Systemtransformation im postkommunistischen Polen

Die sozialen Folgekosten marktwirtschaftlicher Reformen und ihr Einfluss auf die Wählerpräferenzen


Hausarbeit, 2012
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Chronologie der innenpolitischen Transformation in Polen von 1989 – 1993

2. Einleitung

3. Die Anfangsphase der polnischen Transformation nach dem Kalten Krieg im Forschungsumfeld

4. Die politische Kultur in Polen nach der Implosion des Kommunismus

5. Die sozialen Folgekosten der wirtschaftlichen Transformation Polens
5.1 Die negativen Einflüsse der Systemtransformation
5.2 Arbeitslosigkeit
5.3 Gesundheitliche Folgen
5.4 Armut

6. Entwicklung der sozialen Folgekosten in Polen
6.1 Arbeitslosigkeit
6.2 Gesundheitliche Folgen
6.3 Armut

7. Resümee

8. Literaturverzeichnis

1. Chronologie der innenpolitischen Transformation in Polen von 1989 – 1993

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Einleitung

Mit dem schrittweisen Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre war zunächst zwangsläufig eine Standortbestimmung beziehungsweise Neuorientierung der Staaten, die nunmehr ihre Unabhängigkeit von den Moskauer Doktrinen und den Machtansprüchen der nationalen Kommunistischen Parteien erzielt hatten, verbunden. Diese Neuorientierung vollzog sich gleichermaßen in innen- wie außenpolitischer Hinsicht und schloss außerdem die jeweilige Gesellschaft ein.

Über vierzig Jahre lang waren in Osteuropa zuvor zahlreiche Nationen vom Kommunismus und den damit verbundenen Wertevorstellungen geprägt worden. Während dieses Zeitraums sind die Menschen in unterschiedlicher Art und Weise mit der Situation in den autoritären Herrschaftssystemen umgegangen.

Neben denjenigen, die sich in dem System engagierten, gab es viele Menschen, die sich in informellen Schattengesellschaften der Systemaufsicht entziehen wollten. Darüber hinaus wuchs die Anzahl unzufriedener Menschen, die sich dem System nicht länger unterwerfen wollten und ebenso wenig das Ausweichen in Parallelgesellschaften akzeptierten, stetig an und diese sich organisierende Bevölkerungsgruppe erreichte mit dem Aufbegehren letztlich den fast ausnahmslos friedlichen Kollaps der zuvor kommunistischen Staaten. Die starren und geschlossenen Gesellschaften durften aus Ideologiezwängen nicht angemessen auf den Veränderungswillen reagieren und scheiterten letztlich an den daraus folgenden wirtschaftlichen Unzulänglichkeiten, die Unzufriedenheit und den Willen nach Öffnung sowie Erneuerung noch verstärkten.

Auf den Umsturz folgte in den postkommunistischen Staaten die Transformation, bei der eine überwiegende Orientierung an den modernen westlichen Industriestaaten erfolgte. In Bezug auf Politik und Wirtschaft grenzten sich die Transformationsstaaten betont von den bisherigen Gesellschaftsformen ab und führten dementsprechend umfangreiche demokratische Verfassungs- und marktwirtschaftliche Wirtschaftsreformen durch.

Im Rahmen dieser Arbeit wird der Fokus auf die ehemalige Volksrepublik Polen gerichtet. Das Beispiel Polens ist deshalb ausgesprochen relevant, weil Polen der erste Staat war, „in dem nach über 40 Jahren das kommunistische Herrschaftsmonopol gebrochen wurde“ (Hirsch, 1994, S. 41). Zudem verfolgte Polen „im Gegensatz zu den anderen Reformstaaten mit der sogenannten Schocktherapie einen radikaleren Weg der Transformation“ (Haarland & Niessen, 1994, S. 29) und in dem Zusammenhang ist es fragwürdig inwiefern dieser Transformationspfad mehr Erfolg hatte als die graduellen Reformen anderer osteuropäischer Transformationsstaaten. Letztlich ist es relevant welchen Einfluss mögliche neue Konfliktlinien auf die politische Entwicklung in Polen haben konnten. In den Fokus rückt hier die Frage nach der gesellschaftlichen Polarisierung durch die wirtschaftliche Transformation und deren sozialen Folgekosten – „Marktwirtschaft ohne Abstriche versus Staatsinterventionen“ (Ziemer, 1999, S. 341).

Dabei ist es von besonderem Interesse welche Ursachen das gute und nicht selbstverständliche Abschneiden des Demokratischen Linksbündnisses (SLD) bei den Sejmwahlen im Oktober 1993 gehabt haben konnte.

Inwiefern lässt sich demzufolge der Linksruck innerhalb der polnischen Gesellschaft kurze Zeit nach der Implosion des zuvor abgelehnten Kommunismus erklären?

Grundsätzlich müssen zuerst die Rahmenbedingungen der Systemtransformation in der Republik Polen erfasst werden. Vor allen Dingen ist es hierbei von Bedeutung, auf die wirtschaftliche Entwicklung nach der Implosion des Kommunismus einzugehen, da diese vermutlich entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Systemtransformation hatte. Denn dieser Einflussfaktor zog die wahrscheinlich stimmungsrelevanten sozialen Folgekosten der Transformation, bedingt durch die Abkehr von der sozialistischen Planwirtschaft hin zur freien beziehungsweise sozialen Marktwirtschaft, nach sich.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Systemtransformation im postkommunistischen Polen
Untertitel
Die sozialen Folgekosten marktwirtschaftlicher Reformen und ihr Einfluss auf die Wählerpräferenzen
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Institut für Politikwissenschaft, insbes. Auswärtige und Internationale Politik osteuropäischer Staaten)
Veranstaltung
Proseminar Internationale Beziehungen: Osteuropa vor und nach dem Kalten Krieg
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V205452
ISBN (eBook)
9783656327431
ISBN (Buch)
9783656327950
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Osteuropa, Systemtransformation, Polen, Republik Polen, Postkommunismus, Kommunismus, Markwirtschaft, soziale Folgekosten, Kalter Krieg, Reformen, Transformation, Schocktherapie, Transformationspfad, Demokratisierung, Arbeitslosigkeit, Armut, Gesundheit
Arbeit zitieren
Sebastian Liebram (Autor), 2012, Systemtransformation im postkommunistischen Polen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205452

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