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Systemtransformation im postkommunistischen Polen

Die sozialen Folgekosten marktwirtschaftlicher Reformen und ihr Einfluss auf die Wählerpräferenzen

Title: Systemtransformation im postkommunistischen Polen

Term Paper , 2012 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Liebram (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
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Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Systemtransformation im postkommunistischen Polen. Infolge der Implosion des Kommunismus in Osteuropa ab 1989, kam es im osteuropäischen Raum zum Umbruch der gesellschaftlichen Verhältnisse in wirtschaftlicher, politischer und sozialer Hinsicht. Diese Arbeit konzentriert sich auf die Analyse der Anfangsphase der Transformation in der Republik Polen im Zeitraum von 1989 bis 1993. Dabei wird im Schwerpunkt die Betrachtung der sozialen Folgekosten, die mit der Systemtransformation verbunden waren, verfolgt. Damit soll versucht werden, eine mögliche Ursache des Linksrucks, der sich in den Sejm-Wahlen 1993 abzeichnete, herzuleiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Chronologie der innenpolitischen Transformation in Polen von 1989 – 1993

2. Einleitung

3. Die Anfangsphase der polnischen Transformation nach dem Kalten Krieg im Forschungsumfeld

4. Die politische Kultur in Polen nach der Implosion des Kommunismus

5. Die sozialen Folgekosten der wirtschaftlichen Transformation Polens

5.1 Die negativen Einflüsse der Systemtransformation

5.2 Arbeitslosigkeit

5.3 Gesundheitliche Folgen

5.4 Armut

6. Entwicklung der sozialen Folgekosten in Polen

6.1 Arbeitslosigkeit

6.2 Gesundheitliche Folgen

6.3 Armut

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den sozialen Folgekosten der wirtschaftlichen Systemtransformation in Polen zwischen 1989 und 1993 und der Entwicklung der Wählerpräferenzen. Dabei wird analysiert, inwieweit die durch marktwirtschaftliche Reformen verursachten sozialen Belastungen zu einer Abkehr von pro-marktwirtschaftlichen Parteien und zum Erstarken postkommunistischer politischer Kräfte beitrugen.

  • Wirtschaftliche Systemtransformation in Polen (1989–1993)
  • Soziale Folgekosten wie Arbeitslosigkeit und Armut
  • Einfluss der wirtschaftlichen Lage auf das Wählerverhalten
  • Politischer Wandel und Rolle der politischen Kultur
  • Entwicklung des Demokratischen Linksbündnisses (SLD)

Auszug aus dem Buch

5.1 Die negativen Einflüsse der Systemtransformation

Die wirtschaftliche Transformation Polens nach der Implosion des Kommunismus war notwendig. Die negativen Kennzeichen der sozialistischen Planwirtschaft Vergeudung, Mangelwirtschaft und ein niedriger Lebensstandard (Vgl. Holzer, 1995, S. 137) hatten sich stark ausgeprägt und das gesamte Wirtschaftssystem konnte sich nicht mit einem alternativen marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem messen.

Mit der radikal verfolgten „Schocktherapie“ entsprechend dem 1989 verabschiedeten „Balcerowicz-Programm“ wurde unter anderem eine Entflechtung der polnischen Wirtschaft, freier Wettbewerb und eine freie Preisbildung verfolgt (Vgl. Haarland & Niessen, 1994, S. 17). Diese Maßnahmen sollten die Konkurrenzfähigkeit der polnischen Wirtschaft wieder erhöhen.

Allerdings waren mit diesen drastischen Reformen des Wirtschaftssystems in sozialer Hinsicht auch erhebliche Einschnitte für die Bevölkerung verbunden (Vgl. Eckert, 2008, S. 135). Eckert bezieht sich in seinen Ausführungen zur Charakterisierung der marktwirtschaftlichen Systeme auf den von Hayek verfassten Ausspruch:

„Wie alle Spiele hat es Regeln, die das Handeln der einzelnen Teilnehmer leiten, deren Ziele, Geschick und Wissen verschieden sind, mit der Folge, dass das Ergebnis unvorhersehbar ist und dass es regelmäßig Gewinner und Verlierer geben wird“ (ebd.)

Aufgabe der Politik war es in dem Zusammenhang, die Ängste der Bevölkerung abzubauen und durch die Sozialpolitik Maßnahmen einzuleiten, die leistungsschwächeren oder benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Allerdings stellte sich diese Aufgabe, in Anbetracht der mangelnden haushaltspolitischen Spielräume als „äußerst schwierig“ (Haarland & Niessen, 1994, S. 10) heraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Chronologie der innenpolitischen Transformation in Polen von 1989 – 1993: Dieser Abschnitt bietet einen tabellarischen Überblick über die entscheidenden politischen und wirtschaftlichen Ereignisse in Polen zwischen 1989 und 1993.

2. Einleitung: Hier wird das Forschungsvorhaben vorgestellt, die Relevanz des polnischen Transformationsbeispiels erläutert und die zentrale Fragestellung nach dem Einfluss der sozialen Kosten auf Wählerpräferenzen definiert.

3. Die Anfangsphase der polnischen Transformation nach dem Kalten Krieg im Forschungsumfeld: Dieses Kapitel verortet die polnische Systemtransformation in der politikwissenschaftlichen Debatte, insbesondere im Kontext von Demokratisierungswellen und Transformationsprozessen.

4. Die politische Kultur in Polen nach der Implosion des Kommunismus: Hier wird untersucht, wie die kommunistische Erbschaft und die darauf folgende Desorientierung die politische Kultur und das Vertrauen der Bürger in neue demokratische Institutionen beeinflussten.

5. Die sozialen Folgekosten der wirtschaftlichen Transformation Polens: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen negativen Auswirkungen der Schocktherapie, wie Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Folgen und Armut, auf die Bevölkerung.

6. Entwicklung der sozialen Folgekosten in Polen: Hier erfolgt eine empirische Betrachtung der tatsächlichen Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Einkommen in Polen im Zeitraum von 1989 bis 1993 unter Verwendung statistischer Daten.

7. Resümee: Dieses abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Erstarken marktskeptischer Parteien eine direkte Reaktion auf die sozialen Transformationskosten darstellte.

Schlüsselwörter

Systemtransformation, Polen, Postkommunismus, Marktwirtschaft, Schocktherapie, Arbeitslosigkeit, Soziale Folgekosten, Wählerpräferenzen, Balcerowicz-Programm, SLD, Politische Kultur, Demokratisierung, Transformation, Wirtschaftskrise, Wahlverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen und sozialen Folgen der Transformation Polens von einem sozialistischen Planwirtschaftssystem zu einer marktwirtschaftlichen Demokratie zwischen 1989 und 1993.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die wirtschaftliche Umstrukturierung, die daraus resultierenden sozialen Belastungen für die Bevölkerung, wie Arbeitslosigkeit und Armut, sowie deren Einfluss auf die politische Stimmung und Wahlergebnisse.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit die sozialen Folgekosten der wirtschaftlichen Schocktherapie für den Wahlerfolg der postkommunistisch geprägten Linken (SLD) im Jahr 1993 in Polen verantwortlich gemacht werden können.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Transformationskonzepte mit der Auswertung empirischer Daten und Statistiken zur wirtschaftlichen Lage in Polen verknüpft.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung der Transformation, die Auswirkungen auf die politische Kultur in Polen sowie die detaillierte Untersuchung der sozioökonomischen Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Inflation und deren subjektive Wahrnehmung durch die Bevölkerung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Systemtransformation, Schocktherapie, soziale Folgekosten, Arbeitslosigkeit, politische Kultur, Wählerpräferenzen und das Balcerowicz-Programm.

Warum wird Polen als ein besonders relevantes Fallbeispiel für die Transformationsforschung angeführt?

Polen gilt als relevant, da es das erste Land war, das das kommunistische Machtmonopol brach und zudem mit der „Schocktherapie“ einen besonders radikalen Weg der wirtschaftlichen Transformation einschlug.

Welche Rolle spielten die sozialen Kosten bei der Wahlentscheidung 1993?

Die Arbeit legt dar, dass die durch die wirtschaftlichen Reformen verursachten sozialen Härten, wie Einkommensverluste und Arbeitsplatzunsicherheit, zu einer Verringerung der Akzeptanz der Reformparteien führten und den Wählern somit einen Anreiz gaben, für marktskeptische Parteien wie die SLD zu stimmen.

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Details

Title
Systemtransformation im postkommunistischen Polen
Subtitle
Die sozialen Folgekosten marktwirtschaftlicher Reformen und ihr Einfluss auf die Wählerpräferenzen
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Institut für Politikwissenschaft, insbes. Auswärtige und Internationale Politik osteuropäischer Staaten)
Course
Proseminar Internationale Beziehungen: Osteuropa vor und nach dem Kalten Krieg
Grade
2,0
Author
Sebastian Liebram (Author)
Publication Year
2012
Pages
24
Catalog Number
V205452
ISBN (eBook)
9783656327431
ISBN (Book)
9783656327950
Language
German
Tags
Osteuropa Systemtransformation Polen Republik Polen Postkommunismus Kommunismus Markwirtschaft soziale Folgekosten Kalter Krieg Reformen Transformation Schocktherapie Transformationspfad Demokratisierung Arbeitslosigkeit Armut Gesundheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Liebram (Author), 2012, Systemtransformation im postkommunistischen Polen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205452
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