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Die Dichtung am Hofe Karls des Großen

Titel: Die Dichtung am Hofe Karls des Großen

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2005 , 13 Seiten

Autor:in: MA Guido Maiwald (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bereits der kaiserliche Krönungstitel „Karolus serenissimus augustus a Deo coronatus magnus pacificus imperator Romanum imperium gubernans qui et per misericordiam dei rexusius Francorumatque regnatum Langobardorarum“ bezeichnet Karl als „von Gott gekrönt“ und „Friedensstifter“ und legt somit die Prioritäten seiner Amtszeit fest. Als Augustus Imperator Renovatio Imperii Romani verstand er sich als Nachfolger der römischen Kaiser, wobei die Kirche seine Macht legitimierte und er im Gegenzug die Kirche und den Frieden förderte. Durch Änderungen der Reichsverfassung und Reformierung der klerikalen Infrastruktur, bei der er auch für sich das Recht herausnahm, Bischöfe zu ernennen, wollte Karl eine Zentralisierung der Macht in seiner Hand erreichen. Als Basis dieser Reformen muss die Reform des Bildungswesens gesehen werden, da sie sprachliche und verwaltungstechnische Normen setzte. Zentraler „thinktank“ dieser Reformen war die scola palatii in der neben Wissenschaftlern auch Dichter ihre Schüler in den artes unterrichteten. Das Verhältnis der Hofdichter zu Karl, sowie ihr Leben und Werk am Hofe sind das Thema dieser Arbeit. Dabei wird im ersten Teil die organisatorische Struktur der Hofschule im Vordergrund stehen. Im zweiten Teil wird dann das Leben und Werk der wichtigsten Dichter portraitiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Hofschule Karls des Großen

2. Die Dichter am Hof Karls des Großen

2.1 Paulus Diakonus

2.2 Alkuin

2.3 Angilbert, Theodulf und Dungal

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Karl dem Großen und den Dichtern an seinem Hof sowie deren Leben und literarisches Schaffen. Das zentrale Ziel ist es, die organisatorische Struktur der Hofschule als Bildungszentrum des Reiches zu beleuchten und aufzuzeigen, wie es dem Herrscher gelang, durch eine Kombination aus politischer Macht, persönlicher Milde und psychologischem Geschick bedeutende Gelehrte dauerhaft an sich und sein Hofleben zu binden.

  • Die organisatorische Struktur und das Bildungskonzept der Hofschule (scola palatii).
  • Die pädagogische und philosophische Zielsetzung der artes liberales unter Alkuin.
  • Die Rolle der Dichter als Panegyriker, Briefpartner und enge Vertraute Karls.
  • Die Analyse konkreter Fallbeispiele (Paulus Diakonus, Alkuin, Theodulf).
  • Der Einfluss Karls des Großen auf die Entstehung der karolingischen Dichtung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Paulus Diakonus

Paulus Diakonus wurde als Sohn einer langobardischen Adelssippe um 720 in Friaul geboren und am Hofe des Königs Ratchis in Pavia ausgebildet und erwarb sich dort Ansehen. Als Karl im Jahre 773/774 das langobardische Königshaus stürzte und sich selbst zum rex Langobardorum ernannte, schloss sich Paulus der minderheitlichen Opposition an und entschloss sich für ein Leben im Kloster von Monte Cassino. Als Paulus’ Bruder sich 776 an dem einzigen Aufstand gegen den neuen Herrscher anschloss, schickte ihn der König in die Verbannung ins Frankenreich und seine Familie musste als enteignet Not leiden. Dass Karl das Herzogtum Benevent zunächst nicht eroberte, machte auf Paulus großen Eindruck, was er in der Gesta ep. Mett. erwähnte.

Im Jahre 782 entschloss sich Paulus, in Versen bei Karl um Gnade für die seinen zu bitten. Höre das Wort deines Dieners, du höchster König in Milde, Und mit gütigem Sinn blicke mich Weinenden an. Es folgt die Schilderung des Elends seiner Familie, in der er, ohne sich zu demütigen, ihre eigene Schuld anerkennt. Die letzten Verse beschäftigen sich ganz mit dem Schicksal seines Bruders: Aber erbarme, wir flehn, erbarme dich mächtiger Herrscher, Endlich setze in Huld alle den Übeln ein Ziel! Gib dem Gefangenen wieder die vaterländischen Fluren, Gib ihm mit mäßigem Gut wieder sein heimisches Dach, Dass unser Herz zu Christus auf ewig den Lobgesang singe, Der allein nach Gebühr wiederzugeben vermag.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird der kaiserliche Krönungstitel analysiert und dargelegt, wie die Bildungsreform als Basis für die Zentralisierung der Macht und die kulturelle Normsetzung unter Karl dem Großen fungierte.

1. Die Hofschule Karls des Großen: Das Kapitel erläutert die Struktur der Hofschule als Musterschule des Reiches, deren Ziel es war, Schüler durch die artes liberales zur Weisheit und zur Bibelauslegung zu führen.

2. Die Dichter am Hof Karls des Großen: Dieses Kapitel widmet sich den Schwierigkeiten bei der Interpretation panegyrischer Hofdichtung und der Frage, wie der Herrscher Dichter durch persönliche Beziehungen und intellektuelle Förderung an seinen Hof band.

2.1 Paulus Diakonus: Ein Porträt über den Übergang des Dichters von der politischen Opposition zur engen Vertrauensperson und zum Mitarbeiter der Hofschule.

2.2 Alkuin: Das Kapitel beleuchtet das Wirken Alkuins, seine grammatikalischen Schriften sowie seine tiefe, durch gegenseitige Wertschätzung geprägte Beziehung zu Karl.

2.3 Angilbert, Theodulf und Dungal: Es wird das Wirken weiterer bedeutender Hofdichter dargestellt, die durch ihre literarischen Werke und diplomatischen Dienste maßgeblich zum kulturellen Profil des Karlshofes beitrugen.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Hofschule, Karolinger, Alkuin, Paulus Diakonus, Theodulf, artes liberales, Hofdichtung, Bildungspolitik, lateinische Sprache, Panegyrik, Mittelalter, Wissensvermittlung, Disputatio, karolingische Renaissance.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das kulturelle und intellektuelle Umfeld am Hofe Karls des Großen, insbesondere die Rolle der Hofschule und das Wirken der dort tätigen Dichter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Bildungsreformen Karls, die organisatorische Struktur der Hofschule sowie die biographischen und literarischen Beziehungen zwischen dem Herrscher und seinen Gelehrten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Karl der Große durch eine kluge Verbindung von machtpolitischer Führung und persönlicher Förderung von Kunst und Wissenschaft ein intellektuelles Netzwerk aufbaute.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische und literaturwissenschaftliche Analyse von zeitgenössischen Briefen, Gedichten und anderen Primärquellen der Epoche.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Institution „Hofschule“ und die detaillierte Vorstellung bedeutender Dichter wie Paulus Diakonus, Alkuin und Theodulf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Hofschule, Bildungspolitik, karolingische Renaissance, Panegyrik und die enge Korrespondenz zwischen Gelehrten und Herrscher.

Welche Bedeutung hatte die „scola palatii“?

Sie fungierte als zentraler „thinktank“ und Musterschule des Reiches, in der sprachliche und bildungstechnische Normen für das gesamte Frankenreich gesetzt wurden.

Wie veränderte sich das Verhältnis von Paulus Diakonus zu Karl?

Paulus wandelte sich durch Karls Milde und wiederholte Ehrerbietung von einem Gegner in der politischen Opposition zu einem loyalen Familiaren und engen Freund des Königs.

Wie sah das Bildungsprogramm unter Alkuin aus?

Das Programm zielte auf die Vermittlung der sieben artes liberales ab, um den Menschen zur Weisheit zu führen, was für Alkuin einen metaphysischen Sinn und einen Weg zum „höchsten Glück“ darstellte.

Welchen Stellenwert hatte die Dichtung am Hof?

Dichtung diente nicht nur dem Lobpreis des Herrschers, sondern war auch ein Instrument zur Schärfung des Verstandes, zum Zeitvertreib und zur Festigung der sozialen und intellektuellen Bindungen am Hof.

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Details

Titel
Die Dichtung am Hofe Karls des Großen
Autor
MA Guido Maiwald (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V205447
ISBN (eBook)
9783656369790
ISBN (Buch)
9783656370406
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karl der Große Dichtung Dichter Hof Mittelalter Paulus Diakonus Angilbert Theodulf Dungal Kaiser Rom Hofschule sacerdotes ministri medici versifici turba scriptorum Alkuin Magister Literatur artes liberales disputatio Bildungsprogramm Boethius Consolatio Grammatik Avian Panegyrik Gedicht 8. Jahrhundert 9. Jahrhundert Philosoph
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Arbeit zitieren
MA Guido Maiwald (Autor:in), 2005, Die Dichtung am Hofe Karls des Großen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205447
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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