raglan an der Westküste. Raglan ist die Surferstadt in Neuseeland. Wir hätten dort auch einen Surf-Kurs belegen können, aber das war mir ein bisschen zu teuer. An den genauen Preis kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es waren definitiv mehr als 100 New Zealand Dollar und da Surfen nicht auf meiner To-do-Liste stand, wollte ich mir das lieber sparen. Außerdem waren die Wellen an dem Tag auch nicht so der „Burner“ ‒ wie Christina immer sagte.

Auf dem Weg nach Raglan saß ich übrigens neben einem Deutschen, der bereits seit über einem Jahr unterwegs war und meinte, er wüsste schon gar nicht mehr, wie der Euro so aussieht. Damit er es nicht ganz vergisst, bevor er wieder heimatlichen Boden betritt, habe ich ihm dann mal ein 2-Euro-Stück gezeigt, das ich noch in der Tasche hatte.

Da das Karioi-Hostel, in dem wir an diesem Tag blieben, ziemlich weit außerhalb (8 km) Raglans lag, fuhr uns Busfahrer Rob am Nachmittag wahlweise wieder zurück in die Stadt oder an den Strand. Zusammen mit Albert, Christina und Sabrina war ich also in Raglan unterwegs und besorgte mir Flipflops, mobiles Internet und eine Aufladekarte fürs Handy. Die restliche Zeit saßen wir am Stadtstrand von Raglan und haben gequatscht und Eis gegessen bis uns Rob wieder abgeholte.

Das Backpacker-Hostel selbst war, obwohl es so weit außerhalb lag, ziemlich cool. Man hatte das Gefühl mitten im Busch zu sein, da nur eine Straße zu dem Hostel führte, das sich in einem Tal befand. Die Hostelgebäude waren umgeben von Dschungel, man musste nur zehn Schritte gehen und stand im Busch, der so dicht war, dass man auch das Hostel nicht mehr sehen konnte. Man sollte daher auch nie die vorgegebenen Buschpfade verlassen, denn es besteht akute Gefahr, sich zu verlaufen. Neben der gängigen Ausstattung gab es auch einen Billardtisch in dieser Unterkunft. Es war sehr amüsant, den Herren und Damen beim Spielen zuzusehen, da jedes Spiel mit lautstarken Sprüchen über die Billardfähigkeiten des jeweils anderen Geschlechts „gewürzt“ wurde. Rob verwöhnte uns währenddessen mit Gemüse-Würstl-Eintopf und Bratkartoffeln.

Nach Osten zu den Maori

Maori-Tanzkurs in Maketu

Unser nächstes Ziel war Maketu an der Ostküste. Von Montag auf Dienstag haben wir dort bei Uncle Boy (http://uncleboysplace.com/) übernachtet, dort wird einem die Maori-Kultur auf sehr amüsante Weise nahe gebracht. Schon die Begrüßung war etwas Besonderes: Es wurde aus unserer Gruppe ein Anführer gewählt, und ein paar „Krieger“ ‒ in diesem Fall zwei Neffen von Uncle Boy ‒ versuchten ihn einzuschüchtern, da er ja als Anführer eines fremden Stammes kam, also als potenzieller Feind. Die Krieger boten ihm ein kleines Geschenk an und sobald er es angenommen hatte, wurden wir als befreundeter Stamm aufgenommen und mit einem „Nasendrücker“ begrüßt. Ich fand das richtig toll!

Wir bekamen typisches Maori-Essen serviert und einen Kulturabend mit Tanz- und Gesangsvorführung zum Mitmachen geboten. Wir Mädels haben einen Poi-Tanz gelernt ‒ Pois sind kleine Bällchen an Schnüren. Ihr kennt das vielleicht als Sport- und Freizeitgerät, bestehend aus Bällen, Gewichten mit Tüchern oder Feuerkugeln am Ende einer etwa armlangen Schnur. Ursprünglich kommen „unsere“ Pois allerdings von den Maori- Frauen, die eben kleine Säckchen gefüllt mit Körnern an ca. 30 cm lange Schnüre banden und damit tanzten. Wir Anfänger bekamen erst mal nur einen Poi, richtige Profis haben dagegen zwei oder drei, die dann beim Tanzen herumgewirbelt werden – über dem Kopf, vor oder neben dem Körper, in jeder nur erdenklichen Position.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Poi-Tanz in Maketu.

Und hier der Link zum Tanz-Video auf youtube:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=V8wmd89HnQ8#!

Die Jungs dagegen lernten den Haka ‒ einen Kriegstanz der Maori. Ein Tanz also, der den Gegner beeindrucken und verängstigen soll. Dementsprechend laut wird dabei geschrien und getrampelt. Außerdem werden furchterregende Fratzen gezogen, mit weit aufgerissenen Augen und gebleckter Zunge. Unsere Nachtruhe haben wir, nach dieser körperlichen Ertüchtigung in Maketu, alle in der Versammlungshalle auf Matratzen am Boden verbracht.

Leuchtende Höhlen in Waitomo

Unser nächster Stopp war Waitomo, dort sind die bekannten Glühwürmchen-Höhlen. Die dortigen Insekten sind keine Glühwürmchen, wie wir sie kennen, sondern sie gehören wohl zu einer Mückenart, deren Larven an der Decke von Höhlen kleben und Spinnfäden herunterhängen lassen, in denen sich dann ihre Opfer verfangen. Und eben diese Fäden leuchten im Dunkeln.

Veronika und ich haben die Spellbound-Tour (http://www.glowworm.co.nz/) gemacht, das heißt wir haben uns eine der „Glühlarven“-Höhlen angesehen – das war echt der Hammer. Wenn man in die Höhle kommt, dann sieht man erst einmal gar nichts und nach und nach erkennt man immer mehr von den Glühfäden an der Decke. Das sieht fast aus, wie ein Sternenhimmel in der Höhle.

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Die Decke der Glühwürmchen-Höhlen in Waitomo. Quelle: Spellbound/Peter Chandler

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Die klebrigen Tropfen an den Spinnfäden. Quelle: Spellbound/Peter Chandler

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Die Spinnfäden der Glühlarven und der Sohn des Tourleiters. Quelle: Spellbound/Peter Chandler

Schwefel in Rotorua

Am nächsten Tag ging es für uns über Rotorua weiter nach Taupo. In Rotorua haben wir mittags Pause gemacht. Leider hatte es mich in der Nacht in Maketu erkältungsmäßig total erwischt, ich glaube, ich hatte sogar Fieber. Auf jeden Fall bekam ich am Dienstag Halsschmerzen und Husten. Nerv! Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen, mit Jan und Veronika durch Rotoruas Stadtpark zu laufen, in dem es jede Menge heißer Schwefel-Schlammlöcher zu bewundern gab. An den Geruch musste man sich allerdings erst gewöhnen und irgendwie dachte ich immer an meine alte Chemielehrerin, die mindestens dreimal im Jahr fragte: „Hamma an Schwefe scho gmacht?“, um dann jedes Mal den Unterricht abzubrechen, weil es bei dem Versuch so stank.

Sabrina und Christina haben sich in Rotorua von uns verabschiedet, um in Eigenregie in den Osten zu fahren, für den Rest von uns ging es weiter nach Taupo. Zuvor legten wir aber noch einen Zwischenstopp an den Huka-Wasserfällen ein, die – zumindest für mich – eher Stromschnellen waren als Wasserfälle. Der Fluss verengt sich an dieser Stelle ziemlich und es gibt ein kleines Gefälle von ein paar Metern, aber beeindruckend sind sie trotzdem und reinfallen möchte ich wirklich nicht!

In Taupo angekommen, beschlossen Jan, Veronika und ich eine Zeitlang dort zu bleiben, da wir davon genug hatten, jeden Tag woanders zu sein. Wir wollten einfach weniger Stress.

Wasserfälle in Taupo

In Taupo sind wir drei Nächte geblieben, eine im Urban Retreat Hostel und, nachdem ich ein Büschel Haare in meiner frischen (?!) Bettwäsche gefunden hatte, zwei Nächte in der Tiki Lodge. Die Tiki Lodge war echt cool. Wir waren in einem funktional eingerichteten Achtbettzimmer, das tatsächlich ein Fenster hatte, was in den Hostels nicht immer der Fall ist, wie ich schon in Auckland feststellen musste. Die Küche des Hostels war schön geräumig und es gab eine Dachterrasse mit Ausblick auf den Lake Taupo. Superschön!

Am Mittwoch wanderten wir den dortigen Fluss entlang Richtung Huka-Wasserfälle zu den Hot Water Springs. Der Weg ging an einem Bungee-Jumping-Point vorbei und wir konnten einen Sprung „hören“. Leider versperrte uns noch eine Wegbiegung die Sicht, deshalb haben wir den Springer nicht gesehen. Allerdings sollte mich dieses Erlebnis am Ende meiner Reise noch einholen!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bungee-Jumping-Point in Taupo.

Wir selbst haben lieber ganz entspannt in den Hot Water Springs im Fluss gebadet. Rund um Rotorua und Taupo gibt es überall Schwefel- und Heißwasserquellen, da es eine der geothermisch aktivsten Gegenden Neuseelands ist. So fanden sich auch an unserer Badestelle mehrere Zuflüsse heißer Quellen, die sich nach und nach mit dem eiskalten Wasser des Flusses vermischten, sowie mehrere vom Wasser ausgehölte Becken mit verschiedenen Temperaturen, je nachdem wie viel Quell- und wie viel Flusswasser sich darin befand. Da konnte sich jeder aussuchen, wie warm er es verträgt. Und das Beste: Es war völlig umsonst!

Am Abend desselben Tages lernten wir noch einen Deutschen kennen, einen zweiten Jan aus Baden-Württemberg. Die beiden Jans verstanden sich gleich wunderbar und haben Vroni und mich in den Wahnsinn getrieben, weil sie echt über alles diskutieren konnten, zum Beispiel ob man die Karotten für das Abendessen jetzt lieber würfeln oder spalten sollte und die jeweiligen Vor- und Nachteile, die daraus resultieren würden. „Unser“ Jan war außerdem ein bisschen langsam, was manchmal ein wenig nervig sein konnte, er hat nämlich für das tatsächliche Karottenschneiden genauso lang gebraucht, wie der Rest von uns für das komplette Kochen.

Am Donnerstag sind die Jans und Veronika zu einem richtigen Schwefelpark mit Geysiren und Schwefelbecken getrampt. So etwas Ähnliches hatten wir ja schon im Rotorua Stadtpark gesehen, nur ohne Geysire. Da Schwefel für mich jetzt nicht so interessant war, bin ich in der Lodge geblieben, habe geschlafen und im Internet gesurft, außerdem fühlte ich mich einfach schlecht, weil ich jetzt wirklich Husten und Fieber hatte.

Nächstes Ziel: Tongariro National Park

Ein Dorf namens National Park

Jan und Jan zogen am Freitag Richtung Norden und für Vroni und mich ging es mit dem Stray-Bus weiter nach National Park, einem kleinen „Dorf“ am Tongariro National Park. Wobei der Begriff Dorf schon übertrieben ist, das war eine Tankstelle mit Tante-Emma-Laden und ein paar Backpacker-Hostels an einer Straßenkreuzung.

Das Tongariro Alpine Crossing, das wir uns vorgenommen hatten, konnten wir leider nicht gleich am Freitag machen, da das Wetter zu schlecht und es somit zu risikoreich war, also entschlossen wir uns etwas länger zu bleiben. Das Tongariro Alpine Crossing ist eine Wanderung quer durch den Tongariro National Park. Man marschiert dort am Mount Ngauruhoe vorbei und an den Hängen des namensgebenden Mount Tongariro entlang, bevor es wieder ins Tal zurückgeht.

Am Samstag haben wir es dann doch gewagt, insgesamt legten wir 19,4 km mit etwas über 1.000 Höhenmetern in ca. sieben Stunden zurück und dabei war das Wetter nicht ohne!

Ansonsten bleibt zu sagen: Veronika und ich waren wirklich auf alles vorbereitet und das war gut so. Ich hatte meine Strumpfhose an, darüber eine 3/4-Hose und oben drüber meine Regenhose und es hat mich trotzdem manchmal noch gefroren. Die meiste Zeit der Wanderung liefen wir in den Wolken, teilweise war es so windig, dass ich dachte, ich würde jeden Moment weggepustet werden und auch der Aufstieg hatte es in sich. Leider war uns die Aussicht wegen den Wolken bis auf ein paar kurze Augenblicke versperrt. Trotz allem war es ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich vor den Emerald Lakes, mit für dortige Verhältnisse ziemlich „guter“ Sicht.

„Herr der Ringe“-Tour auf dem Mount Ngauruhoe

Am darauffolgenden Sonntagmorgen wollten wir eigentlich mit Stray weiterreisen, aber als wir das Wetter gesehen haben, sind wir geblieben. Es war strahlender Sonnenschein und keine Wolke am Himmel, nicht einmal um die Berggipfel. Veronika buchte daher über das Hostel einen Rundflug ‒ bei Ausflügen bietet es sich wirklich an, sich erst einmal ans Hostel zu wenden, meistens haben die die besten Informationen und Konditionen ‒ und als sie wiederkam, hatte sie die Idee, den Mount Ngauruhoe zu besteigen, für die ich auch gleich Feuer und Flamme war. Wichtige Info für „Herr der Ringe“-Fans: Das ist der Schicksalsberg im Film. Also ging es frisch ans Werk und wir machten uns auf den Weg.

Zunächst mussten wir aber zu dem Berg hinkommen und bis wir das organisiert hatten, war es schon ganz schön spät. Es fuhren keine Shuttles mehr, die hatten wir morgens schon alle verpasst. Also trampten wir zum Ausgangspunkt des Wanderweges, Hitchhiking, wie es auf Englisch heißt, ist in Neuseeland zwar relativ ungefährlich, aber ich würde es trotzdem nie im Leben alleine machen und auch nur tagsüber!

Tatsächlich kamen wir an diesem Tag erst um 13 Uhr richtig los. Der Zeitmangel und mein kaputter Wanderschuh, dessen Sohle mitten auf Mount Doom einfach abfiel, führten dazu, dass wir es nicht ganz bis zum Gipfel schafften. Wir legten also nach drei Viertel unseres Weges eine Pause ein und ich habe versucht die Sohle notdürftig mit einem Haargummi wieder zu befestigen, das hat zumindest für den Abstieg gehalten. Doch trotz aller Widrigkeiten war es ein Supererlebnis, denn die Aussicht war diesmal phänomenal und entschädigte für einige der Strapazen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abendlicher Blick auf den Mount Ngauruhoe.

Den Wochenanfang haben wir nach unserer Wanderung eigentlich nur in der Sonne liegend verbracht und unsere Sachen gewaschen. Veronika war zwar noch voller Tatendrang, aber ich war einfach zu fertig, um noch irgendetwas zu unternehmen, vor allem weil sich mein Husten immer noch nicht gebessert hatte.

Gummistiefelweitwurf und weiter nach Wellington

Am Dienstag ging es weiter nach Wellington. Unterwegs haben wir in dem Örtchen Bulls Halt gemacht, in dem alles „incredi-bull“ „unbelieva-bull“ war. Die Wortspiele mit Bull waren manchmal echt der Hammer!

Die zweite Pause war in Taihape. Und da auch die Kiwis manchmal einen an der Waffel haben, gab es in diesem Ort Trainingsplätze für die offizielle Sportart „Gummistiefelweitwurf“ – mit genormten Gummistiefeln und festem Regelwerk! Tja, ein bisschen haben wir uns von dem Irrsinn wohl schon anstecken lassen, denn die meisten aus unserer „Stray-Crew“ haben es gewagt und sich im Gummistiefelweitwurf versucht. Und hier ist der Beweis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich beim Gummistiefelweitwurf.

Nach dieser sportlichen Anstrengung ging es weiter nach Wellington. Diese Stadt macht ihrem Beinamen „the windy city“ alle Ehre. Die eineinhalb Wochen, die ich hier verbracht habe, waren meist sonnig, zwischenzeitlich regnerisch, aber durchgehend windig. Veronika und ich kamen am 16. März in Wellington an und sahen uns mit dem „St. Patricks Day“ konfrontiert. Für die erste Nacht von 16. auf 17. war es kein Problem, einen Platz in einem Sechsbett-Schlafsaal zu bekommen, aber die Nacht von 17. auf 18. war fast komplett ausgebucht, also haben wir uns ein Doppelzimmer geteilt und mal schnell 40 Dollar pro Person bezahlt, wobei das auch kein so großer Unterschied zu einem 30 Dollar Sechsbettsaal ist, wie uns danach klar wurde.

Den St. Patricks Day haben wir ansonsten eigentlich gepflegt ignoriert, denn es gab keine Parade oder wir hatten sie verpasst. Auf unserer kurzen Tour durch Wellingtons Innenstadt haben wir nur einige Pubs gesehen, in denen es ziemlich zuging und es wohl teilweise auch Live-Musik und Tanz gab, aber zum richtig Feiern waren wir beide irgendwie zu fertig.

Picton und „Die Villa“

18. März - 2. Juni 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von Wellington bis Kaikoura. Quelle: OpenStreetMap und Mitwirkende, CC BY-SA

Das erste Mal in Wellington

Am nächsten Tag – einem Mittwoch – war Veronika erst einmal alleine unterwegs. In dieser Zeit dachte ich darüber nach, wie meine Reise weitergehen sollte, da Vroni schon am Donnerstag nach Picton auf die Südinsel übersetzen würde. Nach meinen ersten Überlegungen kam ich zu dem Ergebnis, dass ich in Wellington bleiben und mir eventuell sogar Arbeit suchen wollte. Die Tage bis zum Wochenende sollten allerdings noch „Urlaub“ für mich sein, was hieß mich bis dahin noch nicht auf die Suche nach Job und Appartement zu begeben.

Bleiben und arbeiten oder weiterreisen?

Ich habe mich also entspannt und war dreimal im Kino um mir „Alice im Wunderland“, „Mein Vater, mein Onkel“, einen deutschen Dokumentarfilm, dessen Regisseur wir in Taupo bei den Hot Water Springs getroffen hatten und „Remember me“ mit Robert Pattinson anzusehen. Und um der bildenden Kunst zu frönen, besuchte ich das neuseeländische Nationalmuseum „Te Papa“. Ich wurde allerdings kurz in meinem Entspannungsplan gestört, als ich am Freitag einen Anruf von Veronika erhielt, dass Christina, Sabrina und Jan auch alle in Picton wären und schon begann das Zweifeln, ob ich wirklich in Wellington bleiben wollte. Vorerst blieb es aber bei meinen Plänen, da ich die Unterkunft für eine Woche gebucht und bezahlt hatte.

Leben wie in Deutschland? Nein danke!

Tja, und die Zweifel ließen mich nicht mehr los, am 22. März war es besonders schlimm. Ich hatte die Woche vorher schon einen Comicladen entdeckt, in dem ich auch eine Anzeige von Rollenspielern fand, die nach Spielern suchten, und schon ging die Planung los: Jetzt suchst du dir ’ne WG und Arbeit und dann kannst du mal schauen, ob es hier Kickboxkurse gibt und dann meldest du dich bei diesen Rollenspielern etc. Aber an diesem Tag wurde mir schlagartig klar, dass ich das so gar nicht wollte. Das Leben wäre dann genauso wie in Deutschland gewesen, nur eben nach Neuseeland versetzt. Aber sollte es wirklich weiter nach Picton gehen? Zu den Anderen? Würden die mir vielleicht auf die Nerven gehen, wenn wir länger eng aufeinander hockten? Wäre es besser, allein weiterzureisen? Und dann packte mich natürlich auch noch genau an diesem Tag das Heimweh, wie sollte es auch anders sein. Dieser Tag steht in meinem Kalender unter dem Titel: „Gehen oder Bleiben? a.k.a. Scheißtag“, und genau das war er auch.

Besser ging es mir erst am folgenden Dienstag, als dann nach einer langen Skype-Session mit meinen Eltern meine Entscheidung für Picton und Christina, Sabrina und Jan gefallen war. Einen kleinen Schlenker gab es noch mal, als ich eine Anzeige von zwei Deutschen sah, die nach Mitreisenden für die Südinsel suchten. Ich habe mich dann spontan bei Ihnen gemeldet, leider waren sie schon vollbesetzt. Also ging es tatsächlich am Donnerstag, den 25. März mit der Fähre auf die Südinsel nach Picton.

[...]

Ende der Leseprobe aus 126 Seiten

Details

Titel
Backpacker unterwegs: Mein Jahr Neuseeland
Autor
Seiten
126
Erscheinungsform
Originalausgabe
Preis (eBook)
5,99 EUR
ISBN (eBook)
9783656315803
Preis (Buch)
13,99 EUR
ISBN (Buch)
9783656378297
Sprache
Deutsch

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